Harlis

Harlis

Harlis

Originaltitel: Harlis - Regie: Robert van Ackeren - Drehbuch: Robert van Ackeren, Joy Markert und Iris Wagner - Kamera: Dietrich Lohmann und Lothar Stickelbrucks - Darsteller: Mascha Rabben, Gabriele Lafari, Ulli Lommel, Rolf Zacher, Heidy Bohlen u.a. - 1972; 801 Minuten

Inhaltsangabe

Die Nachtclub-Tänzerinnen Harlis und Pera spielen nicht nur auf der Bühne ein lesbisches Paar. Eines Tages taucht nach der Vorstellung ein Mann in ihrer Garderobe auf. Er ist mit Harlis verabredet. ...
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Kritik

"Comédie Larmoyante" nennt Robert van Ackeren seinen Film "Harlis". Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, denn es handelt sich um eine minimalistisch-stilisierte Groteske über die Liebe und die durch sie hervorgerufenen Verwirrungen.
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Die Nachtclub-Tänzerinnen Harlis (Mascha Rabben) und Pera (Gabriele Lafari) sind ein Paar und wohnen mit einem halben Dutzend anderen Lesben in einer Wohngemeinschaft. Eines Tages taucht nach der Vorstellung ein Mann in ihrer Garderobe auf: Raymond (Ulli Lommel) ist mit Harlis verabredet. Dass Harlis sich mit einem Mann einlässt, kann Pera kaum fassen und es macht sie eifersüchtig. In der Nacht bringt Harlis ihren Liebhaber mit in die WG. Ihr Stöhnen weckt die anderen Frauen auf: Neugierig stehen sie auf dem Flur und hören auf die Geräusche aus Harlis‘ Zimmer. Beim Abschied lässt Raymond seine Wohnungsschlüssel da.

Raymond wohnt mit seinem Bruder (Rolf Zacher) zusammen. Tagsüber arbeitet er in einem Lebensmittelgeschäft, das seiner Geliebten Ria (Heidy Bohlen) gehört. Als Harlis aufsperrt, ist nur sein Bruder in der Wohnung. Sie bringt ihre Sachen mit und erklärt ihm, sie werde hier einziehen. Er macht sich an sie heran, aber sie weist ihn zurück.

Ria verlangt von Raymond die Eheschließung. Er müsse sich entscheiden: Heirat oder Trennung. „Wenn schon Trennung, dann lieber gleich“, entgegnet Raymond. Da erschrickt sie und beteuert, es nicht so gemeint zu haben.

Raymonds Bruder ertappt Harlis und Pera beim Liebesspiel im Bett. Er fesselt die beiden nackten Frauen und ruft Ria an: Raymond betrüge sie und er selbst werde von seiner Geliebten mit einer anderen Frau betrogen. Daraufhin trennt sich Ria von Raymond.

Als Raymond nach Hause kommt, lässt er Harlis und Pera losbinden und wirft seinen Bruder aus der Wohnung. Der zieht nun zu Ria.

Ein paar Tage später beobachtet Harlis im Rückspiegel, dass sie und Raymond von dessen Bruder verfolgt werden. Raymond hält an, steigt aus und geht auf das Auto seines Bruders zu. Der aber hat bereits unbemerkt seinen Wagen verlassen, springt nun neben Harlis ans Steuer und entführt sie. Auf einem Feldweg klemmt er ihren Kopf in das Seitenfenster und vergewaltigt sie.

Während der Verlobungsfeier mit Raymond in der Lesben-WG zieht Harlis sich mit Pera ins Schlafzimmer zurück und lässt dann ihren Verlobten kommen, um ihm klarzumachen, dass sie sich nicht von Pera trennen wird. „Ich kann mich nicht ändern.“

Nachdem Raymond in seine Wohnung zurückgekehrt ist, löst er Schlaftabletten in einem Glas Wasser auf.

Harlis findet ihn bewusstlos vor und ruft einen Notarzt. Als Ria erfährt, was geschehen ist, lässt sie sich sofort von Raymonds Bruder ins Krankenhaus fahren. Dort trifft sie mit Harlis zusammen. Es kommt zum Streit. Harlis läuft davon und wird auf der Straße von Raymonds Bruder verfolgt, bis sie mit ihrer Handtasche auf ihn einprügelt.
Ria holt Raymond aus dem Krankenhaus und bringt ihn in seine Wohnung. Aber als er sie hinauswirft, kehrt sie zu seinem Bruder zurück, der im Auto wartet und fordert ihn auf, sie zu heiraten.

Bei der Hochzeitsfeier sitzt Raymond zwischen Harlis und Pera dem Brautpaar gegenüber. Sein Bruder versucht mit Harlis zu flirten. Harlis reagiert nicht, aber Ria rennt wütend aus dem Raum. Ihr frisch gebackener Ehemann folgt ihr ins Schlafzimmer. „Kennst du die Geschichte von dem Mann, der in der Hochzeitsnacht Zigaretten holt und nicht mehr wiederkommt?“, fragt er sie. „Ich hasse deine Durchschnittlichkeit.“ Er packt Ria am Hals und erwürgt sie.

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Anfangs gefährdet Raymond die Liebe zwischen Harlis und Pera und sorgt in der Lesben-Wohngemeinschaft für Wirbel. Dann zerstört Raymonds Liebe zu Harlis seine Beziehung mit Ria und führt zwischen ihm und seinem Bruder zum Streit. Alles gerät durcheinander.

„Comédie Larmoyante“ nennt Robert van Ackeren seinen Film „Harlis“. Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, denn es handelt sich um eine minimalistisch-stilisierte Groteske über die Liebe und die durch sie hervorgerufenen Verwirrungen. Das Unechte der Gefühle wird durch grotesk-larmoyante Klänge von Gustav Mahler hervorgehoben.

Für „Harlis“ wurde Robert van Ackeren mit dem Ernst-Lubitsch-Preis ausgezeichnet.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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