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Unter einem Koma versteht man in der Medizin die schwerste Form einer Bewusstseinsstörung, bei der ein Patient selbst durch schmerzhafte Stimulierungen nicht wieder zu sich kommt. Im schlimmsten Fall fällt sogar der Pupillenreflex aus.
Das Symptom kann sehr verschiedene Ursachen haben und beispielsweise durch Gehirnerkrankungen (Tumor, Enzephalitis, Meningitis, Apoplexie, Hirnblutung, Stoffwechselstörung, Sauerstoffmangel) oder durch einen Unfall bzw. Gewalteinwirkung ausgelöst werden. Auch bei Vergiftungen oder nach dem Missbrauch von Drogen bzw. Alkohol kann jemand ins Koma fallen. Von einem urämischen Koma spricht man im Zusammenhang mit einer Niereninsuffizienz und von einem hepatischen Koma, wenn der Bewusstseinsverlust auf eine Leberinsuffizienz zurückzuführen ist. In bestimmten Fällen werden Patienten auch aus therapeutischen Gründen in ein künstliches Koma versetzt.
Ein Wachkoma (Coma vigile, apallisches Syndrom, persistent vegetative state, PVS) liegt vor, wenn aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung mit der Großhirnrinde (Pallium) die kognitiven Funktionen ausgefallen sind (Hirntod) und nur noch physiologische Grundfunktionen vom Hirnstamm aufrechterhalten werden. Zumeist sind die Patienten auf künstliche Ernährung und Beatmung angewiesen. Sie liegen mit offenen Augen im Bett, sind wach, nehmen ihre Umwelt jedoch nicht wahr. Erstmals beschrieben wurde das Wachkoma 1940 von Ernst Kretschmer.
Aus ethischen Gründen ist es heftig umstritten, ob die künstliche Beatmung und Ernährung eines im Wachkoma liegenden Patienten abgeschaltet werden soll (Sterbehilfe). Ärzte und Angehörige stehen in diesem Fall vor einer schwierigen ethischen Entscheidung (Beispiel: Terri Schiavo ).
Anfang 2010 wird berichtet, dass es Neurologen der Universitäten Liège und Cambridge gelungen sei, mit Wachkoma-Patienten zu kommunizieren. Sie untersuchten vierundfünfzig Patienten und stellten fest, dass fünf von ihnen nach einiger Übung in der Lage waren, ihre Gehirnaktivität so zu steuern, dass in der Kernspin-Tomografie Äquivalente für "ja" und "nein" sichtbar wurden. "Ein wichtiges Ergebnis ist, dass lediglich drei der fünf erfolgreich kommunizierenden Wachkoma-Patienten auch mit herkömmlichen Untersuchungsmethoden als "bei Bewusstsein" eingestuft worden wären." (Süddeutsche Zeitung, 5. Februar 2010).
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