A History of Violence

A History of Violence

A History of Violence

A History of Violence – Originaltitel: A History of Violence – Regie: David Cronenberg – Drehbuch: Josh Olson, nach der Graphic Novel "A History of Violence" von John Wagner und Vince Locke – Kamera: Peter Suschitzky – Schnitt: Ronald Sanders – Musik: Howard Shore – Darsteller: Viggo Mortensen, Maria Bello, William Hurt, Ed Harris, Ashton Holmes, Peter MacNeill, Heidi Hayes, Stephen McHattie, Greg Bryk, Kyle Schmid, Deborah Drakeford, Ian Matthews u.a. –2005; 90  Minuten

Inhaltsangabe

Tom Stall lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in einer Kleinstadt in Indiana. Als er zwei Raubmörder in seinem Diner in Notwehr erschießt, wird er ungewollt zum Helden und kann nicht verhindern, dass das Fernsehen über ihn berichtet. Bald darauf taucht ein Mafioso mit entstelltem Gesicht im Diner auf, nennt ihn Joey Cusack und behauptet, ihn aus Philadelphia zu kennen. Tom beteuert jedoch, noch nie in Pennsylvania gewesen zu sein ...
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Kritik

David Cronenberg inszenierte die schockierende Geschichte mit einer Mischung aus behäbigen Episoden, grotesken Gewaltexplosionen und ansatzweise komischen Szenen: "A History of Violence".
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Tom und Edie Stall (Viggo Mortensen, Maria Bello) leben mit ihrem Sohn Jack (Ashton Holmes) und ihrer kleinen Tochter Sarah (Heidi Hayes) in einem Haus in Millbrook, einer Kleinstadt in Indiana. Während Edie als Rechtsanwältin tätig ist, betreibt Tom einen Diner. Jack wird in der Schule als „Weichei“ gehänselt, weil er zwar ein guter Sportler ist, aber Schlägereien aus dem Weg geht. Ansonsten verläuft das Leben in Millbrook ohne Höhen und Tiefen, und die Stalls fallen in keiner Weise auf.

Eines Tages tauchen zwei Fremde in dem Diner auf: Leland (Stephen McHattie) und Billy Orser (Greg Bryk). Am Morgen ermordete Leland einen Motelbesitzer und ein Zimmermädchen, um an die Kasse zu kommen, und Billy erschoss danach ein kleines Mädchen, damit es keine Zeugen gab. Obwohl Tom erklärt, der Diner sei bereits geschlossen, verlangen die beiden Raubmörder Kaffee und Kuchen. Tom schickt daraufhin seine Kellnerin Charlotte (Deborah Drakeford) nach Hause und beginnt, die Fremden, mit denen offenbar nicht zu spaßen ist, selbst zu bedienen. Billy hält Charlotte jedoch fest und zwingt sie, zu bleiben, während Leland seine Pistole herausnimmt und auf Tom zielt. Der wirft ihm blitzschnell die mit heißem Kaffee gefüllte Kaffeekanne ins Gesicht, packt die Waffe und erschießt Billy. Leland geht zu Boden, rammt Tom ein Messer in den Fuß, wird aber im nächsten Augenblick ebenfalls getötet.

Obwohl Tom jedes weitere Aufsehen zu vermeiden versucht, kann er nicht verhindern, dass er von seinen Mitbürgern als Held gefeiert wird und das Fernsehen über den spektakulären Fall berichtet. Sobald er wieder einigermaßen gehen kann, macht er im Diner weiter, der nun jeden Tag voll ist.

Einige Zeit nach dem Überfall betritt ein Fremder mit zwei Bodyguards den Diner: Carl Fogarty (Ed Harris), Charlie Roarke (Aidan Devine) und Frank Mulligan (Bill MacDonald). Fogartys Gesicht ist durch Narben einer Brandverletzung entstellt, und auf einem Auge ist er blind. Er nennt den Besitzer des Diners nicht Tom Stall, sondern Joey Cusack und behauptet, ihn aus Philadelphia zu kennen. Tom beteuert, noch nie in Pennsylvania gewesen zu sein, aber darüber lacht Fogarty nur.

