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17. Mai 1917: Gladys Pearl Monroe (1902 – 1984) heiratet in Los Angeles den sechsundzwanzigjährigen Geschäftsmann John Newton Baker aus Kentucky.
Ende 1917: Gladys Baker bringt einen Sohn zur Welt: Jack.
Juli 1919: Gladys Baker wird von der Tochter Berniece Inez Gladys entbunden.
20. Juni 1921: Gladys Baker reicht die Scheidung ein.
Mai 1923: Die Scheidung wird rechtskräftig. John Newton Baker zieht mit den beiden Kindern nach Kentucky.
11. Oktober 1924: Die Cutterin Gladys Baker heiratet den siebenundzwanzigjährigen Gebührenableser Martin Edward Mortensen.
Anfang 1925: Gladys Mortensen verlässt ihren Mann.
26. Mai 1925: Mortensen reicht die Scheidung ein. (Sie wird am 15. August 1928 rechtskräftig.)
1. Juni 1926: Gladys Mortensen bringt im General Hospital von Los Angeles ihr drittes Kind zur Welt: Norma Jeane (Marilyn Monroe).
Wer Norma Jeanes Vater war, wissen wir nicht. In Frage kommen Charles Stanley Gifford, Raymond Guthrie, Clayton MacNamara, Harold Rooney und andere Männer, mit denen Gladys Mortensen 1925 ausging.
13. Juni 1926: Weil Gladys arbeiten muss und sich nicht um das Neugeborene kümmern kann, vertraut sie es Pflegeeltern an: Ida und Albert W. Bolender. Der Briefträger wohnt mit seiner Frau, dem Sohn und wechselnden Pflegekindern in einem Bungalow mit vier Zimmern.
Die Bolenders gehören der Pfingstgemeinde an und lehnen Vergnügungen ab.
»Irgendwie erfüllte ich nie ganz ihre Erwartungen, obwohl ich mich nicht daran erinnern kann, ein besonders schlimmes Kind gewesen zu sein.« (Marilyn Monroe)
Wenn Gladys ihre Tochter am Samstag zu einem Ausflug abholt, fällt es dem Kind schwer, zu verstehen, dass es sich um seine Mutter handelt. »Für mich war sie einfach die Frau mit den roten Haaren.« (Marilyn Monroe)
23. August 1927: Gladys' Mutter Della Monroe stirbt mit einundfünfzig Jahren an einer Herzerkrankung.
September 1932: Norma Jeane wird eingeschult.
März 1933: Ein Nachbar erschießt Norma Jeanes Hund Tippy, weil er sich über das Bellen geärgert hat. Das Mädchen verfällt in eine anhaltende Depression. Daraufhin kommt Gladys Pearl Mortensen mit ihrer sieben Jahre älteren, mehrfach geschiedenen kinderlosen Freundin Grace McKee (1895 – 1953), die ebenfalls als Cutterin tätig ist, um ihre Tochter zu holen.
29. Mai 1933: Gladys' Großvater Tilford Marion Hogan erhängt sich im Alter von zweiundachtzig Jahren.
August 1933: Gladys zieht mit ihrer Tochter in ein Haus in Los Angeles, das sie mit einem Darlehen für alleinerziehende Mütter kaufte. Aus finanziellen Gründen vermietet sie es an ein englisches Schauspieler-Paar und beansprucht für sich und Norma Jeane nur ein Schlafzimmer. Bad, Küche und Wohnzimmer werden von allen gemeinsam benutzt.
Aufgrund ihrer Erziehung in einer puritanischen Familie ist Norma Jeane über die Vergnügungssucht ihrer Mutter schockiert. Statt in die Kirche darf sie nun sonntags ins Kino gehen.
Anfang 1934: Grace McKee lässt ihre Freundin Gladys wegen schwerer Depressionen in ein Sanatorium bringen und nimmt sich des Kindes an.
Grace träumt davon, aus Norma Jeane eine Jean Harlow zu machen. Sie zeigt der Achtjährigen, wie sie sich schminken soll.
1. Juni 1935: Grace erhält die Vormundschaft für ihre Freundin, verfügt über Gladys' Besitz, gibt das noch nicht abbezahlte Auto zurück, verkauft das Haus und nimmt sich vor, das Geld ausschließlich für die Behandlung ihrer Freundin und Norma Jeanes Unterhalt zu verwenden.
August 1935: Grace heiratet in Las Vegas den zehn Jahre jüngeren Chirurgensohn Ervin Silliman Goddard, der bereits drei Kinder aus seiner ersten Ehe hat. Seine Tochter Nona bringt er mit und zieht mit ihr, Grace und Norma Jeane in einen schäbigen Bungalow.
13. September 1935: Norma Jeane wird ins Waisenhaus in Hollywood gebracht.
Ende 1936 / Anfang 1937: Norma Jeane beginnt zu stottern.
Anderen Kindern erzählt sie, ihre fantastischen Eltern kämen bald von einer großen Reise zurück und würden sie dann abholen.
Frühjahr 1937: Grace Goddard übernimmt für Norma Jeane die Vormundschaft.
7. Juni 1937: Eine Woche nach ihrem elften Geburtstag kehrt Norma Jeane zu den Goddards zurück.
Als sie sich einige Wochen später bei Grace darüber beklagt, dass Ervin Goddard versucht habe, sie zu vergewaltigen, muss sie erneut aus dem Haus.
November 1937: Norma Jeane kommt zu ihrer Großtante Ida Martin, die mit den drei Kindern ihrer vom Ehemann verlassenen Tochter Olive in Compton bei Los Angeles lebt.
März 1938: Nach einem Ausbruchsversuch wird Gladys Mortensen vom Norwalk State Hospital in eine geschlossene Nervenheilanstalt in Agnes bei San Francisco verlegt.
Frühjahr 1938: Tante Idas dreizehnjähriger Enkel Jack soll seine Cousine zweiten Grades zu sexuellen Spielen gezwungen haben.
August 1938: Norma Jeane wird von Grace Goddard zu Ana Atchinson Lower (1880 – 1948) gebracht, einer Schwester ihres Vaters. Die achtundfünfzigjährige, gutmütige Witwe besitzt mehrere Häuser in Los Angeles und lebt von den Mieteinnahmen.
