Die Tribute von Panem

Die Tribute von Panem

Die Tribute von Panem

Die Tribute von Panem – Originaltitel: The Hunger Games – Regie: Gary Ross – Drehbuch: Gary Ross, Suzanne Collins, Billy Ray, nach dem Roman "Die Tribute von Panem" von Suzanne Collins – Kamera: Tom Stern – Schnitt: Stephen Mirrione, Juliette Welfling – Musik: James Newton Howard – Darsteller: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Stanley Tucci, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Lenny Kravitz, Donald Sutherland u.a. – 2012; 140 Minuten

Inhaltsangabe

In jedem der 12 Distrikte des diktatorisch regierten Staats Panem werden alljährlich zwei Jugendliche als Tribute ausgelost, d.h. man bringt sie in die Hauptstadt, wo sie gegeneinander kämpfen müssen, bis 23 von ihnen tot sind. In Distrikt 12 meldet sich die 16-jährige Halbwaise Katniss freiwillig anstelle ihrer ausgelosten jüngeren Schwester, die bei den sog. Hunger Games keine Überlebenschance hätte. Die spektakulär inszenierten, zwei Wochen dauernden "fröhlichen Spiele" sind das Medienereignis des Jahres ...
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Kritik

"Die Tribute von Panem", die aufwändige Verfilmung eines Jugendbuches von Suzanne Collins durch Gary Ross, ist professionell inszeniertes Popcorn-Kino. Hervorzuheben ist die facettenreiche Darstellung von Jennifer Lawrence.
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Nordamerika wurde durch Kriege und Naturkatastrophen verwüstet. Aus den USA wurde der Staat Panem. Einer der zunächst 13 Distrikte erhob sich gegen die Ausbeutung durch die reiche Hauptstadt Kapitol, aber der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen und der rebellische Distrikt ausgelöscht. Um die anderen zwölf Distrikte von einer neuerlichen Erhebung abzuhalten, wurden die Hunger Games in Panem eingeführt. Sie sollen die Erinnerung an den gescheiterten Aufstand wachhalten und dienen der Zentralregierung auch dazu, ihre Macht zu demonstrieren.

In jedem Distrikt werden also einmal im Jahr ein Junge und ein Mädchen im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren ausgewählt, insgesamt 24 Jugendliche. Man nennt sie die Tribute von Panem. Sie werden in die Hauptstadt gebracht und müssen dort in einer vom Fernsehen in ganz Panem übertragenen vierzehntägigen Veranstaltung unter freiem Himmel gegeneinander kämpfen – wie früher die Gladiatoren in Rom –, bis nur noch einer von ihnen am Leben ist, der als Sieger gefeiert wird und in seinen Distrikt zurückkehren darf.

Anders als die reichen Bürger der Hauptstadt, hungern die meisten Bewohner der Distrikte. Um zu überleben, sammeln sie wildwachsende Pflanzen, wildern in den eingezäunten Wäldern und beschaffen Nahrungsmittel auch durch Tausch. Familien, die sich eine staatliche Essensration geben lassen, müssen als Gegenleistung hinnehmen, dass jedes Mal ein weiteres Los für die Hunger Games mit dem Namen eines ihrer Kinder ausgestellt wird. Dadurch vergrößert sich also das Risiko, dass bei der nächsten Ziehung ein Kind der Familie als Tribut in die Hauptstadt reisen muss.

Die Bewohner des 12. Distrikts legen ihre Sonntagskleidung an und versammeln sich zur „Rekrutenernte“, das heißt zur Auslosung der beiden Tribute für die 74. Hunger Games. Die schrill gekleidete, völlig überdrehte Moderatorin Effie Trinket (Elizabeth Banks) ruft zu „fröhlichen Hungerspielen“ auf und zeigt einen Propagandafilm. Als erstes zieht Effie Trinket ein Los aus der Trommel mit Mädchennamen und verkündet das Ergebnis: Primrose Everdeen (Willow Shields). Die 12-Jährige ist wie vor den Kopf geschlagen. Sie stopft ihre Bluse in den Rock und macht sich auf den Weg zur Bühne. Aber da springt ihre vier Jahre ältere Schwester Katniss (Jennifer Lawrence) vor und meldet sich. Einen freiwilligen Tribut hat es im Distrikt 12 noch nie gegeben. Effie Trinket freut sich über die Sensation und holt das mutige Mädchen auf die Bühne.

