Töchter des Himmels

Töchter des Himmels

Töchter des Himmels

Töchter des Himmels - Originaltitel: The Joy Luck Club - Regie: Wayne Wang - Drehbuch: Amy Tan und Ronald Bass, nach dem Roman "Töchter des Himmels" von Amy Tan - Kamera: Amir M. Mokri - Schnitt: Maysie Hoy - Musik: Rachel Portman - Darsteller: Kieu Chinh, Tsai Chin, France Nuyen, Lisa Lu, Ming-Na Wen, Michael Paul Chan, Tamlyn Tomita, Andrew McCarthy, Lauren Tom, Rosalind Chao, Chao-Li Chi, Melanie Chang, Victor Wong u.a. - 1993; 135 Minuten

Inhaltsangabe

Vier Chinesinnen emigrieren während des Zweiten Weltkriegs aus verschiedenen Gründen in die USA und befreunden sich in San Francisco miteinander. Ihre vier Töchter erleben den Zwiespalt zwischen der amerikanischen Lebensart und chinesischen Denkweisen, die sie unbewusst von ihren Müttern übernommen haben.
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Kritik

Bei der Verfilmung ihres Romans "Töchter des Himmels" durch Wayne Wang schrieb Amy Tan zusammen mit Ronald Bass das Drehbuch. Jedes der acht Frauenschicksale zeigt einen anderen Aspekt auf.
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San Francisco. Junes (Ming-Na Wen) Mutter Suyan Woo (Kieu Chinh) ist gerade gestorben. Deren Freundinnen Lindo Jong (Tsai Chin), Ying-Ying St. Clair (France Nuyen) und An-Mei Hsu (Lisa Lu), die im Gegensatz zu June schon längere Zeit wussten, dass Suyan auf ihrer Flucht während des Zweiten Weltkriegs ihre Zwillinge in China hatte zurücklassen müssen, finden heraus, wo diese inzwischen leben. In ihrem Brief an die Zwillinge hat Lindo sich als Suyan ausgegeben und den Besuch Junes angekündigt. Die junge, in San Francisco aufgewachsene Frau soll ihre in China lebenden Halbschwestern besuchen und ihnen die Nachricht vom Tod der Mutter überbringen.

Suyan ließ die Zwillinge nicht freiwillig zurück, sondern auf der Flucht erkrankte sie an Ruhr und war nicht mehr in der Lage, die beiden kleinen Mädchen zu tragen. Weil sie glaubte, sterben zu müssen, hielt sie es für das Beste, die Kinder am Wegrand abzulegen, damit jemand anderes aus dem Flüchtlingstreck sich ihrer annahm. Wider Erwarten wurde Suyan kurz darauf halb bewusstlos auf einen Lastwagen gelegt und in ein Krankenhaus gefahren, wo sie sich von der Erkrankung erholte. Ihre Zwillinge sah sie jedoch niemals wieder.

Sie emigrierte in die USA, heiratete Canning Woo (Chao Li Chi) und brachte June zur Welt. Vergeblich hoffte sie, dass June sich zu einer gefeierten Konzertpianistin entwickeln würde, und das Mädchen, das darunter litt, die hohen Erwartungen ihrer Mutter nicht erfüllen zu können, verstand erst sehr viel später, dass Suyan sie auch so liebte und akzeptierte.

Lindo wurde im Alter von fünfzehn Jahren von ihren Eltern (Qugen Cao, Mei Juan Xi) in ihrem chinesischen Heimatdorf zurückgelassen, als diese mit ihren beiden Söhnen nach Süden zogen. Eine Heiratsvermittlerin sorgte dafür, dass sie die Ehefrau des zehnjährigen Tyan Yu (William Gong) wurde. Dessen Mutter schikanierte sie, weil sie nicht schwanger wurde – bis Lindo eines Tages herausfand, dass Ah Ping (Diana C. Weng), eine der Dienerinnen, schwanger war. Daraufhin erzählte sie ihrer Schwiegermutter aufgeregt von einem angeblichen Traum: Einer der Ahnen habe ihr verkündet, dass sie die falsche Frau für den Jungen sei. Die richtige Ehefrau sei ein Dienstmädchen, das in ein paar Monaten einen Stammhalter zur Welt bringen werde.

In San Francisco, wo Lindo nach ihrer Trennung von der chinesischen Familie mit ihrem zweiten Ehemann Tin Jong (Ya Shan Wu) ein neues Leben begonnen hatte, wetteiferte sie mit ihrer Freundin Suyan Woo, welche der beiden Töchter erfolgreicher sein würde. Lindos Tochter Waverly (Tamlyn Tomita) brachte es immerhin zur Schachmeisterin. Nach der Scheidung von ihrem ersten Ehemann verliebte Waverly sich in einen Amerikaner namens Rich (Christopher Rich), der bei seinem ersten Besuch aus Gedankenlosigkeit und weil er mit chinesischen Gebräuchen nicht vertraut war, ihre Mutter beleidigte, indem er ausgerechnet über das Gericht, auf das sie am meisten stolz war, Soyasauce schüttete.

Auch Ying-Ying war in China aufgewachsen. Mit sechzehn verheirateten die Eltern sie mit einem Mann, der sie nicht nur mit anderen Frauen betrog, sondern nicht einmal davor zurückschreckte, eine Prostituierte mit ins Haus zu bringen und mit ihr im Schlafzimmer zu verschwinden. Um sich an ihm zu rächen, ertränkte Ying-Ying ihren gemeinsamen kleinen Sohn.