Herbst 1939: Norma Jeane kommt in die Ralph Waldo Emerson Junior High School.
Zweimal wird sie von der Lehrerin nach Hause geschickt, weil sie verbotenerweise Jeans statt eines Rocks an hat. Ihre Brüste wippen unter engen Pullovern, die sie auf der nackten Haut trägt. »Sogar die Mädchen wurden auf mich aufmerksam«, erinnert Marilyn Monroe sich später in einem Interview, »weil sie dachten: Hmm, mit der muss man rechnen!«
Ende 1940: Weil Ana Lower ernsthaft erkrankt, muss Norma Jeane zu Grace und deren Familie zurück, in der inzwischen auch Ervin Goddards Tochter Eleanor (»Bebe«) lebt, die ein halbes Jahr jünger als ihre Stiefschwester ist und eine Odyssee durch Heil- und Pflegeanstalten hinter sich hat.
Juni 1941: Norma Jeane wechselt von der Junior Highschool in die Van Nuys High School.
Januar 1942: Grace eröffnet ihrem Schützling, Ervin habe eine Stelle als Verkaufsleiter in East Virginia bekommen. Sie werden mit Eleanor hinziehen, wollen jedoch Norma Jeane nicht mitnehmen.
Norma Jeane kehrt zu Ana Lower zurück, die sich inzwischen erholt hat, und wechselt auch die High School.
März 1942: Norma Jeane bricht die Schule ab.
Als sich Ana Lowers Gesundheitszustand erneut verschlechtert, befürchtet Norma Jeane, ins Waisenhaus zurück zu müssen.
19. Juni 1942: Knapp drei Wochen nach ihrem sechzehnten Geburtstag wird Norma Jeane mit dem fünf Jahre älteren Fabrikarbeiter James (»Jim«) E. Dougherty (1921 – 2005) in Los Angeles getraut. Weder Gladys Mortensen noch die Goddards nehmen an der Zeremonie teil.
Durch die von Grace und Jims Mutter arrangierte Zweckheirat bleibt Norma Jeane ein weiterer Waisenhaus-Aufenthalt erspart.
»Mein Mann und ich redeten kaum miteinander. Aber nicht, weil wir ärgerlich aufeinander waren. Wir hatten uns einfach nichts zu sagen.« (Marilyn Monroe)
1943: Jim Dougherty meldet sich zur Handelsmarine und kommt zur Ausbildung auf die Insel Catalina.
Frühjahr 1944: Dougherty muss in den Krieg.
Norma Jeane lebt in Hollywood bei ihrer Schwiegermutter Ethel Dougherty, die als Krankenschwester in der Radioplane Company arbeitet.
April 1944: Ethel Dougherty vermittelt ihrer Schwiegertochter einen Job in der Lackierei der Radioplane Company.
Sommer 1944: Norma Jeane verbringt den Urlaub bei der inzwischen alkoholkranken Grace Goddard und deren Familie in Chicago.
Danach wird sie bei Radioplane Company in eine Abteilung versetzt, die Fallschirme prüft.
Herbst 1944: Der fünfundzwanzigjährige Militärfotograf David Conover (1919 – 1983), der die Aufgabe hat, für die Illustrierte »Yank« Aufnahmen von jungen Rüstungsarbeiterinnen zu machen, wählt Norma Jeane Dougherty als Modell.
Weihnachten 1944: Jim Dougherty erhält zum ersten Mal Heimaturlaub.
Sommer 1945: Für eine weitere Fotoserie fährt David Conover mit Norma Jeane Dougherty durch Kalifornien.
Weil die Schwiegermutter es missbilligt, dass sie als Fotomodell tätig ist, zieht Norma Jeane wieder zu Ana Lower und mietet in deren Haus eine Zwei-Zimmer-Wohnung. (Ana Lower stirbt 1948.)
2. August 1945: Auf Anregung von David Conover bewirbt sich Norma Jeane bei der Blue Book Modeling Agency. »1,65 m, 107 Pfund, Maße: 91 – 61 – 86, Größe 38, Haarfarbe mittelblond«, heißt es auf ihrer Karteikarte.
Winter 1945/46: Bevor Raphel Wolff sie für eine Shampoo-Werbung fotografiert, lässt sie ihr brünettes Haar bleichen.
Als Jim Dougherty aus dem Krieg zurückkommt, ist seine Frau mit dem zweiunddreißigjährigen Fotografen André de Dienes (1913 – 1985) in Kalifornien, Nevada und New Mexico unterwegs.
Nach sechs Jahren sieht Norma Jeane ihre Mutter Gladys Mortensen erstmals wieder, die 1945 aus der Klinik entlassen wurde. Sie erschrickt über die abgemagerte, heruntergekommene Frau.
Danach setzt Norma Jeane die fünfwöchige Fotoreise mit André de Dienes fort und lässt sich auf eine kurze Affäre mit ihm ein.
Januar 1946: Bevor Jim Dougherty wieder abreist, um beim Abzug seiner Einheit im Pazifikraum zu helfen, fordert er seine Frau auf, sich zwischen ihm und ihrer Karriere als Fotomodell zu entscheiden.
Emmeline Snively, eine der beiden Betreiberinnen der Blue Book Modeling Agency, überredet die mit ihr befreundete Filmagentin Helen Ainsworth, Norma Jeane Mortenson Probefilmaufnahmen zu vermitteln. »Noch nie hat jemand so hart wie sie bei mir gearbeitet«, schwärmt Emmeline Snively.
Februar / März 1946: William Burnside, Earl Moran und Joseph Jasgur fotografieren Norma Jeane.
April 1946: Norma Jeane gibt dem Drängen ihrer Mutter nach und nimmt sie in ihre Zwei-Zimmer-Wohnung auf. Ende des Monats bringt sie Gladys wieder in eine Klinik.
