Andreas Franz : Spiel der Teufel

Spiel der Teufel

Andreas Franz

Spiel der Teufel

Spiel der Teufel Originalausgabe: Knaur Verlag, München 2008 ISBN: 978-3-426-66299-1, 488 Seiten, 16.95 € (D) Knaur Taschenbuch, München 2009 ISBN: 978-3-426-63940-5, 488 Seiten, 8.95 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Am 17. April 2007 wird der Kieler Hauptkommissar Gerd Wegner von seiner aus Russland stammenden Ehefrau Nina tot aufgefunden. Er scheint sich mit Auspuffgasen erstickt zu haben. Die mit Gerd befreundeten Kommissare Sören Henning und Lisa Santos von der Mordkommission eilen noch während der Dienstzeit zu seiner Witwe. Bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung bestätigt sich ihr Verdacht, dass Gerd ermordet wurde ...
Weiterlesen

Kritik

Andreas Franz schreibt routiniert, aber besonders intelligent, originell oder fantasievoll ist "Spiel der Teufel" nicht. Empfehlenswert ist das Buch für alle, die einen spannenden, nicht allzu kniffligen Krimi suchen, der sich zum Beispiel am Strand leicht und rasch lesen lässt.
Weiterlesen

Am 17. April 2007, einem Dienstag, wird der neununddreißigjährige Kieler Hauptkommissar Gerd Wegner tot aufgefunden. In der Garage seines Einfamilienhaus in Strande sitzt er leblos in seinem Auto. Die Fenster sind abgedichtet, der Motor läuft noch, und ein Schlauch leitet die Auspuffgase ins Wageninnere. Hat Gerd den Tod seiner Tochter Rosanne nicht verkraftet, die vor zwei Monaten kurz vor ihrem fünften Geburtstag von einem betrunkenen Raser totgefahren wurde? Es sieht nach einem Suizid aus.

Die achtundzwanzigjährige Witwe ist Russin und stammt aus einem Dorf bei Murmansk. Nina studierte in St. Petersburg Kunst und Germanistik, als sie Gerd Wegner kennenlernte, der im Rahmen eines Austauschprogramms von 2000 bis 2002 Dienst in Russland machte. Vor gut fünf Jahren kam sie mit ihm nach Deutschland und brachte zwei Wochen später Rosanna zur Welt. Nina sagt, sie habe den Toten entdeckt, als sie an diesem Morgen von einem langen Wochenende bei ihrer Freundin Maria aus Hamburg zurückgekommen sei.

Die mit Gerd und Nina befreundeten Kommissare Sören Henning und Lisa Santos von der Mordkommission eilen noch während der Dienstzeit zu ihr.

Sörens Ehe ging vor sieben Jahren in die Brüche. Seine geschiedene Frau lebt mit den Kindern Markus und Elisabeth in Elmshorn, und er zahlt Unterhalt. Seit zwei Jahren ist Sören mit seiner Kollegin Lisa Santos liiert.

Weil Lisa und Sören sich ebenso wenig wie Nina vorstellen können, das Gerd sich das Leben nahm, stellen sie mit dem Einverständnis ihres Chefs Volker Harms Nachforschungen an und ersuchen Professor Jürgens, den Leiter der Rechtsmedizin, auf Anzeichen für eine Fremdeinwirkung zu achten. Jürgens fällt auf, dass der Kommissar so gut wie kein Kohlenmonoxid in der Lunge hat. Er starb an Rohypnol, so genannten K.-o.-Tropfen. Es scheint sich also doch um einen Mord zu handeln. Außerdem findet der Gerichtsmediziner heraus, dass Gerd kurz vor seinem Tod Geschlechtsverkehr mit einer schwarzhaarigen Frau hatte. Da Nina blond ist und in Hamburg war, kann sie es nicht gewesen sein. Lisa und Sören können es kaum glauben, dass Gerd fremdging, denn sie hielten die Ehe ihres Kollegen für glücklich. Sie wundern sich nun auch darüber, woher er das Geld für das Haus, die luxuriöse Einrichtung und die teure Limousine hatte. Sein Gehalt hätte dafür nicht gereicht, bei seiner Mutter handelt es sich um eine Polizistenwitwe, und Nina verdient mit ihren Gemälden auch nicht viel.