Katniss Everdeen weiß, dass ihre Schwester bei den Hunger Games keine Überlebenschance hätte. Seit der Vater bei einem Unglück in den Minen ums Leben kam und die Mutter (Paula Malcomson) in einer schweren Depression versunken ist, hat sie sich um den Lebensunterhalt gekümmert und mit Pfeil und Bogen gewildert, um Fleisch für den Verzehr bzw. den Tauschhandel zu beschaffen.

Unter den männlichen Jugendlichen des 12. Distrikts fällt das Los auf den 16-jährigen Bäckersohn Peeta Mellark (Josh Hutcherson).

Als Katniss sich von ihrer Mutter verabschiedet, erklärt sie ihr, sie müsse sich fortan stärker um Primrose kümmern. Und ihren zwei Jahre älteren Freund und Jagdpartner Gale Hawthorne (Liam Hemsworth), dessen Vater ebenfalls bei einem Grubenunglück starb, bittet sie, ihre Mutter und ihre Schwester nicht verhungern zu lassen.

Effie Trinket bringt die beiden Tribute aus dem 12. Distrikt im Schnellzug in die Hauptstadt. Bei ihrem „Mentor“, den sie noch während der Fahrt kennenlernen, handelt es sich um Haymitch Abernathy (Woody Harrelson), den Gewinner der 50. Hunger Games, der seit der Ermordung seiner Mutter, seiner Freundin und seines Bruders vom Alkohol abhängig ist [Alkoholkrankheit]. Er weist sie darauf hin, dass sie versuchen müssten, Sponsoren für sich zu gewinnen, denn im Verlauf der Hunger Games könnten deren Zuwendungen lebensrettend sein.

In Capitol werden die Tribute in mondänen Apartments untergebracht und mit Delikatessen verwöhnt. Aber sie wissen, dass spätestens in zwei Wochen 23 von ihnen tot sein werden.

Caesar Flickerman (Stanley Tucci) fungiert als Moderator und Zeremonienmeister. Coriolanus Snow (Donald Sutherland), der Präsident von Panem, hält die Eröffnungsrede. Den Tributen stehen außer Mentoren auch Kosmetikerinnen und Stylisten zur Verfügung. Weil Distrikt 12 in Panem für den Kohlebergbau zuständig ist, werden Katniss und Peeta für die spektakuläre Eröffnungs-Show, bei der die Tribute paarweise auf Wagen stehen, die von Pferden über die riesige Bühne gezogen werden, von dem Stylisten Cinna (Lenny Kravitz) schwarz gekleidet, und ihre Kostüme scheinen zu brennen. Das Feuer beeindruckt die Zuschauer fast ebenso wie die die Nachricht, dass Katniss anstelle ihrer jüngeren Schwester an den Hunger Games teilnimmt. Als das Mädchen, das in Flammen steht, wird sie populär.

In der Vorstellungsrunde, in der die Tribute einzeln vor die Jury treten, wählt Katniss Pfeil und Bogen, um zu punkten. Nachdem sie beim ersten Versuch gerade noch die Zielscheibe getroffen hat, wenden sich die Jury-Mitglieder gelangweilt von ihr ab. Deshalb bemerkt auch niemand, dass Katniss beim zweiten Mal ins Schwarze trifft. Um die Aufmerksamkeit der Jury zurückzugewinnen, lässt sie den dritten Pfeil in einen Apfel im Maul eines Spanferkels auf dem Büffet schwirren. Erschrocken wenden die Jury-Mitglieder sich ihr daraufhin wieder zu, und sie erhält die höchste Punktzahl aller Tribute.

Auch Peeta schneidet gut ab. Der Bäckersohn, der es gewohnt ist, Mehlsäcke zu heben, schleudert ein schweres Gewicht erstaunlich weit. Im anschließenden Interview wird er von Caesar Flickerman gefragt, ob er eine Freundin habe. Peeta gesteht, in ein Mädchen in seinem Distrikt verliebt zu sein, und als Caesar ihm daraufhin wünscht, dass er als Sieger zu der Angebeteten heimkehrt, enthüllt Peeta, dass es sich dabei um seine Konkurrentin handelt.

