Death Proof. Todsicher

Death Proof. Todsicher

Death Proof. Todsicher

Death Proof. Todsicher – Originaltitel: Grindhouse. Death Proof – Regie: Quentin Tarantino – Drehbuch: Quentin Tarantino – Kamera: Quentin Tarantino – Schnitt: Sally Menke – Darsteller: Kurt Russell, Sydney Tamiia Poitier, Vanessa Ferlito, Tracie Thoms, Rosario Dawson, Zoë Bell, Mary Elizabeth Winstead, Rose McGowan, Jordan Ladd, Eli Roth, Quentin Tarantino, Marcy Harriell, Omar Doom u.a. – 2007; 90 / 110 Minuten

Inhaltsangabe

Ein abartiger Serienkiller, dessen Gesicht durch eine Narbe entstellt ist, lauert Mädchen auf. Als Mordwaffe benutzt er Autos. Einmal tötet er vier junge Frauen durch einen absichtlich herbeigeführten Frontalzusammenstoß, ein anderes Mal rammt er einen mit drei Mädchen besetzten Wagen von hinten und versucht, ihn in voller Fahrt von der Straße abzudrängen ....
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Kritik

"Death Proof. Todsicher" ist eine eigenwillige, dialoglastige Mischung aus Road- und Splatter-Movie, Trash und Serienkiller-Thriller von Quentin Tarantino, der keinen Zweifel daran lässt, dass er die Frauen für das stärkere Geschlecht hält.
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Arlene (Vanessa Ferlito) ist mit ihren Freundinnen Shanna (Jordan Ladd) und Julia (Sydney Tamiia Poitier) im Auto unterwegs zu einem Wochenendhaus an einem See, das Shannas Vater Ben gehört. Auf dem Weg dorthin treffen sich die attraktiven Mädchen in der von Warren (Quentin Tarantino) geführten Mexiko-Bar außerhalb von Austin, Texas, mit der Dealerin Marcy (Marcy Harriell), ein paar Kerlen und Lanna Frank (Monica Staggs), die ebenfalls zwei Freundinnen mitbringt (Eurlyne Epper, Jamie L. Dunno). Die Männer werden von Arlene, Shanna und Julia zwar scharf gemacht, aber auf Distanz gehalten, denn die Clique hat sich vorgenommen, keinen mit ins Wochenendhaus zu nehmen. In der Hoffnung, doch noch mitkommen zu dürfen, geben die Männer eine Schnapsrunde nach der anderen aus.

Währenddessen hängt ein älterer Mann am Tresen herum, dessen Gesicht durch eine lange Narbe entstellt ist. Er nennt sich „Stuntman Mike“ (Kurt Russell) und ist mit einem dunkelgrauen 1970 Chevrolet Nova SS unterwegs. Als er hört, dass die ebenfalls an der Bar sitzende Blondine Pam (Rose McGowan) von ihrem Freund versetzt wurde und kein Auto hat, bietet er ihr an, sie nach Hause zu fahren. Er wolle allerdings noch ein wenig bleiben, sagt er, und bestellt nach dem Wasser, das er bisher trank, noch eine Pina Colada.

Die Radiomoderatorin „Jungle“ Julia hatte in ihrer letzten Sendung versprochen, dass ihre Freundin Arlene „Butterfly“ einen Lapdance vorführt, sobald ein Mann sie erkennt und das Gedicht „Stopping by Woods on a Snowy Evening“ von Robert Frost korrekt zitiert. Arlene erfährt davon erst in der Kneipe. Ausgerechnet Stuntman Mike bewirbt sich um die Vorführung. Arlene fürchtet sich vor ihm. Zunächst zögernd, dann immer aufreizender lässt sie die Hüften kreisen.

Schließlich fahren alle los. Pam wundert sich, dass sie als Beifahrerin in einer abgetrennten Kabine sitzen muss, aber Stuntman Mike erklärt ihr, es handele sich um ein todsicheres („death proof“) Stunt-Fahrzeug. Bei Einsätzen werde der Beifahrersitz gegen eine der Kameras ausgetauscht. Einen Anschallgurt gibt es nicht. Als Stuntman Mike immer waghalsiger durch die Nacht rast, kreischt Pam vor Angst und bettelt darum, aussteigen zu dürfen, aber er macht weiter – bis zu einer Vollbremsung, bei der Pam nach vorn geschleudert und getötet wird.

Mit der blutüberströmten Leiche neben sich nimmt Stuntman Mike die Verfolgung von Arlene, Shanna, Julia und Marcy auf. Nachdem er sie unbemerkt überholt hat, wendet er seinen Chevy, dessen Karosserie für Stunt-Aufnahmen verstärkt wurde, schaltet die Scheinwerfer aus und gibt Vollgas. Erst im letzten Moment blendet er auf. Die Mädchen und ihr Auto werden bei dem frontalen Zusammenprall zerfetzt. Stuntman Mike wird verletzt ins Krankenhaus gebracht.