Schließlich finden Lisa und Sören heraus, dass Gerd in den letzten eineinhalb Jahren häufig vom LKA für Razzien und Observierungen ausgeliehen wurde. Sie gehen der Sache nach und stellen fest, dass kaum einer der Einsätze erfolgreich war. Warnte Gerd die Verdächtigen vor den polizeilichen Maßnahmen? Wurde er dafür bezahlt? War er korrupt?

In der Nacht auf den 18. April wird im Gewerbegebiet die Leiche einer etwa dreißig Jahre alten Vietnamesin gefunden. Getötet wurde sie mit einem Schuss in die Stirn und zwei Schüssen in die Brust. Das lässt auf einen Auftragsmord schließen. Da die Frau durchtrainiert war und die Haut der Fingerkuppen weggeätzt ist, handelte es sich bei ihr vermutlich um eine Profikillerin. Sören und Lisa haben das Gefühl, das es zwischen den beiden Morde einen Zusammenhang gibt.

Um die Mittagszeit erhält Sören einen geheimnisvollen Anruf. Eine ihm unbekannte Frau möchte mit ihm und Lisa über Gerds Tod sprechen. Die schwarzhaarige Frau, die sich Ivana Müller nennt und mit einem russischen Akzent spricht, dirigiert die beiden mit größter Vorsicht zu einem konspirativen Treffen. Gerd habe ihr geraten, sich an seinen Freund Sören und dessen Kollegin zu wenden, falls ihm etwas zustoße, behauptet sie. Sie sei in Moskau zur Polizistin ausgebildet worden und dort drei Jahre lang im Einsatz gewesen. Als ihre vier Jahre jüngere Schwester Larissa Anfang November 2001 in St. Petersburg verschwand, suchte sie dort nach ihr und gab eine Vermisstenanzeige auf. Dabei lernte sie Gerd kennen. Vor zwei Jahren kam sie nach Kiel und wurde seine Geliebte.

Noch in Russland hatte Ivana herausgefunden, dass ihre Schwester einer Verbrecherorganisation zum Opfer gefallen war, die im großen Stil Menschenhandel betreibt, um an Organe für Transplantationen heranzukommen. Die Kunststudentin Larissa wurde in St. Petersburg mehrmals von drei Polizisten vergewaltigt und zur Prostitution gezwungen. Deshalb ging sie hoffnungsvoll auf das Angebot einer Professorin ein, ihr nicht nur einen Studienplatz in Berlin, sondern auch eine Unterkunft bei einer deutschen Familie zu vermitteln. Nach einer medizinischen Untersuchung brachte man sie zum Hafen und versteckte sie dort mit anderen jungen Menschen zusammen in einem Container. In Berlin kam Larissa nie an. Offenbar wurden einige ihrer Organe für illegale Transplantationen benötigt. Drei der entsprechenden Kliniken befinden sich in Deutschland, je eine Einrichtung gibt es in Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. Der russische Milliardär Lew Luschenko sei einer der führenden Köpfe des Unternehmens, erklärt Ivana. In der Nähe von Kiel gebe es einen renommierten Chefarzt, von dem kaum jemand wisse, dass er in den Achtzigerjahren dubiose Menschenexperimente durchführte. Jetzt sei er für die Anwerbung von Fachärzten für die Transplantationen in Deutschland, Skandinavien und Großbritannien zuständig. Gerade erst habe er einen bekannten Kardiologen aus Kiel rekrutiert.

Während ihrer Ermittlungen gelang es Ivana, sich in „die Firma“ einzuschleusen. Sie sei in der Buchhaltung beschäftigt, erklärt sie Lisa und Sören. Vor eineinhalb Jahren wurde Gerd von zwei russischen Polizisten, die ihn aufgrund seines Aufenthalts in St. Petersburg kannten, für die Firma angeworben, und er machte mit, um die Verbrecherorganisation in Zusammenarbeit mit Ivana auffliegen zu lassen. Als Gerd vor einigen Tagen seine Erkenntnisse mit einem anderen Beamten im Polizeipräsidium teilte, geriet er offenbar an einen der sechzehn anderen von der Firma bezahlten Zoll- und Polizeibeamten in Schleswig-Holstein. Deshalb wurde er liquidiert.

