Robin Felder : Verzerrte Gesichter

Verzerrte Gesichter
Verzerrte Gesichter Originalausgabe Verlag Trubel & Heller, München 2020 ISBN 978-3-96987-031-0, 287 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Max beobachtet, wie sein Vater Dr. Marc Staiger, ein 46 Jahre alter Notar, Tante Evi überfällt und ihr die Knie zertrümmert. Sobald der Vater fort ist, rennt er hin. Er wagt es nicht, Hilfe zu holen, um den Vater nicht zu belasten. Am nächsten Tag wird Max verhaftet. Aber als dann die beiden Kinder der Toten erschlagen werden, während er in U-Haft sitzt, lässt die Polizei ihn frei ...
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Kritik

In dem Roman "Verzerrte Gesichter" von Robin Felder geht es um menschliche Abgründe hinter der Fassade einer gutbürgerlichen Familie. Ein Whodunit-Krimi ist das nicht, denn den Serientäter kennen wir von Anfang an. Statt durch die Aufklärung eines Verbrechens entsteht die Spannung durch unerwartete Wendungen und die Frage, was als Nächstes passiert.
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Drei Tote

Dr. Marc Staiger, ein 46 Jahre alter Notar, lebt mit seiner Ehefrau und dem 16-jährigen Sohn in München-Grünwald.

Am 12. Juni 2019 lässt Maximilian („Max“) sich von seiner Mutter Charlotte („Lotte“) Staiger überreden, dem Vater nachzuspionieren. Wie befürchtet, trifft sich dieser mit einer Unbekannten zum Essen und geht dann mit ihr in ein Hotel. Einige Zeit später sieht Max zuerst die Frau und dann seinen Vater herauskommen. Auf seiner Vespa folgt Max ihm zum Haus seiner Tante Eveline („Evi“) Junckers. Max kann kaum glauben, was er sieht, als die Geschäftsfrau, die vor drei Jahren von ihrem Ehemann Rolf geschieden wurde, mit ihrem Wagen in die Garage fährt. Sein Vater überfällt die Schwägerin, und als sie am Boden liegt, schlägt er mit einem Hammer auf ihre Knie ein. Sobald der Vater fort ist, rennt Max über die Straße und schaut in die Garage. Tante Evi lebt noch. Max gerät in Panik. Statt die Notrufnummer zu wählen, fährt er zwei Stunden lang ziellos herum.

Seiner Mutter sagt er, der Vater sei den ganzen Abend über in der Kanzlei gewesen.

Am nächsten Tag erfährt Lotte Staiger durch einen Anruf ihres Neffen Kilian Junckers vom Tod ihrer älteren Schwester. Zwölf Minuten später wird Max Staiger verhaftet. Man hat seine durch die Ausstellung eines Personalausweises bekannten Fingerabdrücke am Tatort gefunden, und ein Zeuge sah ihn aus der Garage rennen.

Die Oberkommissare Jörg Simon und Milena Novak vernehmen den Mordverdächtigen, der von dem erfolgreichen Strafverteidiger Volker Steinberg vertreten wird, einem früheren Kommilitonen seines Vaters.

In der nächsten Nacht alarmiert ein Nachbar der Ermordeten die Feuerwehr. Der Brand kann rasch gelöst werden. In Evi Junckers Haus werden die Leichen ihrer 19 bzw. 21 Jahre alten Kinder Kiara und Kilian gefunden. Jemand hat sie erschlagen und dann Feuer gelegt.

Wie zwischen Marc Staiger und Volker Steinberg abgesprochen, erklärt Max seine Anwesenheit am 12. Juni vor dem Haus seiner Tante damit, dass er seine Cousine habe abpassen wollen. Wegen der Verwandtschaft seien Kiara und er darauf bedacht gewesen, die Liebesbeziehung geheim zu halten. Er habe dann beobachtet, wie Tante Evi von ihrem Ex-Mann Rolf Junckers in der Garage angegriffen wurde.

Daraufhin nimmt die Polizei Rolf Junckers fest.

Max, der Kiara und Kilian Junckers nicht ermordet haben kann, wird nach drei Tagen aus der U-Haft entlassen. Er muss nur noch mit einem Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung rechnen, und Volker Steinberg wird auf altersgemäße Situations-Überforderung plädieren.

Nach der Freilassung sucht Max sofort seinen Vater in der Kanzlei auf und fragt ihn, warum er seine Schwägerin umgebracht habe. Es sei ein Unfall gewesen, erklärt Marc Staiger, sie sollte nicht sterben. Dann wirft er seinem Sohn vor, durch die Observierung in Schwierigkeiten geraten zu sein. Um den Verdacht von ihm abzulenken, habe er die Kinder der Toten ermorden müssen. Entsetzt registriert Max, dass sein Vater ohne weiteres zugibt, drei Menschen auf dem Gewissen zu haben.

