Monty Python's. Der Sinn des Lebens

Monty Python’s. Der Sinn des Lebens

Monty Python's. Der Sinn des Lebens

Monty Python's. Der Sinn des Lebens - Originaltitel: Monty Python's The Meaning of Life - Regie: Terry Jones und Terry Gilliam - Drehbuch: Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idie, Michael Palin, Terry Jones - Kamera: Peter Hannan, Roger Pratt - Schnitt: Julian Doyle - Musik: Graham Chapman, John Cleese, John Du Prez, Dave Howman, Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin - Darsteller: Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idie, Michael Palin, Terry Jones u.a. - 1983; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Die Monty Pythons führen uns durch die Stationen des Lebens: "Das Wunder der Geburt", "Wachsen und Lernen", "Gegeneinander kämpfen", "Das Mittelalter", "Lebende Organverpflanzungen", "Die Herbstjahre", "Der Tod" heißen die einzelnen Episoden.


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Kritik

Wenn die Monty Pythons sich in dieser vulgären Klamauk-Satire über den Sinn des Lebens hermachen, bleibt nichts heil. Das ist englischer Humor der Extraklasse.
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The Crimson Permanent Assurance

Die vergreisten Buchhalter der „Crimson Permanent“ Versicherungsgesellschaft, einer „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“ in London, erheben sich 1983 gegen das ausbeuterische Management, lichten den Anker ihres Geschäftshauses und segeln über den Atlantik, wo sie ein Finanzzentrum nach dem anderen zerstören – bis sie bei ihrer weiteren Reise über den Rand der Erde kippen. Die ist nämlich doch eine Scheibe.

Das Wunder der Geburt, 1

Eine Frau, die in den Wehen liegt, wird in den Kreißsaal geschoben. Beschäftigte des Krankenhauses drängen sich am Fußende des gynäkologischen Stuhls und gaffen. Der Vater darf allerdings nicht zusehen, denn Unbeteiligte haben keinen Zutritt. Nachdem der Arzt die Nabelschnur mit einem Küchenbeil durchschlagen hat, verschwinden die Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern mit dem Kind und lassen die Mutter mit hochgebundenen Beinen allein im Kreißsaal zurück.

Das Wunder der Geburt, 2

Als in Yorkshire eine Mühle geschlossen wird und der Vater seinen Arbeitsplatz verliert, eröffnet er seiner Frau und seinen vierzig oder fünfzig Kindern, dass er sie nicht mehr ernähren kann und die Kinder deshalb für wissenschaftliche Experimente verkaufen muss.

Das im Haus gegenüber wohnende Ehepaar beobachtet den Auszug der Kinder. Das komme davon, dass die Katholiken nicht verhüten dürfen, meint der protestantische Mann. Er hat zwar nur zweimal mit seiner Frau geschlafen und dabei zwei Kinder gezeugt, aber er betont, dass er als Protestant jederzeit mit ihr Sex haben und dabei auch Kondome – sogar welche mit Borsten – benutzen dürfte. Seine Frau wird während des Gesprächs immer erregter, aber es bleibt bei dem theoretischen Gespräch.

Wachsen und Lernen

Während des Sexualkundeunterrichts ruft der Lehrer seine Frau Heidrun ins Klassenzimmer und führt den gelangweilten Schülern einen Sexualakt vor.

Zwischendurch bestraft er einen unaufmerksamen Schüler: Der Pubertierende muss am Nachmittag in einem Rugby-Spiel gegen eine fast erwachsene Mannschaft antreten.

Gegeneinander kämpfen

Das Rugby-Spiel geht unversehens in Krieg über. Die Soldaten werden in ihrem Schützengraben beschossen. Der Vorgesetzte gibt den Befehl zum Rückzug, aber einer der Soldaten bittet ihn, einen Augenblick zu warten: Da man sich vielleicht nicht mehr wiedersehen wird, haben die Soldaten für ihren Offizier gesammelt. Während die Soldaten dem Offizier die Geschenke mit Worten der Dankbarkeit übergeben, wird einer nach dem anderen von feindlichen Geschossen getroffen. So kommt es, dass für den Verzehr des eigens für diesen Anlass gebackenen Kuchens immer weniger Teller und Gabeln herbeigeschafft werden müssen.

Bei der Szene im Schützengraben handelt es sich um einen Lehrfilm, der den Rekruten in einer Kaserne gezeigt wird. Danach steht Exerzieren auf dem Stundenplan, aber der Sergeant lässt jeden Soldaten gehen, der etwas Besseres vorhat: ein Buch lesen, Klavierstunde, Kino. Am Ende marschiert er allein über den Kasernenhof. Aber das ist es, was die britische Armee auszeichnet: Demokratie und Menschlichkeit!