Katniss ärgert sich über das unerwartete Geständnis, aber Haymitch Abernathy erklärt ihr, sie solle froh darüber sein, denn die Liebesgeschichte, deren tragischer Ausgang vorauszusehen ist, weil nur entwedeer Peeta oder Katniss überleben wird, begeistert die Zuschauer ebenso wie die Sponsoren. Außerdem gilt Katniss dadurch als begehrenswert, und das wird ihr weitere Sympathien einbringen.

Am nächsten Morgen beginnen die Hunger Games. Die Tribute werden mit Flugzeugen zu dem Areal geflogen, in dem sie sich bekämpfen sollen. Dort versammeln sie sich um ein stilisiertes Füllhorn. Davor liegen Waffen und prall gefüllte Rucksäcke auf dem Boden. Sobald das Zeichen gegeben wird, greifen einige der Tribute zu den Waffen und stürzen sich damit auf Konkurrenten. Katniss schaut kurz auf das Gemetzel, packt dann einen der Rucksäcke und rennt damit quer über das Feld in den Wald. Erst dort kann sie sich kurz den Inhalt des Rucksacks ansehen. Er enthält Gegenstände, die sie zum Überleben brauchen kann.

Innerhalb der ersten acht Stunden werden 13 Tribute getötet. Sobald einer fällt, feuern die Organisatoren eine Kanone ab. Überall auf dem weitläufigen Gebiet, in dem sich die Tribute bewegen können, befinden sich versteckte Kameras, mit denen sie nicht nur von den Spielmachern im Kontrollraum, sondern auch von den Zuschauern an den Fernsehgeräten beobachtet werden.

Jedem Tribut wurde während des Fluges ein Chip implantiert, der sich exakt orten lässt. Als Katniss nur noch zwei Kilometer vom Rand des Spielfelds entfernt ist, lösen die Organisatoren einen Waldbrand aus, der sie zurücktreibt. Durch einen herabfallenden brennenden Ast wird sie am Oberschenkel verletzt.

Auf einem Baum, auf den sie zum Schlafen klettert, findet sie eine Heilsalbe, die ihr offenbar ein Sponsor geschickt hat. Damit versorgt sie ihre Wunde.

Die gut trainierten freiwilligen Tribute der Distrikte 1, 2 und 4, die „Karrieros“, verbünden sich unter ihrem Anführer Cato (Alexander Ludwig) mit Peeta, weil sie Katniss für die stärkste Gegnerin halten und annehmen, sie mit seiner Hilfe ausschalten zu können. Peeta aber hofft, auf diese Weise Katniss beschützen zu können.

Die Gruppe übernachtet ausgerechnet unter dem Baum, in dessen Krone Katniss schläft. Als sie am nächsten Morgen aufwacht, winkt ihr Rue (Amandla Stenberg), ein dunkelhäutiges Mädchen aus dem 11. Distrikt, aus einer anderen Baumkrone zu und macht sie auf ein Wespennest aufmerksam, das genau über den schlafenden Karrieros hängt. Der Fernsehmoderator erklärt den Zuschauern sensationslüstern, dass es sich um genmanipulierte Wespen handelt, deren Stiche lebensgefährlich sind. Während Katniss den Ast absägt, an dem das Nest hängt, wird sie selbst mehrmals gestochen, aber als es unter den Schlafenden am Boden zerbirst, fällt der aggressive Wespenschwarm über die Karrieros her, und dabei sterben einige der Tribute. Die Überlebenden fliehen.

Katniss bricht ebenfalls zusammen. Als sie nach zwei Tagen wieder zu sich kommt, stellt sie fest, dass Rue ihr Blätter von Heilpflanzen auf die von den Wespen gestochenen Hautstellen gelegt hat. Sie verbündet sich mit ihrer Retterin und nimmt einer Toten Pfeil und Bogen ab. Die beiden Mädchen beabsichtigen, die Vorräte der Karrieros zu vernichten. Um sie vom Lager wegzulocken, zündet Rue mehrere Feuer an, während Katniss auf der Lauer liegt. Als die Karrieros den Rauch sehen, laufen die meisten von ihnen los, und nur zwei oder drei Bewacher bleiben zurück. Katniss beobachtet Fuchsgesicht (Jacqueline Emerson), ein Mädchen aus dem 5. Distrikt, das Nahrungsmittel aus dem Lager stiehlt und dabei offenbar Minen überspringt. Weil Katniss auf diese Weise erfährt, dass die Anlage mit Minen gesichert ist, bleibt sie in ihrem Versteck und zerschießt einen aufgehängten Beutel mit Äpfeln, die zu Boden fallen, herumkullern, Explosionen auslösen und das Lager zerstören.

