(T)Raumschiff Surprise

(T)Raumschiff Surprise

(T)Raumschiff Surprise

Originaltitel: (T)Raumschiff Surprise - Regie: Michael Bully Herbig - Drehbuch: Michael Bully Herbig, Alfons Biedermann und Rick Kavanian - Kamera: Stephan Schuh - Schnitt: Alexander Dittner - Musik: Ralf Wengenmayr (Songs: Stefan Raab) - Darsteller: Michael Bully Herbig, Rick Kavanian, Christian Tramitz, Til Schweiger, Anja Kling, Sky du Mont, Hans-Michael Rehberg u.a. - 2004; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Am 22. Juli 2004 landete ein Marsmännchen auf der Erde. Dieser erste Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz ermöglichte es der Menschheit, den Mars zu besiedeln. Jetzt, im Jahr 2304, droht die Erde von der abtrünnigen Marskolonie erobert zu werden. Um der Geschichte eine andere Wendung geben zu können, reisen vier Menschen mit einer Zeitmaschine zum 22. Juli 2004 zurück.
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Kritik

Die Handlung bildet in "(T)Raumschiff Surprise. Periode 1" nur den Rahmen für eine pausenlose Folge von albernen Episoden, witzigen Gags und flachen Kalauern. Mit diesem Klamauk parodiert Michael Bully Herbig das Genre der Science-Fiction-Filme.
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Am 22. Juli 2004 landete ein Marsmännchen mit einem UFO in der Wüste von Nevada. Dieser erste Kontakt mit einer außerirdischen Intelligenz ermöglichte es der Menschheit fünfzig Jahre später, den Mars zu besiedeln. Jetzt, im Jahr 2304, will Rogul (Hans Michael Rehberg), der finstere Regulator der Marskolonie, den Mutterplaneten unterwerfen. Nach den ersten Angriffen und Zerstörungen bleibt der Menschheit unter Königin Metapha (Anja Kling) und ihren Senatoren keine Chance, der Vernichtung zu entgehen. Oder doch? Man hat zwar seit Jahren nichts mehr von ihnen gehört, aber weit draußen im Weltall müsste irgendwo noch das (T)Raumschiff Surprise sein. Sofort versucht ein Funker, Kontakt mit der Surprise aufzunehmen, aber er erreicht dort nur den Anrufbeantworter, denn Kapitän Jürgen Thorsten Kork (Christian Tramitz), Mr Spuck (Michael Bully Herbig) und der erste Ingenieur Schrotty (Rick Kavanian) trainieren im Fitnessraum des (T)Raumschiffs, um ein paar Pfunde abzunehmen; die drei schwulen Astronauten, die gern Käsesahnetorte essen, möchten nämlich an der Wahl der Miss Waikiki teilnehmen. Endlich gelingt es, den Kontakt herzustellen und die Surprise-Besatzung zur Erde zurückzubeordern. Kapitän Kork, Mr Spuck und Schrotty haben zwar keine Lust dazu, aber auf Befehlsverweigerung steht Urlaubsentzug! Weil das phallusförmige Raumschiff wegen eines Marderschadens nicht auf der Erde landen könnte, rufen sie ein Weltraumtaxi, mit dem sie mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit zur Erde rasen. Nur mit gewagten Flugmanövern gelingt es dem kaltblütigen Taxifahrer Rock Fertig-Aus (Til Schweiger), die heftigen Angriffe der in der Erdatmosphäre lauernden feindlichen Raumschiffe zu überstehen. Das Taxi ist danach zwar Schrott, aber die Insassen springen in der City of Government mit Fallschirmen ab und melden sich wohlbehalten bei Königin Metapha.

Mit einer Zeitmaschine sollen sie dreihundert Jahre zurück reisen, um am 22. Juli 2004 in der Wüste von Nevada das UFO zu zerstören. Wenn ihnen das gelingt, muss die Geschichte der letzten dreihundert Jahre neu geschrieben werden: Die Menschen besiedeln dann nicht den Mars und folglich gibt es dort auch keine aufständische Kolonie. Allerdings wurde die Zeitmaschine, die wie ein Sofa aussieht, noch nie erprobt. Während bereits die ersten Marsmenschen in den Palast stürmen und Schrotty gefangen nehmen, sitzen plötzlich Königin Metapha, Kapitän Kork und Mr Spuck mit Rock auf dem Sofa. Der drückt im letzten Augenblick auf einen Knopf in der Armlehne.

