Alfred Hitchcock: Psycho
mit Anthony Perkins u. a.
      Kritik:
Horror und Spannung erzeugte Alfred Hitchcock ohne blutige Effekte; die Ermordung Marions unter der Dusche ist eine der berühmtesten Filmszenen überhaupt. "Psycho" gilt längst als Kultfilm und Klassiker. Anthony Perkins wurde durch seine feinnervige Darstellung weltberühmt. Filmkritik
 

Psycho

 
 
Inhalt:
Marion Crane stiehlt 40 000 $, um endlich mit ihrem Freund einen Hausstand gründen zu können. Auf dem Weg zu ihm gerät sie vom Weg ab und übernachtet als einziger Gast in einem abgelegenen Motel. Etwas oberhalb am Hang steht ein düsteres Wohnhaus. Dort scheint der junge Besitzer des Motels, Norman Bates, seine schwerkranke Mutter zu pflegen ... Inhaltsangabe, Handlung




Originaltitel: Psycho - Regie: Alfred Hitchcock - Drehbuch: Joseph Stefano, nach dem Roman "Psycho" von Robert Bloch - Kamera: John L. Russell - Schnitt: George Tomasini - Musik: Bernard Herrmann - Darsteller: Anthony Perkins, Janet Leigh, Vera Miles, John Gavin, Martin Balsam u.a. - 1960; 110 Minuten

   


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Alfred Hitchcock: Psycho

Inhaltsangabe:

Marion Crane (Janet Leigh) lebt als Sekretärin in Phoenix, Arizona. Um endlich mit ihrem Freund Sam Loomis (John Gavin), der in Kalifornien ein Geschäft betreibt, einen Hausstand gründen zu können, unterschlägt Marion in der Firma 40 000 Dollar, die sie zur Bank bringen sollte, und fährt Hals über Kopf mit dem Auto los. Voller Angst, wegen des Diebstahls von der Polizei aufgegriffen zu werden, kommt sie bei Dunkelheit im strömenden Regen vom Weg ab und hält schließlich vor einem abgelegenen Motel.

Norman Bates (Anthony Perkins), der junge, schüchterne Besitzer des Motels, gibt ihr Zimmer 1. Die anderen elf Zimmer sind alle frei. Seit der Highway verlegt wurde, klagt Bates, kämen kaum noch Gäste vorbei. Bates wohnt selbst nicht im Motel, sondern in einem düsteren alten Haus ein Stück oberhalb am Hang. Marion glaubt zu verstehen, dass er dort seine schwer kranke Mutter pflegt. Er freut sich offenbar, endlich wieder einmal mit jemand reden zu können, zumal es sich bei Marion um eine attraktive junge Frau handelt. Aber der dominanten Mutter scheint das gar nicht recht zu sein.

Inzwischen bedauert Marion den Diebstahl und beschließt, am nächsten Morgen umzukehren und das gestohlene Geld zurückzugeben.

Während sie duscht, schleicht jemand in Frauenkleidern ins Zimmer. Mrs Bates? Vierzehn Mal sticht die Person mit einem großen Küchenmesser durch den Duschvorhang auf Marion ein.

Kurz darauf reißt Bates die Tür auf, aber es ist zu spät: Marion ist tot. Weil er seine eifersüchtige Mutter als Mörderin verdächtigt, schafft er die Leiche fort, putzt sorgfältig das Bad und beseitigt alle Spuren.

