American Beauty

American Beauty

American Beauty

Originaltitel: American Beauty - Regie: Sam Mendes - Drehbuch: Alan Ball - Kamera: Conrad L. Hall - Schnitt: Tariq Anwar und Chris Greenbury - Musik: Thomas Neumann - Darsteller: Kevin Spacey, Annette Bening, Thora Birch, Wes Bentley, Mena Suvari, Peter Gallagher, Chris Cooper, Allison Janney u.a. - 1999; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Der zweiundvierzigjährige Journalist Lester Burnham wird von seiner erfolgsgeilen Ehefrau Carolyn und seiner sechzehnjährigen Tochter Jane für einen Versager gehalten. Als er Angela begegnet, der aufreizenden Schulfreundin seiner Tochter, gibt er sich einen Ruck und ändert sein Leben von Grund auf ...
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Kritik

Der britische Theaterregisseur Sam Mendes seziert in seinem ersten Spielfilm die Fassade der kleinbürgerlichen Idylle und entlarvt ihre Verlogenheit: "American Beauty" ist eine maliziöse Gesellschaftssatire.
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Die Kamera senkt sich von oben auf eine amerikanische Kleinstadt. Dort wohnt die Familie Burnham. Lester Burnham (Kevin Spacey) ist ein Versager. Das finden seine erfolgsgeile Ehefrau Carolyn (Annette Bening) und seine verschlossene Tochter Jane (Thora Birch). Der Zweiundvierzigjährige, der offenbar in der Midlife-Crisis resigniert hat, gibt selbst zu, dass sein morgendliches Onanieren unter der Dusche in der Regel den Höhepunkt des Tages darstellt. Jane besucht das College, Carolyn ist Immobilienmaklerin, und Lester arbeitet als Redakteur bei einem Magazin. „Look closer“, steht an der Pinwand in seinem Büro.

Bei einer Schulaufführung begegnet er Angela Hayes (Mena Suvari), der besten Freundin seiner Tochter, die sich wie eine „Lolita“ gibt, lüsterne Männerblicke gewöhnt ist, von einer Karriere als Model träumt und die Ansicht verkündet, es gebe nichts Schlimmeres im Leben, als gewöhnlich zu sein. Da fühlt Lester sich plötzlich, als habe er zwanzig Jahre im Koma gelegen und erwache gerade zu neuem Leben. Er sucht in der Garage seine alten Hanteln und beginnt wieder Sport zu treiben. Gesellschaftliche Konventionen ignoriert er von nun an.

Im Nachbarhaus zieht eine seltsame Familie ein: Barbara Fitts (Allison Janney) wirkt häufig abwesend. Ihr Mann, Colonel Fitts (Chris Cooper), ein Waffennarr, der auch NS-Devotionalien sammelt, ertappte den jetzt achtzehnjährigen Sohn Ricky (Wes Bentley) vor drei Jahren beim Dope-Rauchen, ließ ihn einige Zeit in einer Irrenanstalt einsperren und verlangt nun alle paar Monate eine Urinprobe von ihm, die er nach Drogen untersuchen lässt. Da Ricky sich bei einer Freundin im Kinderkrankenhaus unverdächtige Urinproben beschafft, ahnt sein autoritärer Vater nicht, dass er nach wie vor Drogen nimmt und inzwischen auch damit handelt. Colonel Fitts glaubt, sein Sohn habe das Geld für die aufwändige Musik- und Videoanlage in seinem Zimmer als Kellner bei Cateringfirmen verdient. Dass in einem der Nachbarhäuser ein Steuerberater und ein Anästhesist zusammen wohnen, findet er abstoßend, und er verlangt auch von seinem Sohn ein Bekenntnis gegen die Homosexualität. Ricky verliebt sich in seine Mitschülerin und Nachbarin Jane und filmt sie so häufig wie möglich mit einer Videokamera, mit der er alles Schöne festzuhalten versucht, beispielsweise eine im Wind tanzende Papiertüte.

Lester deckt sich bei Ricky mit Drogen ein, denkt nur noch an Angela und malt sich erotische Szenen mit ihr aus. Als sein Magazin den Rationalisierungsexperten Brad Dupree engagiert, kündigt er von sich aus, erpresst aber mit seinen Kenntnissen über sexuelle Verfehlungen des Herausgebers eine Abfindung, von der er sich einen feuerroten Spider kauft, den er schon lange haben wollte. Carolyn fragt wütend, ob ihm klar sei, dass sie nun allein für den Unterhalt der Familie zu sorgen habe. Aber Lester hat sich bereits einen neuen Job besorgt, absichtlich einen mit minimaler Verantwortung: Er ist jetzt einfacher Mitarbeiter in einem Fastfood-Restaurant.

Mit Parolen aus einem Motivationstraining versucht Carolyn, sich nach gescheiterten Hausbesichtigungen Mut zu machen. Schließlich lässt sie sich auf eine Affäre mit ihrem erfolgreichen Konkurrenten Buddy Kane (Peter Gallagher) ein, der ihr das Pistolenschießen beibringt. Als das Liebespaar am Autoschalter des Fastfood-Restaurants vorfährt, in dem Lester arbeitet, und dieser die Stimme seiner Frau hört, eilt er ans Fenster, um sie zu bedienen und ihnen zu zeigen, dass er sie ertappt hat.

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überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als Ricky ins Nachbarhaus geht, um Lester Drogennachschub zu bringen und ihm fachgerecht einen Joint zu drehen, glaubt sein Vater, der durchs Fenster nur Lesters Oberkörper und Rickys Rücken sieht, sie bei Fellatio zu beobachten. Minuten später sucht er Lester in dessen Garage auf und versucht ihn zu küssen. Irritiert weist Lester den Colonel zurück und starrt ihm durch das offene Garagentor nach.

Jane, die Angela mit nach Hause gebracht hat, zieht sich mit Ricky in ihr Zimmer zurück. Im Wohnzimmer kommen Angela und Lester sich näher, doch als die „Lolita“ dem Vater ihrer Schulfreundin gesteht, noch Jungfrau zu sein, nimmt er sie nur beschützend in die Arme.

Während Angela in der Toilette ist, schleicht Colonel Fitts, der eine Pistole aus seiner Waffensammlung geholt hat, durchs offene Garagentor herein und erschießt Lester von hinten.

Angela, Jane und Ricky hören den Schuss und finden die Leiche.

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Gleich zu Beginn kündigt der Ich-Erzähler Lester Burnham aus dem Off an, er werde in weniger als einem Jahr nicht mehr leben. „Aber das weiß ich im Augenblick natürlich noch nicht.“

„American Beauty“ heißt die Rosensorte, die Carolyn Burnham in ihrem streng geordneten Garten züchtet. Den Namen der Rosensorte verwendete der britische Theaterregisseur Sam Mendes für seinen ersten Spielfilm, in dem er die Fassade der Vorstadt-Idylle einreißt und die Verlogenheit amerikanischer (aber auch anderer) Kleinbürger entlarvt: „American Beauty“ ist eine maliziöse, bis in die Details sorgfältig ausgearbeitete Gesellschaftssatire. Schräge Szenen, treffsichere Dialoge und eine Fülle origineller Ideen sorgen für intelligente Unterhaltung. Hervorzuheben sind auch die punktgenau passende Filmmusik und die ästhetische Kameraführung.

„Oscars“ gab es für den Film, die Regie, das Drehbuch, die Kameraführung und Kevin Spacey. Nominiert hatte man den Film auch für Schnitt, Musik und die Darstellerin Annette Bening.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003/2007

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