Jeffrey Eugenides : Middlesex

Middlesex
Originalausgabe: Middlesex Farrar, Straus und Giroux, New York 2002 Middlesex Übersetzung: Eike Schönfeld Rowohlt Verlag, Reinbek 2003 ISBN 3-498-01670-9, 735 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Ein griechisches Geschwisterpaar flieht 1922 vor den Türken aus Kleinasien, heiratet auf einem Ozeandampfer und gründet in Detroit eine Familie. Calliope, ein 1960 geborenes Enkelkind, wird als Mädchen erzogen, bis ein Arzt nach einem Unfall feststellt, dass es sich um einen Pseudohermaphroditen handelt ...
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Kritik

Jeffrey Eugenides spricht alle Sinne des Lesers an. Mit überbordender Fantasie erzählt er und denkt sich selbst für Nebenhandlungen Besonderheiten aus. Virtuos spielt er mit sämtlichen Möglichkeiten der Erzählkunst. "Middlesex" ist ein wunderbarer Roman.
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Ich wurde zweimal geboren: zuerst, als kleines Mädchen, an einem bemerkenswert smogfreien Januartag 1960 in Detroit und dann, als halbwüchsiger Junge, in einer Notfallambulanz in der Nähe von Petoskey, Michigan, im August 1974.

So beginnt der Roman „Middlesex“ von Jeffrey Eugenides. Auf Seite 34 heißt es dann:

Und nachdem ich nun also geboren bin, spule ich den Film zurück, sodass meine rosa Decke davonfliegt, mein Bettchen über den Fußboden saust, meine Nabelschnur sich wieder ansetzt und ich aufschreie, während ich zwischen die Beine meiner Mutter gesogen werde. Sie wird wieder richtig dick. Dann noch etwas weiter zurück, wo ein Löffel aufhört zu schwingen und ein Thermometer in sein Samtkästchen gelegt wird. Der Sputnik jagt auf seinem Raketenschweif zurück zu seiner Abschussrampe, und die Kinderlähmung zieht durchs Land. Es folgt eine kurze Sequenz von meinem Vater als zwanzigjährigem Klarinettisten, der gerade ein Stück von Artie Shaw ins Telefon spielt, dann ist er in der Kirche, mit acht, wo er sich über den Preis der Kerzen empört, und als Nächstes nimmt mein Großvater 1931 seinen ersten Dollarschein über einer Registrierkasse von der Wand. Dann sind wir nicht mehr in Amerika; wir sind mitten auf dem Ozean, die Tonspur klingt komisch im Rückwärtslauf. Ein Dampfschiff wird sichtbar, und auf Deck schaukelt ein Rettungsboot ganz seltsam, doch schon dockt das Schiff an, mit dem Heck voraus, und wir sind wieder auf festem Boden, wo die Filmrolle abgespult ist, wir sind am Anfang …

Die Geschichte beginnt in dem damals griechischen Bergdorf Bithynios, 300 m über Bursa. Dort wurden 1901 Desdemona Stephanides und ein Jahr später ihr Bruder Eleutherios („Lefty“) geboren. 1919 marschierte die griechische Armee in die Westtürkei ein, um sich das alte griechische Territorium in Kleinasien zurückzuholen. In dem Krieg verliert das Geschwisterpaar die Eltern.

Desdemona versucht, ihren Bruder mit den beiden einzigen heiratsfähigen Mädchen in Bithynios zu verkuppeln, doch Lefty macht sich weder aus Lucille Kafkalis noch aus Victoria Pappas etwas und zieht es vor, in den Bordellen von Bursa mit Prostituierten zu verkehren, die seiner Schwester ähnlich sehen.

1922 bricht die griechische Front in Anatolien zusammen. Auf der Flucht vor den Türken verlassen Eleutherios und Desdemona am 31. August 1922 ihr Dorf. Am 6. September treffen sie in Smyrna (Izmir) ein und halten Ausschau nach einem Schiff. Als Eleutherios in einem Abfallhaufen zwischen Hühnerknochen und Kartoffelschalen herumwühlt, wird der 36-jährige armenische Arzt Dr. Nishan Philobosian auf ihn aufmerksam. Er hat gerade die Wohnung verlassen, in der er sich mit seiner Familie vor den Türken versteckt, um aus seiner Praxis einen Schutzbrief zu holen, den ihm Mustafa Kemal Pascha am 3. April 1919 nach einer erfolgreichen medizinischen Behandlung ausgestellt hat. Dr. Philobosian nimmt den unterernährten Flüchtling mit, verbindet ihm die verletzte Hand und gibt ihm etwas Geld.

Er sah dem Flüchtling nach. Hoffnungslos, dachte er. In einer Woche ist er tot. Wenn nicht Typhus, dann etwas anderes.

Am 7. September ist die türkische Armee nur noch 50 km von Smyrna entfernt. Bald darauf trifft die Vorhut in der Hafenstadt ein.

