Erster Weltkrieg: 1915


Im Frühjahr 1915 verhandelte Italien mit der Entente und den Mittelmächten zugleich. Österreich zeigte sich schließlich bereit, als Preis für die italienische Neutralität das Trentino anzubieten. Die Alliierten warben für eine italienische Beteiligung am Krieg und stellten dafür nicht nur Südtirol in Aussicht,

sondern darüber hinaus Triest, Istrien, Norddalmatien und afrikanische Kolonialgebiete. Die italienische Regierung ließ sich vom sacro egoismo leiten und schloss am 26. April 1915 in London ein Geheimabkommen mit England und Frankreich. Am 3. Mai kündigte das italienische Königreich mit sofortiger Wirkung seine Mitgliedschaft im Dreibund auf; drei Wochen später folgte die Kriegserklärung an Österreich-Ungarn (23. Mai). Im Juni begannen die italienisch-österreichischen Kämpfe am Isonzo, einem in den Julischen Alpen entspringenden Adria-Zufluss (Isonzoschlachten, 1915 – 1917). Am 28. August 1915 erklärte Italien auch dem Deutschen Reich den Krieg.

Weder die deutsche Ypernoffensive (22. April – 25. Mai 1915) noch die französischen Offensiven in der Champagne und im Artois (16. Februar – 19. März, 9. Mai, 18. Juni, 22. September – 14. Oktober) veränderten den Verlauf der Westfront.

Nachdem die Russen am 22. März 1915 die galizische Festung Przemysl erobert hatten, verlegte Falkenhayn starke Kräfte an die Ostfront und begann dort am 2. Mai mit einer groß angelegten Sommeroffensive (Mai – September). Die neugebildete 11. Armee unter August von Mackensen (1849 – 1945) durchbrach in Galizien die russischen Linien (Schlacht von Gorlice und Tarnow, 2./3. Mai). Die Russen wurden manchenorts fast fünfhundert Kilometer weit zurückgeworfen, und am Ende der Offensive standen die deutschen Soldaten in Galizien, Polen, Litauen und Kurland.

An den Meerengen versuchten die West-Alliierten, eine weitere Front zu schaffen und den Seeweg für Nachschublieferungen an ihre russischen Verbündeten gewaltsam zu öffnen. Ein britisch-französischer Flottenangriff scheiterte am 18. März 1915. Am 25. April 1915 landete ein 75 000 Mann starkes britisch-französisches Expeditionskorps auf der Halbinsel Gallipoli, aber nach schweren Verlusten zog es sich am 9. Januar 1916 wieder zurück.

Die von König Konstantin I. gewahrte griechische Neutralität missachtend, landeten alliierte Streitkräfte am 5. Oktober 1915 in Saloniki, um in die bevorstehenden Kämpfe auf dem Balkan einzugreifen.

Der österreichische Angriff auf Serbien war Ende 1914 gescheitert. Am 7. Oktober 1915 begannen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen einen neuen Feldzug gegen Serbien zu führen. Die Bulgaren hatten sich am 6. September 1915 den Mittelmächten angeschlossen (Viererverband); am 14. Oktober erklärten sie dem serbischen Königreich den Krieg und beteiligten sich an den militärischen Auseinandersetzungen. Die Alliierten konnten nicht verhindern, dass die Mittelmächte im Winter 1915/16 Serbien, Montenegro und Albanien eroberten.

Fortsetzung

© Dieter Wunderlich 2006

Erster Weltkrieg: Inhaltsverzeichnis

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Wolfgang Welsch

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