26. April 1946: Erstmals ist Marilyn Monroe auf dem Titelblatt einer überregionalen Zeitschrift abgebildet.
14. Mai 1946: Norma Jeane reist zu ihrer Tante Minnie Willette nach Las Vegas, um die Scheidung einzureichen.
19. Juli 1946: Norma Jeane posiert für Probeaufnahmen in den 20th Century Fox Studios.
23. Juli 1946: Grace Goddard unterschreibt für die Zwanzigjährige einen Halbjahresvertrag mit 20th Century Fox. Unabhängig davon, ob sie bei Dreharbeiten eingesetzt wird oder nicht, bekommt sie 75 Dollar pro Woche. Sie muss allerdings ihren Namen ändern. Aus Norma Jeane Mortensen wird Marilyn Monroe.
13. September 1946: Die Ehe von Jim und Norma Jeane Dougherty wird in Las Vegas geschieden.
Obwohl Marilyn Monroe jeden Tag ins Studio fährt, wird sie kein einziges Mal eingesetzt.
Februar 1947: 20th Century Fox verlängert den Vertrag um ein halbes Jahr.
Unter der Regie von F. Hugh Herbert erhält Marilyn Monroe eine aus zwei Wörtern bestehende Sprechrolle in dem Film »Scudda-Hoo! Scudda-Hay!«
Mai 1947: Marilyn Monroe spielt unter dem Regisseur Arthur Pierson eine Kellnerin in »Dangerous Years« und wird im Vorspann an vierzehnter Stelle genannt.
August 1947: Ihr Vertrag läuft aus. Marilyn Monroe wird arbeitslos.
Angeblich geht sie in Hollywood auf den Strich.
Das Schauspieler-Ehepaar John Carroll (1906 – 1979) und Garnett Lucille Ryman (1906 – 2002) bringt Marilyn Monroe mietfrei in ihrer Stadtwohnung in Hollywood unter und unterstützt sie finanziell.
Marilyn Monroe nimmt an Kursen des Actors' Laboratory teil.
Durch die Vermittlung von John Carroll und Lucille Ryman lernt sie den neunundsechzig Jahre alten Joseph (»Joe«) Schenck (1878 – 1961) kennen, der 1934 mit Darryl F. Zanuck (1902 – 1979) zusammen die 20th Century Productions gegründet hatte. Die Einundzwanzigjährige lässt sich auf eine kurze Affäre mit ihm ein.
Februar 1948: Harry Cohn, der Leiter der Columbia Studios, empfängt Marilyn Monroe in seinem Büro. Joe Schenck überredete ihn dazu.
9. März 1948: Marilyn Monroe schließt mit Columbia einen Halbjahresvertrag und bekommt 125 Dollar pro Woche.
»Marilyn Monroe hatte es durch Ehrgeiz, ein Gefühl für die richtigen Leute und eine sehr eigene Ausstrahlung geschafft, wahrgenommen zu werden.« (Ruth-Esther Geiger)
Columbia engagiert für Marilyn Monroe die Schauspiellehrerin Natasha Lytess (1913 – 1964).
10. März 1948: Ana Lower erliegt ihrem Herzleiden.
In dem Film »Ladies of the Chorus« (Regie: Phil Karlson) spielt Marilyn Monroe die Tänzerin Peggy Martin. In dieser Rolle singt sie erstmals.
Während der Dreharbeiten beginnt sie eine Liebesaffäre mit dem geschiedenen Stimmbildner Fred Karger, der mit seiner Mutter, Schwester und Tochter zusammen in einem Haushalt lebt.
Silvester 1948: Bei einer Feier lernt sie den dreiundfünfzigjährigen Schauspieler-Agenten Johnny Hyde kennen, der Lana Turner, Rita Hayworth und andere Stars aufgebaut hat.
1949: Johnny Hyde ist verrückt nach Marilyn Monroe. Er überredet sie, ihre Nase und ihr Kinn korrigieren zu lassen, stellt sie einflussreichen Filmleuten vor und verschafft ihr eine kleine Rolle in »Love Happy«, dem letzten Kinofilm der Marx Brothers.
John Carroll und Lucille Ryman stellen ihre finanzielle Unterstützung für Marilyn Monroe ein.
Mai 1949: Marilyn Monroe bewirbt sich bei dem Fotografen Tom Kelly als Modell. Am 25. Mai schlägt er ihr vor, Pin-up-Fotos für einen Brauerei-Kalender zu machen. Marilyn Monroe rekelt sich daraufhin nackt vor seiner Kamera – und tritt ihm die Rechte an den Fotos für gerade einmal 50 Dollar ab.
Juni 1949: Hyde verlässt wegen Marilyn Monroe seine Familie. Eine Ehe mit dem reichen Mann, der viele Beziehungen hat und aufgrund einer Herzerkrankung mit seinem baldigen Tod rechnet, wäre für Marilyn Monroe vorteilhaft, aber sie lehnt seinen Heiratsantrag ab. Gegenüber Natasha Lytess meint Marilyn Monroe später: »Ich habe ihn nie belogen, und ich glaube nicht, dass es falsch war, mich von ihm so sehr lieben zu lassen. Sexualität bedeutete ihm so viel und mir nicht.«
Juni / Juli 1949: Marilyn Monroe geht in sexy Kleidern für »Love Happy« auf Promotion-Tour.
Sommer 1949: In New York sucht sie André de Dienes auf. Er fotografiert sie am Strand von Long Island.
Anfang September 1949: Marilyn Monroe lernt den Journalisten Rupert Allan und durch diesen den Fotografen Milton H. Greene (1922 – 1985) kennen und beginnt eine Affäre mit Greene, die zehn Tage dauert.
1. Oktober 1949: Der Vertrag mit Columbia läuft aus. Johnny Hyde verschafft Marilyn Monroe einen Vertrag mit MGM für die Rolle der Angela Phinlay in John Hustons Gangsterfilm »Asphalt Dschungel«. Natasha Lytess und Johnny Hyde sind mit am Set, geben ihr jedoch unterschiedlichen Rat: Hyde setzt auf Spontaneität, Natasha Lytess auf Disziplin, Rollenerarbeitung und Körperbeherrschung.
