Amore

Amore

Amore

Originaltitel: Amore - Regie: Klaus Lemke - Drehbuch: Klaus Lemke - Kamera: Rüdiger Meichsner - Schnitt: Inez Regnier und Caya Piper - Musik: Olaf Kübler - Darsteller: Cleo Kretschmer (eigentlich: Ingeborg Maria Kretschmer), Wolfgang Fierek, Pietro Giardini, Peter Kienberger, Brigitte Platzer, Hilde Grädinger, Pino Viciconte, Heinrich Tischler, Mario Cerza, Dagmar Heinrich, Klaus Emberger, Johann Hermann, Michael Bott, Valerie Herminghaus u.a. - 1978; 85 Minuten

Inhaltsangabe

Maria betreibt mit ihrem verwitweten Vater ein Obst- und Gemüsegeschäft in München. Sie verliebt sich ausgerechnet in den Italiener Pietro, der in der Großmarkthalle für einen Tomatenimporteur arbeitet und allen Mädchen nachsteigt – allen, außer Maria. Während sie ihren Vater mit einer Politesse verkuppelt, sorgt sie auch dafür, dass sie Pietros Aufmerksamkeit erregt und er sie am Ende heiratet.
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Kritik

Von anderen Filmregisseuren unterscheidet Klaus Lemke sich durch seinen bewussten Verzicht auf Perfektion und seine eher beiläufige, ungekünstelte Art der Inszenierung. Mit voller Absicht drehte Klaus Lemke unintellektuelle Liebeskomödien wie zum Beispiel "Amore".
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Maria Neuhauser (Cleo Kretschmer) betreibt mit ihrem verwitweten Vater (Peter Kienberger) ein Obst- und Gemüsegeschäft in München. Jeden Morgen stehen sie um 4 Uhr auf und fahren mit einem zum Lieferwagen umgebauten VW-Käfer zur Großmarkthalle.

Ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter gibt Maria heimlich eine Heiratsanzeige für ihren Vater auf, denn sie möchte endlich wieder eine zweite Frau im Haus haben. Dann hört ihr Vater hoffentlich wieder auf, ständig zu seinen Saufkumpanen in die Gaststätte zu gehen; außerdem könnte sie im Laden eine Entlastung gut gebrauchen. Ausgerechnet eine Politesse, die Maria kürzlich wegen Falschparkens aufschrieb, meldet sich auf die Anzeige. Maria trifft sich mit ihr, gibt sie ihrem Vater gegenüber als Freundin aus und lädt sie zum gemeinsamen Abendessen ein. Sobald der Teller leer ist, geht der Vater wieder in die Wirtschaft, zumal er glaubt, die beiden vermeintlichen Freundinnen ohnehin nur zu stören. Aber kurze Zeit später trifft Maria die Frau morgens im Haus an: Der Vater hat sich mit ihr getroffen und die Nacht mit ihr verbracht.

Marias Freundin Bärbel arbeitet als Bedienung im Café auf der anderen Straßenseite gegenüber dem Obst- und Gemüsegeschäft. Eigentlich geht sie mit dem schüchternen Franz (Wolfgang Fierek), der gerade seinen Wehrdienst ableistet, aber als sie den Italiener Pietro (Pietro Giardini) kennen lernt, ist es um sie geschehen. Maria warnt sie, denn sie kennt Pietro von der Großmarkthalle, wo er für den Tomatenimporteur Calabrese arbeitet, und sie hat beobachtet, dass er allen Mädchen nachsteigt – allen außer Maria. Bald merkt auch Bärbel, dass es sich bei Pietro um einen Vorstadt-Gigolo handelt, aber sie versöhnt sich immer wieder mit ihm und verliebt sich dann in Pietros Freund und Kollegen Carlo.