Zufrieden kehrt Katniss zurück. Aber sie findet Rue gefesselt vor. Beherzt schneidet sie die Stricke durch. Da taucht Marvel (Jack Quaid) aus Distrikt 1 auf und schleudert einen Speer. Im nächsten Augenblick tötet Katniss ihn durch einen Pfeilschuss. Rue wurde jedoch von dem Speer in die Brust getroffen und stirbt. Katniss beweint sie und pflückt einen Strauß Blumen, den sie der Toten in die gefalteten Hände legt.

Rues Tod löst im Distrikt 11 Unruhen aus, die von der Armee niedergeschlagen werden.

Haymitch Abernathy rät dem Spielmacher Seneca Crane (Wes Bentley), die tragische Liebesgeschichte von Katniss und Peeta stärker auszubeuten. Kurz darauf wird den Tributen über Lautsprecher eine Regeländerung bekannt gegeben: Ab sofort sind zwei Sieger bei den Hunger Games möglich, allerdings nur, wenn sie aus demselben Distrikt kommen.

Daraufhin sucht Katniss nach Peeta. Sie findet ihn. Ein Schwerthieb hat ihn am Bein verletzt. Katniss bringt ihn in eine Höhle. Dort lässt sie ihn zurück, während sie sich auf die Suche nach Medizin für ihn macht. Sie findet zwar keine Arznei, aber eine Suppe und einen Zettel, auf dem steht: „Das soll ein Kuss gewesen sein!“ Tatsächlich küsste sie Peeta zum Abschied flüchtig. Sie kehrt in die Höhle zurück und füttert Peeta mit der Suppe. Dabei erinnert sie sich daran, dass Peeta ihr vor einigen Jahren im Distrikt 12 verbotenerweise ein verkohltes Brot zuwarf, das eigentlich für die Schweine gedacht war.

Am nächsten Tag stellen die Organisatoren in einer Lichtung vier Behälter auf. Katniss pirscht sich an, packt einen davon und rennt damit los. Aber sie wird von Clove (Isabelle Fuhrman) aus Distrikt 2 angegriffen und zu Boden geworfen. Clove setzt ihr ein Messer an die Kehle und brüstet sich damit, gesehen zu haben, wie Rue getötet wurde. Der aus Distrikt 11 stammende Afroamerikaner Thresh (Dayo Okeniyi), der sich unbemerkt angeschlichen hat, hört das, erschlägt Clove und rettet Katniss das Leben. Er verschone sie wegen ihres Verhaltens gegenüber Rue, erklärt er Katniss, aber bei der nächsten Begegnung werde er keine Rücksicht mehr nehmen.

In dem Behälter, mit dem Katniss in die Höhle zurückkehrt, findet sie eine hochwirksame Heilsalbe. Damit bestreicht sie die Wunde an Peetas Bein.

Am nächsten Morgen ist die Verletzung kaum noch zu sehen, und die beiden Tribute aus Distrikt 12 gehen auf Nahrungssuche. Nach einer kurzen Trennung stößt Katniss auf Peetas am Waldboden ausgebreitete Jacke. Darauf hat er die von ihm inzwischen gesammelten Beeren abgelegt. Katniss weiß, dass es sich um hochgiftige Beeren handelt und warnt Peeta davor. Kurz darauf entdecken sie eine Tote: Fuchsgesicht schlich offenbar Peeta nach und aß von den Beeren. Katniss nimmt einige der giftigen Beeren mit.


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Um die Spannung für die Fernsehzuschauer zu erhöhen, lassen die Spielmacher die Abenddämmerung vorzeitig beginnen und setzen drei computergenerierte Raubtiere ein. Katniss und Peeta rennen um ihr Leben. Die Bestien zerfleischen Thresh und hetzen den Tributen aus Distrikt 12 nach. Denen gelingt es zwar, sich in letzter Sekunde auf das riesige Füllhorn zu retten, an dessen glatten Metallwänden die Tiere nicht nach oben klettern können, aber Cato, der bereits vor ihnen da war, stürzt sich auf Peeta. Katniss schießt ihm einen Pfeil in die Hand. Cato lässt los, verliert das Gleichgewicht, fällt vom Füllhorn und wird sofort von den Bestien angegriffen. Aus Mitleid tötet Katniss ihn mit einem Pfeilschuss.

