Das Bourne Ultimatum

Das Bourne Ultimatum

Das Bourne Ultimatum

Das Bourne Ultimatum – Originaltitel: The Bourne Ultimatum – Regie: Paul Greengrass – Drehbuch: Tony Gilroy, Scott Z. Burns, George Nolfi, nach einer Figur von Robert Ludlum, dem Roman "Das Bourne Ultimatum" von Eric Van Lustbader und einem Script von Tony Gilroy – Kamera: Oliver Wood – Schnitt: Christopher Rouse – Musik: John Powell – Darsteller: Matt Damon, Julia Stiles, David Strathairn, Joan Allen, Scott Glenn, Paddy Considine, Édgar Ramírez, Albert Finney, Tom Gallop, Corey Johnson, Daniel Brühl, Joey Ansah, Colin Stinton u.a. – 2007; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Der zur Tötungsmaschine ausgebildete ehemalige CIA-Agent Jason Bourne versucht seine Amnesie zu überwinden und herauszufinden, wer er ist und was mit ihm geschah. Weil seine Nachforschungen das ebenso geheime wie illegale Projekt "Blackbriar" der USA gefährden, will ihn der Projektleiter Noah Vosen aufspüren und töten lassen. Aber Bourne entkommt immer wieder. Seine Recherchen führen ihn um die halbe Welt. Schließlich findet er einen Hinweis auf die "Blackbriar"-Einsatzzentrale in New York ...
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Kritik

Bei "Das Bourne Ultimatum" – der Verfilmung eines Romans von Robert Ludlum – handelt es sich um einen schnörkellose Action- und Agententhriller. Paul Greengrass beginnt in atemraubendem Tempo und reiht einen dramatischen Höhepunkt an den anderen.
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Inhaltsangabe zum 1. Teil: „Die Bourne Identität“
Inhaltsangabe zum 2. Teil: „Die Bourne Verschwörung“

„Das Bourne Ultimatum“, der dritte Teil der Filmreihe über Jason Bourne, knüpft unmittelbar an „Die Bourne Verschwörung“ an und beginnt mit einer Verfolgungsjagd in Moskau. Jason Bourne (Matt Damon) gelingt es, sich einer Verhaftung zu entziehen.

Er leidet noch immer unter einer Amnesie und tut alles, um herauszufinden, wer er ist und was mit ihm geschah. Inzwischen ahnt er, dass er eine Agentenausbildung durchlaufen hat.

Die CIA versucht nach wie vor, ihn aufzuspüren und zu liquidieren, denn der hochintelligente, von der CIA im Rahmen der Operation „Treadstone“ zur Tötungsmaschine ausgebildete ehemalige Topagent gefährdet mit seinen Nachforschungen das ebenfalls streng geheime und illegale Nachfolgeprojekt „Blackbriar“. Es handelt sich dabei um ein Schutzprogramm, mit dem Mordanschläge der CIA gedeckt werden.

In Paris trifft er sich kurz mit Martin Kreutz (Daniel Brühl) und teilt ihm mit, dass seine Schwester Marie (Franka Potente) in Indien erschossen wurde.

Beim Lesen der Zeitung „The Guardian“ fällt Jason Bourne ein kenntnisreicher Artikel über sich auf. Woher hat der 35-jährige englische Autor Simon Ross (Paddy Considine) die Informationen? Bourne ruft ihn kurz an und verabredet sich an der Waterloo Station in London mit ihm.

Ungefähr zur gleichen Zeit beginnt die CIA, Simon Ross abzuhören und zu beschatten, denn in seinem Artikel kommt das Wort „Blackbriar“ vor, und das alarmiert den Vizedirektor Noah Vosen (David Strathairn), der dieses Projekt leitet. Kurzerhand befiehlt er einem Agenten mit Scharfschützen-Ausbildung, Ross zu erschießen.

Auf dem Bahnhof steckt Bourne dem Journalisten unbemerkt ein Prepaid-Handy zu. Ross merkt es selbst erst, als es klingelt. Bourne weist ihn auf CIA-Agenten hin, die ihn beschatten und dirigiert ihn durch die Menschenmenge. Die Agenten, die Ross beobachten, wundern sich über das Handy, das sie nicht auf ihrer Liste hatten und auch nicht abhören können. Vosen, der die Operation an Monitoren in New York verfolgt, ahnt, dass Bourne über das Handy mit dem Journalisten spricht und in der Nähe ist. Deshalb erweitert er den Befehl des Scharfschützen: Der soll nun auch Bourne töten.

Jason Bourne erfährt von Simon Ross, dass „Blackbriar“ der Codename für das Nachfolgeprojekt von „Treadstone“ ist. Bevor der Journalist mehr sagen kann, wird er von dem Scharfschützen der CIA in der Bahnhofshalle erschossen. Bourne nimmt dem Toten noch das Notizbuch ab und verschwindet in der Menge. Dem CIA-Agenten gelingt es nicht, ihn ausreichend lang ins Visier zu bekommen.

