John M. Coetzee

John Maxwell Coetzee wurde am 9. Februar 1940 in Kapstadt als Sohn des Ehepaars Vera und Zacharias Coetzee geboren. Seine Mutter (eine geborene Wehmeyer) war Lehrerin; sie hatte polnische und deutsche Vorfahren. Sein Vater, der von niederländischen Einwanderern im 17. Jahrhundert abstammte, arbeitete nach dem Zweiten Weltkrieg als Jurist bei der Stadtverwaltung in Kapstadt, bis er 1948 wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der Apartheid entlassen wurde und sich mit seiner Familie für einige Zeit auf eine Farm in Worcester zurückzog.

John M. Coetzee studierte an der Universität Kapstadt Englisch und parallel dazu Mathematik. Nach den BA-Studienabschlüssen in den Jahren 1960 und 1961 arbeitete er von 1962 bis 1965 als Programmierer in Großbritannien. Parallel dazu setzte er das Englisch-Studium fort und erwarb 1963 den Master-Degree in Kapstadt.

Im selben Jahr heirateten John Maxwell Coetzee und Philippa Jubber (1939 – 1991). Das Paar bekam zwei Kinder: Nicolas (* 1966) und Gisela (* 1968). Aber die Ehe wurde 1980 geschieden. 1989 kam Nicolas Coetzee bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

1965 erhielt John M. Coetzee ein Fulbright-Stipendium und begann mit der Arbeit an seiner Dissertation „The English Fiction of Samuel Beckett: An Essay in Stylistic Analysis“. 1969 promovierte er an der University of Texas in Austin. Ab 1968 lehrte er als Dozent an der State University of New York in Buffalo, bis sein Antrag auf eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung in den USA 1972 abgelehnt wurde, weil er im 1970 mit anderen Demonstranten gegen den Vietnamkrieg festgenommen worden war.

John M. Coetzee kehrte mit seiner Familie nach Südafrika zurück und erhielt von der Universität Kapstadt einen Lehrauftrag und 1984 eine Professur für Englisch, Linguistik und Allgemeine Literaturwissenschaft.

Zwischendurch lehrte er auch weiterhin an amerikanischen Universitäten.

1974 veröffentlichte J. M. Coetzee seinen ersten aus zwei Geschichten zusammengesetzten Roman: „Dusklands“. Parallel zu seiner akademischen Tätigkeit übersetzte John M. Coetzee Lyrik und Belletristik aus dem Afrikaans und der niederländischen Sprache. Weltberühmt wurde er mit dem Roman „Schande“.

Sowohl für „Leben und Zeit des Michael K.“ als auch für „Schande“ erhielt J. M. Coetzee den Booker Prize und ist damit der erste Schriftsteller, dem die renommierte Auszeichnung zweimal zuerkannt wurde. Außerdem bekam J. M. Coetze 2003 den Nobelpreis für Literatur.

Seit 2002 lebt er in Australien, wo er am 6. März 2007 die Staatsbürgerschaft erwarb.

 

J. M. Coetzee: Bibliografie (Auswahl)

  • Dusklands (1974)
  • In the Heart of the Country (1977; Im Herzen des Landes, Verfilmung)
  • Waiting for the Barbarians (1980; Warten auf die Barbaren)
  • Life & Times of Michael K (1983; Leben und Zeit des Michael K.)
  • Foe (1986; Mr Cruso, Mrs Barton und Mr Foe)
  • Age of Iron (1990; Eiserne Zeit)
  • The Master of Petersburg (1994; Der Meister von Petersburg)
  • Boyhood. Scenes from Provincial Life (1997; Der Junge. Eine afrikanische Kindheit)
  • Disgrace (1999; Schande)
  • The Lives of Animals (1999; Das Leben der Tiere)
  • Youth (2002; Die jungen Jahre)
  • Elizabeth Costello (2003; Elizabeth Costello)
  • Slow Man (2005; Zeitlupe)
  • Diary of a Bad Year (2007; Tagebuch eines schlimmen Jahres)
  • Summertime (2009; Sommer des Lebens)
  • Childhood of Jesus (2013; Die Kindheit Jesu)
  • Three Stories (2014; Ein Haus in Spanien. Drei Geschichten)
  • The Schooldays of Jesus (2016; Die Schulzeit Jesu)
  • The Death of Jesus (2019; Der Tod Jesu)
  • El Polaco (2022; Der Pole)

© Dieter Wunderlich 2014

Lothar Fischer - Anita Berber
Lothar Fischer sprach mit Personen, die Anita Berber gekannt haben und legte ein Archiv über sie an. Es gibt wohl niemanden, der mehr über sie weiß als er. Seine Darstellung in dem fadengehefteten, schön gestalteten Paperback ist sachlich, aufschlussreich und gut zu lesen.
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