William Gaddis : J R

J R

William Gaddis

J R

Originaltitel: JR Alfred A. Knopf, New York 1975 J R Übersetzung: Marcus Ingendaay und Klaus Modick Zweitausendeins, Frankfurt/M 1996 ISBN 3-86150-170-8, 1039 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Nach einem Schulausflug zur New Yorker Börse beginnt der elfjährige J R, am Schultelefon mit Aktien zu handeln. Niemand interessiert sich für seine Identität. J R kauft Unternehmen auf, kalkuliert mit Steuerrückzahlungen und setzt bei seinen spielerischen Geschäften auch die Rücklagen einer Pensionskasse ein. Skrupel oder Verantwortung kennt er nicht, und obwohl ihm bald ein Industrieimperium gehört, bleibt er ein infantiles Bürschchen.
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Kritik

In dem Roman "J R" gibt es weder Kapitel noch einen Erzähler; "J R" besteht fast ausschließlich aus Dialogen, aus einem Chor von zwei Dutzend Stimmen, wobei sich die Identitäten der Figuren nur aufgrund einer eventuellen Anrede bzw. an sprachlichen Eigenheiten erkennen lässt. Das liest sich wie unredigierte Protokolle von Tonbandmitschnitten.
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– Geld …? mit einer Stimme, die raschelte.
– Papier, ja.
– Das war damals ganz neu für uns. Papiergeld.
– Papiergeld haben wir erst gesehen, als wir in den Osten kamen.
– Als wir es zum erstenmal zu Gesicht bekamen, sah es so merkwürdig aus. Leblos.
– Man möchte nicht glauben, dass es überhaupt etwas wert war.
– Vor allem, wenn Vater mit seinem Kleingeld herumklimperte.
– Das waren noch echte Silberdollar. (Seite 7)

So beginnt der Roman „J R“. Es sprechen zwei alte Damen: die Schwestern Julia und Anne Bast. Deren Bruder Thomas Bast ist gestorben, und Rechtsanwalt Coen – den sie beharrlich mit Mr Cohen ansprechen –, ist bei ihnen zu Besuch, um die Erbschaftsangelegenheit zu klären. Das hinterlassene Vermögen besteht hauptsächlich aus einem Mehrheitsanteil an der General Roll Corporation, die Rollen für Konzertflügel herstellt. Ein Testament liegt nicht vor, und außerdem machen unklare Verwandtschaftsverhältnisse den Fall etwas kompliziert: Stella Angel, die Tochter des Verstorbenen, entstammt seiner ersten Ehe. Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratete er noch einmal, aber Nellie, seine zweite Frau, trennte sich wieder von ihm und vermählte sich mit seinem älteren Bruder James. Jetzt gilt es herauszufinden, ob Nellies Sohn Edward vor oder nach der Eheschließung mit James geboren wurde. Deshalb schlägt Coen vor, Edward Bast solle auf seinen eventuell bestehenden Erbanspruch verzichten. Eine entsprechende Erklärung hat er mitgebracht, denn Edward wohnt bei seinen beiden Tanten in deren Haus außerhalb von Massapequa auf Long Island. Coen nimmt jedoch an, dass er nicht da ist, weil Julia und Anne Bast nicht darauf eingehen und seinen kaum verständlichen juristischen Ausführungen auch keine große Aufmerksamkeit schenken, sondern zu Coens Verdruss ständig von Erinnerungen reden und dabei vom Hölzchen aufs Stöckchen kommen – bis eine von ihnen meint: „Ich glaube, ich habe ihn weggehen hören.“ Coen ist also umsonst vorbeigekommen, obwohl Edward die ganze Zeit über in seinem Zimmer gewesen ist! Nachdem Coen sich verabschiedet hat, entrüstet eine der Schwestern sich gegenüber der anderen:

– Ich finde, er hat uns überhaupt nicht zugehört. Sieh ihn dir an da draußen, meine Güte! Hat der es aber eilig. (Seite 26)