Als Dr. Philobosian aus dem gegenüberliegenden Haus einen Schrei hört, nimmt er seine Arzttasche und verlässt sein Versteck. Er findet Frau Bidzikian halbtot in ihrem Sessel, muss sich vor türkischen Plünderern verstecken; und danach fühlt er an Frau Bidzikians Hals keinen Puls mehr.

Voller Angst warten seine Frau Toukhie, die Töchter Rose und Anita und die Söhne Karekin und Stepan auf seine Rückkehr.

Als sie das Klopfen hören, erschrecken sie. Stepan geht ans Fenster und schaut hinab. „Das muss Vater sein.“
„Geh. Lass ihn rein! Rasch!“, sagt Toukhie.
Karekin hüpft, zwei Stufen auf einmal, die Treppe hinab. An der Tür bleibt er stehen, sammelt sich und entriegelt leise die Tür. Als er sie aufzieht, sieht er zunächst nichts. Dann ein feines Zischen, gefolgt von einem Reißgeräusch. Das Geräusch klingt, als habe es nichts mit ihm zu tun, bis unvermittelt ein Hemdknopf abspringt und gegen die Tür klickert. Karekin blickt nach unten, und auf einmal füllt sich sein Mund mit einer warmen Flüssigkeit. Ihm ist, als würde er von den Füßen gehoben, das Gefühl löst in ihm Kindheitserinnerungen aus, wie er von seinem Vater in die Luft gewirbelt wurde, und er sagt: „Papa, mein Knopf“, bevor er hoch genug gehoben wird, um das Stahlbajonett zu erkennen, das sein Brustbein durchbohrt.

Die Türken setzen Smyrna in Brand. Eleutherios nimmt seiner Schwester das Versprechen ab, ihn zu heiraten, wenn er sie beide aus der brennenden Stadt rettet. Desdemona lässt sich darauf ein, weil sie nicht glaubt, dass es ihm gelingen wird. Als Eleutherios erfährt, dass die Franzosen ihre Landsleute evakuieren, meldet er sich im französischen Konsulat, behauptet, er und seine Frau (!) seien in Paris geborene französische Staatsbürger, hätten aber in dem Flammenmeer alle Dokumente verloren. Tatsächlich erhält er ein Visum für sich und Desdemona. Als er zurückkommt, sitzt Dr. Philobosian neben seiner Schwester: Der Verzweifelte hatte sich ins Wasser stürzen wollen und war von Desdemona zurückgehalten worden. Immerfort klagt er: „Sie konnten nicht lesen. Es waren Analphabeten!“ Eleutherios erkennt seinen Wohltäter, hetzt ins französische Konsulat zurück und erhält auch für seinen angeblichen Vetter ein Visum.

Auf der „Jean Bart“ reisen die drei Flüchtlinge nach Athen, und von Piräus aus mit der „Giulia“ nach New York.

Während der Überfahrt auf dem Atlantik tun Eleutherios und Desdemona so, als hätten sie sich gerade kennen gelernt und verliebt. Damit wollen sie weniger die anderen Reisenden täuschen, sondern mehr sich selbst. Am achten Tag geht Eleutherios vor den Augen von 663 Zwischendeckpassagieren vor Desdemona auf die Knie und macht ihr einen Heiratsantrag. Der Kapitän traut sie.

Als sie auf dem Deck zum ersten Mal im Kreis gingen, waren Lefty und Desdemona noch Bruder und Schwester. Beim zweiten Mal waren sie Braut und Bräutigam. Und beim dritten waren sie Mann und Frau.

In einem der Rettungsboote lieben sie sich zum ersten Mal.

Auf Ellis Island werden sie von der amerikanischen Einwanderungsbehörde in Augenschein genommen.

Des Lesens kundig, verheiratet nur mit einer Person (wenngleich der Schwester), der Demokratie zugeneigt, geistig stabil und behördlich entlaust, sah mein Großvater keinen Grund, warum sie Schwierigkeiten haben sollten, durchgelassen zu werden.

Ihre 28-jährige Cousine Sourmelina („Lina“) Zizmo, eine geborene Papadiamandopoulos, bürgt für sie.

Lina hatte Bithynios vor fünf Jahren verlassen, weil man sie mit lesbischen Freundinnen in flagranti ertappt hatte. In Detroit vermählte sie sich mit dem 17 Jahre älteren Schmuggler Jimmy Zisimopoulos („Zizmo“), der ihrem Vater eine beträchtliche Mitgift abgehandelt hatte.

Zizmo verschafft Lefty Arbeit in der Ford-Autofabrik, indem er den Personalleiter mit einer Lieferung Whiskey besticht.

Henry Ford führte 1913 nach dem Vorbild der Schiebebahnen in den Schlachthäusern von Chicago die Fließbandarbeit und das Prinzip „Ein Mann – ein Handgriff“ ein. Lefty ist nach 17 Minuten eingearbeitet.