Die Zeitmaschine funktioniert tatsächlich – jedoch nicht ganz zuverlässig: Die Zeitreisenden landen im 14. Jahrhundert und werden von Herzog Wilhelm dem Letzten (Sky du Mont) und seinen grimmigen Rittern in Ketten gelegt. Bei einem Turnier muss Rock für einen inzwischen erschlagenen Ritter einspringen. Wenn er verliert, wird Herzog Wilhelm der Letzte die schöne Königin Metapha zur Frau nehmen und die übrigen Gefangenen samt ihrem Sofa auf einem Scheiterhaufen verbrennen. Über der Rüstung trägt Rock ein rosafarbiges Gewand, das Mr Spuck ihm in der Nacht genäht hat. Sein Gegner ist ein schwarzer Reiter auf einem Rappen. Als er das Visier seines Helms aufklappt, schreit Königin Metapha auf: Es handelt sich um Lord Jens Maul (Rick Kavanian), den Sohn des Regulators Rogul. Vergeblich warnt sie Herzog Wilhelm den Letzten vor dem gefährlichen Marsmenschen, der Schrotty die Bau- und Betriebsanleitung der Zeitmaschine abgenommen und ein Motorrad als Zeitmaschine gebaut hatte, mit dem er den anderen Zeitreisenden gefolgt war, um sie an der Durchführung ihres Auftrags zu hindern. Zweimal stößt der schwarze Ritter den Weltraumtaxifahrer vom Pferd. Rock bleibt bewusstlos liegen. Da hat Königin Metapha einen Einfall: Herzog Wilhelm der Letzte soll vor der Hochzeit noch ein Polaroidfoto von ihr und ihren Begleitern auf dem Sofa machen. Als die Kamera blitzt, starten Königin Metapha, Kapitän Kock und Mr Spuck mit dem bewusstlosen Rock zwischen sich vom Scheiterhaufen aus. Der Berater des Herzogs (Christoph Maria Herbst) nutzt die Gelegenheit, die Menge gegen den Herzog aufzuwiegeln, ihn auf dem Scheiterhaufen verbrennen und sich selbst zum Nachfolger ausrufen zu lassen.

Diesmal landen die Zeitreisenden in einer Kleinstadt im Wilden Westen. Um 12 Uhr Mittag leeren sich schlagartig die Straßen, denn der gefürchtete Bandit Santa Maria (Sky Dumont) trifft mit zwei wüsten Kumpanen ein. Während Santa Maria bei einer Verkaufsveranstaltung alten Damen Rheumadecken verkauft, geraten Kapitän Kock und Mr Spuck ahnungslos auf der Straße mit einem seiner Kumpane aneinander. Kapitän Kock kriegt zwar seinen Colt nicht aus dem Holster, aber Königin Metapha schlägt den Ganoven von hinten nieder, bevor er schießen kann. Zur gleichen Zeit entdeckt Rock Lord Jens Maul, springt auf ein Pferd und jagt ihn auf seinem zur Zeitmaschine umgebauten fliegenden Motorrad durch die Prärie.

Mit dem dritten Versuch gelangen Königin Metapha, Kapitän Kock, Mr Spuck und Rock endlich in die Wüste von Nevada, und dort landet auch gerade das UFO. Die Klappe des fussballgroßen Raumschiffs öffnet sich, ein Marsmännchen streckt sich und trinkt erst einmal einen kräftigen Schluck aus einer Dose. Dabei verschluckt es sich und ringt nach Luft. Mr Spuck drückt dem Männchen einen Asthmaspray auf den Mund. Im nächsten Augenblick bläht sich dessen Kopf auf, und es platzt. Nun brauchen die Zeitreisenden nur noch das UFO zu zerstören und dann können sie ins Jahr 2304 zurückkehren. Weil die inzwischen recht ramponierte Zeitmaschine mit den vier Personen überlastet ist, kann Mr Spuck leider nicht mitkommen. Mit traurig hängenden Ohren bleibt er in der Wüste von Nevada stehen.

Aber wie durch ein Wunder sind er und Schrotty dann in der City of Government auch wieder zur Stelle, um Königin Metapha, Kapitän Kock und Rock zu begrüßen. Zur Erklärung weist Mr Spuck darauf hin, dass er eine Vulcanette sei und von einer Galapagos-Schildkröte abstamme, die weit über dreihundert Jahre alt wird. Die Gefahr einer Invasion vom Mars wurde im letzten Augenblick gebannt. Endlich können Kapitän Kock, Mr Spuck und Schrotty an der Wahl der Miss Waikiki teilnehmen und in ihrem (T)Raumschiff Surprise wieder Käsesahnetorte essen. Überraschend wird ein Besucher angekündigt: Der Apachen-Häuptling Abahachi (Michael Bully Herbig) fragt, ob ein Perlentaucher benötigt werde.

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Auf die Handlung kommt es in „(T)Raumschiff Surprise. Periode 1“ gar nicht an, denn sie bildet nur den Rahmen für eine pausenlose Folge von albernen Episoden, witzigen Gags und flachen Kalauern. Mit diesem Klamauk parodiert Michael Bully Herbig das Genre der Science-Fiction-Filme. Dabei benützt er Versatzstücke von „Star Wars“, „Star Trek“, „2001. Odyssee im Weltraum“, „Das fünfte Element“, „Minority Report“, „Ritter aus Leidenschaft“, „Zwölf Uhr mittags“ und anderen Filmen. Die Spezialeffekte sind auf verblüffend hohem Niveau, aber das Feuerwerk der Gags war bei „Der Schuh des Manitu“ greller und bunter.

Die Schlussszene versäumen die meisten Kinobesucher, weil sie während des Abspanns – in dem misslungene Aufnahmen und Versprecher gezeigt werden – aufstehen und gehen.

Ein für deutsche Verhältnisse außergewöhnliches Budget von 9 Millionen Euro stand für „(T)Raumschiff Surprise. Periode 1“ zur Verfügung. Bereits Monate vor dem Kinostart am 22. Juli 2004 begann die PR-Kampagne für den Film.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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