Der Texas Ranger Earl McGraw (Michael Parks) und sein Sohn Edgar (James Parks) leiten die Ermittlungen. Die Ärztin Dr. Dakota Block (Marley Shelton) weist auf die hohe Alkohol- und Drogenkonzentration im Blut der toten Mädchen hin und geht davon aus, dass sie den Verkehrsunfall verursachten. Aber der erfahrene Ranger ist überzeugt, dass der Frontalzusammenstoß von dem Fahrer des anderen Fahrzeugs absichtlich herbeigeführt wurde und vermutet, dass es sich um einen Perversen handelt. Beweisen kann er das allerdings nicht.

Über ein Jahr später beobachtet Stuntman Mike in Lebanon, Tennessee, von seinem schwarzen 1969 Dodge Charger aus vier Mädchen, die in einem gelben 1973 Ford Mustang Mach 1 unterwegs sind: die Filmschauspielerinnen Abernathy (Rosario Dawson) und Lee (Mary Elizabeth Winstead) sowie die Stunt-Frauen Kim (Tracie Thoms) und Zoë (Zoë Bell).

Zoë will zu einem Mann namens Jasper (Jonathan Loughran), der einen gebrauchten weißen 1970 Dodge Challenger privat zum Kauf angeboten hat. Das Auto kann sie sich zwar nicht leisten, aber sie träumt von einer Probefahrt. Jasper ist zunächst nicht bereit, den Mädchen das Auto zu überlassen. Erst als Abernathy ihm erklärt, Lee bleibe gewissermaßen als Pfand bei ihm und andeutet, er könne mit der angeblichen Pornodarstellerin Sex haben, überlässt er ihr den Schlüssel. Während Kim, Zoë und Abernathy losfahren, geht Jasper mit geilem Blick zu Lee, die von der Abmachung nichts mitbekommen hat.

In voller Fahrt klettert Zoë aus einem Seitenfenster aufs Dach und legt sich dann – nur von zwei an den Türen befestigten Gürteln gehalten – auf die Motorhaube.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Plötzlich taucht Stuntman Mike mit seinem Dodge Charger hinter den Mädchen auf. Er rammt deren Wagen mehrmals und versucht, ihn von der Straße abzudrängen. Zoë wird hin- und hergeschleudert. Die Gürtel reißen. Sie klammert sich mit ihren Händen an die Kanten der Motorhaube. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod. Beide Fahrzeuge kommen nach einem Zusammenstoß abrupt zum Stehen, Zoë stürzt in den Straßengraben. Triumphierend steigt Stuntman Mike aus. Aber das hämische Lachen vergeht ihm rasch, denn Kim hat eine Pistole bei sich, schießt auf ihn und trifft ihn in die linke Schulter. Er flieht mit seinem Wagen, aber die Frauen beschließen, ihn nicht davonkommen zu lassen. Zoë hebt eine Eisenstange von der Straße auf und nimmt sie mit. Nachdem die Frauen den Dodge Charger mit ihrem völlig verbeulten Dodge Challenger eingeholt haben, zwingen sie Stuntman Mike zum Anhalten und zerren ihn aus dem Fahrzeug. Gemeinsam schlagen und treten sie ihn tot.

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„Death Proof. Todsicher“ ist eine eigenwillige Mischung aus Road- und Splatter-Movie, Trash und Serienkiller-Thriller. Quentin Tarantino (Produktion, Drehbuch, Regie, Kamera, Nebenrolle) knüpft damit an die Exploitation- und B-Movies an, die von den Fünfziger- bis zu den Siebzigerjahren in amerikanischen Schmuddelkinos (grindhouses) rund um die Uhr gezeigt wurden. Trotz zahlreicher Filmzitate prägt er „Death Proof. Todsicher“ durch seinen unverwechselbaren Stil. Absichtlich hinzugefügte Kratzer und andere Störungen sollen den Streifen so aussehen lassen, als handele es sich um eine häufig vorgeführte dreißig oder vierzig Jahre alte Kopie. Zu diesen vorgeblichen Schäden gehört auch, dass der zweite Teil schwarz-weiß beginnt und erst nach einigen Minuten mitten in einer Szene bunte Farben aufleuchten.

„Death Proof. Todsicher“ ist dialoglastig. Anfangs wird überhaupt nur geredet: Arlene, Shanna und Julia unterhalten sich über belanglose Themen. Ganz allmählich baut Quentin Tarantino durch das Erscheinen des Fremden mit dem Narbengesicht Spannung auf.

