Die Musterknaben

Die Musterknaben

Die Musterknaben

Originaltitel: Die Musterknaben - Regie: Ralf Huettner - Buch: Ralf Hüttner und Dominic Raacke, nach einem Roman von Uli Wohlers - Kamera: Hannes Hubach - Schnitt: Veronika Zaplata - Musik: DCS. Die coolen Säue - Darsteller: Jürgen Tarrach, Oliver Korittke, Ellen ten Damme, Herbert Knaup, Gerald A. Held, Walter Gontermann, Annett Renneberg, Sophie von Kessel, Henriette Thimig, Ilja Richter, Harald Schmidt, Hilmi Sözer, Franziska Schlattner u.a. - 1998 / 1999 / 2003; je 90 Minuten

Inhaltsangabe

Von einem abgestellten Wohnmobil aus observieren die Polizisten Docker und Dretzke nächtelang ein Mietshaus in Köln. Um einer in der Nachbarschaft arbeitenden Bardame zu imponieren, verrät Docker ihr eines Tages, wozu er und sein Kollege sich jede Nacht in dem geparkten Fahrzeug aufhalten ...
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Kritik

Bei "Die Musterknaben" handelt es sich um drei witzige Krimikomödien mit schrägen Dialogen und zwei gegen den Strich gebürsteten, von Jürgen Tarrach und Oliver Korittke gespielten Polizisten.
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Die Musterknaben (1)

Von einem abgestellten Wohnmobil aus observieren die Polizisten Jürgen Docker (Jürgen Tarrach) und Oliver Dretzke (Oliver Korittke) nächtelang die Wohnung des mutmaßlichen niederländischen Drogendealers Rauters und seiner chinesischen Freundin Alexa in einem Mietshaus in Köln. Jeden Morgen werden sie von zwei arroganten Kollegen des Landeskriminalamtes Düsseldorf abgelöst: Kamphausen (Herbert Knaup) und Wempe (Gerald A. Held). Mit einer Videokamera filmen sie den Hauseingang, und an eine Wanze in der Wohnung ist ein Tonbandgerät im Wohnmobil angeschlossen, das sich bei Geräuschen automatisch einschaltet.

Weil die Toilette im Wohnmobil verschlossen und angeblich defekt ist, verrichtet Docker seine Notdurft in der benachbarten Kneipe „T-Rex“. Dort verliebt er sich in die holländische Bardame Wanda (Ellen ten Damme) und macht ihr schöne Augen, bis es dem eifersüchtigen Kneipenbesitzer Leo (Wolfgang Maria Bauer) auffällt, der ihn daraufhin hinauswirft.

Zufällig begegnen Docker und Wanda sich in einem Elektrogeschäft und trinken einen Kaffee zusammen. Treuherzig verrät Docker der jungen Frau, dass er Polizist ist und womit er gerade jede Nacht beschäftigt ist. In der nächsten Nacht schaltet sich das Abhörgerät in der leeren Wohnung ein: Wanda hinterlässt auf dem Anrufbeantworter in der observierten Wohnung eine Nachricht für ihre Freundin Alexa und berichtet, was sie von dem „dicken Polizisten“ erfahren hat. Dretzke ist entsetzt darüber, dass sein Kollege ein Dienstgeheimnis verraten und damit die Polizeiaktion gefährdet hat. Er fürchtet die Konsequenzen und will nichts damit zu tun haben. Doch als Docker wild entschlossen zu der überwachten Haustür geht und willkürlich auf Klingelknöpfe drückt, damit jemand den Türöffner betätigt, läuft er ihm schimpfend nach. „Du weißt, dass wir jetzt mitten im Bild der Überwachungskamera herumspazieren!“ Docker hat allerdings das Objektiv unscharf gestellt. Die beiden Polizisten brechen die Tür der observierten Wohnung auf und löschen die Nachricht auf dem Anrufbeantworter. Auf dem Rückweg stellen sie fest, dass der Aufzug auch in die Tiefgarage führt, von deren Existenz ihnen Kamphausen und Wempe nichts verraten haben. Während Docker und Dretzke die Haustür bewachten, konnte Rauters also unbemerkt durch die Tiefgarage ein- und ausfahren. Stecken die Düsseldorfer Kriminalbeamten mit den Drogenhändlern unter einer Decke?

Dretzke hält den Verdacht für absurd, aber Docker fährt nach der Ablösung am nächsten Morgen nicht nach Hause, sondern beobachtet von einer Pizzeria aus, wie Kamphausen das Mietshaus durch die Tiefgarage betritt. Wempe folgt kurz darauf. Docker schlägt eine Seitenscheibe des Wohnmobils ein und hört über die Überwachungsanlage, wie die beiden Düsseldorfer Kriminalbeamten in der Wohnung mit Rauters streiten.