Tatsächlich wurde der achtunddreißigjährige Kieler Kardiologe Lennart Loose, eine Kapazität auf seinem Gebiet, am Vorabend in seiner Privatklinik von zwei Unbekannten aufgesucht, einer Frau und einem Mann mit russischem Akzent, die sich Elena und Igor nannten. Mit der Drohung, seiner Ehefrau Kerstin, seinem sechsjährigen Sohn Adrian oder seiner vier Jahre älteren Tochter Alina etwas anzutun, erpressten sie seine Zustimmung, für ihre Organisation zu arbeiten. Am Mittwochabend (18. April) wird Loose in die Privatklinik Sonnenhof für plastische und kosmetische Chirurgie in Heikendorf gebracht, wo Dr. Ilja Koljakow ihn empfängt und ihm erklärt, die Firma habe es sich zur Aufgabe gemacht, schwer kranke Patienten nicht so lang wie Eurotransplant auf Spenderorgane warten zu lassen. Bei einem Rundgang durch einen separaten Trakt kann Loose sich davon überzeugen, dass die Klinik mit den modernsten Geräten ausgestattet ist. Koljakow erwähnt, dass eine Transplantation hier viel Geld koste, aber das sei wegen der hohen Unkosten unvermeidlich. Hochrangige Politiker und Geistliche, Unternehmer, Stars, Richter und Staatsanwälte könnten sich das leisten.

„Wir leben nun mal in einer Zweiklassengesellschaft, eine Mittelschicht gibt es doch kaum noch in der westlichen Welt. Es gibt Reiche, und es gibt Arme, und die Schere klafft immer weiter auseinander. Und es ist leider so, dass wir den Armen nur sehr bedingt helfen können, weil es einfach zu viele sind.“ (Seite 235)

Koljakow bietet Loose 30 000 Euro pro Operation, steuerfrei, und stellt ihm etwa fünfzig Transplantationen pro Jahr in Aussicht. Am Freitag (20. April) soll Loose der kleinen todkranken Tochter eines russischen Unternehmers ein Spenderherz transplantieren. Woher die Organe stammen? Koljakow verspricht Loose, ihm die Frage später einmal zu beantworten.

Lennart Loose hat Angst um seine Familie und redet sich ein, nichts Unmoralisches zu tun, sondern Menschen zu helfen, so wie es der Eid des Hippokrates verlangt. Über die Herkunft der Spenderorgane will er eigentlich gar nichts wissen.

Bei einem weiteren konspirativen Treffen am Donnerstag (19. April) verspricht Ivana den beiden Kommissaren, ihnen am nächsten Tag einen USB-Stick mit Namen und Daten aus der Firma zukommen zu lassen. Und am Freitag bestellt sie Lisa und Sören für exakt 18.30 Uhr in die Privatklinik Sonnenhof in Heikendorf.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

In der vor sieben Jahren eröffneten und vor zwei Jahren erweiterten Klinik erwartet Ilja Koljakow an diesem Nachmittag hohen Besuch: Lew Luschenko, der die Klinik 1999 erwarb und die Firma finanziert, trifft in Kiel-Holtenau mit einem Lear-Jet aus Moskau ein. An der Führung und Unterredung nehmen außer dem Milliardär und dem Arzt nur Elena und Igor teil, die beiden engsten Mitarbeiter Koljakows. Um 18.20 Uhr drückt Elena dem Gast plötzlich den Lauf einer Pistole an den Hals. Luschenkos Leibwächter Juri, Dmitri und Andrej werden hereingerufen. Alle Männer bis auf Luschenko müssen sich nackt ausziehen und auf den Bauch legen. Dann fordert Elena Koljakow auf, sie mit den von ihr mitgebrachten Kabelbindern zu fesseln. Als Lisa und Sören um Punkt 18.30 Uhr den Raum betreten, trauen sie zunächst ihren Augen nicht. Auch sie müssen ihre Waffen abgeben. Nachdem Elena Ivana – Ivana ist ihr zweiter Vorname – ihnen den versprochenen USB-Stick zugeworfen hat, erschießt sie vor ihren Augen Lew Luschenko und Ilja Koljakow. Wenn man sie verhaftet hätte, erklärt sie, wären sie rasch wieder freigekommen. Sie zeigt den Kommissaren die Operationsräume, wo Patienten und betäubte Spender bereitliegen. Dann fährt sie mit Lisa und Sören zu einem Hotel in Kiel. An der Rezeption fragt Elena, die ihre Pistole unter dem Blazer versteckt hat, nach dem Ehepaar Luschenko bzw. Petrowa. Die Kommissare zücken ihre Dienstausweise und verlangen einen Generalschlüssel. Damit sperren sie das Apartment 405 auf. Dort treffen sie zu ihrer Überraschung auf Nina Wegner.