Zu seiner Linken stand ein Mann namens Wierzbicki, zu seiner Rechten einer namens O’Malley. […] Alle vierzehn Sekunden bohrt Wierzbicki ein Lager, schleift Stephanides ein Lager, befestigt O’Malley ein Lager an einer Nockenwelle. Diese Nockenwelle fährt auf einem Fließband davon, schlängelt sich durch die Fabrik, durch deren Metallstaubwolken, durch deren Säurenebel, bis ein anderer Arbeiter fünfzig Meter weiter hinlangt und die Nockenwelle vom Band nimmt und an dem Motorblock befestigt (zwanzig Sekunden). Zur gleichen Zeit nehmen andere Männer Teile von benachbarten Fließbändern – den Vergaser, den Verteiler, den Ansaugkrümmer – und verbinden sie mit dem Motorblock. Über ihren gesenkten Köpfen hämmern riesige Spindeln mit dampfgetriebenen Fäusten. Keiner sagt ein Wort. Wierzbicki bohrt ein Lager, Stephanides schleift ein Lager, O’Malley befestigt ein Lager an einer Nockenwelle. Die Nockenwelle kreist durch die Halle, bis eine Hand hinlangt, sie herabnimmt und an einem Motorblock befestigt, der nun, mit Röhrengestrüpp und dem Gefieder der Ventilatorenblätter, zunehmend exzentrisch wird. Wierzbicki bohrt ein Lager, Stephanides schleift ein Lager, O’Malley befestigt ein Lager an einer Nockenwelle. Während andere Arbeiter den Luftfilter anschrauben (siebzehn Sekunden), den Anlassermotor daran befestigen (sechsundzwanzig Sekunden) und das Schwungrad anbringen. […]

Am 23. März 1923 besuchen Lina und Zizmo, Lefty und Desdemona eine Aufführung des Schauspiels „Der Minotaurus“ im Family Theatre. Aber Desdemona ist über die Freizügigkeit der Inszenierung so entsetzt, dass sie darauf besteht, vor dem 2. Akt zu gehen. Insgeheim fühlen alle vier sich durch das, was sie gesehen haben, erregt. In dieser Nacht werden Lina und Desdemona von ihren Männern geschwängert.

Als die Fordleute herausfinden, dass Lefty bei dem vorbestraften Jimmy Zisimopoulos wohnt, kündigen sie ihm. Daraufhin arbeitet Lefty sich in Zizmos „Importgeschäft“ ein.

Er handelte nicht mit getrockneten Aprikosen aus Syrien, nicht mit Halva aus der Türkei oder Honig aus dem Libanon. Er importierte Hiram Walker’s Whiskey aus Ontario, Bier aus Quebec und Rum aus Barbados über den St.-Lorenz-Strom.

Eines Tages erscheint Dr. Nishan Philobosian bei Lefty und Desdemona. Er hat die Adresse ihrer Cousine aufgehoben. Wegen Bindehautentzündung war er einen Monat lang in einem Krankenhaus auf Ellis Island festgehalten worden. Dann durfte er aufgrund einer Bürgschaft des Armenischen Hilfswerks in die USA einreisen. Nachdem er elf Monate lang in New York Linsen schliff, eröffnet er jetzt in Detroit eine Arztpraxis.

Lina wird am 17. Dezember 1923 von einem Mädchen entbunden, das den Namen Theodora („Tessie“) erhält.

Noch in derselben Nacht fährt Zizmo mit Lefty über den zugefrorenen Lake St. Clair. Mitten auf dem Eis äußert er plötzlich den Verdacht, dass Lefty der Vater des Neugeborenen sei. Weil Zizmo immer wilder übers Eis fährt und sich in seinen Argwohn hineinsteigert, lässt sein Beifahrer sich aus dem Auto fallen. Gleich darauf hört Lefty, wie das Auto einbricht.

Desdemona kommt einen Tag später als ihre Cousine nieder. Es ist ein Junge: Miltiades („Milton“).

Überzeugt davon, dass Zizmo tödlich verunglückt ist, richtet Lefty im Februar 1924 eine illegale Kellerkneipe ein, den „Zebra Room“. (Tatsächlich taucht Zizmo einige Zeit später unter dem falschen Namen Fard Muhammad als angeblicher Mahdi wieder auf. Der Betrüger gibt vor, als Sohn eines Schwarzen und einer weißen Teufelin in Mekka geboren zu sein. Die Polizei verhaftet ihn schließlich und schiebt ihn aus Detroit ab.)

Am 27. April 1928 bringt Desdemona ihre Tochter Zoë zur Welt.

In der Weltwirtschaftskrise läuft Leftys Kneipe schlecht; 1932 finden sich kaum noch Gäste ein, und bald kann er die Schnapslieferungen nicht mehr bezahlen. Aber nach der Aufhebung der Prohibition am 20. Februar 1933 richtet er im Geschäftsviertel von Detroit eine Bar mit Grill ein.