Frühjahr 1950: Marilyn Monroe verlässt die Wohnung von Johnny Hyde und zieht wieder in ein kleines Apartment im Beverly Carlton Hotel in Hollywood.
1950: Marilyn Monroe sagt zu Sidney Skolsky, niemand könne sie davon abhalten, ein Filmstar zu werden und bezweifelt im nächsten Augenblick, dass sie es schaffen wird.
September 1950: Das Magazin »Photoplay« veröffentlicht eine Geschichte von Fredda Dudley über Marilyn Monroe mit dem Titel »How A Star Is Born«.
Herbst 1950: Marilyn Monroe absolviert an der University of California in Los Angeles einen mehrwöchigen Abendkurs über Literatur.
Um Geld zu sparen, quartiert sie sich bald darauf bei Natasha Lytess in deren Zwei-Zimmer-Wohnung ein und erklärt sich als Gegenleistung bereit, auf Barbara aufzupassen, die Tochter der Schauspiellehrerin.
18. Dezember 1950: Johnny Hyde stirbt an einem Herzanfall.
Januar 1951: »Life« bringt in der Neujahrsausgabe einen Beitrag über vielversprechende Jungstars und ein Foto von Marilyn Monroe.

Ein litarisches Porträt von Marilyn Monroe finden Sie in dem Buch "AußerOrdentliche Frauen. 18 Porträts" von Dieter Wunderlich.
Piper Verlag, München 2009 – Leseprobe
5. Januar 1951: Der Mietvertrag von Natasha Lytess läuft aus. Marilyn Monroe verkauft eine Nerzstola, die sie von Johnny Hyde bekam, um ihrer Schauspiellehrerin 1000 Dollar schenken zu können, damit sich diese ein Haus kaufen kann. Marilyn Monroe zieht wieder ins Beverly Carlton.
Marilyn Monroe und Elia Kazan haben eine unkomplizierte Liebesaffäre.
März 1951: Marilyn Monroe wechselt zur Famous Artist Agency.
11. Mai 1951: Die Agentur vermittelt Marilyn Monroe einen Vertrag mit 20th Century Fox, der sie sieben Jahre lang an die Produktionsgesellschaft bindet.
1951: Durch Elia Kazan lernt Marilyn Monroe den seit 1940 mit der Lektorin Mary Grace Slattery verheirateten Dramatiker Arthur Miller kennen. Die beiden finden sich anziehend, aber sie schlafen nicht miteinander und verlieren sich nach kurzer Zeit wieder aus den Augen.
Sommer 1951: Die Affäre mit Elia Kazan endet.
Ihre Versagensängste nehmen zu. Als sie unter der Regie von Fritz Lang in »Clash by Night« (»Vor dem neuen Tag«) spielt, übergibt sie sich vor Nervosität vor fast jeder Szene und hat rote Flecken im Gesicht. Howard Hawks meint: »Sie hatte überhaupt kein Zutrauen zu ihren Fähigkeiten. Je wichtiger sie wurde, desto mehr Angst hatte sie.«
Ende 1951: Marilyn Monroe bekommt ihre erste große Rolle in einem ernstzunehmenden Film: »Don't Bother to Knock« (Regie: Roy Baker; »Versuchung auf 809«) und beweist ihre schauspielerischen Fähigkeiten.
Februar 1952: Marilyn Monroe und der geschiedene Baseball-Spieler Joseph Paul (»Joe«) DiMaggio lernen sich kennen; eine Liebesbeziehung beginnt.
Joe DiMaggio wurde 1914 als achtes von neun Kindern sizilianischer Einwanderer im Norden Kaliforniens geboren. Obwohl er bis zu seinem achten Lebensjahr Stützprothesen an den Beinen tragen musste, begann er mit vierzehn eine Karriere als Baseball-Spieler und konnte vier Jahre später bereits davon leben. Von 1939 bis 1944 war er mit Dorothy Arnold verheiratet. – Er gilt als Nationalheld. Die Medien feiern Marilyn Monroe und Joe DiMaggio als Traumpaar.
Anfang 1952: Inez Melson wird Marilyn Monroes Managerin und übernimmt die Aufgabe, ihre Mutter mehrmals im Monat im Krankenhaus zu besuchen. Offiziell heißt es, Marilyn Monroe sei Vollwaise.
1. März 1952: Eines der Nacktfotos, die Tom Kelly 1949 von Marilyn Monroe aufnahm, wird erneut veröffentlicht. Joe DiMaggio ist entsetzt, 20th Century Fox besorgt.
März 1952: Marilyn Monroe erzählt der Journalistin Aline Mosby, sie habe vor ein paar Jahren, als sie dringend 50 Dollar benötigte, um die Miete zu bezahlen, für einen Kunstkalender unbekleidet posiert, und die Ehefrau des Fotografen sei während der Aufnahmen mit im Studio gewesen. Auf diese Weise vermeidet die angebliche Vollwaise den drohenden Skandal.
Von nun an wird systematisch am Image der Filmschauspielerin gearbeitet. Sidney Skolsky berät Marilyn Monroe in PR-Fragen.
7. April 1952: »Life« bringt ein von Philippe Halsman (1906 – 1979) aufgenommenes Foto von Marilyn Monroe auf der Titelseite.
Juni 1952: Die Dreharbeiten zu »Niagara« beginnen. Wieder beweist Marilyn Monroe ihr schauspielerisches Können. Der Regisseur Henry Hathaway meint: »Sie war [...] schrecklich ehrgeizig, es noch besser zu machen.«
27. August 1952: Earl Wilson (1907 – 1987) berichtet in seiner Kolumne in der Zeitung »Los Angeles Daily News«, Marilyn Monroe habe ihm gestanden, dass sie nur selten Unterwäsche trage und deshalb hin und wieder Verkäuferinnen bei der Anprobe von Jeans oder Pullovern schockiere. »Ich fühle mich gern unbehindert und frei«, soll sie gesagt haben. »Ich trage keine Höschen, Schlüpfer, Strumpfhalter oder Büstenhalter unter meiner Kleidung.« – In einem anderen Interview behauptet Marilyn Monroe, nachts nur einen Tropfen Chanel Nr. 5 zu tragen.