Sobald die drei Männer den Diner verlassen haben, alarmiert Edie den Sheriff. Sam Carney (Peter MacNeill) hält die schwarze Limousine der Fremden an und erklärt ihnen, sie seien in Millbrook nicht willkommen. Danach warnt er Edie und Tom vor den Fremden, den er hat sie erkannt: Es handelt sich um drei gefährliche Gangster. Über einen Joey Cusack findet er zwar nichts im Polizeicomputer, aber in Philadalphia gibt es einen Richie Cusack, der als Pate des organisierten Verbrechens gilt.

Obwohl Sheriff Carney den Männern verboten hat, noch einmal in die Stadt zu kommen, halten sie ein paar Tage später wieder vor dem Diner. Ohne auszusteigen fahren sie nach wenigen Minuten weiter. Tom befürchtet, dass sie seiner Frau und den Kindern etwas antun könnten, warnt Edie per Telefon und rennt nach Hause, so schnell es ihm mit dem noch nicht ganz verheilten Fuß möglich ist. Mit geladenem Gewehr wartet Edie auf die Gangster. Tom trifft völlig erschöpft ein. Aber es bleibt alles friedlich.

Daraufhin geht Edie ins Sarah ins Schuhgeschäft. Während sie Schuhe probiert, vermisst sie plötzlich das Kind. Sie findet Sarah zwar gleich darauf wieder, aber da sitzt auch Fogarty und behauptet zynisch lächelnd, er habe auf das kleine Mädchen aufgepasst. Auf dem Heimweg fährt Edie beim Gericht vorbei und erwirkt eine einstweilige Verfügung gegen Fogarty: Es wird ihm bei Strafe verboten, sich Mitgliedern der Familie Stall zu nähern. Über die Wirksamkeit eines solchen Verbots macht sich die Anwältin allerdings keine Illusionen.

Als Jack wieder einmal von seinem Mitschüler Bobby (Kyle Schmid) provoziert wird und dieser seine Freundin Judy Danvers (Sumela Kay) beleidigt, schlägt er unerwartet zu, und zwar so hart, dass Bobby ins Krankenhaus gebracht werden muss. Zur Strafe suspendiert die Schule Jack vom Unterricht, und Bobbys Eltern wollen ihn vor Gericht bringen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Kurz darauf halten Carl Fogarty, Charlie Roarke und Frank Mulligan vor dem Haus der Stalls. Sie haben Jack im Auto. Tom soll einsteigen und mit nach Philadelphia fahren. Er tut so, als komme er der Forderung nach, damit sie Jack laufen lassen. Edie steht mit Sarah am Fenster und beobachtet, wie Tom die beiden Bodyguards mit einem Überraschungsangriff tötet. Aber dann liegt er mit einer leichten Schussverletzung und unbewaffnet vor Fogarty am Boden. Der Gangster richtet seine Pistole auf ihn. Bevor er abdrücken kann, tritt Jack mit dem Gewehr aus der Tür und erschießt ihn. Damit rettet er seinem Vater das Leben.

Nach diesem Vorfall macht sich der Sheriff Gedanken über Tom. Handelt es sich bei ihm wirklich um einen harmlosen Familienvater, oder verbirgt er eine kriminelle Vergangenheit? Edie beginnt ebenfalls daran zu zweifeln, dass Tom ihr über seine Kindheit und Jugend bei Adoptiveltern die Wahrheit gesagt hat. Sie bohrt nach. Unvermittelt antwortet ihr Mann, Joey sei ein Killer gewesen, Tom sei jedoch keiner. Als Edie begreift, was er sagt, übergibt sie sich. Tom beteuert, durch die Begegnung mit ihr sei er neu geboren worden. Nachdem es so ausgesehen hatte, als sei Joey Cusack in einem Bandenkrieg in Philadelphia getötet worden, setzte er sich nach Millbrook ab und begann hier ein neues Leben unter dem Namen Tom Stall.

