Ein kurzer Film über das Töten

Ein kurzer Film über das Töten

Ein kurzer Film über das Töten

Ein kurzer Film über das Töten - Regie: Krzysztof Kieslowski - Drehbuch: Krzysztof Piesiewicz und Krzysztof Kieslowski - Kamera: Slawomir Idziak - Musik: Zbigniew Preisner - Darsteller: Miroslaw Baka, Jan Tesarz, Krzysztof Globisz - 1988; 80 Minuten

Inhaltsangabe

Ein 21 Jahre alter Mann setzt sich in Warschau ins nächstbeste Taxi, lässt sich in eine abgelegene Gegend fahren und ermordet den Fahrer. Er wird zum Tod verurteilt, und seine Hinrichtung ist nicht weniger brutal als der Mord.
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Kritik

"Ein kurzer Film über das Töten" ist ein verstörend brutales Werk in schlichten Bildern, vor dem man die Augen nicht verschließen sollte.
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Warschau 1987: In einem trostlosen Wohnviertel wäscht ein Taxifahrer (Jan Tesarz) seinen Wagen. Er fährt los und beobachtet unterwegs, wie der Jurastudent Piotr, der mit seinem Motorroller unterwegs ist, dem neben ihm an einer Verkehrsampel wartenden Autofahrer ausgelassen erklärt, er habe soeben sein Examen bestanden.

Außer Piotr und dem Taxifahrer lernen wir Jacek (Miroslaw Baka) kennen, einen 21 Jahre alten, verwahrlosten Mann, der sich in den Straßen herumdrückt. Er wirft einen Mauerbrocken von einer Brücke auf eine stark befahrene Straße. Wir hören es quietschen, klirren und krachen. Er wickelt sich ein Stück Schnur um die Hand, geht zu einem Taxistand — und setzt sich in dem frisch gewaschenen Auto des bereits erwähnten Taxifahrers auf den Rücksitz. In einer abgelegenen Gegend versucht er, den Fahrer zu erdrosseln. Der windet sich und drückt auf die Hupe. Ein Radfahrer kommt vorbei, ohne sich darum zu kümmern. Nur ein Pferd hebt den Kopf. Mit einer Stange schlägt Jacek auf die am Lenkrad festgekrallten Hände des Taxifahrers ein, dann auf seinen Kopf. Schließlich zerrt er den Stöhnenden eine Böschung hinunter, beißt die Zähne zusammen und haut ihm einen Felsbrocken auf den Kopf.

Jacek wird gefasst. Piotr verteidigt ihn, kann aber nicht verhindern, dass der Richter den Mörder zum Tod verurteilt.

Schon nach seinem ersten Gerichtsfall beginnt er an der Justiz zu zweifeln und fragt sich, ob er etwas falsch gemacht hat. Er besucht seinen Mandaten kurz vor der Hinrichtung in der Zelle. Jacek erzählt ihm, sein bester Freund habe vor fünf Jahren seine damals 12-jährige Schwester nach einem Saufgelage mit dem Traktor überfahren. Da sei er von zu Hause weggelaufen. Lebte seine Schwester noch, wäre vermutlich alles anders gekommen. Mit seiner Hinrichtung, die Kieslowski nicht weniger grausam als die Ermordung des Taxifahrers inszeniert, endet der Film.

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Du sollst nicht töten. In seiner inhaltlichen und stilistischen Brutalität ähnelt „Ein kurzer Film über das Töten“ einigen frühen Filmen von Rainer Werner Fassbinder. Die schlichten Bilder sind häufig durch graue oder braune Verlaufsfilter verfremdet und wirken so noch düsterer. Es handelt sich um einen ebenso engagierten wie verstörenden Film von Krzysztof Kieślowski, vor dem man die Augen nicht verschließen sollte.

„Ein kurzer Film über das Töten“ ist die längere Fassung des 5. Teils aus dem „Dekalog“.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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