Erster Weltkrieg: Westfront 1914


Während die erwarteten französischen Angriffe in Elsass-Lothringen abgewehrt wurden (Schlacht bei Mühlhausen, 9. August 1914; Schlacht in Lothringen, 20. – 22. August 1914), legten die deutschen Truppen, die im Westen die Offensive vorantrieben, innerhalb von drei Wochen 400 Kilometer zurück. Am 20. August 1914 besetzten sie Brüssel. Am 30. August standen sie an der Somme. Doch an diesem Tag wurde der Schlieffen-Plan aufgegeben! Spätestens als zwei Armeekorps des rechten Flügels an die Ostfront verlegt wurden (26. August), reichten die deutschen Kräfte nicht mehr für das geplante „Super-Cannae“ aus. Die deutschen Truppen wurden nun statt um Paris herum in einem engeren Bogen östlich an Paris vorbei geführt und stießen zur Marne vor. Am 3. September setzte sich die französische Regierung nach Bordeaux ab.

An der Marne, zwischen Paris und Verdun, stellten sich die Franzosen und ein britisches Expeditionskorps den Deutschen entgegen. Joseph Jacques Césaire Joffre (1852 – 1931),

der französische Oberbefehlshaber, entschloss sich, von Paris aus in die westliche Flanke der deutschen Truppen hineinzustoßen (Marneschlacht, 6. – 9. September). Mit Hilfe requirierter Taxis schaffte er seine Truppen an die Front („Les taxis de la Marne!“). Überhastet zog Alexander von Kluck (1846 – 1934) Teile seiner 1. Armee zurück und riss damit eine 40 bis 50 Kilometer breite Lücke in die deutsche Front. Daraufhin wich auch Karl von Bülow (1846 – 1921) mit der 2. Armee zurück. In der Nacht vom 8. zum 9. September ordnete Generalstabschef Helmuth von Moltke an, die gesamte Frontlinie bis an die Aisne zurückzunehmen. Die Franzosen konnten es kaum glauben („das Wunder an der Marne“).

Damit war die deutsche Westoffensive gescheitert, und nach Schlieffens Logik war der Krieg für die Deutschen nicht mehr zu gewinnen.

Der preußische Kriegsminister Erich von Falkenhayn löste Moltke als Generalstabschef ab. (Ab 14. September war Falkenhayn formal Moltkes Stellvertreter; erst am 9. Dezember übernahm er dessen Aufgaben offiziell.) Falkenhayn warf junge, unzureichend ausgebildete Soldaten an die Westfront, um wenigstens zu den Kanalhäfen vorzudringen (Ypernschlacht, 20. Oktober – 22. November), doch auch dieser „Wettlauf zum Meer“ geriet ins Stocken und endete im zermürbenden Grabenkampf.

Von November 1914 bis März 1918 erstarrte die Westfront; eine nennenswerte Verschiebung gab es kaum.

Am 20. Dezember 1914 kehrte die französische Regierung aus Bordeaux nach Paris zurück.

Fortsetzung

© Dieter Wunderlich 2006

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