Familie Mehring

Bei der Trauerfeier fallen Milena Novak die zahlreichen körperlichen Schäden der Familienmitglieder auf. Zurück im Polizeipräsidium, beginnt sie nachzuforschen.

Charlotte Staiger, damals noch Mehring, wurde am 2. Dezember 1994 durch einen Säureanschlag im Gesicht entstellt. Der Anschlag blieb unaufgeklärt. Keine zwei Jahre später überfiel ein Unbekannter Charlottes jüngere Schwester Elisabeth („Lissy“) und verletzte sie so schwer, dass ein Arm gelähmt blieb. Am 8. August 1999 trennte jemand dem Geiger Clemens Ainedter den kleinen Finger der linken Hand ab. Der Cousin der drei Schwestern Evi, Lotte und Lissy musste daraufhin seine vielversprechende Musikerkarriere aufgeben und arbeitet inzwischen als Kulturreferent der Stadt München. Constanze Mehring, die Mutter der drei Schwestern, sitzt seit einem angeblichen Unfall am 29. April 2002 im Rollstuhl. Ihrem Vater fehlt seit 5. Januar 2005 ein Ohr, aber er verzichtete ebenso wie seine Tochter auf eine Anzeige. Lissys Ehemann, der Architekt Sven Schubert, entging bei einem Unfall auf einer Baustelle im Juni 2007 nur durch großes Glück einer Querschnittlähmung, aber seine Wirbelsäule ist seither deformiert. Constanze Mehrings Ehemann, der Vater der drei Schwestern Evi, Lotte und Lissy, ist ebenso wie sie seit 19. Februar 2010 auf einen Rollstuhl angewiesen. Er sei auf der Treppe gestürzt, heißt es. Der Vater des verstümmelten Geigers Clemens Ainedter erblindete im November 2012. Pascal, einer der beiden Söhne von Lissy und Sven Schubert, wurde am 30. Dezember 2015 stranguliert. Sein Bruder muss seit 5. März 2017 mit einem zertrümmerten Fuß zurechtkommen.

Charlotte Staiger ist bereit, sich mit Milena Novak und Jörg Simon in einem Café in Grünwald zu treffen. Sie erklärt den beiden, die Älteren in der Familie hätten über die Anschläge geschwiegen oder sie als Unfälle dargestellt, um die jüngere Generation nicht zu beunruhigen. Die Polizei wurde nicht eingeschaltet, weil der Täter bereits 2002 damit gedroht hatte, in diesem Fall Familienmitglieder zu töten. Rolf Junckers könne sie sich nicht als Täter vorstellen, meint Charlotte Staiger. Sie habe seit langem einen anderen Mann in Verdacht. Als sie den Namen nennt, machen sich Milena Novak und Jörg Simon sofort auf den Weg.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Ein erzwungenes Schuldgeständnis

Erst durch ein Gespräch mit dem 49-jährigen Kulturreferenten Clemens Ainedter erfährt Max Staiger von den früheren Anschlägen auf Mitglieder der Familie Mehring – und begreift, dass es sich bei dem Täter um seinen Vater handelt. Obwohl er sich zwischen Loyalität und Gerechtigkeitssinn hin und hergerissen fühlt, verrät er seinen Vater nicht.

Clemens Ainedter, der durchschaut, dass Max weiß, wer die Familie seit 25 Jahren terrorisiert, ruft ahnungslos Marc Staiger an und drängt ihn, mit seinem Sohn darüber zu reden.

Marc Staiger fährt daraufhin zu der Mietskaserne, in der Steffen Seewald wohnt, der mit Charlotte Mehring zusammen gewesen war, bis sie sich 1993 von ihm getrennt hatte. Nach dem Säureanschlag auf Charlotte im Jahr darauf verdächtigte die Polizei Steffen Seewald, konnte ihm jedoch nichts nachweisen. Mit vorgehaltener Pistole zwingt ihn Marc Staiger, Charlotte eine Mail mit einem Schuldeingeständnis auch für die letzten drei Morde zu schicken.

Bevor er ihn jedoch dazu bringen kann, sich vom Balkon zu stürzen, kommen plötzlich Milena Novak und Jörg Simon durch die aufgebrochene Wohnungstür herein. Beide sind unbewaffnet. Marc Staiger erschießt Steffen Seewald, den Kommissar und die Kommissarin.

