Susanna Tamaro : Geh, wohin dein Herz dich trägt

Geh, wohin dein Herz dich trägt
Originalausgabe: Va' dove ti porta il cuore, Mailand 1994 Geh, wohin dein Herz dich trägt Übersetzung: Maja Pflug Diogenes Verlag, Zürich 1995
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Eine 80-Jährige erzählt ihrer Enkelin in allerdings niemals abgeschickten Briefen aus ihrem eigenen Leben, dem ihrer Tochter und dem der Enkelin. Sie hält die Zeit für gekommen, Fehler zuzugeben und bisher nicht offenbarte Lebenslügen einzugestehen.
mehr erfahren

Kritik

Es ist erstaunlich, wie Susanna Tamaro in "Geh, wohin dein Herz dich trägt" den Ton und die Abgeklärtheit einer Greisin trifft!
mehr erfahren

In dem Roman „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ erfahren wir die Geschichte dreier Frauen verschiedener Generationen: Enkelin, Mutter, Großmutter. Letztere erzählt in ihren an die Enkelin in Amerika gerichteten Briefen (die allerdings nie abgeschickt werden, weil sie nicht als Aufforderung zur Rückkehr missverstanden werden sollen), wie sich die Lebensläufe der drei Frauen aufgrund der jeweiligen Epochen und gesellschaftlichen Umstände entwickelt haben. (Wohlhabendes Bürgertum und rigide Eltern zwangen die Großmutter in eine unumgehbare Tradition. Die Mutter wurde von feministischer Sinnsuche unter dem Einfluss eines verbrecherischen Gurus geprägt. Die Enkelin wuchs während des politischen Dogmatismus der 70er Jahre auf.)

Die 80-Jährige, die ihr Leben zu Ende gehen sieht, hält die Zeit für gekommen, Fehler zuzugeben und bisher nicht offenbarte Lebenslügen einzugestehen. Ihre Tochter, deren Ansichten sie nicht nachvollziehen konnte, war ihr schon früh entglitten. Sie starb nach einem Autounfall. Die Großmutter sah sich daraufhin in der Pflicht, die als Waise zurückgebliebene Enkelin aufzuziehen. Diese fühlte sich in der behüteten Atmosphäre eingeengt und sucht nun ihre Selbstverwirklichung in Amerika.

nach oben

Altersweisheit lässt die sich erinnernde Großmutter mit Distanziertheit und ohne Weinerlichkeit die oft schmerzlichen Erfahrungen kommentieren und bewerten, was manchmal – nach meinem Empfinden – etwas zu betulich, aber nie mit erhobenem Zeigefinger geschieht.

Erstaunlich finde ich, wie Susanna Tamaro (geboren 1957 in Triest) als Siebenunddreißigjährige in „Geh,wohin dein Herz dich trägt“ den Ton und die Abgeklärtheit einer Greisin trifft.

Im Titel zitiert die Autorin einen Samurai-Wahlspruch aus dem 17. Jahrhundert.

Cristina Comencini verfilmte den Roman „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ 1996.

Originaltitel: Va‘ dove ti porta il cuore – Regie: Cristina Comencini – Drehbuch: Cristina Comencini, Roberta Mazzoni, nach dem roman „Geh, wohin dein Herz dich trägt“ von Susanna Tamaro – Kamera: Roberto Forza – Schnitt: Nino Baragli – Musik: Claudio Capponi, Alessio Vlad – Darsteller: Virna Lisi, Margherita Buy, Galatea Ranzi, Massimo Ghini, Tchéky Karyo, Valentina Chico u.a. – 1996; 110 Minuten

 

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Irene Wunderlich 2002

Eugen Kogon - Der SS-Staat
Eugen Kogon, der selbst von 1939 bis 1945 im Konzentrationslager Buchenwald eingesperrt gewesen war, veröffentlichte 1946 die erste umfassende und eingehende Darstellung über "das System der deutschen Konzentrationslager".
Der SS-Staat

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.