Hartmann Schedel : Weltchronik

Weltchronik

Hartmann Schedel

Weltchronik

Originalausgabe: Nürnberg 1493 Stephan Füssel (Hg.): Schedelsche Weltchronik Faksimile der kolorierten Gesamtausgabe von 1493 Taschen Verlag, Köln 2001 ISBN 3822857254, 680 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der Nürnberger Humanist Hartmann Schedel veröffentlichte 1493 eine Weltchronik in lateinischer und deutscher Sprache. Berühmt wurde die Schedelsche Weltchronik (Nürnberger Chronik) aufgrund der Holzschnitte aus der Werkstatt des Künstlers Michael Wolgemut in Nürnberg.
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Kritik

Mit 1804 Illustrationen gilt die Schedelsche Weltchronik neben der Gutenberg-Bibel als der aufwändigste Buchdruck des 15. Jahrhunderts. Anton Koberger in Nürnberg druckte etwa 2000 Exemplare, zwei Drittel in lateinischer, ein Drittel in deutscher Sprache.

Der Nürnberger Humanist Hartmann Schedel (1440 – 1514) veröffentlichte 1493 eine Weltchronik in lateinischer und deutscher Sprache. In enzyklopädischer Form hatte Schedel eine Weltchronik „von anbeginn der welt bis auf dise unsere Zeit“ zusammengestellt und – wie damals üblich – in sieben „Weltalter“ gegliedert:

  1. Von der Erschaffung der Welt bis zur Sintflut
  2. Bis zur Geburt Abrahams
  3. Bis zum Reich König Davids
  4. Bis zur Babylonischen Gefangenschaft
  5. Bis zur Geburt Christi
  6. Gegenwart
  7. Ausblick auf den Weltuntergang und das Jüngste Gericht

Berühmt wurde die Schedelsche Weltchronik (Nürnberger Chronik) aufgrund der Illustrationen, unter denen auch zahlreiche Landkarten und Stadtansichten sind. Der Künstler Michael Wolgemut (1434 – 1519) und sein Schwiegersohn Wilhelm Pleydenwurff hatten 1487 mit der Arbeit an den Holzschnitten begonnen.

Da Albrecht Dürer (1471 – 1528) sich bis 1490 von Michael Wolgemut ausbilden ließ, wird vermutet, dass er an den Illustrationen der Schedelschen Weltchronik beteiligt war. In jedem Fall gilt Hartmann Schedels Weltchronik mit 1804 Illustrationen aus Michael Wolgemuts Werkstatt neben der Gutenberg-Bibel als der aufwändigste Buchdruck des 15. Jahrhunderts. Anton Koberger in Nürnberg druckte etwa 1400 Exemplare der 656 Seiten dicken lateinischen Ausgabe und 700 Exemplare der deutschsprachigen Version mit 597 Seiten. Die Käufer konnten wählen, ob sie ihr Exemplar gebunden oder nicht, bzw. koloriert oder nicht haben wollten. Je nachdem betrug der Preis zwischen 3 und 8 Gulden.

Für heute noch gut erhaltene kolorierte Exemplare der Schedelschen Weltchronik werden über 100 000 Euro bezahlt.

2001 gab Stephen Füssel das Faksimile eines kolorierten und vollständigen Exemplars der Schedelschen Weltchronik aus der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar heraus. Der Taschen Verlag entschied sich zwar für ein Buch im Großformat (24 x 34 cm), aber das bedeutet immer noch eine deutliche Verkleinerung gegenüber dem Original.

Literatur über Schedels Weltchronik

  • Elisabeth Rücker: Hartmann Schedels Weltchronik. Das größte Buchunternehmen der Dürerzeit. Verlag Prestel, München 1988

 

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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