Marias Vater versteht sich gut mit Franz. Das wäre ein geeigneter Bräutigam für seine Tochter, findet er. Maria geht zwar mit Franz zum Oktoberfest und küsst ihn leidenschaftlich, als sie Pietro am Nebentisch mit Fräulein Bachmeier, einer blonden Sekretärin, knutschen sieht. Als Franz sie einlädt, mit ihm für ein paar Tage nach Wien zu fahren, sagt sie ihm offen, dass sie einen anderen liebt. Zum Abschied bittet sie ihn noch um einen Gefallen: Er soll ihr einen Knutschfleck an den Hals machen.

Geschickt streut Maria über Carlo und Bärbel das Gerücht, sie reise in Kürze mit ihrem Verlobten nach Venedig und wohne dort im Hotel Les Bains. Zur gleichen Zeit überredet sie einen Bankangestellten, ihr die 5000 Mark auszuzahlen, die ihr Vater für ihre Aussteuer angespart hat. Sie benötige das Geld für ihre Hochzeit, behauptet sie. Außerdem bucht sie eine Venedig-Reise.

Am Morgen vor der Abfahrt fällt Pietro in der Großmarkthalle der Knutschfleck an Marias Hals auf, und er hat selbstverständlich von der geplanten Venedig-Reise gehört. Weil er es nicht glauben will, spricht er Maria darauf an, und sie verspricht, ihn von Venedig aus anzurufen, um es ihm zu beweisen.

Das tut sie dann auch und bittet zwei zufällig an der Telefonzelle vorbeikommende italienische Herren, Pietro zu versichern, dass sie sich hier in Venedig befinden.

Pietro ist nicht mehr zu halten: Mit einem Lastwagen der Firma Calabrese eilt er nach Venedig und stürmt in Marias Zimmer im Hotel Les Bains. Er drängt sie, mit ihm zurückzufahren, bittet sie, seine Frau zu werden und stellt sie in München seinen Eltern als Braut vor. Da stellt Maria fest, dass Pietro kein Tagelöhner ist, sondern der Sohn des Importeurs Calabrese.

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Klaus Lemke (*1940) lebte nach dem Abitur von Gelegenheitsarbeiten. Sein Studium der Kunstgeschichte und der Philosophie brach er nach sechs Semestern ab. 1963/64 assistierte er Theaterregisseuren, dann schrieb er für eine Filmzeitschrift, und 1965 drehte er erste Kurzfilme. Sein erster abendfüllender Spielfilm trug den Titel „48 Stunden bis Acapulco“ (1967). Klaus Lemke entdeckte den Schauspieler Wolfgang Fierek und so unterschiedliche Darstellerinnen wie Cleo Kretschmer (eigentlich: Ingeborg Maria Kretschmer), Iris Berben und Dolly Dollar. In München galt er einige Zeit als „König von Schwabing“.

Von anderen Filmregisseuren unterscheidet Klaus Lemke sich durch seinen bewussten Verzicht auf Perfektion und seine eher beiläufige, ungekünstelte Art der Inszenierung. Mit voller Absicht drehte Klaus Lemke unintellektuelle Liebeskomödien wie zum Beispiel „Amore“. Grundsätzlich arbeitet er mit Laiendarstellern, die er großenteils ohne ausgearbeitetes Drehbuch improvisieren lässt und deren ungeschliffene Alltagssprache er nicht zu korrigieren versucht. „Ich interessiere mich nicht für Schauspieler“, sagt Klaus Lemke in einem Interview. „Ich brauche richtige Menschen. Menschen mit Geschichten […] Dieses Film- und Schauspielergetue ist peinlich prätentiös.“ (Süddeutsche Zeitung, 28. Mai 2005)

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005/2007

Klaus Lemke (Biografie / Filmografie)

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Feridun Zaimoglu - Liebesbrand
Wie ein orientalischer Geschichtenerzähler erlaubt Feridun Zaigmoglu sich in seinem romantischen und antirealistischen, ironischen und tragikomischen Roman "Liebesbrand" fortwährend Abschweifungen.
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