Sorgenvoll beobachtet Desdemona, wie ihr 20-jähriger Sohn Milton anfängt, seine Cousine Tessie zu umwerben. (Sie ahnt nicht, dass Tessie es gern mag, wenn der Collegestudent ihr die Öffnung seiner Klarinette an wechselnden Stellen auf die Haut drückt und Jazz spielt.) Damit der Inzest nicht fortgesetzt wird, versucht Desdemona, Milton mit einer Anderen zu verheiraten und Tessie mit Michael Antoniou zu verkuppeln, einem Seminaristen am griechisch-orthodoxen Heilig-Kreuz-Kolleg in Pomfret (Connecticut). Aus Rache und um Tessie zu vergessen, meldet Milton sich im Herbst 1944 zur Marine.

Nach einer einzigen Woche Drill erkannte Milton, dass es ein furchtbarer Fehler gewesen war, zur Navy zu gehen. Die Schlacht konnte nur geringfügig weniger gefährlich sein als die Vorbereitung auf sie.

Tessie besinnt sich und löst die Verlobung mit Michael Antoniou. Sie weiß nun, dass sie niemand außer Milton heiraten möchte – und erhält Desdemonas Einverständnis.

Meine Großmutter gab meinem Großvater das Jawort, weil sie nicht im Traum damit rechnete, die Hochzeit zu erleben. Und meine Großmutter segnete die Ehe meiner Eltern, gegen die sie energisch intrigiert hatte, nur deshalb, weil sie nicht glaubte, Milton werde bis zum Ende der Woche noch am Leben sein.

Milton absolviert jedoch erfolgreich die Zulassungsprüfung zur Marineakademie in Annapolis.

Jedes griechische Drama benötigt einen Deus ex machina. Meiner kommt in Form des Bootsmannsstuhls, der meinen Vater vom Deck des AKA-Truppentransporters hob und durch die Luft entführte, um ihn auf dem Deck eines Zerstörers abzusetzen, der auf dem Rückweg zum amerikanischen Festland war. Von San Francisco reiste er in einem eleganten Pullman-Waggon nach Annapolis, wo er als Kadett aufgenommen wurde.

Milton und Tessie heiraten im Juni 1946. Unter den Hochzeitsgästen ist auch Michael Antoniou. Er beginnt Miltons Schwester Zoë zu umwerben, die zunächst nichts von ihm wissen will, aber am Ende nachgibt und ihn 1949 heiratet. In diesem Jahr macht Milton sein Examen in Annapolis. Nach dem Koreakrieg kehrt er nach Detroit zurück und hilft im Familienbetrieb mit.

Am 20. März 1954 gebiert Tessie einen Sohn, den der Erzähler nur „Pleitegeier“ nennt.

Das Viertel, in dem Lefty 1933 seinen neuen „Zebra Room“ eröffnet hatte, ist längst kein gutbürgerliches Geschäftsviertel mehr, sondern inzwischen eine arme und fast ausschließlich von Schwarzen bewohnte Gegend. Trotzdem renoviert Milton die Bar im Februar 1956 und macht ein Diner daraus: „Hercules Hot Dogs“.

Als es für Lefty nicht mehr viel zu tun gibt, beginnt er zu spielen. Nach 26 Monaten zeigt ihm der Kassierer in der Bank, dass er nur noch $ 13,26 auf dem Konto hat. Es bleibt Lefty und Desdemona nichts anderes übrig, als ihr noch mit einer Hypothek belastetes Haus zu verkaufen und sich bei Milton und Tessie einzuquartieren.

Michael und Zoë Antoniou zogen nach der Hochzeit auf die Peloponnes. Dort lebten sie in einem winzigen, unbeheizten Steinhaus ohne Waschmaschine und Fernsehen. In fünf Jahren gebar Zoë vier Kinder: Aristotle, Socrates, Plato und Cleopatra. 1956 gingen sie nach Cleveland und zwei Jahre später kehrten sie nach Detroit zurück.

Tessie kommt am 8. Janaur 1960 mit einem Kind nieder, das auf den Namen Calliope Helen getauft wird.

Später erinnert Cal(liope) sich an die Familienfilme, die Milton bei besonderen Anlässen aufnahm.

Vielleicht lag es auch an der Filmkunst meines Vaters. Miltons Kamera war mit einem Gestell voller gnadenloser Scheinwerfer ausgerüstet. Die gleißende Helligkeit verleiht den Filmen etwas von Gestapo-Verhören. Wenn wir unsere Geschenke hochhalten, wirken wir alle leicht erschrocken, als hätte man uns mit Diebesgut erwischt. Außer ihrer gleißenden Helligkeit besaßen die Filme meines Vaters noch eine weitere Eigenheit: Wie Hitchcock erschien er immer auch selbst darin. Um nachzusehen, wie viel Film noch in der Kamera übrig war, musste man den Zähler in der Linse ablesen. Mitten in Geburtstagsfeier- oder Weihnachtsszenen kam dann stets der Moment, da das Auge meines Vaters die Leinwand füllte. Sodass mir nun, da ich auf die Schnelle versuche, meine frühen Jahre zu skizzieren, am deutlichsten nur dies einfällt: die braune Murmel des verschlafenen Bärenauges meines Vaters. […] Miltons Auge betrachtet uns. Es blinzelte. Ein Auge, so groß wie der Christus Pantokrator in der Kirche, besser als jedes Mosaik. Es war ein lebendes Auge, die Hornhaut ein wenig blutunterlaufen, die Wimpern üppig, die Haut darunter kaffeegefleckt, beutelig. Bis zu zehn Sekunden starrte dieses Auge uns an. Schließlich machte die noch laufende Kamera einen Schwenk, dann sahen wir die Decke, die Leuchten, den Fußboden, und dann wieder uns: die Stephanides‘.

