Ein anderer Liebhaber

Ein anderer Liebhaber

Ein anderer Liebhaber

Originaltitel: Ein anderer Liebhaber - Regie: Xaver Schwarzenberger - DrehbBuch: Knut Boeser, nach dem Roman "Das Gefängnis" von Georges Simenon - Kamera: Xaver Schwarzenberger - Schnitt: Inez Regnier - Darsteller: Karlheinz Hackl, Petra Maria Grühn, Winfried Hübner, Wilfried Klaus, Rolf Henninger, Cora Frost, Friedrich von Thun, Alexander May, Isabell Fischer, Teresa Harder, Wilfried Klaus, Lisa Kreuzer, Gerd Lohmeyer, Daphne Wagner u.a. - 1990; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Als Thomas Pohl nach Hause kommt, um sich umzuziehen und mit seiner Frau auszugehen, wartet ein Kriminalbeamter vor der Haustür auf ihn. Er wundert sich, wo seine Frau ist, aber der Beamte stellt nur Fragen und fordert ihn schließlich auf, ins Polizeipräsidium mitzukommen. Dort erfährt Thomas Pohl, dass seine Frau unter Mordverdacht verhaftet wurde ...
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Kritik

Mit kalten und schattenreichen Bildern setzt Xaver Schwarzenberger die Romanvorlage "Das Gefängnis" von Georges Simenon in einen spannenden Kriminalfilm um: "Ein anderer Liebhaber".
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Der ebenso gefühlsarme wie lebenshungrige Verleger Thomas Pohl (Karlheinz Hackl), der mit einer erotischen Zeitschrift viel Geld verdient, ist seit sieben Jahren mit einer erfolgreichen, willensstarken und intelligenten Journalistin verheiratet. Während der Woche halten sich Thomas und Jacqueline Pohl (Petra Maria Grühn) in ihrer mondänen Münchner Stadtwohnung auf; am Wochenende fahren sie ins Landhaus, wo ihr fünfjähriger Sohn Patrick von einem Kindermädchen betreut wird.

Als Thomas Pohl nach Hause kommt, um sich umzuziehen und mit seiner Frau auszugehen, wartet ein Kriminalbeamter vor der Haustür auf ihn. Ob er eine Pistole besitze? Ja, im Nachttisch. Doch da findet Pohl sie nicht mehr. Er wundert sich, wo seine Frau ist, aber der Beamte stellt nur Fragen und fordert ihn schließlich auf, ins Polizeipräsidium mitzukommen. Dort erfährt Thomas Pohl, dass seine Frau verhaftet wurde. Man beschuldigt sie, am Nachmittag mit Pohls Waffe ihre zwei Jahre jüngere und mit einem reichen Bankier verheiratete Schwester Adrienne (Cora Frost) erschossen zu haben.

Kommissar Weber (Wilfried Klaus) fragt so lange, bis Thomas Pohl zugibt, mit seiner Schwägerin ein Verhältnis gehabt zu haben. Es hatte vor sieben Jahren begonnen, aber seit Dezember letzten Jahres begegneten sich die beiden nur noch bei Familientreffen, denn die wöchentlichen Schäferstündchen waren zur Gewohnheit und dadurch reizlos geworden; Liebe war es ohnehin nie.

Erschoss Jacqueline ihre Schwester aus Eifersucht? Das kann sich Thomas Pohl nicht vorstellen, denn sie tolerierte seine zahlreichen Affären, und von der Beziehung zwischen ihm und Adrienne wusste sie nichts. Er ist verunsichert und trinkt noch mehr als sonst.

Dr. Reiser (Rolf Henninger), der Verteidiger seiner Frau warnt ihn, er könne kaum verhindern, dass die Beschuldigte wegen Mordes zur Höchststrafe verurteilt werde. Nur wenn er in der Lage sei, darzulegen, dass sie im Affekt handelte, gebe es noch eine Chance für ein milderes Urteil. Das vor fast einem Jahr abgebrochene Verhältnis von Thomas Pohl und Adrienne Bergmann sei dafür ungeeignet; es müsste sich schon um eine aktuellere Affäre handeln.

Auch Kommissar Weber ermittelt in dieser Richtung, und bei der Befragung der Verlagsmitarbeiter findet er heraus, dass der Fotograf Bauer (Winfried Hübner) seit zwei Jahren mit Jacqueline Pohl und seit drei Monaten auch mit deren Schwester schlief. Was fanden die beiden Frauen ausgerechnet an diesem schmierigen, ungepflegten und schlecht riechenden Fotografen? Thomas Pohl ist tief getroffen.

Er besucht noch einmal seinen Sohn Patrick im Landhaus. Auf der Rückfahrt rast er absichtlich mit Vollgas gegen einen Baum.

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Xaver Schwarzenberger, der als Kameramann mit Rainer Werner Fassbinder zusammengearbeitet hatte (Lili Marleen, Lola, Berlin Alexanderplatz), ist in diesem Film auch für die Regie verantwortlich. Mit kalten und schattenreichen Bildern setzte er Georges Simenons Romanvorlage „La prison“ (1967; deutsch: „Das Gefängnis“) in einen spannenden Kriminalfilm um. Für „Ein anderer Liebhaber“ wurde er mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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