Sam Loomis und Marions Schwester Lila Crane (Vera Miles) sind besorgt, weil die junge Frau verschwunden bleibt. Sie suchen nach ihr. Gleichzeitig erhält der Privatdetektiv Milton Arbogast (Martin Balsam), den Auftrag, das gestohlende Geld wiederzubeschaffen. Dabei kommt er zu "Bates' Motel". Bates reagiert sehr gereizt, als Arbogast ihn nach seiner Mutter fragt. Weil der Detektiv Verdacht schöpft, schleicht er sich zu dem Haus hinauf, während Bates im Motel ist. In dem düsteren Treppenhaus wird er jedoch von einer Person in Frauenkleidern niedergestochen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als Sam und Lila auch von Arbogast nichts mehr hören, suchen sie nun selbst nach Marion. Sie gelangen ebenfalls zu "Bates' Motel", wo sie sich als Paar ausgeben und Zimmer 12 bekommen. Norman Bates kommt ihnen verdächtig vor, und sie reden deshalb mit Sheriff Al Chambers (John McIntire) darüber. Der versichert ihnen, dass Norman Bates ein anständiger Kerl sei. Nebenbei erzählt er, Mrs Bates habe sich vor einigen Jahren aus Liebeskummer das Leben genommen. Im Motel verwickelt Sam den Besitzer in ein Gespräch, damit Lila sich in dem Wohnhaus umsehen kann. Im Keller stößt sie auf eine alte Frau, die mit dem Rücken zur Tür auf einem Stuhl sitzt. Mrs Bates! Doch als Lila sie an der Schulter berührt, merkt sie, dass es sich um eine schlecht präparierte Frauenleiche handelt. Bates, der inzwischen misstrauisch geworden ist, schlägt Sam nieder, hastet zum Haus hinauf, schlüpft in die Kleidung seiner Mutter und stürzt sich mit einem großen Küchenmesser auf Lila. Im letzten Augenblick reißt Sam ihn zurück.

Der Psychiater (Simon Oakland), der den Festgenommenen untersucht, findet heraus, dass Bates seine Mutter aus Eifersucht vergiftet hatte. Durch das Trauma des Muttermordes spaltete sich dann seine Persönlichkeit: Sobald er sich als junger Mann von einer Frau angezogen fühlte, musste er sie in der Rolle seiner eifersüchtigen Mutter töten.

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Filmkritik:

Mit einem vergleichsweise winzigen Budget von 800 000 Dollar verfilmte Alfred Hitchcock den Roman "Psycho" von Robert Bloch. Die Schizophrenie des Protagonisten wird durch das Schwarz und Weiß des Films gespiegelt, durch Licht und Schatten, die für die hellen und die dunklen Seiten unserer Psyche stehen. Es ist wohl auch kein Zufall, dass die einzeln handelnden Figuren in "Psycho" allesamt scheitern, während es Lila Crane und Sam Loomis gelingt, durch ihr gemeinsames Vorgehen den Fall aufzuklären.

Horror und Spannung erzeugte Alfred Hitchcock ohne blutige Effekte. Die Ermordung Marions unter der Dusche ist eine der berühmtesten Filmszenen überhaupt. Bücher von Dieter Wunderlich Da hätte Alfred Hitchcock Blut spritzen lassen können, aber stattdessen ist in keiner der rund siebzig (!) Einstellungen dieser 45 Sekunden langen Szene zu sehen, wie das Küchenmesser die Haut der jungen Frau auch nur berührt. Wucht und Brutalität der vierzehn tödlichen Messerstiche entstehen erst im Kopf des Zuschauers. Der Einfall, am Ende statt der blutüberströmten Leiche den Abfluss der Badewanne mit dem verstrudelnden Blut zu filmen, machte ebenfalls Filmgeschichte.

Die Dreharbeiten für diese Szene sollen eine ganze Woche gedauert haben. Für Janet Leigh (eigentlich: Jeanette Helen Morrison; 1927 - 2004) war es die wichtigste Szene ihrer Karriere. Alfred Hitchcock hatte damit auch gegen die Regel verstoßen, die Rolle einer Figur, die im Film ums Leben kommt, nicht mit einem Star – und als solcher galt Janet Leigh – zu besetzen. Schon gar nicht, wenn der Star deshalb nur im ersten Drittel des Films zu sehen ist!

"Psycho" galt rasch als Kultfilm und Klassiker. Anthony Perkins (1932 - 1992) wurde durch seine feinnervige Darstellung weltberühmt.

Alfred Hitchcock (Regie), Janet Leigh (Nebendarstellerin), John L. Russell (Kamera), Joseph Hurley, Robert Clatworthy und George Milo (Ausstattung) wurden für einen "Oscar" nominiert.

Inhaltsangabe

Gus Van Sant drehte 1998 ein Remake von "Psycho".

Originaltitel: Psycho – Regie: Gus Van Sant – Drehbuch: Joseph Stefano, nach dem Roman "Psycho" von Robert Bloch – Kamera: Christopher Doyle – Schnitt: Amy E. Duddleston – Darsteller: Vince Vaughn, Anne Heche, Julianne Moore, Viggo Mortensen, William H. Macy, Robert Forster, Philip Baker Hall, Anne Haney, Chad Everett u.a. – 1998; 105 Minuten

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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