Bei der nächsten Übergabe fragen Kamphausen und Wempe ihre beiden Kölner Kollegen, wieso 20 Minuten auf dem Überwachungsvideo unscharf sind. Docker behauptet, versehentlich an die Schärfeneinstellung gekommen zu sein. Kamphausen, der die Lüge natürlich durchschaut, tut so, als seien er und Wempe verdeckte Ermittler, die mit Rauters Kontakt aufgenommen haben, um ihn und seine Geschäftspartner zu überführen. Rauters habe sie in die Wohnung gerufen, um ihnen die Nachricht Wandas vorzuspielen und sei jetzt sehr irritiert durch den Einbruch und den gelöschten Anrufbeantworter. Dadurch sei die verdeckte Ermittlung gefährdet. Als Kamphausen sich auch noch verwundert darüber äußert, dass der Anruf nicht von dem Tonband der Überwachungsanlage aufgezeichnet worden war, gibt Docker zu, die Aufnahme gelöscht zu haben. Kamphausen hört sich das Geständnis an und spielt den verständnisvollen Kollegen. Auf die Tiefgarage angesprochen, behauptet er, dort eine zweite Videokamera installiert zu haben.

Sobald Kamphausen weg ist, sieht Docker sich am Eingang der Tiefgarage um und stellt fest, dass es dort keine Überwachungsanlage gibt: Kamphausen hat also gelogen.

Währenddessen übernehmen Rauters und ein Chinese auf einem Autobahnrastplatz einige Säcke holländischer Blumenerde, in denen offenbar Kokain versteckt ist. Kurz darauf beobachten Docker und Dretzke in der Tiefgarage Rauters, den Chinesen, einen Bodyguard und einen Mann, bei dem es sich offenbar um einen Großkunden handelt. In Rauters Wohnung soll im Beisein Kamphausens und Wempes, die mit dem Drogenhändlern zusammenarbeiten, die Übergabe der als Blumenerde getarnten Drogen gegen einen Geldkoffer stattfinden. Da kommt es zu Missverständnissen. Wempe verliert die Nerven und wird von Kamphausen erschossen. In dem Chaos erschießt Kamphausen auch alle anderen Männer. Nur Rauters entkommt verletzt. In diesem Augenblick dringen Docker und Dretzke in die Wohnung ein.

Bei der polizeilichen Untersuchung behauptet Kamphausen, er habe die Dealer überführen wollen, Docker und Dretzke hätten das Vorhaben durch ihr unüberlegtes Eingreifen vereitelt und das Blutbad zu verantworten. Wempe sei von ihnen erschossen worden. Die beiden werden fürs Erste vom Dienst suspendiert.

Wanda sucht Docker mit ihrer Freundin Alexa in seiner Wohnung auf. Alexa macht sich Sorgen um Rauters und fürchtet um sein Leben, solange Kamphausen nicht entlarvt ist. Docker trifft sich mit Rauters konspirativ in einem Elektrogeschäft und erfährt, dass dieser die Auseinandersetzung in seiner Wohnung mit dem Anrufbeantworter aufgezeichnet hat. Als er Kamphausen mit anderen Kriminalbeamten kommen sieht, verhaftet er Rauters und behauptet, den polizeilich gesuchten Drogenhändler zufällig entdeckt zu haben. Beim anschließenden Versuch, das Band aus dem Anrufbeantworter sicherzustellen, wird Docker von Kamphausen überrascht. Zum Glück hat er Dretzke telefonisch alarmiert. Der kommt gerade noch rechtzeitig, um seinem Kollegen das Leben zu retten und Kamphausen zu überwältigen.

Die Musterknaben II

Die ehrgeizige Journalistin Heike Rosenfeld (Sophie von Kessel) will angeblich eine Reportage über den Alltag von Polizisten schreiben und erhält deshalb die Erlaubnis, die beiden Polizisten Jürgen Docker (Jürgen Tarrach) und Oliver Dretzke (Oliver Korittke) vierzehn Tage lang zu begleiten. Die attraktive Blondine verdreht den beiden die Köpfe, bis sie ihr Zutritt zu einem Edelbordell verschaffen – ohne zu ahnen, dass Heike Rosenfeld am Polizeialltag überhaupt nicht interessiert ist, sondern einzig und allein hofft, in dem Etablissement Sensationsfotos des berühmten Musikers Phil Collins schießen und damit viel Geld machen zu können.

Die Musterknaben III. 1000 und eine Nacht …

Die in Köln arbeitenden Hauptkommissare Jürgen Docker (Jürgen Tarrach) und Oliver Dretzke (Oliver Korittke) fahren nach Düsseldorf, wo sie im Innenministerium von Nordrhein-Westfalen als Polizisten des Jahres geehrt werden sollen. In der Kantine lernen sie die Kollegin Anne (Sanna Englund) kennen, und Docker wird von einem Beamten des Bundeskriminalamtes angesprochen, der ihn für einen Sondereinsatz anwirbt: Ein gelähmter Maharadscha (Josef Vithayathil) kommt aus Indien, um sich in Deutschland einer Prostataoperation zu unterziehen. Da er als höchst gefährdet gilt, soll er bei der Fahrt vom Flughafen nach Köln von Docker gedoubelt werden.

