Brigitte Hamann : Hitlers Wien

Hitlers Wien
Hitlers Wien Originalausgabe: Piper Verlag, München 1996 Ungekürzte Taschenbuchausgabe: Piper Verlag, München 1998
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Brigitte Hamann räumt mit zahlreichen falschen Darstellungen auf, die der eine oder andere Autor aus jeweils älteren Büchern abgeschrieben hatte und widerlegt beispielsweise die vielfach wiederholte Hypothese, Hitlers Vater sei von einem Grazer Juden namens Frankenberger gezeugt worden.
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Kritik

Hitlers Herkunft und Jugend schildert die in Wien lebende deutsche Historikerin und Germanistin Brigitte Hamann in diesem akribisch recherierten, umfassenden und exzellent geschriebenen Buch.
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Aus dem Vorwort:

Dieses Buch ist der Versuch einer Kultur- und Sozialgeschichte Wiens für die Jahre vor dem Ersten Weltkrieg, gesehen aus dem Blickwinkel eines allein stehenden jungen Gelegenheitsarbeiters aus der Provinz: Adolf Hitler. Es ist gleichzeitig eine Biografie dieses jungen Mannes bis zu dem Zeitpunkt, als er 24-jährig nach München zog.

Ich habe diese beiden Themen hier deshalb miteinander verbunden, um anschaulich zu machen, wie stark Hitler durch Wien geprägt wurde. Vor allem seine „Weltanschauung“, die er später zur Grundlage und zum Kernpunkt seiner Politik machte, stammt aus der von ihm gehassten Hauptstadt des Habsburgerreichs.

Hitlers Wien ist nicht das künstlerisch-intellektuelle „fin de siècle Vienna“, also jenes längst zum Klischee erstarrte Wien, das durch Sigmund Freud, Gustav Mahler, Arthur Schnitzler oder Ludwig Wittgenstein repräsentiert wird […]

Hitlers Wien stellt eher ein Gegenbild zu dieser glanzvollen Kunstmetropole dar. Es ist das Wien der „kleinen“ Leute, die der Wiener Moderne voll Unverständnis gegenüberstanden, sie als „entartet“, zu wenig volksverbunden, zu international, zu „jüdisch“, zu freigeistig ablehnten. Es ist das Wien […] der Männerheimbewohner […], die für alle möglichen Theorien anfällig waren, vor allem für jene, die ihnen das Gefühl vermittelten, trotz allen Elends in Wahrheit doch eine „Elite“, „etwas Besseres“ zu sein. Dieses „Bessere“ bestand für sie darin, im „Rassenbabylon“ des Vielvölkerstaates dem „deutschen Edelvolk“ anzugehören und eben nicht Slawe oder Jude zu sein.

[…] Das Hauptproblem einer Biografie des jungen Hitler besteht in der desolaten Quellenlage. Dieser Mangel an Quellen geht darauf zurück, dass Hitler alle Spuren seiner Linzer und Wiener Zeit nach Kräften verwischte […] Erst auf der Basis einer kritischen Abklärung der Quellen ist es überhaupt möglich, sich an eine Hitler-Biografie zu wagen. Deshalb bildet die ausführliche Quellenkritik einen Schwerpunkt dieses Buches […]

Freilich: das Unternehmen, sich auf den jungen Hitler zu konzentrieren und ihn aus dem historischen Umfeld heraus zu sehen, birgt ein Problem. Denn der spätere Hitler […] ist in diesen Jugendjahren nicht zu erkennen. Nichts, weder eine besondere Begabung noch ein Hang zum Verbrecherischen, hebt den jungen Hitler aus der Masse der Wiener Männerheimbewohner hervor. Im Gegenteil: er gehört selbst in diesem Kreis zu den Untüchtigen. Er lässt sich treiben […]

(Brigitte Hamann im Vorwort zu „Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators“)

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Inhaltsangabe und Buchbesprechung:

Die Historikerin und Germanistin Brigitte Hamann (1940 – 2016) schildert in ihrem akribisch recherierten, umfassenden und exzellent geschriebenen Buch „Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators“ Hitlers Herkunft und Jugend. Dabei räumt sie mit zahlreichen falschen Darstellungen auf, die der eine oder andere Autor aus jeweils älteren Büchern abgeschrieben hatte und widerlegt beispielsweise die vielfach wiederholte Hypothese, Hitlers Vater sei von einem Grazer Juden namens Frankenberger gezeugt worden.

Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators: Inhaltsverzeichnis

  • Aus der Provinz in die Hauptstadt
  • Das Wien der Moderne
  • Die Kaiserstadt
  • Im Parlament
  • Die soziale Frage
  • Als Maler im Männerheim
  • Rassentheoretiker und Welterklärer
  • Politische Leitbilder
  • Tschechen in Wien
  • Juden in Wien
  • Der junge Hitler und die Frauen
  • Vor dem großen Krieg

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002/2005
Textauszüge: © Piper Verlag

Brigitte Hamann: Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden

Raoul Schrott - Das schweigende Kind
Mit dem Thema Kindesentzug und väterliches Besuchsrecht setzt Raoul Schrott sich ausschließlich literarisch auseinander. Die Sprache, die er für "Das schweigende Kind" gewählt hat, ist anspruchsvoll, geschliffen und pathetisch.

Das schweigende Kind

Raoul Schrott

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