Prêt-à-porter

Prêt-à-porter

Prêt-à-porter

Prêt-à-porter - Originaltitel: Ready to Wear - Regie: Robert Altman - Drehbuch: Robert Altman, Barbara Schulgasser - Kamera: Pierre Mignot und Jean Lepine - Schnitt: Geraldine Peroni - Musik: Michel Legrand - Darsteller: Julia Roberts, Tim Robbins, Kim Basinger, Sophia Loren, Marcello Mastroianni, Jean-Pierre Cassel, Anouk Aimée, Stephen Rea, Lauren Bacall, Danny Aiello, Teri Garr, Richard E. Grant, Lili Taylor, Tracey Ullman, Linda Hunt, Sally Kellerman, Lyle Lovett, Jean Rochefort, Rupert Everett, Forest Whitaker, Michel Blanc, Ute Lemper, Harry Belafonte, Claudia Schiffer, David Copperfield, Cher u.a. - 1995; 135 Minuten

Inhaltsangabe

Zur Pariser Frühjahrsmodenschau 1995 finden sich Couturiers, Modejournalisten, Models und andere Prominente aus aller Welt in der französischen Metropole ein, und ein aufgeregtes Treiben beginnt. Nur zwei der Journalisten ziehen es vor, in ihrem Hotelzimmer zu bleiben ...
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Kritik

"Prêt-à-porter" besteht aus einem Bogen einfallsreicher Episoden und paralleler Minihandlungen. Auf vergnügliche Weise parodiert Robert Altman den glamourösen Rummel der Modebranche und entlarvt ihn als Neurosen-Zirkus.
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Zur Pariser Frühjahrsmodenschau 1995 werden Gäste aus aller Welt erwartet: Couturiers, Modejournalisten, Models und andere Prominente. Die amerikanische Reporterin Kitty Potter (Kim Basinger) und ihr Fernsehteam warten bereits am Flugplatz auf einige der Ankömmlinge. Es gelingt ihr, den Vorsitzenden des Arbeitgeberverbands der Modeschöpfer, Olivier de la Fontaine (Jean-Pierre Cassel), vor ihr Mikrofon zu bekommen, obwohl er im Stress ist, weil er sein Leben zwischen dem Job, seiner Geliebten, der erfolgreichen Modeschöpferin Simone Lo (Anouk Aimée), und seiner Ehefrau Isabella (Sophia Loren) aufgeteilt hat. Und dann irritiert ihn auch noch ein Russe namens Sergej Oblov (Marcello Mastroianni), der dieselbe Krawatte trägt und ihm Zeichen gibt. Olivier de la Fontaine bricht das Interview ab, eilt Sergej nach, setzt sich mit ihm in den Fond seiner Limousine und lässt seinen Chauffeur losfahren. Gleich darauf geraten sie in einen Verkehrsstau. Hastig isst Olivier de la Fontaine ein Schinkensandwich. Dabei verschluckt er sich und erstickt. Sergej steigt aus. Der Chauffeur nimmt an, der Fremde habe seinen Arbeitgeber erwürgt und schreit: „Mörder!“ Touristen fotografieren den Fliehenden und versuchen ihn aufzuhalten, aber er springt von einer Brücke in die Seine und entkommt.

Isabella de la Fontaine führt gerade ihren Pudel bei einer Hundeschau vor, als ihr die Nachricht vom Tod ihres Mannes überbracht wird. Sie lässt sich dadurch aber nicht ablenken, denn sie will jetzt erst einmal mit ihrem Hund glänzen.

