Lara Croft. Tomb Raider

Lara Croft. Tomb Raider

Lara Croft. Tomb Raider

Lara Croft. Tomb Raider - Originaltitel: Tom Raider - Regie: Simon West - Drehbuch: Patrick Massett und John Zinman - Kamera: Peter Menzies jr. - Schnitt: Dallas S. Puett und Glen Scantlebury - Musik: Graeme Revell - Darsteller: Angelina Jolie, Iain Glen, Noah Taylor, Daniel Craig, Jon Voight, Christopher Barrie, Julian Rhind-Tutt, Leslie Phillips u.a. - 2001; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Vor langer Zeit waren Wesen auf der Erde, denen ein "Dreieck des Lichts" Allmacht verlieh. Ein Priester zerschlug schließlich das magische Dreieck, um zukünftige Machtmissbräuche zu verhindern. Nur wenn alle 5000 Jahre die Planeten eine Gerade bilden, kann es wieder zusammengefügt werden. Das hat ein Geheimorden, der die Weltherrschaft an sich reißen will, kurz vor der nächsten Linearkonstellation herausgefunden.
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Kritik

Nach der Vorlage eines millionenfach verkauften Videospiels inszenierte Simon West einen spannenden Action-Streifen mit faszinierenden Special Effects und durchgestylten Bildern. Mit Angelina Jolie hat er die ideale Verkörperung von Lara Croft gefunden.
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Lara Croft (Angelina Jolie) ist die Tochter des englischen Archäologen Lord Croft (Jon Voight), der am 15. Mai 1985 unter mysteriösen Umständen starb. Das Erbe erlaubt es der jungen attraktiven Lady, ohne finanzielle Sorgen – und von Butler Hillary (Christopher Barrie) bedient – auf einem schlossartigen Anwesen in Surrey zu wohnen. Wo gewöhnliche Menschen vielleicht einen Fitnessraum haben, ließ Lara Croft eine riesige Grabkammer einrichten, in der sie mit spinnenförmigen Robotern kämpft, die der Computerfreak Bryce (Noah Taylor) für sie bastelt.

Eines Nachts erwacht Lara Croft von einem plötzlich einsetzenden Ticken. Sie tritt die Holzwand ein, hinter der sie das Geräusch hört und stößt in einer Kiste auf eine alte Wanduhr. Am anderen Morgen bittet sie Bryce, die Uhr zu untersuchen, doch als ihr das zu lange dauert, zertrümmert sie das Gehäuse und findet im Inneren eine wunderbar ziselierte Taschenuhr. Nur einer der beiden Zeiger läuft, und auch das geschieht rückwärts, als handele es sich um einen Countdown. Die Vertiefungen auf der Rückseite könnten wie eine Art Schlüssel zu etwas anderem passen. Lara ahnt, dass es sich um das „allsehende Auge“ handelt, von dem ihr der Vater erzählt hatte.

Währenddessen tagt in Venedig der Rat der „Erleuchteten“, der „Illuminaten“. Dieser Geheimbund, der die Weltherrschaft an sich reißen will, kennt das Geheimnis um das „allsehende Auge“, den Schlüssel zum „Dreieck des Lichts“. Vor langer Zeit waren Wesen des Lichts auf der Erde, die über eine Substanz verfügten, die ihnen uneingeschränkte Macht verlieh und ihnen sogar erlaubte, vorwärts und rückwärts in der Zeit zu reisen, also auch Vergangenes ungeschehen zu machen. Weil aber die Macht missbraucht wurde, ließ ein Priester das „Dreieck des Lichts“ zerschlagen und die beiden Trümmer an zwei weit voneinander entfernten Orten auf dem Globus verstecken. Nur alle fünftausend Jahre, wenn die Planeten auf ihren Umlaufbahnen eine Gerade bilden, besteht die Möglichkeit, die beiden Bruchstücke wieder zusammenzufügen. Weil die „Linearkonstellation“ in den nächsten Tagen stattfinden wird, haben die Illuminaten den Rechtsanwalt Manfred Powell (Iain Glen) beauftragt, rechtzeitig die Bruchstücke des geheimnisvollen Dreiecks zu finden.

Lara Croft zeigt die gefundene Taschenuhr einem alten Freund ihres Vaters, um seinen Rat einzuholen. Der ahnt nichts von den Zusammenhängen und setzt sich ausgerechnet mit Manfred Powell in Verbindung, von dem er weiß, dass er sich mit antiken Uhren auskennt.

