Umberto Eco : Nachschrift zum Namen der Rose

Nachschrift zum Namen der Rose

Umberto Eco

Nachschrift zum Namen der Rose

Originalausgabe: Postille a 'Il nome della rosa', Mailand 1983 Nachschrift zum Namen der Rose Übersetzung: Burkhart Kroeber Carl Hanser Verlag, München 1984
Buchbesprechung

Inhaltsangabe


Teils ernsthaft, hin und wieder mit verschmitztem Augenzwinkern, immer auf vergnügliche Weise erzählt Umberto Eco, wie er an seinem Roman "Der Name der Rose" arbeitete.



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Kritik

"Begonnen habe ich im März 1978, getrieben von einer vagen Idee: Ich hatte den Drang, einen Mönch zu vergiften", gesteht Umberto Eco in "Nachschrift zum Namen der Rose".

„Begonnen habe ich im März 1978, getrieben von einer vagen Idee: Ich hatte den Drang, einen Mönch zu vergiften.“ Teils ernsthaft, hin und wieder mit verschmitztem Augenzwinkern, immer auf vergnügliche Weise erzählt Umberto Eco, wie er an seinem Roman „Der Name der Rose“ arbeitete.

„Wer erzählen will, muss sich zunächst eine Welt erschaffen, eine möglichst reich ausstaffierte bis hin zu den letzten Details. … Das erste Jahr der Arbeit an meinem Roman verging mit dem Aufbau der Welt. Lange Listen der Bücher, die in einer mittelalterlichen Bibliothek stehen konnten. Namen- und Datenregister für viele Personen, viele mehr, als am Ende in die Geschichte hineinkamen. … ausgedehnte architektonische Studien …, um den Plan der Abtei festzulegen, die Entfernungen, ja selbst die Anzahl der Stufen einer Wendeltreppe.“

Wir erfahren zum Beispiel, was sich Umberto Eco bei der Auswahl des Titels dachte, welche Art von Leserinnen und Lesern er sich vorstellte, warum er ihnen vormacht, es handele sich um einen Kriminalroman und welche Bedeutung er den langen Einschüben vor allem zu Beginn des Buches beimisst.

Die aus der medizinischen Symptomatologie verallgemeinerte Lehre von den Zeichen entwickelte der italienische Philosoph Umberto Eco zu einer eigenständigen wissenschaftlichen Disziplin, der Semiotik. Eco geht davon aus, dass kulturelle Zeichensysteme – sprachliche ebenso wie nonverbale – der Kommunikation dienen, indem sie Bedeutungen transportieren. Von dieser Überzeugung sind alle seine Romane geprägt.

Noch eine Kostprobe: „Nichts ist erfreulicher für den Autor eines Romans, als Lesarten zu entdecken, an die er selbst nicht gedacht hatte und die ihm von Lesern nahegelegt werden. Als ich theoretische Werke schrieb,

war meine Haltung gegenüber Rezensenten die eines Richters: Ich prüfte, ob sie mich verstanden hatten, und beurteilte sie danach. Mit einem Roman ist das ganz anders. Nicht dass man als Romanautor keine Lesarten finden könnte, die einem abwegig erscheinen, aber man muss in jedem Fall schweigen und es anderen überlassen, sie anhand des Textes zu widerlegen. Die große Mehrheit der Lesarten bringt jedoch überraschende Sinnzusammenhänge ans Licht, an die man beim Schreiben nicht gedacht hatte.“

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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