Stolz erzählt Docker seinem Freund und Kollegen Dretzke von dem geheimen Auftrag, aber der teilt seine Begeisterung nicht, sondern rät ihm davon ab: Da riskiere er sein Leben und werde vom BKA lediglich als Kanonenfutter missbraucht. Docker spürt, dass Dretzke gern selbst einen besonderen Auftrag übernommen hätte und frustriert über seinen Erfolg ist, doch beim Abschied am Bahnhof versöhnen sich die beiden.

Nach der Ankunft des Maharadschas im Flughafen Köln-Bonn übernimmt Docker dessen Platz im Fond einer weißen Stretchlimousine und lernt dabei auch den kleinen Kronprinzen und dessen Gouvernante Selinda (Franziska Schlattner) kennen.

Nach der erfolgreichen Durchführung des Auftrags genießt Docker die Bewunderung seiner Kollegen. Nur Dretzke will nichts davon hören. Der Berliner hat wieder einmal seine Versetzung in die Hauptstadt beantragt und dabei erfahren, dass dort ein Einstellungsstop besteht.

Erst als Anne ihn anruft und sich in seiner Wohnung mit ihm verabredet, verbessert sich seine Laune.

Docker sieht beim Einkaufen mit seiner Mutter zufällig Selinda wieder. Sie gefällt ihm sehr, aber als er sich mit ihr verabreden will, bleibt sie unverbindlich. Dretzke besorgt ihm Karten für ein Eishockeyspiel am Abend und fährt mit ihm zu ihrem Hotel, damit er sie einladen kann. Docker trifft sie in der Halle. Sie ist auf dem Weg nach Düsseldorf und sagt deshalb ab.

Auf dem Rückweg werden Dretzke und Docker von der weißen Diplomatenlimousine überholt. Mit überhöhter Geschwindigkeit. Dretzke packt die Wut: Er setzt ein Blaulicht aufs Dach und hält die Stretchlimousine an. Als er den Fahrer auffordert, die Sonnenbrille abzunehmen, um das Bild im Führerschein überprüfen zu können, weigert dieser sich und in dem indischen Schimpfen vernimmt Dretzke das Wort „Nazi“. Daraufhin will er, dass die Ausländer ihm zum nächsten Polizeirevier folgen. Aber bevor er wieder in seinen Wagen steigen kann, braust die Limousine davon. Die Verfolgungsjagd endet, als die Limousine in Düsseldorf in einen Brunnen rast.

Wegen der politischen Verwicklungen aufgrund der polizeilichen Verfolgung von indischen Diplomaten gerät Linseisen (Walter Gontermann), der Chef von Dretzke und Docker, unter Druck.

Abends sehen Dretzke und Docker im Fernsehen einen Bericht über die Explosion eines Rheinschiffs bei Düsseldorf. Genau mit diesem Schiff wollten Selinda und der Sohn des Maharadschas einen Ausflug machen! Offenbar wollte jemand den Kronprinzen töten. Vermutlich sind die Attentäter in seiner unmittelbaren Umgebung.

Aufgeregt fährt Docker in das Hotel, in dem Selinda mit dem Jungen abgestiegen ist. Er nutzt einen Augenblick, in dem der Bewacher vor der Tür zur Toilette geht, um sie vor einem Anschlag zu warnen. In diesem Augenblick werden Selinda und der Prinz ins Krankenhaus gerufen: Der Maharadscha liege im Sterben. Docker vergewissert sich durch einen Anruf beim BKA, dass dies nicht wahr ist, aber Selinda hört nicht auf ihn und macht sich mit ihrem Schützling auf den Weg.

Docker alarmiert Dretzke. Gemeinsam verhindern sie den geplanten Anschlag. Auf einer Pressekonferenz werden sie deshalb gefeiert.

Beim Abschied will Selinda Docker ihre Telefonnummer geben, aber er weiß, dass sie ihn bestenfalls sympathisch findet und geht nicht darauf ein. Dretzke gesteht ihm, dass Anne nur deshalb mit ihm schlief, weil sie ihren Freund eifersüchtig machen wollte.

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Die trivialen Handlungen sind in den drei Kriminalfilmpossen „Die Musterknaben“ nicht entscheidend. Wichtiger sind Slapstick-Effekte, schräge Dialoge und das gelungene Spiel von Jürgen Tarrach und Oliver Korittke. Die Filme von Ralf Huettner und Dominic Raacke basieren auf der ebenfalls dreiteiligen Romanreihe „Die Musterknaben“ von Uli Wohlers.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002/2003

Ralf Huettner: Vincent will meer

Otto de Kat - Mann in der Ferne
In seinem sehr poetischen Roman "Mann in der Ferne" erzählt Otto de Kat keine durchgehende Handlung, sondern er lässt uns teilhaben an den assoziativ verknüpften Erinnerungen seines melancholischen Ich-Erzählers, eines etwa sechsunddreißigjährigen Niederländers, der nicht darüber hinwegkommt, dass sein Vater starb, bevor er ein letztes Mal mit ihm reden konnte.
Mann in der Ferne

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