Brigitte Hamann : Bertha von Suttner

Bertha von Suttner

Brigitte Hamann

Bertha von Suttner

Bertha von Suttner Piper Verlag, München 1986
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Die geborene Gräfin Kinsky und verheiratete Baronin von Suttner wurde durch ihren Roman "Die Waffen nieder!" zu einer Symbolfigur der Friedensbewegung und engagierte sich von da an mit aller Kraft für den Pazifismus. Als erste Frau erhielt sie 1905 den Friedensnobelpreis.
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Kritik

Akribisch hat Brigitte Hamann die verfügbaren Dokumente studiert und aus dem umfangreichen Material eine detaillierte, ebenso kritische wie verständnisvolle Biografie über Bertha von Suttner zusammengestellt.
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Das Vorwort Brigitte Hamanns beginnt folgendermaßen:

Dies ist die Lebensgeschichte einer Frau des 19. Jahrhunderts, die den meisten ihrer Zeitgenossen als Utopistin, ja als Närrin galt, und deren Anliegen letztlich kein Gehör fand. Ihr berühmter, immer verzweifelter klingender Ruf „Die Waffen nieder!“ verhallte wirkungslos in einem nationalistisch verhetzten Europa, das den großen Krieg wollte und die Warnungen der „Friedensbertha“ als Ausdruck weiblicher Exaltiertheit und „Gschaftlhuberei“ verhöhnte.

Die Autorin zitiert Stefan Zweig, der am 21. Juni 1918 in der „Neuen Freien Presse“ über Bertha von Suttner schrieb:

Aber eben diese Frau, von der man meinte, sie habe nichts als ihre drei Worte der Welt zu sagen […] schrak nicht zurück, das scheinbar Unerreichbare zu fordern. Sie wusste ja selbst besser als jeder andere um die tiefe Tragik der Idee, die sie vertrat, um die fast vernichtende Tragik des Pazifismus, dass er nie zeitgemäß erscheint, im Frieden überflüssig, im Kriege wahnwitzig, im Frieden kraftlos ist und in der Kriegszeit hilflos. Dennoch hat sie es auf sich genommen, zeitlebens für die Welt ein Don Quichotte, der gegen Windmühlen ficht.

Brigitte Hamann weiter:

Die Biografie Bertha von Suttners weist freilich außer dem Friedensengagement noch viele andere Facetten auf, zu denen auch ein kräftiger Zug von Abenteurertum gehört. Ihr Weg von der leichtsinnigen Komtessenjugend über Gouvernantenjahre und bittere Armut in Russland zu den ersten schriftstellerischen Erfolgen, bis sie endlich in der Friedensbewegung die Aufgabe ihres Lebens fand, spiegelt auch die soziale und kulturelle Wirklichkeit der Jahrhundertwende und der untergehenden Donaumonarchie wider. Gerade das breite Spektrum der Sujets — Politik, Pazifismus, Literatur, Journalismus, Frauenbewegung, Liberalismus, österreichische Aristokratie und internationales Mäzenatentum — bildete für mich den Anreiz, Bertha von Suttners Leben in ihrer Zeit auszuleuchten.

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Akribisch hat Brigitte Hamann u.a. den unveröffentlichten Nachlass Bertha von Suttners in der Bibliothek der UNO in Genf studiert. Mit Hilfe der Österreichischen und der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften war es ihr möglich, auch zwei Wochen am Schosta-Rustaweli-Institut in Tbilissi (Georgien) zu forschen. Aus dem umfangreichen Material stellte sie eine 552 Seiten dicke, ebenso kritische wie verständnisvolle Biografie über Bertha von Suttner zusammen.

Im ersten Teil berichtet sie chronologisch von den Vorfahren der Friedensnobelpreisträgerin bis zum Tod ihres Ehemanns; in den letzten fünf Kapiteln, die thematisch gegliedert sind, stellt Brigitte Hamann zum Beispiel Bertha von Suttners Freundschaft mit Alfred Nobel noch einmal ausführlicher dar und geht auf ihre Einstellung zur Frauenfrage ein.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003
Textauszüge: © Piper Verlag

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