In diesem Augenblick hören Katniss und Peeta eine weitere Lautsprecherdurchsage: Die Regeländerung sei zurückgenommen worden, heißt es, es werde auch bei den 74. Hunger Games nur einen Sieger geben.

Daraufhin fordert Peeta Katniss auf, ihn zu töten. Sie müsse zu ihrer Mutter und zu ihrer Schwester zurückkehren, um sie zu versorgen, meint er. Aber Katniss versucht, die Spielmacher auszutricksen: Sie gibt Peeta die Hälfte der giftigen Beeren und fordert ihn auf, gleichzeitig mit ihr davon zu essen. Er nickt, und sie beginnt zu zählen. Wie von Katniss erwartet, ertönt erneut Seneca Cranes Stimme aus dem Lautsprecher: Um zu verhindern, dass es überhaupt keinen Überlebenden gibt und die Zuschauer enttäuscht werden, erklärt er nun doch Katniss und Peeta rasch zu Siegern.

Im abschließenden Interview fragt Caesar Flickerman, warum Katniss dem verletzten Peeta geholfen habe. Sie hätte sich nicht vorstellen können, ohne ihn weiterzuleben, sagt sie. In Wirklichkeit liebt sie zwar nicht Peeta, sondern Gale Hawthorne, aber sie hat gelernt, auf die Erwartungen des Publikums einzugehen. Präsident Coriolanus Snow hängt den Gewinnern die Medaillen um.

Seneca Crane wird in einen Raum gesperrt, in dessen Mitte eine Kristallschale mit den giftigen Beeren steht. Weil es Snow missfällt, dass es zwei Sieger gibt, soll der Spielmacher sich selbst das Leben nehmen [Suizid].

Katniss und Peeta fahren mit dem Zug nach Hause. Am Bahnhof werden sie von einer jubelnden Menge empfangen, in der auch Mrs Everdeen und Gale Hawthorne stehen. Primrose sitzt auf Gales Schultern.

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Der Film „Die Tribute von Panem“ basiert auf dem ersten Band einer Trilogie der amerikanischen Kinder- und Jugendbuchautorin Suzanne Collins (1962). Die Titel der Romane lauten: „The Hunger Games“ (2008), „Catching Fire“ (2009) und „Mockingjay“ (2010) bzw. „Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele“ (2009), „Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe“ (2010) und „Die Tribute von Panem. Flammender Zorn“ (2011). Die deutschen Übersetzungen stammen von Sylke Hachmeister und Peter Klöss.

Man hat Suzanne Collins vorgeworfen, Ideen aus dem 1999 veröffentlichten Roman „Battle Royale“ des Japaners Koushun Takami plagiiert zu haben. Außerdem gibt es Parallelen zu dem Roman „Menschenjagd“ (Originaltitel: „The Running Man“, 1982) von Stephen King. In Deutschland erinnern wir uns bei „Die Tribute von Panem“ an den Film „Das Millionenspiel“ (1970).

Der Name des Landes Panem stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Brot. „Panem et circenses“ bzw. „Brot und Spiele“ lautete der Titel einer Satire des römischen Dichters Juvenal.

Bei „Die Tribute von Panem“ handelt es sich um eine Dystopie, aber auch um eine Mediensatire über heutige Reality- und Casting Shows wie „Big Brother“, „Dschungel Camp“, „Deutschland sucht den Superstar“ und „Germany’s Next Topmodel“. Wie die Teilnehmer solcher Sendungen sind die Tribute den Erwartungen der Medien und der Fernsehzuschauer ausgesetzt, und sie werden gnadenlos gegeneinander ausgespielt. Es stellt sich die Frage, ob es in so einer Situation möglich ist, authentisch und human zu bleiben. Man kann die Reise der Tribute in die Hauptstadt außerdem als Abschied vom Elternhaus, Eintritt ins Erwachsenenleben und desillusionierende Konfrontation mit dem Konkurrenzkampf in der Geschäftswelt interpretieren.

Der Staat Panem ist eine Diktatur, in der die Hauptstadt auf Kosten der ausgebeuteten Provinz lebt. Anspielungen gibt es auch auf den Nationalsozialismus. So wird den Bewohnern des 12. Distrikts zu Beginn ein Propagandafilm gezeigt, der szenenweise an Leni Riefenstahls „Triumph des Willens“, „Fest der Völker“ und „Fest der Schönheit“ erinnert, und wenn den Kindern Blut für eine DNA-Probe entnommen wird, ist das eine Selektion wie an der Rampe von Auschwitz.

