Gedächtnisverlust, Amnesie


Je nach betroffenem Zeitintervall und Erlebnisbereich können verschiedene Formen der Amnesie (Gedächtnisverlust, Erinnerungslücke) unterschieden werden. Eine retrograde Amnesie liegt vor, wenn sich der Gedächtnisverlust auf einen (zumeist kurzen) Zeitraum vor einem bestimmten Ereignis bezieht, ein Patient sich also beispielsweise nicht mehr an einen Unfallhergang erinnern kann. Wenn diese Erinnerungslücken schwerwiegend sind, kann die dadurch entstehende Unsicherheit für die Betroffenen quälend sein. Seltener ist die anterograde Amnesie, bei der Patienten neue Erlebnisse jeweils rasch vergessen, sich aber häufig ihrer Vergesslichkeit nicht bewusst sind.

Eine kongrade Amnesie liegt vor, wenn sich der Gedächtnisverlust ausschließlich auf ein bestimmtes Erlebnis bezieht. Handelt es sich in diesem Fall um ein Trauma, spricht man zugleich von einer psychogenen Amnesie (Verdrängung). Beim Amnestischen Syndrom funktioniert zwar das Kurzzeitgedächtnis, nicht jedoch das Langzeitgedächtnis. Während die Patienten sich weder an länger zurückliegende Erlebnisse noch an Ereignisse des öffentlichen Lebens erinnern und sich nichts dauerhaft merken können, bleiben Handlungsroutinen erhalten.

Das Symptom Amnesie kann sehr verschiedene Ursachen haben und beispielsweise durch Gehirnerkrankungen oder durch einen Unfall bzw. Gewalteinwirkung (Gehirnerschütterung, Schädel-Hirn-Trauma) ausgelöst werden. Auch bei Vergiftungen oder nach dem Missbrauch von Drogen bzw. Alkohol (Korsakow-Syndrom) kann es zu einem Gedächtnisverlust kommen. Ein Sonderfall ist die posthypnotische Amnesie.

Bei der Transienten Globalen Amnesie (TGA; auch: amnestische Episode) handelt es sich um eine harmlose, vorwiegend in der zweiten Lebenshälfte auftretende neurologische Gedächtnisstörung, deren bis zu 24 Stunden anhaltende, einem Schlaganfall ähnliche Symptome jedoch große Besorgnis auslösen.

Romane und Kinofilme zum Thema „Gedächtnisverlust, Amnesie“:

© Dieter Wunderlich 2006

Marlen Haushofer - Die Wand
"Die Wand" lässt sich als emanzipatorischer Frauenroman lesen, aber auch als Zivilisationskritik verstehen. Nüchtern schildert Marlen Haushofer, wie die Protagonistin ihre praktischen Probleme löst. Wörter wie Selbstfindung oder Emanzipation kommen in "Die Wand" nicht vor.
Die Wand

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