Durch Googeln einer Eintragung in dem Notizbuch stößt Bourne auf eine Adresse in Madrid.

Während Bourne nach Spanien fliegt, finden Noah Vosens Agenten heraus, dass es sich bei Simon Ross‘ Informanten um Neal Daniels (Colin Stinton) handelt, den Leiter des CIA-Büros in Madrid. Zwei Agenten machen sich auf den Weg nach Spanien, um ihn zu überprüfen.

Bourne befindet sich in Daniels‘ offenbar überstürzt verlassener Wohnung, als die beiden von Vosen ausgeschickten Männer eintreffen. Mit einem Trick überlistet er sie und schlägt sie nieder. Kurz darauf steht Nicolette („Nicky“) Parsons (Julia Stiles) in der Tür, eine CIA-Agentin, die Bourne während eines Berlin-Aufenthalts kennenlernte. Sie erklärt ihm, dass sie zuletzt für Neal Daniels gearbeitet habe. Das Telefon klingelt. Nicky hebt ab. Während Bourne seine Pistole auf sie richtet, spricht sie mit Vosen. Der erkundigt sich zunächst durch unverfänglich klingende, aber codierte Sätze, ob sie bedroht werde. Sie verneint und berichtet ihm von zwei bewusstlosen Männern, die vor ihr auf dem Fußboden liegen. Da argwöhnt Vosen, dass sie mit Bourne zusammenspielt und schickt ein in Madrid bereitstehendes Ersatzkommando zu der Adresse. Der Befehl lautet, Jason Bourne und Nicky Parsons zu liquidieren.

Eine Agentin auf einen schieren Verdacht hin töten zu lassen, geht der CIA-Direktorin Pamela („Pam“) Landy (Joan Allen) zu weit. Sie protestiert dagegen, aber Vosen hört nicht auf sie.

Nicky weiß, dass sich ihr Chef nach Tanger abgesetzt hat und begleitet Bourne auf der Schiffsreise nach Marokko.

In Tanger finden Bourne und Nicky Parsons heraus, dass die CIA einen marokkanischen Killer-Agenten namens Desh Bouksani (Joey Ansah) auf Neal Daniels angesetzt hat. Statt Desh auszuschalten, beobachten sie ihn und hoffen, dass er sie zu Daniels führt. Das gelingt tatsächlich. Bourne versucht noch, Daniels zu warnen, kann jedoch nicht verhindern, dass Desh Bouksani einen vorbereiteten Sprengkörper wirft. Die Explosion tötet Daniels und wirft Bourne zu Boden.

Inzwischen weiß die CIA, dass sich auch Jason Bourne und Nicky Parsons in Tanger aufhalten. Desh Bouksani soll sie liquidieren. Während der Agent Nicky nachgeht, um sie zu erschießen, sucht Bourne nach ihm und wird gleichzeitig auf seinem Weg über Hausdächer von Polizisten verfolgt, denn der Mann, der nach der Explosion der Bombe weglief, wird für den Attentäter gehalten.

Im letzten Augenblick fällt Bourne dem Killer in den Arm und rettet Nicky das Leben. Die beiden gut trainierten Männer kämpfen, bis schließlich Desh Bouksani tot am Boden liegt.

Jason Bourne und Nicky Parsons trennen sich vorsichtshalber. Bourne besticht jemandem in der Leichenhalle und lässt sich die Sachen zeigen, die Daniels bei sich hatte. In den halb verbrannten Papieren findet er einen Hinweis auf die „Blackbriar“-Einsatzzentrale in New York.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Er fliegt hin, dringt in Noah Vosens Büro ein, bricht den Safe auf und nimmt streng geheime Unterlagen über „Treadstone“ und „Blackbriar“ mit. Diese spielt er Pam Landys zu, die ihm ihrerseits verrät, dass er am 15. April 1971 geboren wurde und sein richtiger Name David Webb lautet. Außerdem nennt sie ihm die Zahl 41571, die ihn zu dem Ausbildungszentrum der CIA führt, in dem er trainiert wurde.

Dort trifft Webb alias Bourne auf Dr. Albert Hirsch (Albert Finney), den psychologischen Leiter des „Treadstone“-Projekts. Der wurde bereits von Vosen gewarnt, dass Bourne auf dem Weg zu ihm sei, und versucht ihn nun bis zum Eintreffen des Einsatzkommandos aufzuhalten. Hirsch erklärt Webb, dass er vor drei Jahren freiwillig mitgemacht habe, und dieser beginnt sich an Ereignisse von damals zu erinnern.

