Christian Steiger : Rosemarie Nitribitt

Rosemarie Nitribitt

Christian Steiger

Rosemarie Nitribitt

Rosemarie Nitribitt. Autopsie eines deutschen Skandals Originalausgabe: HEEL Verlag, Königswinter 2007 ISBN 978-3-89880-737-1, 190 Seiten, 19.95 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Am 1. November 1957 wurde die Prostituierte Rosemarie Nitribitt in ihrem Apartment in Frankfurt tot aufgefunden. Die 24-Jährige schien sich bei einem Kampf den Kopf aufgeschlagen zu haben und war offenbar erwürgt worden. Weil der Mord unaufgeklärt blieb und Prominente zu ihren Freunden und Freiern gezählt hatten, blühten die Spekulationen ...
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Kritik

Viel Neues hat Christian Steiger nicht entdeckt, aber er brachte das verfügbare Wissen und die Gerüchte über Rosemarie Nitribitt auf dem aktuellen Stand in eine übersichtliche, klar gegliederte und sehr gut lesbare Buchform.

 

Rosemarie Nitribitt (Kurzbiografie)

Der auf Autos spezialisierte Journalist Christian Steiger (* 1968) hatte als Jugendlicher in einer alten Illustrierten etwas über Rosemarie Nitribitt gelesen. Das ließ ihn nicht mehr los. Er beschäftigte sich mit dem Fall, befragte Zeugen, las Bücher und Zeitungsberichte, erhielt Einblick in die Ermittlungsakten und trug seine Erkenntnisse in einem Sachbuch mit dem Titel „Rosemarie Nitribitt. Autopsie eines deutschen Skandals“ zusammen.

Rosemarie Nitribitt, das zierliche Mädchen aus Frankfurt: Die Hure, deren Namen noch immer jeder Deutsche kennt. Die legendärste Leiche der Bundesrepublik […] Sie hat es tatsächlich zum Superlativ ihrer Zeit gebracht, zur Romanheldin und zur Filmfigur, obwohl sich nach ihrem Tod kaum einer für ihr wirkliches Leben interessierte […] Wer sie wirklich gewesen ist, die Erwürgte in ihrem Neubau-Wohnzimmer, das musste die Kinder des Wirtschaftswunders tatsächlich nicht interessieren. Dass es sie und ihre Karriere geben konnte, war für die verklemmte Republik schon schockierend genug […]
Die Wahrheit, die damals unwesentlich war, ist anders als die Filme, der Roman und die vielen Boulevardstorys auf vergilbendem Papier. (Seite 8f)

Im ersten Kapitel („Ein Leben vor dem Tod“) rekonstruiert Christian Steiger Rosemarie Nitribitts Kindheit und Jugend. Dann schildert er, wie ihre Leiche gefunden wurde und setzt sich kritisch mit den polizeilichen Ermittlungen auseinander. Zum Schluss („Rosi geht nach Hollywood“) berichtet er über Filme zum Fall Rosemarie Nitribitt.

Viel Neues hat Christian Steiger nicht entdeckt, aber er brachte das verfügbare Wissen und die Gerüchte auf dem aktuellen Stand in eine übersichtliche, klar gegliederte und sehr gut lesbare Buchform. Die Reaktion der Medien und der Öffentlichkeit auf die Ermordung der Edelprostituierten, die in einem Mercedes Coupé in Frankfurt herumfuhr und zwanzig Mal mehr als ein

Durchschnittsbürger verdiente, wirft ein Licht auf die Gesellschaft der Fünfzigerjahre. Skandalös war aber auch, mit welcher Schludrigkeit der Mordfall von den Ermittlern bearbeitet wurde. Christian Steiger behauptet in seinem Buch, dass die Polizei von einem Raubmord ausging und andere Möglichkeiten gar nicht ernsthaft in Betracht zog. Die Alibis von Angehörigen von Industriellen-Dynastien, die Kontakte zu Rosemarie Nitribitt hatten, wurden deshalb nicht besonders streng überprüft. Aber auch die siebenundvierzigjährige Aufwartefrau Erna Krüger – so Christian Steiger – hätte zumindest ein Motiv gehabt, Rosemarie Nitribitt bei einem Handgemenge im Affekt zu töten, denn die beiden Frauen hatten sich unmittelbar vor der Bluttat heftig gestritten, und Rosemarie Nitribitt war nicht auf die Versöhnungsgesten ihrer Aufwartefrau eingegangen.

„Rosemarie Nitribitt. Autopsie eines deutschen Skandals“ ist auf Hochglanzpapier gedruckt, fadengeheftet und mit zahlreichen Fotos illustriert.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007
Textauszüge: © HEEL Verlag

Rosemarie Nitribitt (Kurzbiografie)

Andy Goldsworthy - Andy Goldsworthy
In acht (zum Teil leider nicht mehr lieferbaren) sehr schönen Fotobänden stellte Zweitausendeins Arbeiten des britischen Künstlers Andy Goldsworthy vor.


Andy Goldsworthy

Andy Goldsworthy

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