Die Braut trug schwarz

Die Braut trug schwarz

Die Braut trug schwarz

Die Braut trug schwarz – Originaltitel: La mariée était en noir – Regie: François Truffaut – Drehbuch: Jean-Louis Richard und François Truffaut, nach dem Roman "Die Braut trug Schwarz" von Cornell Woolrich – Kamera: Raoul Coutard – Schnitt: Claudine Bouché – Musik: Bernard Herrmann – Darsteller: Jeanne Moreau, Michel Bouquet, Jean-Claude Brialy, Charles Denner, Claude Rich, Michael Lonsdale, Daniel Boulanger, Alexandra Stewart, Sylvine Delannoy, Luce Fabiole, Michèle Montfort u.a. – 1968; 105 Minuten

Inhaltsangabe

In einer französischen Kleinstadt treffen sich fünf Junggesellen in einer Wohnung gegenüber der Kirche und schlagen die Zeit tot. Mit einem geladenen Jagdgewehr zielen sie auf den Wetterhahn des Kirchturms. Einer richtet das Gewehr zum Spaß auf das Brautpaar, das gerade vor dem Kirchenportal fürs Hochzeitsfoto posiert. Die anderen wollen ihm das Gewehr entreißen, aber dabei löst sich ein Schuss und tötet den Bräutigam. Die verwitwete Braut schwört Rache ...
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Kritik

François Truffaut verfilmte den Roman "Die Braut trug Schwarz" von Cornell Woolrich. Es handelt sich um einen spannenden, sarkastischen Thriller über Liebe, Schuld, Rache und Tod.
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In einer französischen Kleinstadt treffen sich fünf Junggesellen in einer Wohnung gegenüber der Kirche und schlagen die Zeit mit Alkohol und Kartenspiel tot. Sie heißen Bliss (Claude Rich), Coral (Michel Bouquet), Morane (Michael Lonsdale), Delvaux (Daniel Boulanger) und Fergus (Charles Denner). Zwischendurch nehmen sie ein Jagdgewehr von der Wand, laden es und zielen auf den Wetterhahn des Kirchturms. Zum Spaß richtet Delvaux das Gewehr auf das Brautpaar, das in diesem Augenblick aus der Kirche kommt, um vor dem Portal für den Fotografen zu posieren. Als die anderen Männer merken, worauf Delvaux zielt, wollen sie ihm das Gewehr entreißen. Dabei löst sich ein Schuss und tötet den Bräutigam. Entsetzt rennen die fünf Männer davon und sehen sich nie wieder.

Julie Kohler (Jeanne Moreau), die Braut, will sich kurz darauf aus einem Fenster stürzen und ihrem Bräutigam David (Serge Rousseau) in den Tod folgen, aber sie wird von einer Freundin zurückgerissen. Nach dem Selbstmordversuch lebt Julie nur noch für die Rache.

Erst einige Jahre später gelingt es ihr, die fünf Männer ausfindig zu machen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Bei Bliss taucht sie auf der Party auf, die er am Abend vor seiner Hochzeit mit Gilberte (Michèle Viborel) feiert. Der Weiberheld folgt Julie auf den Balkon, und sie stößt ihn in die Tiefe.

Coral ist ein einsamer Alkoholiker, der kein Glück bei Frauen hat und es deshalb gar nicht fassen kann, dass ihn eine schöne fremde Frau in ein Konzert einlädt. Am nächsten Abend besucht sie ihn und bringt eine Flasche Arrak mit, durch deren Kork sie ein tödliches Gift injiziert hat.

Bei Morane gibt sie sich als die Erzieherin Becker (Alexandra Stewart) von der Vorschule aus, die dessen fünfjähriger Sohn Cookie (Christophe Bruno) besucht. Seine Frau (Sylvine Delannoy) hat sie mit einem gefälschten Telegramm fortgelockt. Nachdem sie Cookie ins Bett gebracht hat, sperrt sie Morane in eine Abstellkammer und verklebt die Türkanten mit Folie, damit er erstickt.

Den Schrotthändler Delvaux will sie erschießen. Doch in dem Augenblick, in dem sie eine Pistole auf ihn richtet, wird Delvaux wegen Betrugs verhaftet.

Aus Fergus ist inzwischen ein berühmter Maler geworden. Julie richtet es so ein, dass er sie als Modell für ein Gemälde der Jagdgöttin Diana engagiert. Sie posiert mit Pfeil und Bogen, und während einer Sitzung tötet sie ihn mit einem gezielten Schuss.

Corey (Jean-Claude Brialy), ein Freund des Künstlers, erinnert sich zu spät daran, wo er das angebliche Modell schon einmal gesehen hat: Auf der letzten Party seines Freundes Bliss. Damals bat die Frau ihn, ihr ein Glas Wasser zu bringen, damit er sie und Bliss auf dem Balkon allein ließ.

Julie schneidet zwar das Gesicht des Diana-Gemäldes aus der Leinwand, aber den Akt, den Fergus von ihr über seinem Bett an die Wand gemalt hat, überpinselt sie nicht. Bei der Beerdigung mischt sie sich verschleiert unter die Trauergäste, aber Corey reißt ihr den Schleier vom Gesicht und ruft die Polizei.

Bei der Vernehmung durch den Untersuchungsrichter (Gilles Quéant) gesteht die Festgenommene, Bliss, Coral, Morane und Fergus ermordet zu haben, doch über ihre Motive schweigt sie sich aus, und den Ermittlern gelingt es nicht, Gemeinsamkeiten zwischen den vier Ermordeten zu erkennen.

Im Gefängnis lässt Julie sich zur Essensausgabe einteilen. In der Küche gelingt es ihr, an ein großes Messer zu kommen. Das versteckt sie in einem Geschirrtuch – und ersticht damit Delvaux in seiner Zelle.

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François Truffaut verfilmte den 1940 veröffentlichten Roman „Die Braut trug Schwarz“ (Originaltitel: „The Bride Wore Black“) von Cornell Woolrich (1903 – 1968). Der spannende, sarkastische Thriller handelt von Liebe, Schuld, Rache und Tod. Die Musik stammt von Bernard Herrmann, der 1956 bis 1964 auch für die Filme von Alfred Hitchcock komponiert hatte.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2008

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