Kurz darauf liest Charlotte Staiger in Grünwald ihrem Sohn Max die Mail vor, die sie von ihrem Ex-Freund bekommen hat.

Als sie dann von dem Dreifachmord in der Mietskaserne erfährt, wirft sie sich vor, die Polizistin und den Polizisten durch ihren offenbar falschen Verdacht in den Tod geschickt zu haben.

Die Vergangenheit

Charlotte überredet Marc und Max zu einem Essen auf der Dachterrasse (The Terrace) des Mandarin Oriental. Der Privatdetektiv Thomas Herbertshof habe in ihrem Auftrag die Herkunft ihres Mannes durchleuchtet, berichtet sie.

„Deine Lebensgeschichte war ein bisschen sehr anders, als du sie mir immer geschildert hast […]. Ich wäre nie von allein drauf gekommen, dass du Ben bist, Marc. Dass du das warst, das Pummelchen, unser kleiner süßer Nachbarjunge Ben Hartwig. Nie!“

Am 9. Oktober 1984 stand der damals zwölfjährige Ben Hartwig auf dem Balkon der Wohnung seiner Familie im 12. Stockwerk eines Mietshauses südwestlich von München und beobachtete seinen geliebten Kater, den die Sichtblenden nicht daran hinderten, auf der Brüstung des umlaufenden Balkons entlang zu balancieren. Nebenan wohnten die Mehrings mit den drei 23, 11 bzw. 5 Jahre alten Töchtern Eveline, Charlotte und Elisabeth. Charlotte stand ebenfalls auf dem Balkon. Plötzlich warf sie sich nach vorn und drückte den Kater von der Brüstung. Bren rannte hinunter und erlöste das tödlich verletzte Tier durch einen Steinschlag auf den Kopf. Nachdem seine Mutter mit Frau Mehring gesprochen hatte, kam diese mit ihrer mittleren, „Charly“ gerufenen Tochter herüber und meinte, Ben habe entweder etwas falsch wahrgenommen oder gelogen, denn der Sturz des Katers vom Balkon sei ein Unfall gewesen.

Noch im selben Jahr zog die Familie Hartwig nach Frankfurt am Main.

Im Frühjahr 1985 prallte Ben mit dem Fahrrad in ein Auto, brach sich das Handgelenk und zog sich eine Gehirnerschütterung zu. Deshalb blieb er zu Hause, als die Eltern mit seinem Bruder den schon lang geplanten Ausflug zum Europa-Park in Rust unternahmen – und bei einem Zugunglück starben.

Die Behörden brachten Ben in einem Frauenhaus unter, bis mit dem in Los Angeles lebenden Musikproduzenten Michael Effort ein entfernter Verwandter gefunden wurde. Der 42-Jährige und dessen 16 Jahre jüngere Lebensgefährtin Debbie Reed nahmen ihn auf, und Ben besuchte die Brentwood School. Fast drei Jahre lang lebte er in Los Angeles, und mit Hilfe des Musikproduzenten gelang es ihm in dieser Zeit, seinen Namen zu ändern. 1991 kehrte er mit einem Sonderstipendium der Stiftung Maximilianeum nach München zurück und studierte Jura an der LMU. Dort sah er Charlotte Mehring wieder, die inzwischen Kommunikationswissenschaften studierte.

Längst hatte ich meine Nische gefunden, etwas, das mein Vakuum ausfüllen konnte. Die Leidenschaft, der man sein Leben widmet. Das Sinnstiftende an sich.
Rache.
Hätte ich gewusst, was sie aus mir macht, hätte ich sie dann gewählt?

Nachdem sich Charlotte von Steffen Seewald getrennt hatte, schüttete ihr Marc Staiger unerkannt Schwefelsäure ins Gesicht. Erst danach sprach er die Kommilitonin in der Mensa erstmals an und stellte fest, dass sie nicht ahnte, wer er war.

Das Ende

Sie habe den Kater damals nicht von der Brüstung gestoßen, beteuert Charlotte auf der Dachterrasse des Mandarin Oriental, er müsse das falsch wahrgenommen haben. Aber Marc glaubt ihr nicht: „Ich bin doch nicht gestört.“

Aus einer großen Einkaufstüte hebt Charlotte Staiger den sedierten Kater der Familie und wirft ihn von der Dachterrasse auf die Straße.

Max rennt hinunter.

Sein Vater folgt ihm. Als beide im Freien sind, prallt ein Körper auf das Dach einer geparkten Limousine. Ohne hinzusehen, weiß Marc Staiger, wer es ist, und er denkt:

Super Idee. Aus dem sechsten Stock stirbst du nicht mit Garantie. Das wird eher eine Querschnittlähmung oder so was. Na, das wird toll aussehen, eine Frau mit wächsernem Zombiegesicht und dann auch noch im Rollstuhl. Krüppel mit Fratze sozusagen. So viel Yoga kann Lotte gar nicht machen, dass sie das mental geordnet kriegt.