Joe DiMaggio ist sehr konservativ und eifersüchtig. Es missfällt ihm, dass Marilyn Monroe als Sexbombe vermarktet wird, und er drängt Marilyn Monroe, den Beruf aufzugeben.
»Sie streiten sich, versöhnen sich wieder, geraten sich erneut in die Haare. Sie trennen sich, lieben sich jedoch per Telefon nur um so mehr. Er muss nach New York, und sie dreht einen Film. Er kommt nach San Francisco, sie geht nach New York. In Los Angeles treffen sie sich wieder, oder sie stattet seinem Restaurant, Fisherman's Wharf, einen Besuch ab. Immer wieder bringen sie Kleider in die Wohnung des anderen – und machen den Journalisten weis, sie seien noch immer nichts weiter als gute Freunde. Nahezu zwei Jahre geht das so.« (Norman Mailer)
1952: Für »Blondinen bevorzugt« bekommt Marilyn Monroe ihre übliche Gage von 1250 Dollar pro Woche, ihre Partnerin Jane Russell dagegen das Zehnfache.
13. April 1953: Als der Regisseur Howard Hawks sich von Natasha Lytess gestört fühlt und sie aus dem Studio wirft, streikt Marilyn Monroe, bis ihre Schauspiellehrerin wieder dabei sein darf.
Mit "Blondinen bevorzugt" und "Wie angelt man sich einen Millionär?" wird Marilyn Monroe endgültig auf das Image einer unbedarften Sexbombe festgelegt.
17. November 1953: »Look« veröffentlicht neun Porträts, die Milton Greene von Marilyn Monroe aufnahm.
Greene erwägt, mit Marilyn Monroe eine eigene Filmfirma zu gründen: »Marilyn Monroe Productions«.
Dezember 1953: Der »Playboy« druckt eines der im Mai 1949 aufgenommenen Aktfotos auf einer Doppelseite.
23. Dezember 1953: Unter dem Namen »Norma Dougherty« fliegt Marilyn Monroe zu Joe DiMaggio nach San Francisco.
14. Januar 1953: Joe DiMaggio und Marilyn Monroe heiraten im Rathaus von San Francisco vor dem Friedensrichter Charles S. Peery. Die Braut gelobt nicht, wie üblich, ihrem Mann zu gehorchen.
29. Januar 1954: Marilyn Monroe und Joe DiMaggio fliegen nach Japan.
2. Februar 1954: Sie treffen in Tokio ein.
16. Februar 1954: Marilyn Monroe landet in Seoul und wird von dort mit einem Hubschrauber zu den amerikanischen Quartieren. Trotz der Kälte singt sie leichtbekleidet im Freien und tritt innerhalb von zwei Tagen bei zehn Veranstaltungen vor insgesamt sechzig- bis hunderttausend US-Soldaten auf.
24. Februar 1954: Joe DiMaggio und Marilyn Monroe kehren nach San Francisco zurück.
8. September 1954: Marilyn Monroe fliegt nach New York.
15. September 1954: Während der Dreharbeiten für »Das verflixte 7. Jahr« (Regie: Billy Wilder) stellt Marilyn Monroe sich für Standfotos nachts in Manhatten über einem U-Bahn-Lüftungsschacht, wo der Plisseerock ihres elfenbeinfarbigen Kleides hochgeblasen wird. Der Fotograf Sam Shaw verspricht sich davon einen PR-Gag. Ihr von dem Journalisten Walter Winchell rechtzeitig aus San Francisco herbeigerufener Ehemann rastet aus; es kommt zu einem heftigen Streit, und danach soll Joe DiMaggio seine Frau fürchterlich geschlagen haben.
1. Oktober 1954: Marilyn Monroe verlässt Joe DiMaggio.
3. Oktober 1954: Marilyn Monroe teilt der PR-Abteilung des Studios mit, dass sie die Scheidung eingereicht habe.
27. Oktober 1954: Scheidungstermin. Die Scheidung soll in einem Jahr wirksam werden.
7. November 1954: Wegen ihrer starken, wiederkehrenden Menstruationsbeschwerden unterzieht sich Marilyn Monroe im Cedars of Lebanon Hospital einem chirurgischen Eingriff. Trotz der Scheidung besucht Joe DiMaggio sie im Krankenhaus. Sie versöhnen sich und bleiben befreundet.
Seit der Trennung von ihrem Ehemann lässt Marilyn Monroe sich häufig mit Sidney Skolsky sehen.
7. Januar 1955: Marilyn Monroe gibt in New York die Gründung ihrer eigenen Filmgesellschaft bekannt: »Ich habe die immer gleichen alten Sexrollen endgültig satt. Ich möchte etwas Besseres leisten.«
Marilyn Monroe ist häufig bei Milton Greene und seiner Ehefrau Amy in Weston, Connecticut. Sie hat dort ein eigenes Zimmer, und Greene nimmt eine Hypothek auf sein Landhaus auf, um Marilyn Monroe finanziell unterstützen zu können. Greene macht einige sehr erotische Fotos von Marilyn Monroe, darunter die »Schwarze Serie« von 1956. Amy Greene dementiert eine Affäre ihres Mannes mit Marilyn Monroe, aber niemand glaubt ihr.
14. Februar 1955: Marilyn Monroe beginnt eine Psychoanalyse bei Greenes Psychotherapeutin Margaret Hohenberg in New York.
Marilyn Monroe beginnt in New York mit Unterricht bei dem Schauspiellehrer Lee Strasberg (1901 – 1982), dem Erfinder des »Method Acting«. Sie freundet sich mit ihm, seiner Frau Paula und seiner Tochter Susan an. Strasberg gibt ihr Einzelunterricht und nimmt seine Schülerin praktisch in die Familie auf. Durch die enge Beziehung Marilyn Monroes zu Strasberg kommt es zu Spannungen zwischen ihr und Greene.
1. Juni 1955: An ihrem 29. Geburtstag geht Marilyn Monroe mit Joe DiMaggio zur Premiere von »Das verflixte 7. Jahr«.
Sommer 1955: Arthur Miller und Marilyn Monroe sehen sich wieder. Der Dramatiker ist zwar noch mit Mary Grace Slattery verheiratet, beginnt aber eine Affäre mit der Schauspielerin.
