Wild at Heart

Wild at Heart

Wild at Heart

Wild at Heart - Originaltitel: Wild at Heart - Regie: David Lynch - Drehbuch: David Lynch, nach dem Roman "Wild at Heart. The Story of Sailor and Lula" von Barry Gifford - Kamera: Frederick Elmes - Schnitt: Duwayne Dunham - Musik: Angelo Badalamenti (Titelsong: Chris Isaak) - Darsteller: Nicolas Cage, Laura Dern, Willem Dafoe, Diane Ladd, Harry Dean Stanton, J. E. Freeman, Crispin Glover, Isabella Rossellini, Grace Zabriskie, Morgan Sheppard u.a. - 1990; 120 Minuten

Inhaltsangabe

Sailor flieht mit Lula vor dem blinden Hass von deren Mutter Marietta. Auf ihrer Autofahrt quer durch die USA hetzt Marietta ihnen einen Privatdetektiv und einen Killer nach. Aus Geldnot lässt Sailor sich in Texas von dem exzentrischen Gangster Bobby Peru zu einem Bankraub überreden ...

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Kritik

"Wild at Heart" ist ein Albtraum über Wahn und Verrat, Gewalt und Tod, Liebe und Leidenschaft, eine skurrile Mischung aus Roadmovie, Thriller, Liebesgeschichte, Farce und Märchen-Comic. David Lynch gelang damit eine Gratwanderung zwischen Brutalität, Kitsch und Romantik.
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Cape Fear, irgendwo an der Grenze zwischen Nord- und Süd-Carolina. Aus Eifersucht will Marietta Fortune (Diane Ladd) Sailor Ripley (Nicolas Cage), den Geliebten ihrer achtzehnjährigen Tochter Lula Pace (Laura Dern), umbringen lassen, doch als der gedungene Mörder mit einem Messer zustechen will, wehrt Sailor den Angriff ab und schlägt so blindwütig zu, dass sein Gegner stirbt. Dafür wird er zu zwei Jahren Haft verurteilt.

Marietta kann Lula nicht davon abhalten, Sailor nach der Verbüßung der Strafe mit ihrem offenen Straßenkreuzer vom Gefängnis abzuholen und ihm auch seine Schlangenlederjacke mitzubringen. Obwohl Sailor den Staat vorerst nicht verlassen dürfte, begibt er sich mit Lula auf eine Autofahrt quer durch die Vereinigten Staaten, um mit ihr ein neues Leben zu beginnen.

Sie werden jedoch nicht nur von der Polizei verfolgt, sondern auch von dem Privatdetektiv Johnnie Farragut (Harry Dean Stanton), einem Geliebten Mariettas, die sich mit dem Verlust ihrer Tochter nicht abfinden will und Farragut beauftragt hat, sie zurückzubringen. Weil die hysterische und alkoholabhängige Marietta rasch die Geduld verliert, hetzt sie Lula und Sailor auch noch den Killer Marcello Santos (J. E. Freeman) nach, der ebenfalls zu ihren Liebhabern zählt und die Gelegenheit nutzt, um seinen Nebenbuhler Farragut auszuschalten.

In Tuna, einem abgeschiedenen Ort in Texas, trifft das Liebespaar auf den exzentrischen Gangster Bobby Peru (Willem Dafoe). Der demütigt die inzwischen schwangere Lula auf gemeinste Weise. Sailor, der davon zunächst nichts weiß und dringend Geld für die Weiterfahrt benötigt, lässt sich von ihm zu einem Bankraub überreden, bei dem die Prostituierte Perdita Durango (Isabella Rossellini) als Fahrerin des Fluchtwagens mitmacht.

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überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Nachdem die beiden Bankangestellten das Geld bereits herausgegeben haben, schießt Bobby Peru auf sie – einfach nur, um Sailor zu beeindrucken. Ein Hund schnappt sich die abgefetzte Hand eines der Verletzten und läuft damit fort. Als Bobby Peru übermütig auf Sailor anlegt, greift ein Polizist ein, der angehalten hat, um mit Perdita zu reden, und es kommt zu einem heftigen Schusswechsel, bei dem Bobby mehrmals getroffen wird und sich am Ende mit seinem großkalibrigen Gewehr selbst den Kopf wegschießt.

Sailor muss erneut ins Gefängnis. – Wieder holt Lula ihn ab, diesmal mit ihrem gemeinsamen kleinen Sohn Pace (Glenn Walker Harris jr.). Unterwegs steigt Sailor aus und will zum Bahnhof zurückgehen, um sich nicht in das Leben der beiden einzumischen, doch als er von einer Straßengang zusammengeschlagen wird und ihm während der Bewusstlosigkeit eine Fee erscheint, begreift er, dass er zu Lula und seinem Sohn gehört: Er rennt ihnen nach und springt in einem Verkehrsstau von Autodach zu Autodach, bis er sie erreicht.

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David Lynchs Verfilmung des Romans „Wild at Heart. The Story of Sailor and Lula“ von Barry Gifford ist ein Albtraum über Wahn und Verrat, Gewalt und Tod, Liebe und Leidenschaft. Es geht um die Kehrseite des „American Way of Life“; Gewalt gehört hier zum Alltag: Während im Autoradio eine Schreckensmeldung nach der anderen zu hören ist, kommt das Paar Sailor und Lula zu einer Unfallstelle mit zwei Toten und muss hilflos mit ansehen, wie eine junge, schwer verletzte Frau (Sherilyn Fenn) stirbt. „Wild at Heart“ ist eine skurrile Mischung aus Roadmovie, Thriller, Liebesgeschichte, Farce und Märchen-Comic mit schrägen, bewusst überzeichneten Figuren und Anspielungen auf das Märchen „Der Zauberer von Oz“. David Lynch gelang damit eine Gratwanderung zwischen Brutalität, Kitsch und Romantik.

Einige Kritiker hielten „Wild at Heart“ für eine Gewaltorgie. Bei dem Filmfestspielen in Cannes wurde die Literaturverfilmung mit einer „Goldenen Palme“ ausgezeichnet. Heute zählt „Wild at Heart“ zu den Kultfilmen.

Außer der Filmmusik von Angelo Badalamenti (und David Lynch) und dem Titelsong von Chris Isaak sind ein paar Takte aus „Im Abendrot“ aus „Vier letzte Lieder“ von Richard Strauss sowie die Songs „Love Me“ (Mike Stoller) und „Love Me Tender“ (Elvis Presley) zu hören.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004/2007

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