Evolutionstheorie, Evolutionslehre


Die Evolutionstheorie (Evolutionslehre) versucht, den Ursprung und die Entwicklung des Lebens zu rekonstruieren und zu erklären.

Die Überzeugung, die Evolution sei auf eine Höherenwicklung ausgerichtet (Teleonomie) und mit einer Stufenleiter (Scala naturae) zu vergleichen, wurde durch Charles Darwin (1809 – 1882) unterminiert. Der aus Kempten stammende amerikanische Biologe Ernst Mayr (1904 – 2005) entwickelte den Neodarwinismus durch die Einbeziehung der modernen Genetik weiter zur „Synthetischen Theorie der Evolution“. Während Charles Darwin annahm, dass die natürliche Auslese (Selektion) auf der Ebene der Art bzw. des Phänotyps wirkt, kamen im 20. Jahrhundert Modelle auf,

die auf der genetischen Ebene funktionieren und zum Beispiel auch das scheinbar selbstlose Verhalten von Ameisen und Bienen erklären. In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts erkannte man, dass die Ursachen genetischer Variationen nicht nur in der DNA zu suchen sind, sondern grundlegende Prozesse auf molekularer Ebene stattfnden (Splicing). Die sehr komplex gewordene Evolutionstheorie ist längst nicht mehr eine Domäne allein der Biologen, sondern auch von Physikern und Chemikern, zumal wir inzwischen wissen, dass die Evolution auf allen Ebenen des Lebens – vom Molekül bis zum Ökosystem – unaufhörlich wirksam ist. Damit schließt sich auch der Kreis zur Entstehung des Lebens aus anorganischer Materie.

Evolutionstheorie: Literatur

  • Jacques Monod: Zufall und Notwendigkeit.
    Philosophische Fragen der modernen Biologie (München 1971)
  • Hoimar von Ditfurth: Der Geist fiel nicht vom Himmel.
    Die Evolution unseres Bewusstseins (Hamburg 1976)
  • Ernst Mayr: Systematics and the Origin of Species (1942)
  • Ernst Mayr: Animal Species and Evolution (1963; Artbegriff und Evolution, 1967)
  • Ernst Mayr: What is Evolution? (2001; Das ist Evolution, 2003)
  • Rupert Riedl: Riedls Kulturgeschichte der Evolutionstheorie (2002)
Juli Zeh - Unterleuten
Juli Zeh wechselt in "Unterleuten" von Kapitel zu Kapitel die Perspek­tive. So erleben wir, wie sich facet­ten­reich dargestellte Personen auf­grund von Fehl­ein­schätzungen ver­galoppieren. Gruppendynamische Vorgänge könnten nicht besser veranschaulicht werden.
Unterleuten

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