Nach einem Schlaganfall kann Lefty nicht mehr sprechen. Das Diner wirft keinen Gewinn ab. Aber als Milton es verkaufen will, stellt er fest, dass es aufgrund der Deklassierung des Stadtviertels weniger wert ist, als Lefty 1933 dafür bezahlte. Er muss „Hercules Hot Dogs“ also weiterführen.

In der Nacht auf den 23. Juli 1967 ruft Jimmy Fioretos bei den Stephanides an, um sie zu warnen: Die Schwarzen in dem Bezirk, in dem das Diner liegt, randalieren. Milton fährt sofort hin. Drei Tage und drei Nächte wartet seine Familie in einer Mansarde versteckt auf ein Lebenszeichen. Dann schleicht Calliope sich davon und fährt mit dem Fahrrad hinter einem Panzer der inzwischen eingetroffenen Bundestruppen her. Vorübergehend verliert die 7-Jährige die Orientierung. Dann erkennt sie einige Geschäfte.

Auf einmal weiß ich, wo ich bin. Da ist ja Value Meats! Und New Yorker Clothes. Ich bin so glücklich, sie zu sehen, dass ich im ersten Moment gar nicht bemerke, dass beide Läden in Flammen stehen.

Aus 30 m Entfernung beobachtet sie, wie ihr früherer schwarzer Freund Marius Wyxzewixard Challouehliczilczese Grimes – dem ihr Vater verboten hat, sich mit Calliope zu treffen – einen Molotowcocktail durch ein Fenster in das Diner schleudert. Milton stürzt aus dem brennenden Gebäude, wundert sich über die Anwesenheit seiner Tochter und fährt mit ihr nach Hause.

Von dem Geld, das die Versicherungen für das zerstörte Diner zahlen, kauft Milton ein großzügiges Haus am Middlesex Boulevard in Grosse Pointe.

Das Nachbarmädchen Clementine Stark ist ein Jahr älter als Calliope. Die beiden Mädchen befreunden sich und üben das Küssen. Als sie im beheizten Pool miteinander herumwirbeln und dabei bis dahin unbekannte Empfindungen erleben, sieht Calliope plötzlich durch den Dampf ihren Großvater. Die Mädchen erschrecken und beteuern, nur „Wasserballett“ gemacht zu haben. Doch Lefty bleibt unbewegt sitzen: Er hat wieder einen Schlaganfall erlitten.

Wenig später stirbt Mr Stark, und die Witwe zieht mit ihrer Tochter Clementine fort.

Lefty dagegen erholt sich wieder. Allerdings beobachtet Desdemona sorgenvoll eine fortschreitende geistige Rückentwicklung bei ihm. Eines Tages tritt ein, was sie befürchtet: Er tituliert sie auf seiner Schreibtafel nicht mehr als seine Frau, sondern wieder als seine Schwester. Zum Glück halten die Bekannten das für ein Symptom seiner geistigen Verwirrung. Im Winter 1970 erliegt Lefty einem weiteren Gehirnschlag.

Und dann gab es einen weiteren Schlag in seinem Kopf; zum letzten Mal staute sich Blut in seinem Gehirn und spülte die letzten Fragmente seines Ichs davon.

Im Jahr darauf beginnt Milton, „Hercules Hot Dogs“ zur Restaurantkette auszubauen.

Calliope beobachtet, wie ihre Mitschülerinnen pubertieren, und sie überredet ihre Mutter, ihr einen Büstenhalter zu kaufen, aber sie wartet vergeblich darauf, dass sich ihre Brust wölbt. Auch die Menarche bleibt aus. Beunruhigt vereinbart Tessie für ihre Tochter einen Termin bei einem Gynäkologen. Calliope ahnt, dass sie anders ist, als die anderen Mädchen, und weil sie deshalb Angst vor der ärztlichen Diagnose hat, beginnt sie ihre Periode vorzutäuschen, damit ihre Mutter den Termin wieder absagt.

