Salvador Allende


Salvador Allende Gossens wurde am 26. Juni 1908 in der chilenischen Hafenstadt Valparaíso als eines von sechs Kindern des Beamten Salvador Allende Castro und dessen Ehefrau Laura Gossens Uribe geboren. Väterlicherseits stammte die Familie aus dem Baskenland, mütterlicherseits aus Belgien.

Als Medizinstudent in Santiago de Chile ließ Salvador Allende sich zum Stellvertretenden Präsidenten der Föderation chilenischer Studenten (Federacion de Estudiantes Universidad de Chile, FECH) wählen. 1929 soll er sich nach dem Vorbild seines Vaters den Freimaurern angeschlossen haben. 1933 promovierte Salvador Allende und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Sozialistischen Partei in der Region Valparaíso. Vier Jahre später wurde er ins chilenische Parlament gewählt. Unter dem Staatspräsidenten Pedro Aguirre Cerda (1879 – 1941) übernahm er von 1938 bis 1940 das Amt des Gesundheitsministers. 1945 ließ Salvador Allende sich in Valparaíso zum Senator wählen.

Hortensia Bussi („La Tencha“, 1914 – 2009), die seit 1940 seine Ehefrau war, brachte drei Töchter zur Welt: Carmen Paz (* 1941), Beatriz (1943 – 1977) und María Isabel Allende Bussi (* 1945).

Bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 1952 scheiterte Salvador Allende, aber zwei Jahre später avancierte er zum stellvertretenden Senatspräsidenten. 1958 kandidierte er erneut für das Amt des Staatspräsidenten und unterlag nur knapp seinem von den Rechtsparteien aufgestellten Konkurrenten Jorge Alessandri Rodríguez (1896 – 1986). Beim nächsten Versuch sechs Jahre später musste sich Salvador Allende dem Christdemokraten Eduardo Frei Montalva (1911 – 1982) geschlagen geben. 1966 rückte er allerdings zum Senatspräsidenten auf.

Als Präsidentschaftskandidat der 1969 von Kommunisten, Sozialisten und kleineren Linksparteien gebildeten Unidad Popular (UP) schlug Salvador Allende am 4. September 1970 seine Gegner Jorge Alessandri Rodríguez und Radomiro Tomic Romero (1914 – 1992) mit 36,3 gegen 34,9 bzw. 27,9 Prozent der Stimmen. Damit fehlte ihm zwar die erforderliche absolute Mehrheit, aber das Parlament wählte Salvador Allende danach mit den Stimmen der Volksfront und der Christdemokraten zum Staatspräsidenten. Noch vor dem Beginn seiner Amtsausübung überlebte er ein Attentat.

Ein vier Wochen langer Besuch des kubanischen Staatspräsidenten Fidel Castro (* 1926) erweckte den Eindruck, Salvador Allende strebe eine sozialistische Planwirtschaft an. Er begann, die Bergbau- und Textilindustrie, Banken und die Niederlassungen ausländischer Unternehmen in Chile zu verstaatlichen.

Außerdem stieß er eine Agrarreform an, um Großgrundbesitzern etwa zwanzigtausend Quadratkilometer Land wegzunehmen und es an Bauern und Kollektive zu verteilen. Die Preise für Grundnahrungsmittel wurden staatlich vorgeschrieben. Die Wirtschaftspolitik trug allerdings dazu bei, die Inflation von 29 Prozent im Jahr 1970 innerhalb von zwei Jahren auf 160 Prozent hochzutreiben. Von den USA durchgesetzte Handels- und Kreditembargos gegen Chile verschärften diese Entwicklung. Außerdem soll es während Allendes Amtszeit etwa sechshundert Sabotageanschläge auf Brücken, das Eisenbahnnetz, Pipelines und die Stromversorgung gegeben haben. 1972 zwangen Versorgungsschwierigkeiten die Regierung, Lebensmittel zu rationieren. Als Streiks im Herbst 1972 zu Straßenschlachten eskalierten, rief Salvador Allende den Notstand aus.

Bei den Parlamentswahlen Anfang 1973 baute die Unidad Popular ihren Stimmenanteil auf 44 Prozent aus.

Um die sich immer stärker zuspitzende Lage unter Kontrolle zu bekommen, holte Salvador Allende hochrangige Offiziere ins Kabinett. General Carlos Prats González (1915 – 1974), der Innenminister und Oberbefehlshaber der Streitkräfte, vereitelte denn auch mit regierungstreuen Militärs den Putschversuch eines Panzerregiments am 29. Juni 1973 („Tanquetazo“). Als der Kongress dem Staatspräsidenten in einer symbolischen Geste am 22. August das Misstrauen aussprach und die Generäle zum Rücktritt aufforderte, überließ Carlos Prats seine Ämter seinem Stellvertreter General Augusto José Ramón Pinochet Ugarte (1915 – 2006). (Carlos Prats und seine Ehefrau Sofia Cuthbert starben am 30. September 1974 bei einem Bombenattentat.)

Am 10. September erklärte Salvador Allende sich bereit, das Volk durch ein Plebiszit über seinen Verbleib im Amt entscheiden zu lassen. Doch dazu kam es nicht mehr.

Am 11. September 1973 wurde der Staatspräsident durch einen Telefonanruf um 6.20 Uhr geweckt. Die Flotte in Valparaíso verlange seinen Rücktritt, hieß es. Nachdem Salvador Allende vergeblich versucht hatte, den Innenminister und Oberbefehlshaber der Streitkräfte Augusto Pinochet zu erreichen, begab er sich mit Regierungsmitgliedern, Familienangehörigen, seiner Privatsekretärin und langjährigen Geliebten Miria Contreras („La Payita“) sowie engen Freunden in den Präsidentenpalast La Moneda.

Die Putschisten, zu denen auch General Augusto Pinochet gehörte, forderten Salvador Allende zum Rücktritt auf, und als er sich weigerte, drohten sie um 9.30 Uhr mit der Bombardierung des Palastes. Daraufhin schickte Salvador Allende die meisten der Anwesenden aus dem Gebäude. Gegen Mittag begann die Bombardierung, und am frühen Nachmittag stürmte die Armee den Palast. Salvador Allende kapitulierte und zog sich in den „Saal der Unabhängigkeit“ zurück. Der offiziellen Version zufolge nahm er sich dort selbst durch einen Kopfschuss das Leben, es könnte aber auch sein, dass ihn aufständische Soldaten erschossen. Zweifel an der Selbstmord-These wurden nicht zuletzt durch die unvollständige Veröffentlichung der Autopsie-Ergebnisse genährt. Es ist nicht einmal sicher, ob Salvador Allende oder ein anderer Toter unter diesem Namen in Valparaíso bestattet wurde. (Später wurden die Gebeine nach Santiago de Chile überführt.)

Miria Contreras gelang ebenso wie Allendes Witwe und seinen drei Töchtern die Flucht ins Ausland.

Mehr über den Militärputsch 1973 in Chile

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