Unter ihrem Mädchennamen Nina Petrowa war sie die stellvertretende Chefin der Firma, und mit Lew Luschenko hatte sie seit acht Jahren ein Verhältnis. Sie traf sich häufig mit ihm in Hamburg. Dass sie Gerd Wegner in St. Petersburg kennen lernte, war kein Zufall, sondern sie wurde auf den deutschen Kriminalbeamten angesetzt, der nicht ahnte, dass er die Rolle einer Marionette spielen sollte. Als Nina durch Kurt Ziese, den korrupten Leiter der Abteilung Organisiertes Verbrechen, erfuhr, dass Gerd sich mit seinen Erkenntnissen über die Firma an ihn gewandt hatte, ließ sie ihn von der vietnamesischen Auftragsmörderin Ti Le und Ziese umbringen. Später erschoss sie Ti Le.

Während Sören Nina in Handschellen abführt, versucht Lisa, Elena Ivana davon abzuhalten, eine Zyankalikapsel zu zerbeißen und sich das Leben zu nehmen.

In der Klinik in Heikendorf findet die Polizei einige Leichen. Zwei Frauen und ein Junge, die betäubt für die Organentnahme bereitliegen, können gerettet werden.

Als Lisa und Sören mit dem ebenfalls verhafteten alkoholkranken, dreiundsechzig Jahre alten Kurt Ziese ins Polizeipräsidium kommen, werden sie vom Oberstaatsanwalt und zwei Geheimagenten erwartet. Der Verfassungsschutz übernimmt den Fall und verlangt die sofortige Übergabe der Häftlinge sowie allen Beweismaterials. Unter dem Vorwand, zur Toilette zu müssen, läuft Lisa in das Büro des Computer-Experten Werner Noll, legt ihm den USB-Stick auf den Schreibtisch, ruft ihn zu Hause an und bittet ihn, sofort ins Präsidium zu kommen und eine Sicherungskopie der Daten auf dem Stick anzufertigen.

Am Samstag (21. April) sehen sich Lisa, Sören und Volker Harms die Daten an. Elena Ivana hat ihnen nicht nur die Namen von Spendern, Empfängern, Mitarbeitern und bestochenen Beamten kopiert, sondern auch die Bankverbindungen. Aber sie können nicht wagen, das Material zu benutzen, denn offenbar wurde ihnen der Fall aufgrund einer Weisung von ganz oben entzogen.

Weder gegen Lennart Loose noch gegen einen der anderen Ärzte wird etwas unternommen. Kurt Ziese geht, wie geplant, am 30. Juni 2007 in den Ruhestand. Gegen keinen der korrupten Beamten wird ermittelt. Nina Wegner taucht unter.

Am 29. Juli liegen Lisa und Sören in Laboe am Strand, als Lisas Handy klingelt. Es ist Elena Ivana. Offenbar kann sie die beiden sehen, denn sie weiß genau, was sie tun. Sie berichtet der Kommissarin, dass die Firma in anderen Kliniken weitermache und kündigt ihr drei Fotos per MMS an. Die erste Aufnahme ist vom 30. Mai 2007 datiert und zeigt Nina mit einem Schussloch in der Stirn sowie zwei Einschüssen in der Brust. Auf dem zweiten und dritten Bild, sie sind vom 31. Mai 2007 bzw. 18. April 2005, blicken Nina und Elena Ivana lachend in die Kamera.

Da begreifen Lisa und Sören, dass die beiden Russinen die Männer ermordeten, um die „Firma“ zu übernehmen und sich einen Spaß daraus machten, die Machtlosigkeit der Kommissare zu demonstrieren.