Sie verliebt sich in eine neue Klassenkameradin, die sie in Anlehnung an Luis Buñuels Film „Dieses obskure Objekt der Begierde“ nur „das obskure Objekt“ nennt. 1974 darf sie ihre Freundin und deren Eltern in den Sommerferien nach Petoskey begleiten. Die Eltern des Mitschülers Rex haben in der Nähe ebenfalls ein Sommerhaus. Trotz ihrer Eifersucht kann Calliope nichts dagegen tun, dass Rex häufig herüberkommt. Sie folgt ihm, ihrer Schulfreundin und deren Bruder Jerome in eine abgelegene Waldhütte mit zwei Feldbetten. Während Rex und „das Objekt“ auf der einen Pritsche zu knutschen anfangen, duldet die zum ersten Mal bekiffte und betrunkene Calliope, dass Jerome in sie eindringt (und in seiner Erregtheit keine körperliche Anomalie entdeckt). Am nächsten Morgen nähert Jerome sich erneut.

Jerome schob sich auf mich, und es war wieder wie in der Nacht zuvor, ein erdrückendes Gewicht. So kündigen Jungs und Männer ihre Absichten an. Sie legen sich wie ein Sarkophagdeckel auf einen. Und nennen es Liebe.

Dann ertappt Jerome seine Schwester mit Calliope in einer verfänglichen Situation auf einer Schaukel. Während „das Objekt“ ins Haus flüchtet, rauft Calliope mit Jerome, aber er ist ihr überlegen und es bleibt ihr nur die Flucht. Dabei läuft sie in einen Traktor.

Der Arzt im Krankenhaus diagnostiziert nicht nur eine Gehirnerschütterung und mehrere Quetschungen, sondern er entdeckt auch den winzigen Penis zwischen ihren Schamlippen. Er rät deshalb Milton und Tessie Stephanides, mit Calliope einen Experten in New York aufzusuchen: Dr. Peter Luce.

Der untersucht Calliope und lässt die 14-Jährige ihre „Psychografie“ aufschreiben. Nach einigen Tagen steht seine Diagnose fest: maskuliner Pseudohermaphroditismus. (Anders als der echte Zwitter, der sowohl über Hoden als auch über Eierstöcke verfügt, weist der Pseudohermaphrodit die Keimdrüsen eines Geschlechts und die sekundären Geschlechtsmerkmale des anderen auf.) Außerdem stellt er fest, dass sich die Harnöffnung an der Unterseite des Penis befindet (Hypospadie). Ursache ist das 5-alpha-Reduktase-Mangelsyndrom: Da fehlt ein für die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron erforderliches Enzym, und dadurch wird die Entwicklung der äußeren männlichen Geschlechtsmerkmale beeinträchtigt. Der Gendefekt – vermutet Dr. Luce –, trat um 1750 bei Penelope Evangelatos, Calliopes Urgroßmutter in der 9. Potenz, erstmals auf. Die Abnormalität ist zwar rezessiv, doch ihr Auftreten häuft sich durch inzestuöse Verbindungen. Dr. Luce erkennt zwar, dass die Patientin in ihren Genen und in der Ausprägung ihrer inneren Geschlechtsmerkmale maskulin ist, aber er will seine Theorie der Priorität des Milieus und der Erziehung beweisen und empfiehlt deshalb im Gespräch mit den Eltern Östrogeninjektionen und eine kosmetische Operation der Genitalien.

Milton und Tessie sagten beide keinen Ton. Nicht allem, was der Arzt sagte, hatten sie folgen können, aber wie das im Gespräch mit Ärzten nun einmal ist, achteten sie auf seine Körpersprache und versuchten zu erkennen, wie ernst die Lage war.

Während Calliope in der New Yorker Public Library auf die Rückkehr ihrer Eltern von dem Gespräch mit Dr. Luce wartet, schlägt sie in einem Lexikon unter „Hermaphrodit“ nach und liest entsetzt, was dort nach der kurzen Beschreibung steht: „vgl. Monstrum“.

Unter dem Vorwand, erschöpft zu sein, bleibt Calliope im Hotelzimmer zurück, während ihre Eltern in ein Broadway-Musical gehen. Sie schreibt einen kurzen Abschiedsbrief und reißt aus. Von dem Geld, das sie mitgenommen hat, lässt sie sich die Haare schneiden und kauft sich einen Anzug. Immer wieder unterlaufen Cal Fehler:

Wenn ich glaubte, etwas habe sich an der Schuhsohle festgesetzt, hob ich die Ferse und schaute, um nachzusehen, über die Schulter, statt das Bein vor mir anzuwinkeln und die Schuhsohle nach oben zu drehen. […] Bei solchen Ausrutschern überkam mich Panik, was aber völlig unnötig war. Keinem fiel es auf. Dabei half mir, dass den Leuten ohnehin nur wenig auffällt.

Per Anhalter reist Cal nach Ohio, Indiana, Illinois, Iowa und Nebraska. Ein Mann namens Bob Presto nimmt ihn mit nach San Francisco. Dort übernachtet Cal mit anderen von zu Hause fortgelaufenen Jungen unter Bäumen im Golden Gate Park. Eines Nachts, als die anderen Jungen nicht da sind, wird Cal von ein paar alten Landstreichern überfallen, ausgeraubt und zusammengeschlagen. In seiner Verzweiflung ruft er die Telefonnummer an, die Bob Presto ihm zum Abschied gab.