Natal 1879. Die Engländer sind dabei, das Bantuvolk der Zulu zu unterwerfen. Noch tobt die blutige Schlacht. Während die Soldaten und die Eingeborenen sich gegenseitig niedermetzeln, erwachen die englischen Offiziere ausgeruht in ihren weißen Zelten auf dem Schlachtfeld. Einem von ihnen wurde in der Nacht das rechte Bein abgebissen, und auch die anderen Offiziere klagen über die Moskitos, aber der herbeigerufene Arzt klärt sie darüber auf, dass es keine Mücken gibt, die so groß sind, dass sie ein Bein abbeißen können. Das sei schon eher ein Tiger gewesen, meint er. Ein Tiger in Afrika? Als die Zulu das hören, rennen sie vor Angst davon. Auf der Suche nach dem abgebissenen Bein dringen die Offiziere mit dem ein Buch lesenden Verletzten in einer Sänfte in den Dschungel vor und stoßen dort auf zwei Männer in Tigerfellen.

Das Mittelalter

Ein Touristenpaar bucht ein hawaiianisches Essen in originalgetreuer mittelalterlicher Kerkeratmosphäre mit einem angeketteten und gefolterten Gefangenen. Der Kellner bietet den Gästen Gesprächsthemen aus der Karte an. Das Paar, schlägt er vor, könne über Minderheiten diskutieren oder über lebende Organverpflanzungen.

Lebende Organverpflanzungen

Zwei Männer, die wie Krankenpfleger aussehen, klingeln an einer Wohnungstür und fragen den Hausherrn: „Hallo, können wir wohl Ihre Leber haben?“ Der Mann protestiert: Er benötige seine Leber noch selbst. Zwar kann er nicht leugnen, dass er einen Organspenderausweis unterschrieben hat, aber er glaubte, die Regelung würde erst nach seinem Tod zum Tragen kommen. „Wenn wir jemandem die Leber rausnehmen, hat das noch keiner überlebt!“, entgegnen die seltsamen Besucher ungerührt und machen sich daran, dem zappelnden und schreienden Mann die Leber herauszuschneiden.

Der Lärm ruft seine Frau herbei. Sie kommt ins Zimmer und bietet den Fremden Tee an. Einer der beiden folgt ihr in die Küche und überredet sie, auch ihre Leber zur Verfügung zu stellen.

Die Herbstjahre

Ein ständig kotzender Fettwanst bestellt in einem Restaurant alle auf der Karte stehenden Gerichte durchgemischt in einem Eimer. Als ihm der Kellner am Ende noch eine winziges Täfelchen Minzschokolade aufdrängt, zerreißt es den Gast.

Der Tod

Ein zum Tod Verurteilter darf sich aussuchen, wie er sterben möchte. So kommt es, dass er von einem Rudel nackter Mädchen über die Klippen getrieben wird.

Als der Sensenmann an die Tür eines Landhauses klopft, meint der Hausherr: „Ach, kommen Sie wegen der Hecke?“ Man feiert gerade mit ein paar Freunden aus Amerika, und der Tod wird hereingebeten. Das angebotene Glas Wein wischt er mit der Knochenhand vom Tisch. Wieso er sie denn alle holen wolle, fragen die drei Paare. Der Tod zeigt auf die Lachsschaumspeise. Fischvergiftung! Die Gastgeberin kreischt entsetzt auf: Das ist der gesellschaftliche Tod! Obwohl einer der Herren gar nicht von der Lachsschaumspeise gegessen hat, folgen am Ende alle dem Tod und geraten ins Paradies, wo gerade – wie jeden Tag – eine Weihnachtsparty gefeiert wird.

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Wenn die Monty Pythons – fünf Briten und ein Amerikaner – sich über den Sinn des Lebens hermachen, bleibt nichts heil. Für Schöngeister war dieser Kultfilm nicht gedacht, denn die einzelnen Episoden dieser Klamauk-Satire sind schrill und vulgär. Die Monty Pythons brechen Tabus, missachten die Regeln der „political correctness“ und überschreiten unbekümmert die Grenzen des guten Geschmacks. „Monty Python’s. Der Sinn des Lebens“ ist englischer Humor der Extraklasse.

Außer der Filmmusik sind einige Takte aus der Toccata und Fuge in d-Moll (BWV 565) von Johann Sebastian Bach in „Monty Python’s. Der Sinn des Lebens“ zu hören.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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