Die Moderedakteurin Ann Eisenhower (Julia Roberts), die unter Flugangst leidet, ließ in der Aufregung ihr Gepäck in Houston stehen. Hotelzimmer sind auch keine mehr frei. Zum Glück kommt gerade der Klatschreporter Joe Flynn (Tim Robbins) mit seinem Gepäck in die Hotelhalle herunter und verlangt nach seiner Rechnung. Er wird an ein Telefon gerufen. Olivier de la Fontaine sei ermordet worden, teilt ihm die Redaktion mit und fordert ihn auf, darüber zu berichten. Also will er nicht abreisen, sondern zurück in sein Zimmer. Aber das beansprucht inzwischen Ann Eisenhower. Und sein Gepäck ist weg! (Sergej hat es gestohlen, weil er sich umziehen möchte, um nicht anhand der Touristenfotos erkannt zu werden.) Weder Ann noch Joe ist bereit, nachzugeben; sie setzen sich ohne Gepäck in das Zimmer. Dort informieren sie sich im Fernsehen über das Geschehen und geben ihren Redaktionen telefonisch ihre Berichte durch, als seien sie selbst vor Ort gewesen. Nach einigen Gläsern Wein kommen sie sich näher, verlassen das Hotelzimmer überhaupt nicht mehr, und als man endlich ein anderes Zimmer für Joe findet und ein Hotelangestellter den Schlüssel bringen will, schickt er ihn weg. Das beobachtet Sergej, der auf dem Korridor herumschleicht. Er behauptet, Joe Flynn zu sein, nimmt den Schlüssel und quartiert sich in dem Zimmer ein.

Die Modeschauen beginnen. Argwöhnisch und eifersüchtig belauern sich die Modeschöpferinnen und Modeschöpfer. Der ebenso prominente wie arrogante irische Modefotograf Milo O’Brannigan (Stephen Rea) knipst zwischendurch mit seiner Minox immer wieder Prominente in verfänglichen Situationen — so auch die konkurrierenden Moderedakteurinnen Regina Krumm, Sissy Wanamaker und Nina Scant. Kitty Potter interviewt Cher, Harry Belafonte und andere Prominente unter den Besuchern der Modeschauen. Es zeigt sich, dass die Modezarin Slim Chrysler (Lauren Bacall) farbenblind ist. Simone Lo steht plötzlich ohne ihre Kollektion da und stellt fest, dass ihr Sohn Jack sie verkauft hat. Da lässt sie ihre Models splitternackt über den Laufsteg laufen. Kitty Potter stilisiert das in ihrem Fernsehbericht zu einer beinahe schon philosophischen Aussage. Dann aber überlässt sie ihren Job irritiert einer begeisterten Nachfolgerin und reist ab.

Inzwischen findet ein Kriminalkommissar (Jean Rochefort) heraus, dass Olivier de la Fontaine nicht ermordet wurde, sondern an einem Stück Schinkensandwich erstickte.

Sergej stiehlt auch noch ein Jackett des Majors Hamilton (Danny Aiello), um wieder anders auszusehen. Unaufhörlich schleicht er zwischen den Modemachern herum, bis es ihm endlich gelingt, an Isabella de la Fontaine heranzukommen. Als er 16 oder 18 war und sie 14 oder 15, hatten sie sich in Neapel ineinander verliebt, aber dann war er nach Moskau gegangen. Sie glaubte schließlich, er sei tot. Er aber las in der Zeitung, dass sie Olivier de la Fontaine geheiratet hatte. Sergej und Isabella verabreden sich in seinem Hotelzimmer. Erregt sieht er ihr zu, wie sie sich aufreizend langsam auszieht. Doch als sie ihm den Strapsgürtel zuwerfen will, merkt sie, dass er eingeschlafen ist.

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„Prêt-à-porter“ besteht aus einem Bogen zahlreicher einfallsreicher Episoden und parallel ablaufender Minihandlungen, ohne jedoch in eine Nummernrevue abzurutschen. Auf höchst vergnügliche Weise parodiert Robert Altman den glamourösen Rummel der Modebranche und entlarvt ihn als Neurosen-Zirkus.

Durch ein wohl einmaliges Staraufgebot ist es Robert Altman möglich gewesen, selbst kleine Nebenrollen in „Prêt-à-porter“ mit hervorragenden Schauspielerinnen und Schauspielern zu besetzen.

Allerdings versagten ihm die großen Modemacher mit wenigen Ausnahmen Drehgenehmigungen. Sie wollten sich in seiner Satire wohl nicht selbst vorführen. Den Laufsteg ließ Robert Altman deshalb im Schloss Château de Ferriers bei Paris aufbauen.

Karl Lagerfeld erzwang durch eine einstweilige Verfügung, dass in der deutschen Fassung von „Prêt-à-porter“ sein Name durch einen Piep-Ton ersetzt wurde.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

Robert Altman (Kurzbiografie)

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