Als das Kommando eintrifft, springt er durch ein Fenster und flieht aufs Dach. Dort stellt ihn der der ebenfalls im Rahmen des „Treadstone“-Programms ausgebildete Agent Paz (Édgar Ramírez). Der richtet seine Pistole auf ihn, zögert jedoch mit dem Abdrücken. In diesem Augenblick kommt Vosen herauf und schießt sofort auf Jason Bourne, der zum Dachrand des zehngeschossigen Gebäudes rennt und in den East River springt.

Nicky Parsons erfährt aus den Fernsehnachrichten, dass nicht nur Noah Vosen und Albert Hirsch, sondern auch der CIA-Direktor Ezra Kramer (Scott Glenn) verhaftet wurden. Sie müssen sich wegen illegaler Mordanschläge der CIA verantworten. Außerdem berichtet der Nachrichtensprecher, dass die dreitägige Suche nach der Leiche eines in den East River gestürzten Mannes namens David Webb vergeblich war. Da lächelt Nicky, denn das bedeutet, dass David Webb alias Jason Bourne überlebt hat.

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Der schnörkellose Action- und Agententhriller „Das Bourne Ultimatum“ von Paul Greengrass basiert wie die Prequels „Die Bourne Identität“ und „Die Bourne Verschwörung“ auf der Romantrilogie „The Bourne-Identity“ (1980), „The Bourne Supremacy“ (1986) und „The Bourne Ultimatum“ (1990) von Robert Ludlum (1927 – 2001).

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 haben die US-amerikanischen Geheimdienste ihre Maßnahmen unter dem Deckmantel des Staatsschutzes dramatisch ausgeweitet. Ob es geheime und illegale Tötungsprogramme ähnlich wie „Treadstone“ und „Blackbriar“ auch in der Wirklichkeit gibt, ist zumindest nicht undenkbar. Immerhin liquidieren die USA vermeintliche Staatsfeinde mit Kampfdrohnen. „Das Bourne Ultimatum“ zeigt auf jeden Fall, wohin es führen kann, wenn der Staatsschutz für wichtiger als ein Menschenleben gehalten wird. Realistisch ist auch die umfassende Überwachung durch technische Einrichtungen. (So wurde beispielsweise die „Operation Neptune’s Spear“ live ins Weiße Haus übertragen.)

Die Handlung von „Das Bourne Ultimatum“ spielt wie bei einem James-Bond-Film an Schauplätzen, die über den Globus verteilt sind: Moskau, Langley, Turin, Paris, London, Madrid, Tanger, New York.

Dabei setzt Paul Greengrass auf klassische Stunts statt auf Computeranimationen. Furiose Verfolgungsjagden, eine entfesselte Kamera und rasante Schnittfolgen rauben den Zuschauern den Atem. Nicht alles ist plausibel, aber beim Zuschauen fällt das nicht weiter auf, denn es bleibt kaum Zeit, um darüber nachzudenken. Paul Greengrass hält sich nicht damit auf, die Figuren einzuführen, sondern beginnt „Das Bourne Ultimatum“ mit einer Verfolgungsjagd in Moskau. Eine Viertelstunde später bietet er uns an der Waterloo Station in London eine Klimax, die sich ein anderer Filmemacher für den Schluss aufgespart hätte. Und so geht es weiter von einem dramatischen Höhepunkt zum anderen, und dabei wird der Zuschauer auch immer wieder von originellen Einfällen überrascht.

Im Mittelpunkt steht der von Matt Damon überzeugend dargestellte Ex-Agent Jason Bourne. Dabei handelt es sich um eine widersprüchliche und deshalb interessante Figur. Obwohl er sich zur Tötungsmaschine ausbilden ließ und Menschen im Auftrag der CIA ermordete, fiebern wir mit ihm, denn es ist glaubhaft, dass er sich verändert hat, und wir nehmen dem Verfolgten auch nicht übel, dass er Menschen in Notwehr tötet.

„Das Bourne Ultimatum“ wurde mit drei „Oscars“ ausgezeichnet: Schnitt (Christopher Rouse), Ton (Scott Millan, David Parker, Kirk Francis) und Tonschnitt (Karen M. Baker, Per Hallberg).

„Das Bourne Vermächtnis“, der vierte Film über Jason Bourne, basiert nicht mehr auf einem Roman von Robert Ludlum, sondern auf einer 2004 von Eric Van Lustbader veröffentlichten Buchvorlage. Inzwischen hat Eric Van Lustbader die Buchreihe noch weiter geführt: „The Bourne Betrayal“ (2007), „The Bourne Sanction“ (2008), „The Bourne Deception“ (2009), „The Bourne Objective“ (2010), „The Bourne Dominion“ (2011), „The Bourne Imperative“ (2012).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013

Doug Liman: Die Bourne Identität
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