Allerdings setzen sich Gary Ross, Suzanne Collins und Billy Ray mit keinem der Themen auseinander.

Die Verfilmung weicht nur unwesentlich von der Romanvorlage ab. Zum Beispiel glaubt Peeta im Film bis zum Schluss, dass Katniss seine Gefühle erwidert. Im Buch begreift er, dass sie die Romanze nur aus PR-Gründen vortäuscht. In der literarischen Vorlage muss ihm ein Bein amputiert werden, im Film nicht. Andererseits kommt es hier – anders als im Buch – zu Unruhen im Distrikt 11.

Trotz des enormen Aufwands – die Produktion soll 78 Millionen Dollar gekostet haben – ist „Die Tribute von Panem“ kein wirklich guter Film, sondern nichts weiter als einigermaßen spannendes, unterhaltsames Popcorn-Kino. Da werden dann auch schon mal die Kanonenschüsse vergessen, die den Tod von Tributen bekanntgeben (beim Tod von Marvel und Rue).

Überzeugend ist die facettenreiche Darstellung von Jennifer Lawrence, die für ihre Rolle in „Winter’s Bone“ eine „Oscar“-Nominierung erhielt.

Das Motiv der Brosche, die Katniss zunächst ihrer Schwester Primrose schenkt und die sie dann als Talisman zurückerhält, ist ein Mockingjay, ein (fiktiver) Vogel, der mit der Rebellion des 13. Distrikts in Verbindung steht, also ein Symbol des Widerstands. „Mockingjay“ lautet auch der Titel des dritten Romans von Suzanne Collins über Panem.

Die Dreharbeiten für „Die Tribute von Panem“ fanden vom 23. Mai bis 19. September 2011 in North Carolina statt.

Der Film soll bisher (September 2012) knapp 700 Millionen Dollar eingespielt haben.

Deutsche Synchronsprecher in „Die Tribute von Panem“: Maria Koschny (Katniss Everdeen), Ricardo Richter (Peeta Mellark), Leonhard Mahlich (Gale Hawthorne), Thomas Nero Wolff (Haymitch Abernathy), Lutz Mackensy (Caesar Flickerman), Philipp Moog (Seneca Crane), Robert Glatzeder (Cinna), Jürgen Kluckert (Präsident Snow), Cathlen Gawlich (Effie Trinket), Valentina Bonalana (Primrose Everdeen), Silke Matthias (Mrs Everdeen), Stefan Krause (Claudius Templesmith), Kristina Tietz (Clove), Tobias Müller (Cato), Derya Flechtner (Rue), Alessa Steinke (Fuchsgesicht), Nicole Hannak (Glimmer), Natascha Geisler (Atala) u.a.

Francis Lawrence drehte das Sequel „Die Tribute von Panem. Catching Fire“.

Die Tribute von Panem. Catching Fire – Originaltitel: The Hunger Games. Catching Fire – Regie: Francis Lawrence – Drehbuch: Simon Beaufoy und Michael Arndt nach dem Roman „Die Tribute von Panem“ von Suzanne Collins – Kamera: Jo Willems – Schnitt: Alan Edward Bell – Musik: James Newton Howard – Darsteller: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Philip Seymour Hoffman, Donald Sutherland, Jena Malone, Woody Harrelson, Elizabeth Banks, Amanda Plummer, Stanley Tucci, Philip Seymour Hoffman u.a. – 2013; 145 Minuten

Es ist geplant, den dritten Teil in zwei von Francis Lawrence inszenierte Filme aufzuteilen, die im November 2014 bzw. 2015 in die Kinos kommen sollen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012 / 2013

Gary Ross: Seabiscuit. Mit dem Willen zum Erfolg

Martin Walser - Ein sterbender Mann
Der Protagonist äußert sich in Briefen, Mails, Postings, Selbst­ge­sprächen ... Eingestreut sind auch Texte anderer Figuren. Daraus ergibt sich eine heterogene Mixtur selbst­ironischer, tragikomischer, sarkas­tischer, grotesker, satirischer Passa­gen: "Ein sterbender Mann" von Martin Walser.
Ein sterbender Mann

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