Obwohl Edie schockiert ist, verrät sie Joey alias Tom nicht, als Sheriff Carney Fragen stellt. Danach bedankt Tom sich bei ihr, aber sie stößt ihn angewidert weg. Tom packt sie auf der Treppe und will sie vergewaltigen. Plötzlich wird ihm bewusst, dass er dabei ist, sich wieder in Joey zu verwandeln, und er lässt von ihr ab. Edie hält ihn jedoch zurück, und sie lieben sich heftig, obwohl die Stufen Edie schmerzhaft in den Rücken drücken.

Joey übernachtet auf dem Sofa. Richie Cusack (William Hurt) ruft an: „Kommst du oder muss ich dich besuchen?“ Noch in derselben Nacht macht Joey sich auf den Weg nach Philadalphia. In der Bar, in der er mit seinem älteren Bruder Richie verabredet ist, wird er von einem Mann namens Ruben (Ian Matthews) erwartet. Der bringt ihn zu der schlossartigen Residenz des Verbrecherbosses. Richie macht sich lustig über das langweilige Leben, das Joey jetzt führt und beschwert sich darüber, dass er aufgrund der Ermordung Fogartys durch seinen Bruder Schwierigkeiten in der Unterwelt bekommen habe. Auf einen Wink Ritchies wirft Ruben Joey von hinten eine Drahtschlinge um den Hals und will ihn erdrosseln. Aber Joey wehrt sich und tötet nacheinander alle drei Bodyguards. Dann steht er seinem Bruder gegenüber. Ohne Gefühlsregung hebt er die Pistole und tötet ihn mit einem Kopfschuss.

Bevor er sich auf den Weg zurück nach Millbrook macht, wirft er die Waffe in den zum Anwesen gehörenden Teich und wäscht sich das Gesicht.

Als er in die Tür tritt, sitzen Edie, Jack und Sarah beim Abendessen. Joey alias Tom bleibt stehen. Edie hört zu essen auf und starrt auf den Tisch. Sarah legt ein Gedeck für ihren Vater auf. Da setzt Tom sich, und Jack reicht ihm nach einem Blick zu seiner Mutter die Platte mit dem Fleisch.

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Der Film „A History von Violence“ (eine Geschichte der Gewalt) des kanadischen Regisseurs David Cronenberg (* 1943) basiert auf der 1997 von Paradox Press veröffentlichten gleichnamigen Graphic Novel von John Wagner und Vince Locke. Im Drehbuch ersetzte Josh Olson allerdings die italienischen Namen durch irische, und aus den Jugendfreunden Richie und Joey Cusack machte er Brüder.

„A History of Violence“ handelt von einem Schwerverbrecher, der ein neues Leben anfing und eine Familie gründete. Als liebevoller Ehemann, treu sorgender Vater und anständiger Bürger führt er ein unauffälliges Leben in einer amerikanischen Kleinstadt – bis ein brutaler Raubüberfall alles zu zerstören droht.

David Cronenberg inszenierte die schockierende Geschichte mit einer Mischung aus behäbigen Episoden, grotesken Gewaltexplosionen und ansatzweise komischen Szenen.

Gedreht wurde zwar in Millbrook, Ontario, aber im Film handelt es sich um einen fiktiven Ort in Indiana.

„A History of Violence“ wurde für zwei „Oscars“ nominiert, und zwar in den Kategorien „Bestes adaptiertes Drehbuch“ und „Bester Nebendarsteller“ (William Hurt).

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Inhaltsangabe und Filmkritik: © Dieter Wunderlich 2008

David Cronenberg (kurze Biografie / Filmografie)

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Deborah Kay Davies entwickelt in "Bedingungslos" in kurzen Kapiteln und lakonischen, schnörkellosen, kraftvollen Sätzen die erschütternde Chronik eines Ausnahmezustands im Leben einer kleinen Angestellten.
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