„Gerd war korrupt, aber nicht, um sich einen Vorteil zu verschaffen, sondern um an die Hintermänner ranzukommen, weil er Elena helfen wollte. Und dieses Miststück hat ihn vortrefflich für ihren Plan benutzt. Elena und Nina wussten von Anfang an, dass unsere Verfassungsschützer sofort nach der Aktion auf der Matte stehen würden. Ich nehme an, das ist Politik. Elena – ich hab sie am Ende richtig gemocht. Diese verdammte Schlange! Sie und Nina – ein abgekartetes Spiel. Die haben von Anfang an nur mit uns gespielt. Dass Elena uns die Infos gegeben hat, gehörte zum Spiel. Und ich Idiot hab gesagt, ich würde eines Tages die Regeln kapieren. Da hab ich mich wohl gewaltig geirrt. Ich kapier nichts von alldem.“
„Das kapiert keiner, und ganz ehrlich, ich will es auch nicht kapieren“, erklärte Santos und nahm Henning bei der Hand. „Diese Art von Spiel ist mir zu hoch. Wenn ich nur wüsste, wie Elena so die Seiten wechseln konnte. Was geht in einem solchen Menschen vor? Vom Racheengel zum machtbesessenen, skrupellosen Monster. Was verändert einen Menschen so sehr, dass er zum Teufel wird?“
„Geld? Was, wenn nicht Geld?“, war Hennings Gegenfrage, wobei er fast so hilflos wirkte we Santos. (Seite 488)

nach oben

Ivana sagt einmal zu Sören Henning:

Glaub mir, ich kenne alle, sogar den Teufel. Und soll ich dir sagen, wie er aussieht? … Wie du und ich. (Seite 412)

In seinem Kriminalroman „Spiel der Teufel“ zeigt Andreas Franz (1954 – 2011) eine von Geld und Profitgier korrumpierte Gesellschaft, in der sich skrupellose Verbrecher zynisch zu Wohltätern der Menschheit stilisieren. Wer sich ihnen in den Weg stellt, wird beseitigt.

Dabei arbeitet Andreas Franz allerdings mit fragwürdigen Klischees: alle Frauen, die in „Spiel der Teufel“ eine Rolle spielen, werden als attraktiv beschrieben, Russen sind entweder reich und kriminell oder arm und hilflos, bei der Polizei gibt es einen alkoholkranken Abteilungsleiter, und die Russenmafia hat nicht nur die Polizei unterwandert, sondern sie wird von höchsten Regierungskreisen auch in Deutschland gedeckt. Der Plot und Einzelheiten der Handlung sind unplausibel, und manche Zusammenhänge werden überhaupt nicht erklärt. Mit dem Schluss überzieht Andreas Franz dann endgültig.

Das „Spiel der Teufel“ kommt schleppend in Gang; der Roman ist anfangs zu langatmig, und nachdem auch der dümmste Leser verstanden hat, was los ist, fasst Kommissar Sören Henning alles noch einmal Punkt für Punkt in einer Liste zusammen (Seiten 140 – 143). Erst nach einem Drittel der Seiten gewinnt die Darstellung an Dynamik. Wenn man das Buch noch einmal durchblättert, fallen einem die falschen Fährten auf, aber auch, wie anspruchslos sie gelegt wurden. Andreas Franz schreibt routiniert, aber besonders intelligent, originell oder fantasievoll ist „Spiel der Teufel“ nicht.

Empfehlenswert ist „Spiel der Teufel“ für alle, die einen spannenden, nicht allzu kniffligen Krimi suchen, der sich zum Beispiel am Strand leicht und rasch lesen lässt.

Den Roman „Spiel der Teufel“ von Andreas Franz gibt es auch in einer bearbeiteten Fassung als Hörbuch, gelesen von Stephan Benson (Regie: Thomas Krüger, Lübbe audio, Bergisch Gladbach 2008, 6 CDs, ISBN: 978-3-7857-3562-6).

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2009 / 2012
Textauszüge: © Knaur Verlag

Stefan Heym - Ahasver

In 19 Kapiteln, die nach dem Vorbild einer mittelalterlichen Ballade mit einer Kurzzusammenfassung beginnen, entwickelt Stefan Heym seine intelligente und satirische Geschichte: "Ahasver".


Ahasver

Stefan Heym

Ahasver

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.