Während Lara Musik von Johann Sebastian Bach hört und dazu an langen Schaukelseilen durch eine riesige Halle schwingt, um sich zu entspannen, dringen vermummte und mit automatischen Schnellfeuerwaffen ausgerüstete Kämpfer eines von Powell beauftragten Kommandos in ihr Landhaus ein. Obwohl Lara, Bryce und der Butler viele der Angreifer töten, gelingt es einem von ihnen, die geheimnisvolle Uhr zu rauben.

Bryce und Hillary sind nach der Schießerei gerade dabei, die Scherben zusammenzukehren, als ein Kurier einen Brief für Lara abgibt. Der Umschlag enthält ein Schreiben ihres Vaters, das ihr erst an diesem Tag zugestellt werden sollte. Es besteht aus nichts anderem als einem Zitat von William Blake. Dieser englische Dichter und Künstler, der von 1757 bis 1827 lebte und sich für das Medium eines Genies hielt, lehnte den Rationalismus ab und war überzeugt, dass man durch Imagination die realen Einschränkungen durchbrechen könne. Lara zieht in der Bibliothek einen Band von William Blake heraus. Darin findet sie geheime Aufzeichnungen ihres Vaters über das „Dreieck des Lichts“ und die Bedeutung der Linearkonstellation der Planeten.

In einem an Fallschirmen hängenden Landrover lässt sich Lara Croft über Kambodscha von einem Flugzeug abwerfen, denn sie vermutet eines der beiden gesuchten Bruchstücke in den Ruinen einer Kultstätte. Manfred Powell ist bereits da, und er hat Alex West (Daniel Craig) bei sich, einen früheren Freund Laras, der sich als Archäologe tarnt, aber ein Grabräuber (tomb raider) ist, dem es nur ums Geschäft geht. Während Powell und West von Hilfskräften eine Wand der Anlage einreißen lassen, um ins Innere vordringen zu können, folgt Lara Schmetterlingen durch eine Maueröffnung. Die Männer glauben schließlich, das Passstück für das „allsehende Auge“ gefunden zu haben. Lara entdeckt jedoch, dass die Rückseite der Uhr an einer anderen Stelle angesetzt werden muss. Wenige Sekunden bevor der Uhrzeiger auf Null stehen wird, zeigt sie sich und fordert Powell auf, ihr die Uhr zuzuwerfen, weil sonst die Chance für sie beide ungenützt verstreichen würde. Tatsächlich bringt sie dadurch eines der beiden Bruchstücke des magischen Dreiecks zum Vorschein. Da erwachen die Steinfiguren und versuchen, die Eindringlinge zu töten und ihnen den Fund wieder abzujagen. Aber Lara kämpft sich mit dem Bruchstück ins Freie durch. Powell aber bekommt die Uhr wieder in die Hand.

Weil Lara eines der beiden gesuchten Bruchstücke und Powell mit der Uhr den Schlüssel zum Aufspüren des zweiten Teils besitzt, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als gemeinsam weiterzumachen. Powell behauptet, Laras Vater sei bei den Illuminaten sein Mentor gewesen. Sie kann es nicht glauben, hofft jedoch, mit Hilfe des Dreiecks den Tod ihres Vaters rückgängig machen zu können.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

In einer sibirischen Höhlenanlage stoßen Manfred Powell, Alex West, Lara Croft und Mr Pimms (Julian Rhind-Tutt), ein Mitglied des Rats der Illuminaten, auf ein riesiges mechanisches Modell des Sonnensystems. Wieder findet Lara das Passstück zur Uhr und damit auch das zweite Bruchstück des Dreiecks. Feierlich hebt der Illuminat die beiden Teile hoch und hält eine Ansprache. Powell wird ungeduldig, erschießt den Illuminat und fügt selbst die beiden Bruchkanten zusammen. Nichts geschieht. Erst als Lara Croft ein Sandkorn dazulegt, entsteht wieder das „Dreieck des Lichts“.

Ihr Vater, der durch die Macht des Dreiecks wieder lebt, mahnt Lara, nicht in den Fluss der Zeit einzugreifen, sondern das gefährliche Dreieck zu zerstören. Durch einen Schuss zertrümmert sie es in tausend Teile.

