Katrin Boese : Zelda Fitzgerald

Zelda Fitzgerald

Katrin Boese

Zelda Fitzgerald

Zelda Fitzgerald. "So leben, dass ich frei atmen kann" Originalausgabe: Aviva Verlag, Berlin 2010 ISBN: 978-3-932338-43-4, 259 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Als Ich-Erzählerin nimmt Katrin Boese die Identität von Sara Mayfield an, die ein Leben lang mit Zelda Fitzgerald befreundet war. Sie stellt Zelda als Opfer ihres alkoholkranken Ehemanns F. Scott Fitzgerald dar, der sie betrog, schlug und unterdrückte. Zelda zerbrach aber auch an ihrem Streben nach Selbstverwirklichung, denn es gelang ihr nicht, als Schrift-stellerin, Balletttänzerin, Schauspielerin oder Malerin aus dem Schatten ihres Mannes herauszutreten und aus eigener Kraft berühmt zu werden ...
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Kritik

Obwohl es sich bei "Zelda Fitzgerald. 'So leben, dass ich frei atmen kann'" um eine Romanbiografie handelt, hält Katrin Boese sich eng an Fakten und Daten. Der Kunstgriff, Sara Mayfield als Ich-Erzählerin auftreten zu lassen, ermöglicht es, das authentische Material elegant zu inszenieren.
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Zelda Fitzgerald (Biografie)

In der Romanbiografie „Zelda Fitzgerald. ‚So leben, dass ich frei atmen kann'“ nimmt Katrin Boese (* 1953) als Ich-Erzählerin die Identität der Zelda-Fitzgerald-Biografin Sara Mayfield an („Exiles from Paradise. Zelda und Scott Fitzgerald“, New York 1971).

Die Romanfigur Sara Mayfield ist fünf Jahre jünger als Zelda Fitzgerald und geht auf die achtzig zu, als sie dieses Buch schreibt. Seit ihrem vierten Lebensjahr war sie mit Zelda befreundet. Die Familien wohnten in derselben Straße in Montgomery, und beide Väter waren Richter.

Während Zelda öffentliche Schulen besuchte, wurde Sara auf eine elitäre private Grundschule in Montgomery geschickt. Im Alter von siebzehn Jahren schloss Sara 1922 die High School ab, und die Eltern schenkten ihr aus diesem Anlass eine Europa-Reise.

1923 verliebte sie sich in John Sellers. Sie heirateten im Juli 1924 mit großem Pomp in Montgomery. Erst nach der Hochzeit merkte Sara, dass ihr Mann alkoholkrank und brutal war. Er schlug sie, nahm sie mit Gewalt und betrog sie fortwährend mit anderen Frauen. Für eine von Verwandten, Freunden und Bekannten akzeptierte Scheidung hätte das in Montgomery nicht ausgereicht, aber nachdem John mit einer Minderjährigen im Hotelzimmer ertappt worden war, konnte Sara sich Anfang 1926 von ihm scheiden lassen. Dass John Sellers zehn Jahre zuvor ihre damals fünfzehnjährige Freundin Zelda mit Hilfe seines Kumpels Peyton Spottswood Matthis vergewaltigt hatte, erfuhr Sara erst später.

Nach dem Scheitern ihrer Ehe ging sie nach Paris und begann an der Sorbonne Journalistik zu studieren. Das Studium setzte sie in Chicago fort. 1928 machte sie ihren Abschluss am Goucher College in Baltimore, und im Jahr darauf erwarb sie den Master-Titel an der University of Alabama in Tuscaloosa. Dann zog sie nach New York und wurde Journalistin.

Im Mai 1939 besuchte sie Zelda Fitzgerald ein letztes Mal im Highland Mental Hospital in Asheville, North Carolina.

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Katrin Boese stellt Zelda Fitzgerald als Opfer ihres alkoholkranken Ehemanns F. Scott Fitzgerald dar, der sie betrog, schlug und unterdrückte. Zelda zerbrach aber auch, weil es ihr nicht gelang, als Schriftstellerin, Balletttänzerin, Schauspielerin oder Malerin aus dem Schatten ihres Mannes herauszutreten und aus eigener Kraft berühmt zu werden. Scott Fitzgerald unterstützte sie in ihrem berechtigten Streben nach Selbstverwirklichung in keiner Weise, im Gegenteil: Er behinderte sie, nicht zuletzt, weil er befürchtete, dass sie sich von ihm trennen würde, sobald sie auf eigenen Füßen stünde. Die in der Schweiz gestellte und sogar von dem berühmten Psychiater Eugen Bleuler bestätigte Diagnose Schizophrenie wird von Katrin Boese bezweifelt. Sie glaubt, dass Zelda Fitzgerald eher aufgrund eines damals noch unbekannten Burn-Out-Syndroms zusammenbrach.

Obwohl es sich bei „Zelda Fitzgerald. ‚So leben, dass ich frei atmen kann'“ um einen Roman handelt, hält Katrin Boese sich eng an die von ihr sorgfältig recherchierten Fakten und Daten. Auf fiktive Szenen weist sie in einer Nachbemerkung hin. Eingearbeitet sind auch einige Zitate mit entsprechenden Quellenangaben. Der Kunstgriff, Sara Mayfield als Ich-Erzählerin auftreten zu lassen, ermöglicht es Katrin Boese, das authentische Material elegant zu inszenieren.

 

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010
Textauszüge: © Aviva Verlag

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