31. Oktober 1955: Die Scheidung von Joe DiMaggio und Marilyn Monroe wird rechtskräftig.
Als Marilyn Monroe ein Visum für die UdSSR beantragt, legt das FBI eine Akte über sie an. Die Reise findet zwar nicht statt, verdächtig ist aber auch ihr Verhältnis mit Arthur Miller, der wegen seiner politischen Ansichten ohnehin bereits überwacht wird.
Ende 1955: 20th Century Fox und die Marilyn Monroe Productions einigen sich nach langen Verhandlungen auf einen neuen Sieben-Jahres-Vertrag, in dem der Schauspielerin Mitspracherechte bei der Auswahl der Drehbücher, Regisseure und Kameramänner zugestanden werden.
9. Februar 1956: Bei einer Pressekonferenz in New York über die Komödie »The Prince and the Show Girl« (»Der Prinz und die Tänzerin«), den Sir Laurence Olivier als Regisseur und Darsteller mit Marilyn Monroe drehen will, reißt plötzlich einer der Spaghettiträger ihres tief ausgeschnittenen Kleides. Von dem sorgfältig vorbereiteten PR-Gag ist Laurence Olivier so beeindruckt, dass er eine ähnliche Szene in den Film einbaut.
25. Februar 1956: Nach einem Jahr in New York kehrt Marilyn Monroe nach Hollywood zurück.
Natasha Lytess, die inzwischen krank und arbeitslos ist, bittet Marilyn Monroe um Hilfe, aber die Schauspielerin lässt sich am Telefon verleugnen.
Arthur Miller trifft sich an den Wochenenden heimlich mit Marilyn Monroe.
12. März 1956: Norma Jeane Mortenson lässt auch ihren bürgerlichen Namen in Marilyn Monroe ändern.
11. Juni 1956: Arthur Miller und Mary Grace Slattery werden in Reno, Nevada, geschieden.
21. Juni 1956: Marilyn Monroe begleitet Arthur Miller zur Vernehmung vor dem »Ausschuss für unamerikanische Umtriebe« des Repräsentantenhauses in Washington, D. C. Weil er zwar Fragen beantwortet, die ihn betreffen, jedoch nicht bereit ist, über andere Intellektuelle zu reden, wird gegen ihn ein Verfahren wegen Aussageverweigerung angestrengt.
29. Juni 1956: Arthur Miller und Marilyn Monroe lassen sich in New York standesamtlich trauen.
1. Juli 1956: Trauung nach jüdischem Ritus und Hochzeitsfeier im Haus von Millers Agentin Kay Brown.
13. Juli 1956: Das Paar fliegt nach London, wo Marilyn Monroe mit Laurence Olivier »Der Prinz und die Tänzerin« dreht.
Drei Wochen nach der Hochzeit liest Marilyn Monroe im aufgeschlagen herumliegenden Tagebuch ihres Mannes, dass er von ihr enttäuscht sei. Es kommt zu Konflikten.
31. August 1956: Premiere des Films »Bus Stop« (Regie: Joshua Logan), in dem Marilyn Monroe eine ihrer eindrucksvollsten schauspielerischen Leistungen zeigt.
Gegen Ende der Dreharbeiten in England stellt Marilyn Monroe fest, dass sie schwanger ist.
Anfang September 1956: Sie erleidet sie eine Fehlgeburt.
22. November 1956: Das Paar kehrt nach New York zurück.
3. – 19. Januar 1957: Marilyn Monroe und Arthur Miller erholen sich auf Jamaika.
April 1957: Marilyn Monroe und Milton Greene überwerfen sich. Sie kommunizieren nur noch über ihre Anwälte, und nach einem Jahr Verhandlungen übernimmt Marilyn Monroe die Anteile ihres Partners an ihrer Filmgesellschaft.
13. – 24. Mai 1957: In einem Gerichtsverfahren in Washington, D. C., wird Arthur Miller wegen Aussageverweigerung vor dem Untersuchungsausschuss zu zwei Jahren Haft verurteilt, aber er geht in die Berufung und wird später freigesprochen.
Sommer 1957: Arthur Miller und Marilyn Monroe verbringen einige Zeit in einem gemieteten Haus auf Long Island und verkaufen sein Landhaus in Connecticut.
In New York lässt Marilyn Monroe sich weiter von Strasberg unterrichten und sucht täglich ihre Psychotherapeutin Margaret Hohenberg auf, bis sie zu Marianne Kris wechselt, einer Freundin von Anna Freud.
1. August 1957: Eine Bauchhöhlenschwangerschaft Marilyn Monroes muss abgebrochen werden.
Herbst 1957: Arthur Miller beginnt, seine Kurzgeschichte »The Misfits« zu einer »Film-Erzählung« auszubauen.
Mai 1958: Billy Wilder schickt Marilyn Monroe das Exposé für »Some Like It Hot« (»Manche mögen's heiß«). Sie übernimmt die Rolle der naiven blonden Sängerin Sugar Kane.
7. Juli 1958: Marilyn Monroe reist mit Paula Strasberg zum Drehort.
Oktober 1958: Marilyn Monroe ist erneut schwanger.
Wie ihr Gynäkologe später berichtet, sehnt sich Marilyn Monroe nach einem Kind. Er warnt sie für den Fall einer Schwangerschaft vor den Folgen ihrer Tablettensucht.
16. Dezember 1958: Nach einer weiteren Fehlgeburt verfällt Marilyn Monroe in eine schwere Depression.
Februar 1959: Arthur Miller und Marilyn Monroe treffen sich in Nyack, New York, mit Karen Blixen.
30. September 1959: Marilyn Monroe unterschreibt einen Vertrag für »Let's Make Love« (»Machen wir's in Liebe«; Regie: George Cukor). Ihr Filmpartner ist Yves Montand.