Bei dem abartigen Serienkiller in „Death Proof. Todsicher“ handelt es sich um einen sexuell frustrierten Perversen. Quentin Tarantino lässt keinen Zweifel daran, dass er die Frauen für das stärkere Geschlecht hält. Die drei Furien Abernathy, Lee und Zoë erinnern wohl nicht zufällig an Varla, Rosie und Billie in “ Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ von Russ Meyer.

Die verchromte Ente auf der Motorhaube von Stuntman Mikes Autos ist eine Hommage an „Convoy“ von Sam Peckinpah.

Convoy – Originaltitel: Convoy – Regie: Sam Peckinpah – Drehbuch: Bill L. Norton – Kamera: Harry Stradling jr.– Schnitt: Creame Clifford, Garth Craven, John Wright – Musik: Chip Davis – Darsteller: Kris Kristofferson, Ali MacGraw, Ernest Borgnine, Madge Sinclair, Burt Young, Franklin Ajaye, Brian Davies, Seymor Cassel u.a. – 1978; 105 Minuten

Die Verfolgungsjagden wurden übrigens herkömmlich gedreht und nicht erst im Computer generiert.

Dabei spielt die neuseeländische Stuntfrau und Filmschauspielerin Zoë Bell (* 1978), die Uma Thurman in „Kill Bill. Vol. 1“ und „Kill Bill. Vol. 2“ doubelte, eine Stuntfrau, die sich in voller Fahrt auf der Motorhaube eines 1970 Dodge Challenger festklammert.

Kurt Russell ist es gelungen, aus der aberwitzigen Figur „Stuntman Mike“ einen facettenreichen Charakter zu machen.

Folgende Musiktitel sind in „Death Proof. Todsicher“ zu hören:

  • „Stuntman Mike“ (Interpreten: Rose McGowan und Kurt Russell)
  • „Planning & Scheming“ (Eli Roth und Michael Bacall)
  • „Whatever-However“ (Tracie Thoms und Zoë Bell)
  • „The Last Race“ (Jack Nitzsche)
  • „Baby, It’s You“ (Gruppe Smith)
  • „Jeepster“ (T–Rex)
  • „Staggolee“ (Pacific Gas & Electric)
  • „The Love You Save“(Joe Tex)
  • „Good Love, Bad Love“ (Eddie Floyd)
  • „Down In Mexico“ (The Coasters)
  • „Hold Tight“ (Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich)
  • „It’s So Easy“ (Willy DeVille)
  • „Riot In Thunder Alley“ (Eddie Beram)
  • „Chick Habit“ (April March, komponiert von Serge Gainsbourg und France Gall)
  • „Paranoia Prima“ (aus „Die neunschwänzige Katze“, komponiert von Ennio Morricone)
  • „Sally and Jack“ (aus „Blow Out. Der Tod löscht alle Spuren“, komponiert von Pino Donaggio)

Eigentlich handelt es sich bei „Death Proof “ um den zweiten Teil eines dreistündigen Double-Features von Quentin Tarantino und Robert Rodriguez mit dem Titel „Grindhouse“. Außerhalb der USA wurden die beiden Bestandteile „Planet Terror“ und „Death Proof“ jedoch getrennt vermarktet und zu diesem Zweck verlängert.

Planet Terror – Originaltitel: Grindhouse. Planet Terror – Regie: Robert Rodriguez – Drehbuch: Robert Rodriguez – Kamera: Robert Rodriguez – Schnitt: Ethan Maniquis, Robert Rodriguez – Musik: Robert Rodriguez – Darsteller: Rose McGowan, Freddy Rodríguez, Josh Brolin, Marley Shelton, Jeff Fahey, Michael Biehn, Rebel Rodriguez, Bruce Willis, Naveen Andrews, Julio Oscar Mechoso, Stacy Ferguson, Nicky Katt, Hung Nguyen, Zoë Bell u.a. – 2007; 95 / 105  Minuten

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

Quentin Tarantino: Reservoir Dogs. Wilde Hunde
Quentin Tarantino: Pulp Fiction
Quentin Tarantino: Jackie Brown
Quentin Tarantino: Kill Bill Vol. 1
Quentin Tarantino: Kill Bill Vol. 2
Robert Rodriguez, Frank Miller, Quentin Tarantino: Sin City
Quentin Tarantino: Inglourious Basterds
Quentin Tarantino: Django Unchained
Quentin Tarantino: The Hateful 8

Robert Rodriguez: From Dusk Till Dawn (Drehbuch von Quentin Tarantino)

Alan Isler - Goetzens Bilder
"Goetzens Bilder" ist eine aberwitzige und recht unterhaltsame Satire von Alan Isler. Der Aufbau – ein Wechsel zwischen chronologischer Handlung und Erinnerungen – ist gelungen, und Alan Isler lässt auch keinen Handlungsfaden fallen.
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