Bevor das Dreieck seine Wirkung verliert, gleitet das Messer, mit dem Powell inzwischen West getötet hat, aus dessen Wunde und bohrt sich in die Brust des Messerwerfers. Tödlich verwundet, hält Powell eine kleine Taschenuhr hoch, in deren Deckel Laras Bild zu sehen ist. Er hat sie ihrem Vater abgenommen, nachdem er ihn ermordet hatte. Während alle anderen aus der offensichtlich in Kürze einstürzenden Höhle fliehen, läuft Lara zu Powell, nimmt ihm im Kampf die Uhr ab und rennt im letzten Augenblick ins Freie.

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Lara Croft ist eine Art weiblicher James Bond und wird auf ihrem schlossartigen Anwesen wie Batman von einem Butler bedient. In „Tomb Raider“ geht es also nicht um schauspielerisches Können, geschliffene Dialoge oder um einen geistig anspruchsvollen Kinofilm, sondern um Action und Special Effects, zumal die Figur der Cyberheldin auf einem seit 1996 millionenfach verkauften Videospiel beruht, das von „Core Design“ für „Eidos Interactive“ entwickelt worden war. Tatsächlich ist es Simon West gelungen, aus dieser Vorlage einen spannenden, durchgestylten und nicht zuletzt durch technische Effekte faszinierenden Film zu machen. Und mit Angelina Jolie hat er die ideale Verkörperung von Lara Croft gefunden.

Bemerkenswerterweise gehört nicht eine Action Szene oder ein besonders aufwändiger Spezialeffekt zu den ästhetischen Höhepunkten von „Lara Croft. Tomb Raider“, sondern eine Einstellung, in der Angelina Jolie ungedoubelt zu Bach-Musik an langen Schaukelseilen durch eine Halle schwebt.

Lord Croft, Laras Vater, wird übrigens von Angelina Jolies leiblichem Vater Jon Voight gespielt.

Gedreht wurde in einem englischen Landhaus aus dem Jahr 1655 (Hatfield House), im Pinewood Studio bei London, in der kambodschanischen Ruinenstadt Angkor nordwestlich von Phnom Penh und statt in Sibirien auf Island.

Der Engländer Simon West (*1961) begann 1981 als Cutter bei der BBC in London. Zehn Jahre später ging er als gefragter Werbefilmer nach Los Angeles. „Lara Croft. Tomb Raider“ war der dritte Kinofilm, den er als Regisseur inszenierte.

Jan De Bont drehte ein (nicht besonders erfolgreiches) Sequel mit Angelina Jolie unter dem Titel: „Lara Croft. Tomb Raider. Die Wiege des Lebens“:

Nach einem Erdbeben taucht Lara Croft (Angelina Jolie) in der Ägäis zu einem vor Jahrtausenden versunkenen und durch die Verwerfungen freigelegten Lunatempel, in dem die Büchse der Pandora zu finden sein soll. Aber nicht nur die Tochter eines britischen Archäologen ist auf der Suche nach dem legendären Artefakt, sondern auch der Wissenschaftler und Biowaffenhändler Dr. Jonathan Reiss (Ciarán Hinds). Er schickt Lara Croft eine chinesische Kampfgruppe hinterher, die ihre Tauchgefährten tötet und eine Kugel aus dem Lunatempel mitnimmt, die den Weg zur Büchse der Pandora weist. Lara Croft kann gerade noch fliehen. Im Auftrag des britischen Geheimdienstes MI 6 versucht Lara Croft, die Kugel zurückzubekommen. Als Erstes befreit sie ihren früheren Lover Terry Sheridan (Gerard Butler) in Kasachstan aus dem Gefängnis, damit er sie nach China begleitet und ihr bei der Wiederbeschaffung hilft …

Lara Croft. Tomb Raider. Die Wiege des Lebens (2003) – Originaltitel: Lara Croft. Tomb Raider. The Cradle of Life – Regie: Jan de Bont – Buch: Dean Georgaris, nach einer Story von Steven E. de Souza und James V. Hart – Kamera: David Tattersall – Schnitt: Michael Kahn – Musik: Alan Silvestri – Darsteller: Angelina Jolie, Gerard Butler, Ciarán Hinds, Til Schweiger, Noah Taylor, Chris Barrie, Robert Atiko, Djimon Hounsou, Andrew Joshi, Fabiano Martell, Ronan Vibert, Simon Yam u. a.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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