Frühjahr 1960: Als die Drehbuchautoren streiken, weil sie bei der nachträglichen Fernsehübertragung von Kinofilmen leer ausgehen, lässt Arthur Miller sich von 20th Century Fox dafür gewinnen, die gewünschten Änderungen am Drehbuch für »Let's Make Love« vorzunehmen. Dass ihr Mann sich nicht mit den Drehbuchautoren solidarisiert, findet Marilyn Monroe abstoßend.
Marilyn Monroe wendet sich an den Psychiater Ralph Greenson in Los Angeles.
April bis Juni 1960: Marilyn Monroe und Yves Montand – der mit Simone Signoret verheiratet ist – haben eine Affäre.
20. Juli 1960: Die Dreharbeiten für »Misfits. Nicht gesellschaftsfähig« beginnen in der Wüste von Nevada.
Arthur Miller ist mitgekommen, weil das Drehbuch noch nicht fertig ist, wohnt aber getrennt von seiner Frau – und beginnt eine Affäre mit der Fotografin Inge Morath, die später seine Ehefrau wird. Die ständigen Drehbuchänderungen verunsichern nicht nur Marilyn Monroe. Ihr Tabletten- und Alkoholkonsum steigert sich nochmals, und sie lässt sich mehrmals Injektionen geben.
18. Oktober 1960: Die Dreharbeiten in der Wüste von Nevada sind abgeschlossen.
Ende Oktober 1960: Arthur Miller verlässt das gemeinsame Apartment im Beverly Hills Hotel.
Dezember 1960: Marilyn Monroe nimmt in New York die Therapie bei Marianne Kris wieder auf.
20. Januar 1961: Marilyn Monroe und Arthur Miller werden in El Paso, Texas, geschieden. Bewusst wählten sie dafür den Tag der Amtseinführung von Präsident John F. Kennedy, damit die Nachricht nicht so im Vordergrund steht.
31. Januar 1961: Marilyn Monroe geht mit Montgomery Clift zur Premiere von »Misfits. Nicht gesellschaftsfähig« in New York.
5. Februar 1961: Ohne Marilyn Monroe darauf vorzubereiten, weist Marianne Kris sie wegen einer Depression in die geschlossene psychiatrische Abteilung des New York Hospital (Payne Whitney Clinic) ein.
10. Februar 1961: Auf ihren telefonischen Hilferuf hin holt Joe DiMaggio sie aus der Klinik und bringt sie mit ihrem Einverständnis zur Erholung ins Columbia Presbyterian Medical Center.
5. März 1961: Marilyn Monroe verlässt das Sanatorium.
Ende März 1961: Sie verbringt einige Tage zusammen mit Joe DiMaggio in Redington Beach, Florida.
Ende April 1961: Marilyn Monroe kehrt allein nach Los Angeles zurück und mietet ein Apartment im North Doheny Drive.
Mai 1961: Sie unterzieht sich einem zweiten Eingriff wegen ihrer Endometriose.
29. Juni 1961: Gallenblasenoperation in New York
11. Juli 1961: Joe DiMaggio holt sie aus dem Krankenhaus ab.
Sommer 1961: Sie nimmt ihre 1955 begonnene Liaison mit Frank Sinatra wieder auf. Sie treffen sich abwechselnd in Los Angeles, Las Vegas und am Lake Tahoe.
Oktober 1961: Bei dem mit ihr befreundeten Schauspieler Peter Lawford lernt Marilyn Monroe den US-Präsidenten John F. Kennedy kennen. Bei Lawfords Ehefrau Patricia handelt es sich um eine Schwester Kennedys.
November 1961: Ralph Greenson übernimmt zunehmend die Kontrolle über Marilyn Monroe. Er sorgt dafür, dass Marilyn Monroe die Witwe Eunice Murray (1902 – 1993) als Haushälterin einstellt.
Weihnachten feiert Marilyn Monroe im Kreis der Familie Greenson.
Ende Januar 1962: Eunice Murray findet ein Haus für Marilyn Monroe, das zwischen den Fox-Studios und Greensons Villa liegt. Marilyn Monroe kauft es.
3. März 1962: Bei der Gala zur Verleihung des »Golden Globe« an Marilyn Monroe kommt es aufgrund von Alkohol und Medikamenten zu Entgleisungen.
Marilyn Monroe bleibt einige Tage in einem als Krankenstation umgebauten Teil der Villa von Ralph Greenson.
6. März 1962: Joe DiMaggio holt sie auch hier heraus und hilft ihr beim Umzug in das neue Haus. Er bleibt bis zum 14. März.
Eunice Murray übernachtet häufig bei Marilyn Monroe.
24. März 1962: John F. Kennedy und Marilyn Monroe scheinen in der Villa von Bing Crosby in Palm Springs ein einziges Mal miteinander geschlafen zu haben.
23. April 1962: Beginn der Dreharbeiten für »Something's Got to Give«, (Regie: George Cukor), ein Remake der Screwball-Komödie »My Favorite Wife«. Um dabei sein zu können, lässt Ralph Greenson sich von 20th Century Fox als Berater Marilyn Monroes unter Vertrag nehmen.
10. Mai 1962: Trotz seines Beratervertrags beginnt Ralph Greenson mit seiner Ehefrau eine fünfwöchige Urlaubsreise.
17. Mai 1962: Marilyn Monroe fliegt nach New York, um an der Geburtstagsfeier von John F. Kennedy im Madison Square Garden teilzunehmen. 20th Century Fox zeigt die Schauspielerin wegen Vertragsbruchs an, weil sie den Drehort verließ.
19. Mai 1962: Marilyn Monroe erscheint verspätet zu der Veranstaltung. Vor 15 000 Besuchern haucht sie das Liedchen »Happy Birthday, Mr President« ins Mikrofon. Dabei trägt sie auf der nackten Haut ein von Jean Louis entworfenes Kleid, das so eng ist, dass man sie regelrecht einnähen musste.
20. Mai 1962: Marilyn Monroe ist wieder in Los Angeles.
21. Mai 1962: Sie erscheint wieder am Set.
23. Mai 1962: Weil inzwischen niemand mehr an den Erfolg von »Something's Got to Give« glaubt, verfällt Marilyn Monroe auf die PR-Idee, eine Szene im Pool vor den Pressefotografen Lawrence Schiller und William Woodfield nachzustellen und dabei den fleischfarbenen Badeanzug wegzulassen, den sie während der Dreharbeiten trug.
