Der Pate II

Der Pate II

Der Pate II

Der Pate II - Originaltitel: The Godfather 2 - Regie: Francis Ford Coppola - Drehbuch: Francis Ford Coppola und Mario Puzo nach Motiven aus dem Roman "Der Pate" von Mario Puzo - Kamera: Gordon Willis - Schnitt: Peter Zinner, Barry Malkin und Richard Marks - Musik: Nino Rota und Carmine Coppola - Darsteller: Al Pacino, Robert De Niro, Robert Duvall, Diane Keaton, Talia Shire, Morgana King, John Cazale, Michael V. Gazzo, Lee Strasberg u.a. - 1974; 200 Minuten

Inhaltsangabe

Als Einziger entkam der kleine Vito Corleone einem Massaker in seinem sizilianischen Dorf. 1901 schlug er sich nach New York durch und brachte es dort zum Paten der mächtigsten Mafia-Familie. Nach einem Krieg der Mafia-Clans zu Beginn der Vierzigerjahre und dem Tod von Don Corleone übernahm dessen Sohn Michael die Rolle des Paten.
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Kritik

"Der Pate II" ist eines der wenigen Beispiele einer Film-Fortsetzung, die mindestens ebenso gelungen ist wie der erste Teil. Ein grandioser Film, in dem vor allem auch die psychologischen Entwicklungen herausgestellt werden.
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Als Einziger entkam der kleine Vito Corleone (Robert De Niro) einem Massaker in seinem sizilianischen Dorf. 1901 schlug er sich nach New York durch und brachte es dort zum Paten der mächtigsten Mafia-Familie. Nach einem Krieg der Mafia-Clans in den Vierzigerjahren und dem Tod von Don Corleone übernahm ausgerechnet dessen jüngster Sohn Michael (Al Pacino), der vorher nie etwas mit den Geschäften seines Vaters zu tun haben wollte, die Rolle des Paten. Je entschlossener er die Angelegenheiten der „Familie“ regelt, desto mehr entfremdet er sich von seiner Ehefrau Kay (Diane Keaton).

Michael Corleone residiert nicht mehr in New York, sondern in Nevada, wo er in Las Vegas Spielkasinos besitzt. Einen Senator, der ihm zu einem völlig überhöhten Preis eine weitere Konzession beschaffen will, schickt er fort, denn er lässt sich weder erpressen noch übervorteilen.

Zusammen mit Hyman Roth (Lee Strasberg), einem in Florida lebenden Freund seines verstorbenen Vaters, plant er, sich in Hotels und Kasinos auf Kuba einzukaufen. Da wird eine Maschinengewehrsalve durchs Schlafzimmerfenster auf ihn abgegeben. Geistesgegenwärtig reißt er Kay mit zu Boden, und sie bleiben unverletzt. Michael durchschaut bald, dass Hyman Roth den Mordauftrag gab. Aber auch sein labiler älterer Bruder Fredo (John Cazale), der frustriert ist, weil der Vater nicht ihn zum Nachfolger ernannt hatte, arbeitete mit den Gegnern zusammen.

Die mit Hyman Roth gegen die Corleones verbündeten Rosato-Brüder sorgen über einen korrupten Staatsanwalt dafür, dass Michael vor einem Senatsausschuss in New York angeklagt wird, der Chef einer Verbrecherorganisation zu ein und Morde in Auftrag gegeben zu haben. Frankie Pentangeli (Michael V. Gazzo), ein Mitglied der Corleone-Familie, wird vom FBI in einer scharf bewachten Kaserne festgehalten, denn er soll die Anklage durch eine Zeugenaussage stützen. Den Corleones gelingt es, Frankies älteren Bruder Vicente aus Sizilien einzufliegen, und dessen Anwesenheit im Gerichtssaal genügt, um Frankie Pentangeli so einzuschüchtern, dass er seine belastende Aussage widerruft.

Michael verlässt das Gericht als freier Mann, und Kay gratuliert ihm zu dem Erfolg, aber sie kann sich nicht damit abfinden, mit einem Gangsterboss verheiratet zu sein und will sich von ihm trennen. Während des heftigen Streits schleudert sie ihm ins Gesicht, dass ihre letzte Schwangerschaft nicht durch eine Fehlgeburt endete, wie er annahm, sondern durch eine Abtreibung. Michael lässt sie gehen, erlaubt ihr jedoch nicht, die beiden Kinder – Anthony und Mary – mitzunehmen.

Nach dem Tod seiner Mutter (Morgana King) braucht Michael keine Rücksicht mehr auf sie zu nehmen: Gnadenlos räumt er jetzt Gegner und Verräter aus dem Weg. Als Hyman Roth seine Versuche aufgibt, in Israel oder Südamerika ungestört den Lebensabend zu verbringen, wird er am Flughafen erschossen, Fredo Corleone stirbt beim Angeln durch einen Schuss, und Frankie Pentangeli schneidet sich nach einem Besuch von Michaels Consigliere Tom Hagen (Robert Duvall) im Gefängnis die Pulsadern auf.

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In „Der Pate II“ erzählt Francis Ford Coppola, wie der Pate Michael Corleone die Macht des ererbten Mafia-Imperiums auszuweiten versucht. Michael Corleone ist kein brutaler Gewaltmensch, sondern ein liebevoller Familienvater, loyaler Freund und ebenso nachdenklicher wie entschlossener Geschäftsmann, der seine Widersacher gnadenlos aus dem Weg räumt. Obwohl er früher nichts mit den illegalen Praktiken seines Vaters zu tun haben wollte, wird er ihm zunehmend ähnlicher. Aus Verantwortung gegenüber seiner Frau und den beiden Kindern versucht er, die Geschäfte in legale Beteiligungen an Hotels und Kasinos zu überführen, aber das ist schwieriger als erwartet.

Rückblenden führen uns chronologisch vor den Film „Der Pate“ zurück (und nur dieser Teil des Films stammt aus dem Roman „Der Pate“ von Mario Puzo): Wir erfahren, wie Michaels Vater Vito von Sizilien nach Amerika auswanderte und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Mut, Intelligenz und Verlässlichkeit ein Netz gegenseitiger Verpflichtungen aufbaute, wodurch er zum mächtigsten Mafia-Paten avancierte.

„Der Pate II“ ist eines der wenigen Beispiele einer Film-Fortsetzung, die mindestens ebenso gelungen ist wie der erste Teil. Ein grandioser Film, in dem vor allem auch die psychologischen Entwicklungen herausgestellt werden.

Für „Der Pate II“ gab es mehr „Oscars“ als für „Der Pate“, nämlich für den Film, die Regie, das Drehbuch, die Musik, die Ausstattung (Dean Tavoularis, Angelo Graham und George R. Nelson) und den Nebendarsteller Robert de Niro. Nominiert hatte man auch die Darsteller Al Pacino, Michael V. Gazzo, Talia Shire und Lee Strasberg sowie Theadora van Runkle für die Kostüme.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

Mario Puzo: Der Pate

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