Bob Presto betreibt in San Francisco eine Peepshow mit sexuellen Abnormitäten: das „Sixty-Niners“. Zu den Attraktionen gehört Ellie alias Carmen, eine präoperative Transsexuelle aus der Bronx, die sich im Bassin von „Octopussy’s Garden“ räkelt. Unter dem abgenommenen Oberteil ihres Bikinis kommen wohlgeformte Brüste zum Vorschein.

Aber wenn sie in ihrem anmutigen Wasserballett kopfüber schwebte und sich das Unterteil auf die Knie schob – ja, dann hatte der Aal seinen schockierenden Auftritt. Denn an dem schlanken Mädchenkörper, da, wo er nicht hätte sein sollen, war ein dünner, brauner, übellaunig wirkender Aal, eine gefährdete Gattung, und wenn Ellie sich an der Scheibe rieb, wurde der Aal immer länger […]

Die Besucher in den Kabinen werfen Münzen ein, damit die Klappen vor den Bullaugen für kurze Zeit hochgehen und sie ins Bassin stieren können. Wenn Cal nackt ins Wasser steigt, bleibt er mit dem Kopf über Wasser und raucht einen Joint.

Im Januar 1975 führt die Polizei im „Sixty-Niners“ eine Razzia durch. Cal darf in der Polizeiwache telefonieren. Er ruft zu Hause an. Sein Bruder hebt ab und sagt ihm, dass der Vater tot ist.

Milton wurde von einem anonymen Anrufer erpresst, der vorgab, Calliope entführt zu haben. Weisungsgemäß warf er einen Koffer mit 25 000 Dollar Lösegeld in eine gekennzeichnete Mülltonne an der Grand Trunk Station. (Ausgerechnet auf dem Bahnhof, an dem Lefty und Desdemona 1922 in Detroit angekommen waren.) Gleich darauf beobachtete Milton einen Mann, der sich an der Tonne zu schaffen machte. Es war sein Schwager, Father Mike! Michael Antoniou versuchte, mit seinem Kleinwagen AMC Gremlin nach Kanada zu entkommen. Auf der Ambassador Bridge raste er in einen Stau. Für Miltons schweren, Benzin (nicht Petroleum, wie es aufgrund eines Übersetzungsfehlers heißt) fressenden Cadillac Eldorado bildete das Schrägheck des Gremlins eine Rampe: der Wagen schoss über das Schutzgeländer der Brücke …

Pleitegeier holt Cal aus San Francisco. Als sie durch Detroit fahren, merkt Cal, dass ihm die Schwarzen auf der Straße nicht mehr wie früher zublinzeln, sondern ihn hasserfüllt anstarren.

Und in dem Moment begriff ich etwas. Ich konnte nicht zum Mann werden, ohne zum weißen Mann zu werden.

Michael Antoniou wird zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Zoë lässt sich von ihm scheiden und zieht mit Desdemona – die seit dem Tod ihres Mannes im Gästehaus bei Milton und Tessie im Bett lag – nach New Smyrna Beach in Florida. Pleitegeier, der sein Ingenieurstudium abgebrochen hatte und Vegetarier geworden war, übernimmt das Hot-Dog-Unternehmen seines Vaters mit 66 Konzessionären – und geht nach fünf Jahren bankrott. Daraufhin muss Tessie ihr Haus verkaufen und zieht ebenfalls nach New Smyrna Beach.

Cal, inzwischen im diplomatischen Dienst, kommt schließlich nach Berlin-Schöneberg. Die Abteilung, in der er beschäftigt ist, organisiert Lesungen, Vorträge und Konzerte.

Es fällt ihm leicht, mit Frauen ins Gespräch zu kommen, doch sobald es darum geht, miteinander ins Bett zu gehen, zieht er sich aus Angst vor der Entdeckung seiner Anomalität zurück. So geschieht es auch nach einem Ausflug mit der 36-jährigen Julie Kikuchi nach Heringsdorf in Vorpommern. Er ruft Julie nicht mehr an und ignoriert ihre Nachrichten auf seinem Anrufbeantworter. Bei einer Warhol-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie sehen sie sich zufällig wieder …

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Der Titel „Middlesex“ passt, denn im Mittelpunkt des Romans steht ein Hermaphrodit. In einer von Ovid erzählten Sage handelte es sich bei Hermaphroditos um den schönen Sohn von Hermes und Aphrodite. Als er in einer Quelle badete, klammerte sich die Nymphe Salmakis, die sich unsterblich in ihn verliebt hatte, an ihn und wurde auf ihren sehnlichen Wunsch hin von den Göttern für immer mit ihm vereinigt. Der erzählende Pseudohermaphrodit heißt Calliope bzw. Kalliope, „die Schönstimmige“, wie die Muse der erzählenden Dichtung in der griechischen Mythologie.