1. Juni 1962: Nach den Dreharbeiten findet eine Geburtstagsfeier für Marilyn Monroe statt. Am nächsten Morgen ruft die Sechsunddreißigjährige die Kinder ihres verreisten Psychiaters verzweifelt an, die – wie von ihrem Vater angeordnet – den Psychologen Milton Wexler alarmieren. Er findet auf ihrem Nachttisch eine Unmenge von Beruhigungsmitteln. Die Patientin ist niedergeschlagen und desorientiert.
2. Juni 1962: Marilyn Monroe kommt nicht zu den Dreharbeiten.
5. Juni 1962: 20th Century Fox droht Marilyn Monroes Anwalt Milton Rudin mit einer Klage wegen Vertragsbruchs.
6. Juni 1962: Auf Rudins Anruf hin kehrt Ralph Greenson verärgert aus Europa zurück. Er unterrichtet das Studio darüber, dass Marilyn Monroe einige Tage arbeitsunfähig sein werde.
7. Juni 1962: 20th Century Fox reicht Klage gegen Marilyn Monroe ein.
Lee Ann Remick (1935 – 1991) soll Marilyn Monroe ersetzen, doch als Dean Martin sich weigert, mit einer anderen Filmpartnerin als Marilyn Monroe weiterzudrehen, wird die Arbeit an »Something's Got to Give« abgebrochen.
Juni / Juli 1962: Marilyn Monroe telefoniert mehrmals mit Robert Kennedy, den sie vier Mal bei offiziellen Anlässen getroffen hat. Die Gerüchte über eine Affäre von Marilyn Monroe und Robert Kennedy entbehren jeder Grundlage.
Juli 1962: Richard Meryman besucht Marilyn Monroe an vier Tagen in ihrem Haus und befragt sie. Das Interview erscheint am 17. August in »Life«. Marilyn Monroe sagt u. a.: »Als Sexsymbol wird man zu einer Sache [...] Es ist nett, wenn die Leute einen in ihre Fantasien einbeziehen, aber man möchte auch um seiner selbst willen akzeptiert werden.«
29. Juni bis 1. Juli 1962: Mehrtägige Fotosession mit Bert Stern in Santa Monica (»The Last Sitting«).
4., 5., 6. und 9. Juli 1962: Interview mit Richard Meryman von »Life«.
25. Juli 1962: Peter Levathes von 20th Century Fox sucht Marilyn Monroe auf, bietet ihr einen neuen Vertrag mit einer höheren Gage an und stellt in Aussicht, dass die Klage zurückgezogen wird.
Marilyn Monroe und Joe DiMaggio beschließen, am 8. August wieder zu heiraten.
4. August 1962: Marilyn Monroe telefoniert und vereinbart Termine. Ihre Pressesprecherin Pat Newcomb kommt vorbei, um über die geplante Eheschließung zu besprechen. Ralph Greenson schaut nach seiner Patientin, der es nicht gut geht, und schickt die Pressesprecherin fort. Am Nachmittag unternimmt Eunice Murray mit Marilyn Monroe einen Strandspaziergang zu Peter und Patricia Lawford.
5. August 1962: Um 4.25 Uhr wird im LAPD angerufen. Als Sergeant Jack Clemmons kurz vor 5 Uhr im Haus des Filmstars eintrifft, findet er Marilyn Monroe leblos vor. Das Bett wurde bereits abgezogen, und die Waschmaschine ist in Betrieb.
Eunice Murray sagt aus, sie habe gegen 3 Uhr Licht unter Marilyn Monroes verschlossener Schlafzimmertüre bemerkt, vergeblich gerufen und deshalb Greenson alarmiert. Der sei gekommen, habe ein Fenster eingeschlagen und die Schauspielerin tot vorgefunden.
Die Obduktion der Leiche ergibt, dass Marilyn Monroe an einer Überdosis von Nembutal und Chloralhydrat starb. Das Schlafmittel Chloralhydrat könnte Eunice Murray ihr mit einem Klistier verabreicht haben; die Nembutal-Kapseln scheint sie nicht auf einmal – wie es bei einem Suizid der Fall gewesen wäre –, sondern über den Tag verteilt eingenommen zu haben.
Obwohl eine 1982 eingesetzte Untersuchungskommission der Bezirksstaatsanwaltschaft von Los Angeles das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen von 1962 bestätigt, dass es keine Indizien für ein Verbrechen gibt, halten sich Verschwörungstheorien, denen zufolge Marilyn Monroe im Auftrag der CIA oder des Kennedy-Clans ermordet wurde.
Marilyn Monroe: Filmografie (Auswahl)
- Arthur Pierson: Dangerous Years (1947)
- Phil Karlson: Ladies of the Chorus (1948)
- David Miller: Glücklich verliebt (1950)
- John Huston: Asphalt-Dschungel (1950)
- Joseph L. Mankiewicz: Alles über Eva (1950)
- Fritz Lang: Vor dem neuen Tag (1952)
- Edmund Goulding: Wir sind gar nicht verheiratet (1952)
- Roy Baker: Versuchung auf 809 (1952)
- Howard Hawks: Liebling, ich werde jünger (1952)
- Henry Koster: Vier Perlen (1952)
- Henry Hathaway: Niagara (1953)
- Howard Hawks: Blondinen bevorzugt (1953)
- Jean Negulesco: Wie angelt man sich eine Millionär? (1953)
- Otto Preminger: Fluss ohne Wiederkehr (1954)
- Billy Wilder: Das verflixte 7. Jahr (1955)
- Joshua Logan: Bus Stop (1956)
- Laurence Olivier: Der Prinz und die Tänzerin (1957)
- Billy Wilder: Manche mögen's heiß (1959)
- George Cukor: Machen wir's in Liebe (1960)
- John Huston: Misfits. Nicht gesellschaftsfähig (1961)
Literatur über Marilyn Monroe
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