Nach ihrer Auswanderung gebar sie in San Francisco eine Tochter, die den Namen Lena (Lauren Tom) erhielt. Zum Kummer Ying-Yings, die immer depressiver wurde, zeigte Lena keinen Lebensmut. Sie heiratete einen Amerikaner, Harold (Michael Paul Chan), der sich auf kleinkarierte Weise alle Ausgaben mit ihr teilte. In seiner Firma, in der er auch Lena beschäftigte, genehmigte er sich allerdings ein Gehalt, das siebeneinhalbmal so hoch wie ihres war. Von ihrer Mutter dazu ermutigt, trennte sich Lena von ihrem Ehemann.

Als An-Mei vier Jahre alt war, wurde ihre Mutter (Vivian Wu) aus dem Haus der Familie verstoßen. Der Vater war kurz zuvor gestorben. Erst als An-Meis Großmutter im Sterben lag, sah das Mädchen seine Mutter wieder, die sich am Totenbett mit ihrer Mutter aussöhnte und dann mit ihrer Tochter zu ihrem zweiten Ehemann Wu Tsing (Tian-Ming Wu) zurückkehrte.

Erst jetzt fand An-Mei heraus, warum ihre Mutter verstoßen worden war: Wu Tsing hatte sie vergewaltigt und geschwängert, aber niemand hatte es ihr geglaubt. Damals war ihr nichts anderes übrig geblieben, als Wu Tsings vierte Frau zu werden. Den Sohn, dem sie ihm gebar, nahm ihr allerdings die zweite Frau (Elizabeth Sung) sofort weg und beanspruchte ihn als ihr eigenes Kind, um Wu Tsings Gunst nicht zu verlieren.

Schließlich hielt An-Meis Mutter es nicht mehr aus, und sie schied durch eine tödliche Dosis Opium aus dem Leben.

An-Mei zog nach San Francisco. Ihre Tochter Rose (Rosalind Chao) verliebte sich in einen Amerikaner namens Ted Jordan (Andrew McCarthy), der aus einer reichen Unternehmerfamilie stammte. Als Ted seine Freundin zu einer Gartenparty mitbrachte, um sie seinen Eltern (Jack Ford, Diane Baker) vorzustellen, nahm Mrs Jordan sie auf die Seite und versuchte ihr eventuelle Heiratspläne mit ihrem Sohn auszureden. Ted hielt jedoch zu ihr und vermählte sich ein halbes Jahr später mit Rose.

Voller Kummer beobachtete An-Mei, dass Rose ein Forschungsstipendium der Universität von Idaho ausschlug und nur noch für ihren Ehemann und ihre kleine Tochter Jennifer (Melissa Tan) lebte. Der aber begann sich nach einiger Zeit mit Rose zu langweilen, weil sie keine eigene Meinung mehr vertrat. Erst nach einer Aussprache mit ihrer Mutter begriff Rose, was sie falsch gemacht hatte, entwickelte neues Selbstbewusstsein und verlangte von ihrem Ehemann, der inzwischen eine Geliebte hatte, das Erziehungsrecht für Jennifer und die Überschreibung des Hauses.

Nach der Abschiedsfeier von den drei Freundinnen ihrer verstorbenen Mutter und deren Töchtern reist June mit dem Schiff nach China und wird dort im Hafen von ihren beiden Halbschwestern (Sheng Yu Ma, Sheng Wei Ma) begrüßt.

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Bei der Verfilmung ihres Romans „Töchter des Himmels“ („The Joy Luck Club“, 1989) durch Wayne Wang schrieb Amy Tan zusammen mit Ronald Bass das Drehbuch.

In „Töchter des Himmels“ geht es um vier Chinesinnen, die während des Zweiten Weltkriegs aus verschiedenen Gründen in die USA emigrieren und sich in San Francisco miteinander befreunden. Ihre vier Töchter erleben den Zwiespalt zwischen der amerikanischen Lebensart und chinesischen Denkweisen, die sie unbewusst von ihren Müttern übernommen haben. Dadurch kommt es auch zu Konflikten zwischen ihnen, die jedoch durch klärende Gespräche gelöst werden können.

Jedes der acht Frauenschicksale veranschaulicht einen anderen Aspekt. Leider werden die einzelnen Geschichten einfach nacheinander erzählt und nur lose durch die Freundschaft der Mütter und die Abschiedsfeier für June verknüpft. Das wirkt nicht besonders einfallsreich und auf die Dauer etwas ermüdend. Störend finde ich die pathetisch-aufdringliche Musikuntermalung.

Die Darstellerinnen der Hauptfiguren in deren Kindheit und Jugend: Melanie Chang (June mit 9 Jahren), Ying Wu (Lindo, 4 Jahre), Irene Ng (Lindo, 15 Jahre), Feihong Yu (Ying-Ying mit 16 bis 25), Emmy Yu (An-Mei, 4 Jahre), Yi Ding (An Mei, 9 Jahre), Vu Mai (Waverly mit 6 bis 9 Jahren).

Amy Tan wurde 1952 in Oakland, Kalifornien, geboren. Ihre Mutter, die aus einer reichen chinesischen Familie stammte, hatte drei Töchter aus ihrer ersten Ehe in Shanghai zurücklassen müssen, als sie in die USA ausgewandert war. Amy war fünfzehn, als ihr Vater und ihr Bruder starben. Heute lebt die erfolgreiche Schriftstellerin mit ihrem Ehemann abwechselnd in New York und San Francisco.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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Viktor Glass weiß viel über die Augsburger Industrie- und Sozialgeschichte. Einiges davon bringt er konkret und bildlich in seinen Kriminalroman ein. Das macht "Schüssler und die verschwundenen Mädchen" zum Lesevergnügen.
Schüssler und die verschwundenen Mädchen

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