Die Handlung des Romans spielt zwischen 1922 und 1975. Aufgeschrieben wird sie von einem einundvierzigjährigen Ich-Erzähler im Jahr 2001, und zwar in Berlin, einer Stadt, die seit ihrer Wiedervereinigung östliche und westliche Elemente verbindet – so wie ein Hermaphrodit männliche und weibliche Merkmale aufweist.

„Middlesex“ ist eine skurrile Einwanderer-Geschichte über drei Generationen und die pikareske Autobiografie eines Pseudohermaphroditen über seine ersten fünfzehn Lebensjahre. Es geht um Transformationen: „Aus den Griechen werden Amerikaner, aus dem Mädchen wird ein Junge, aus dem Kind ein Erwachsener.“ (Jeffrey Eugenides). Die teilweise komischen Entwicklungen spielen sich vor dem Hintergrund des Zeitgeschehens ab: griechisch-türkischer Krieg von 1919 bis 1922, Aufkommen der Fließbandproduktion, Prohibition und Rassenkonflikte in den USA, Weltwirtschaftskrise, Raumfahrt, Drogen usw.

Obwohl in der ersten Person Singular erzählt wird, verbinden sich damit die Fähigkeiten eines auktorialen Erzählers: Cals Erinnerungen reichen zurück bis zum Ansturm der Spermien auf die unbefruchtete Eizelle; er beobachtet auch das Geschehen an entfernten Orten und versetzt sich nach Bedarf in den Kopf eines anderen Menschen. („Und nun muss ich leider in Father Mikes Kopf hinein.“)

Sehen, Hören, Riechen, Schmecken – Jeffrey Eugenides spricht alle Sinne des Lesers an. Mit überbordender Fantasie erzählt er und denkt sich selbst für Nebenhandlungen Besonderheiten aus. Virtuos spielt er mit sämtlichen Werkzeugen aus der Trickkiste der Erzählkunst: Rhythmus (Beschleunigungen und Retardierungen), Suspense, Perspektivenwechsel, Rückblenden, filmische Abläufe (rückwärts und vorwärts), Metaphern, Metonymien, Allegorien, treffsichere Vergleiche, elegante Formulierungen und vieles mehr. Dabei wirkt der Roman in keiner Weise überfrachtet oder prätentiös und ist trotz der Fülle ganz leicht zu lesen. Viele Sätze und Abschnitte las ich sogar zweimal, weil ich mich über einen originellen Einfall oder ein stilistisches Kunststück freute. Schade, dass der Roman nach 735 Seiten schon zu Ende war! Jeffrey Eugenides ist ein genialer Erzähler.

Nicht zuletzt durch die Ich-Perspektive wirkt „Middlesex“ trotz der fantastischen Elemente authentisch und realistisch. Das trägt dazu bei, den Leser in das Geschehen hineinzuziehen.

Jeffrey Eugenides vermischt Autobiografisches mit Fiktionalem. Er wurde – wie Cal – 1960 in Detroit (Michigan) als Nachkomme griechischer Einwanderer aus Kleinasien (und anglo-irischer Vorfahren) geboren. „Middlesex“ heißt eine Straße in dem Stadtviertel, in dem er aufwuchs. 1999 kam er (mit einem DAAD-Stipendium) nach Berlin und heiratete eine amerikanische Fotografin mit asiatischen Vorfahren.

Der Roman ist selbst ein zwittriges Kunstwerk. Wie schon erwähnt, handelt es sich bei „Middlesex“ um eine Familiengeschichte und zugleich eine Art Schelmenroman. Mythologische Motive stehen neben Erkenntnissen der Biogenetik. Und wenn man zwischen gehobener und Unterhaltungsliteratur differenzieren mag, changiert „Middlesex“ zwischen beiden Kategorien.

1993 erschien Jeffrey Eugenides‘ erster Roman „The Virgin Suicides“ (deutsch: „Die Selbstmord-Schwestern“). Acht Jahre lang arbeitete er an seinem zweiten Roman – „Middlesex“ –, für den er im April 2003 den Pulitzer-Preis erhielt. Die deutsche Übersetzung veröffentlichte der Rowohlt-Verlag im Frühjahr 2003 mit einer Startauflage von 100 000 Exemplaren.

 

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003
Textauszüge: © Rowohlt Verlag

Jeffrey Eugenides: Die Selbstmord-Schwestern

Rafael Chirbes - Die schöne Schrift
Eine einfache alte Frau erzählt ihrem erwachsenen Sohn von den seltenen Augenblicken des Glücks in ihrem Leben, vor allem aber von Not und Leid, Liebe und Kränkungen. In einem schlichten, bewegenden Monolog erinnert sich die Frau an entscheidende Stationen ihres Lebens. Sie spricht zu ihrem Sohn, aber mehr noch zu sich selbst, weil sie vor dem Sterben verstehen möchte, was ihr widerfuhr.
Die schöne Schrift

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