Harald Steffahn : Bertha von Suttner

Bertha von Suttner

Harald Steffahn

Bertha von Suttner

Bertha von Suttner Rowohlt Monographien, Reinbek 1998
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Die geborene Gräfin Kinsky und verheiratete Baronin von Suttner wurde durch ihren Roman "Die Waffen nieder!" zu einer Symbolfigur der Friedensbewegung und engagierte sich von da an mit aller Kraft für den Pazifismus. Als erste Frau erhielt sie 1905 den Friedensnobelpreis.
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Kritik

Harald Steffahn beginnt sein Buch über Bertha von Suttner mit einem historischen Überblick. Auch die eigentliche Biografie benützt er zwischendurch mehrmals, um politische und gesellschaftliche Zeiterscheinungen zu illustrieren.
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Nachdem die Witwe des böhmischen Feldmarschalls Franz Joseph Graf Kinsky von Chinic und Tettau jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt und ihre Erbschaft in deutschen Kasinos verspielt hatte, musste ihre Tochter Bertha im Alter von dreißig Jahren eine Stelle als Gouvernante in Wien annehmen. Sie verliebte sich in den jüngsten Sohn der Familie. Nach ihrer heimlichen Hochzeit flohen Bertha und Artur von Suttner in den Kaukasus. Dort folgte sie seinem Vorbild und begann zu schreiben, aber die Honorare reichten nie aus, um ihre Geldsorgen zu beseitigen. Als sie mit ihrem Roman »Die Waffen nieder!« unversehens zu einer Symbolfigur der Friedensfreunde wurde, begann sie mit aller Kraft und unter Ausnützung ihrer vielfachen Beziehungen in Europa und Nordamerika für den Pazifismus zu werben. Als einzige Frau nahm sie an der feierlichen Eröffnung der internationalen Abrüstungskonferenz 1899 in Den Haag teil. 1905 erhielt die Österreicherin als erste Frau den Friedenspreis, den ihr langjähriger Freund Alfred Nobel gestiftet hatte.

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Harald Steffahn beginnt sein Buch über Bertha von Suttner mit einem historischen Überblick. Auch die eigentliche Biografie benützt er zwischendurch mehrmals, um politische und gesellschaftliche Zeiterscheinungen zu illustrieren.

Seine Sprache ist ein wenig altmodisch, und sein Stil treibt Blüten, denn er liebt es, nicht nur Tieren, sondern sogar Maschinengewehren Absichten zu unterstellen. Aber sobald man sich daran gewöhnt hat, liest sich der Text leicht und flüssig.

Beispiele:

[…] die unaufgefundenen Verdurstenden zwischen Hecken und Ähren, Schwerverwundete mit brandigen Gliedern, an denen Mücken und Fliegen um die Plätze streiten, Schwärme von Krähen, die krächzend auf ihr Festmahl warten, die anderen Hyänen des Leichenackers, jenes fleddernde Gesindel, das sich beim Nahen der Samariter eilig davonmacht […] (S. 78)

Das jüngst entwickelte Maschinengewehr wartete darauf, seine verheerende Wirkung zu erproben. (S. 88)

In dieser Rowohlt Monographie kann man sich in ein, zwei Stunden gut über das Leben Bertha von Suttners informieren. Fundierter und ergiebiger — das heißt aber auch: umfangreicher — ist die von Brigitte Hamann vorgelegte wissenschaftliche Biografie: Bertha von Suttner. Ein Leben für den Frieden.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003
Textauszüge: © Rowohlt Taschenbuch Verlag

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