Er fährt mit einem Taxi zu einem Hotel in Giesing und nimmt dort ein Zimmer im 13. Stockwerk.

Das Leben ist überstanden, wie geil.

Im Lift steht eine amerikanische Touristin. Sie steigt in der 10. Etage aus. Marc Staiger tritt ihr in den Hintern, so heftig, dass sie nach ein paar stolprigen Doppelschritten auf die Knie fällt. Ungläubig blickt sie sich um, aber die Aufzugtüren schließen sich bereits wieder.

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Im Zentrum des Romans „Verzerrte Gesichter“ von Robin Felder steht ein 25 Jahre lang dauernder Rachefeldzug. Es geht um menschliche Abgründe hinter der Fassade einer gutbürgerlichen Familie, um Wirklichkeit und Wahrnehmung, Schuld, Besessenheit und Loyalität.

Der Notar Dr. Marc Staiger, selbst ein Überflieger, aber auch ein Psychopath, verachtet seine Mitmenschen einschließlich des Sohnes und hasst sich auch selbst. Der Misanthrop erwartet von der nächsten Generation nichts Gutes.

Eine Gattung neuartiger Wesen, des Lebens abgeschirmt, großgezogen von Eltern, die irgendwann begannen, ihre Kinder nicht mehr nur zu lieben. Sie begannen, sie zu verehren. Bestärkten sie im Irrglauben, etwas ganz Besonderes zu sein.
Wer hätte gedacht, dass das nicht besonders klug ist?
Es war nur eine Frage der Zeit, bis eine Generation überliebter, überempfindlicher Sprechpuppen die Erde bevölkern würde. Und siehe da, sie sind überall. Unglücklich verwöhnt und bis zur Handlungsunfähigkeit verzärtelt von Mami und Papi, die ihrerseits massiv netzsüchtig und mitteilungsgeil sind und sich zu allem Überfluss auch noch ihren eigenen Kindern anbiedern, um von ihnen bitte, bitte in den Club ewiger Jugend aufgenommen zu werden.

Mit den nachfolgenden Deppen wirst du alles machen können. Sie fressen jedem Regime aus der Hand. Bargeldabschaffung, Totalüberwachung, Gesinnungskonformismus. Sämtliche Konsequenzen übersehen, aber sich für clever halten. Die Kultivierung von Dummheit. Diese technikgläubigen Schablonenwesen werden jede freiheitseinschränkende Neuerung bedenkenlos annehmen, solange man sie ihnen als Erleichterung ihres Lebens verkauft. Vor lauter zwanghaftem Streben nach noch mehr Bequemlichkeit und Glück werden sie exakt das nicht finden, sondern das genaue Gegenteil.

„Verzerrte Gesichter“ ist kein Whodunit-Krimi, denn den Serientäter kennen wir von Anfang an. Die Spannung entsteht nicht durch die Aufklärung eines Verbrechens, sondern durch unerwartete Wendungen und die Frage, was als Nächstes passiert.

Statt den Roman „Verzerrte Gesichter“ in Kapitel zu gliedern, entwickelt Robin Felder die Handlung in einem Stück, weitgehend chronologisch, mit einigen Rückblenden und mehrmals eine Szene aus anderer Perspektive wiederholend. Beim Wechsel der Perspektiven kommt ausgerechnet der Verbrecher in der Ich-Form zu Wort. Das ist unüblich und könnte reizvoll sein, wirkt jedoch nicht authentisch, denn bei inneren Monologen würde Marc Staiger nicht passagenweise Zusammenhänge erläutern, die ihm längst klar sind und als Ich-Erzähler, der das für die Leserinnen und Leser tut, kommt er logischerweise nicht in Frage.

Kurz vor dem Ende lässt Robin Felder den Protagonisten seitenlang über seine Biografie referieren. Das soll seine Taten erklären. Ob es gelingt, sei dahingestellt; auf jeden Fall kommt es dadurch zu einem Zusammenbruch des Spannungsbogens, zumal dann auch noch die zunächst aus der Sicht des Sohnes Max Staiger dargestellte Szene auf der Dachterrasse des Mandarin Oriental in München aus der Perspektive seines Vaters wiederholt wird, ohne dass sich dabei Neues ergibt.

Der zynische Schluss ist gut gelungen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2021
Textauszüge: © Verlag Trubel & Heller

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