Nach fünf im Urwald

Nach fünf im Urwald

Nach fünf im Urwald

Originaltitel: Nach fünf im Urwald (Nach 5 im Urwald) - Regie: Hans-Christian Schmid - Drehbuch: Hans-Christian Schmid, Michael Gutmann und David Howard - Kamera: Klaus Eichhammer- Schnitt: Hansjörg Weißbrich - Musik: Rainer Michel - Darsteller: Franka Potente, Alex Milberg, Dagmar Manzel, Farina Brock, Thomas Schmauser, Sibylle Canonica, Peter Ender, Johann von Bülow, Max Urlacher, Natali Seelig, Karl-Heinz Vietsch u.a. - 1995; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Zu ihrem 17. Geburtstag darf Anna eine Party geben. Am nächsten Morgen stehen die Eltern entsetzt vor den Spuren einer Orgie. Nach dem großen Krach mit ihren Eltern fährt Anna verbotenerweise mit ihrem Schulkameraden Simon nach München. Die Eltern der beiden Ausreißer suchen vergeblich nach ihnen, verbringen den Rest der Nacht gemeinsam und erinnern sich, dass sie selbst auch einmal jung waren ...
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Kritik

Locker und unverkrampft plädiert Hans-Christian Schmid mit "Nach fünf im Urwald" für mehr Verständnis zwischen den Generationen. Ein flottes Tempo, pointierte Dialoge und komische Situationen sorgen für gute Unterhaltung.
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Anna (Franka Potente) lebt mit ihren gutbürgerlichen Eltern Wolfgang und Karin (Axel Milberg, Dagmar Manzel) in einem bayrischen Provinznest, in dem ihr Vater für das Amt des Bürgermeisters kandidiert. Anlässlich ihres siebzehnten Geburtstags darf sie ihre erste große Party geben. Damit die Jugendlichen ungestört feiern können, verbringen Wolfgang und Karin die Nacht außer Haus. Vorsorglich haben sie noch einen Eimer mit einem Schild hingestellt, auf dem steht: „Falls jemand schlecht werden sollte“.

Am nächsten Morgen sind die Eltern entsetzt, weil das Fest offenbar nicht nur im Partykeller, sondern auch in der restlichen Wohnung gefeiert wurde und ausgelassener war, als sie sich das vorgestellt hatten: Als Wolfgang die ruinierten Teppiche und Polstergarnituren sieht, auf Gäste stößt, die ihren Rausch ausschlafen, die Scherben einer seltenen, von ihm geschätzten Schallplatte findet und auch noch Haschisch entdeckt, tobt er. Das wiederum findet Anna „ätzend“. Um Anna zu bestrafen, verbieten ihr die Eltern, wie geplant zum Casting einer Münchner Werbeagentur zu fahren.

Doch Anna hält sich nicht an das Verbot. Mit ihrem Schulkameraden Simon (Thomas Schmauser), einem schüchternden und heimlichen Verehrer, der ebenfalls von zu Hause ausgerissen ist, fährt sie nach München. Anna träumt davon, als Janis-Joplin-Double in einem Werbespot aufzutreten, aber daraus wird nichts. Stattdessen streift sie durch die Großstadt und lernt dabei Männer kennen, die ihr imponieren – bis sie hinter ihre Fassaden schaut.

Besorgt folgen Wolfgang und Karin ihrer Tochter nach München und suchen die Diskos ab. Dabei treffen sie auf Simons Eltern Oliver und Johanna (Peter Ender, Sibylle Canonica). Die Elternpaare tun sich zusammen, aber ihre Kinder finden sie nicht.

Den Rest der Nacht verbringen Oliver und Johanna mit Wolfgang und Karin in deren Wohnzimmer. Als sie einiges getrunken haben, tanzen sie und rauchen den von Annas Geburtstagsparty übriggebliebenen Joint: Sie erinnern sich, dass sie selbst auch einmal jung waren.

Am nächsten Morgen kehrt Anna um einige Illusionen ärmer von München zurück. Beim Betreten des Elternhauses staunt sie: Es ist, als hätte sich das Bild vom Vortag wiederholt; aber diesmal haben die Erwachsenen für das Chaos gesorgt.

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In seinem Film „Nach fünf im Urwald“ erzählt Hans-Christian Schmid eigentlich zwei sich spiegelnde unspektakuläre Geschichten: Während eine Siebzehnjährige nach einer ausschweifenden Geburtstagsparty im Nachtleben einer Großstadt ihre ersten Erfahrungen sammelt und dabei ein bisschen erwachsener wird, erinnern die Eltern sich daran, dass sie auch einmal jung waren. Ganz unverkrampft plädiert Hans-Christian Schmid mit der Komödie „Nach fünf im Urwald“ für mehr Verständnis zwischen den Generationen. Ein flottes Tempo, pointierte Dialoge und komische Situationen sorgen für gute Unterhaltung. Franca Potente wurde durch „Nach fünf im Urwald“ bekannt.

Hans-Christian Schmid wurde 1965 in Altötting geboren. Während seines Studiums an der Hochschule für Fernsehen und Film in München drehte er 1989 seinen ersten Film: eine Dokumentation über süchtige Automatenspieler mit dem Titel „Sekt oder Selters“. In seinem Abschlussfilm „Die Mechanik des Wunders“ (1992) nahm er die organisierte Frömmigkeit im Wallfahrtsort Altötting aufs Korn. Der Durchbruch gelang ihm drei Jahre später mit „Nach fünf im Urwald“.

Filme von Hans-Christian Schmid:

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Hans-Christian Schmid: 23
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Hans-Christian Schmid: Lichter
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Michael Gutmann: Herz im Kopf (Drehbuch: Hans-Christian Schmid)

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