Edward Bast ist Komponist. Im Rahmen eines Schulfernsehprojekts ist er gerade dabei, mit den Schülerinnen und Schülern einer Schule in Massapequa Richard Wagners Oper „Rheingold“ einzustudieren. Weil der Fachbereich Kunst mit dem Rheingold noch nicht fertig ist, tanzen die Rheintöchter bei der Probe um eine mit Geld gefüllte Tüte herum. Das Geld hat die Lehrerin Amy Joubert in der 6 J eingesammelt, denn sie will mit der Klasse nach New York zur Börse fahren und dort „einen Anteil an Amerika“ kaufen, eine Aktie der Firma Diamond Cable, damit die Schülerinnen und Schüler lernen, wie das System funktioniert und wie man Kursentwicklungen verfolgt. Der Zwerg Alberich soll von J R, einem Schüler der 6 J, gespielt werden, aber man vermisst ihn auf der Bühne. Bast findet ihn schließlich in einem der Zimmer. Mit dem Rücken zur Tür sitzt J R auf einem Drehstuhl und hat einen Bleistiftstummel in der Hand.

– Was machst du hier drinnen? Spielst mit dem …
– Spielen? Der Stuhl ruckte und schwang dann langsam herum, wobei der Junge ein zusammengeknülltes, schmutziges Taschentuch von der Sprechmuschel des Telefons nahm und auflegte. – Mann, haben Sie mich erschreckt. (Seite 52)

Wie geplant, fährt Amy Joubert mit der Klasse zur Wallstreet. Edward Bast begleitet die Gruppe. Während der Zugfahrt zeigt J R einem Mitschüler eine Schachtel mit Prospekten zu allen möglichen Themen, die er durch das Einsenden von Coupons angefordert hat.

[…] Finger […] wühlten durch Umschläge mit Aufschriften wie: Persönlich, Hier ist die Information, die Sie angefordert haben, Sonderangebot; Faltblätter mit Überschriften wie: Bei Erfolg sofort Barprovision, Beste Aussichten im Außendienst, Große Gewinne in Übersee; Briefe, die mit Lieber Freund, Sehr geehrter Herr, ist Ihnen Ihre Zukunft fünf Minuten wert? Schauen Sie einmal in den Spiegel, begannen und mit freundlichen Grüßen, Wir arbeiten für Ihren Erfolg, schlossen […] (Seite 111)

Auch in der Börse nimmt J R alles mit, was er kriegen kann: Broschüren über Gewinn und Verlust im Kapitalgeschäft, Aktienführer, Provisionstabellen, Investment-Barometer. Man erläutert den Kindern das System, und nachdem sie von dem Börsenmakler Crawley eine Aktie von Diamond Cable erworben haben, besuchen sie auch noch „ihr“ Unternehmen. Dort werden sie von Amy Jouberts Onkel empfangen, Governor John Cates, einem der Direktoren, der im „Vorstandszimmer, wo der Aufsichtsrat zusammenkommt“ (Seite 130) eine Videopräsentation für die Klasse vorbereiten und Exemplare des Jahresberichts auslegen ließ. Auch Monty Moncrieff, Amy Jouberts Vater, begrüßt die Kinder.

– Der Spitzenmann eurer Firma hat sich eine Minute Zeit genommen, um euch an Bord zu begrüßen, dies ist Mister Moncrieff, Kinder, der euch über die Arbeit hier berichtet. Ganz recht, der euch berichtet, euch, den Eigentümern, nicht wahr? Wir anderen arbeiten hier bloß, wir arbeiten für euch und alle anderen Aktionäre und führen eure Firma genauso, wie ihr wollte …
– Die Reichtümer, die uns heute gehören …
– damit ihr und eure amerikanischen Landsleute in der großartigen Wirtschaft unserer Nation nicht länger die Rolle des Zuschauers spielen müsst […]. (Seite 150f)

Auf der Herrentoilette hört J R, wie sich Manager unterhalten („verdammter Idiot, hat nicht den leistesten Schimmer, wie man zu versteuerndes Einkommen wegdrückt“ – Seite 154). Einer von ihnen sagt zu J R:

– auf dem Klo hört ihr mehr Klartext als in zwanzig Vorstandssitzungen (Seite 155)

– Wenn sie [Mrs Joubert] euch erzählt, euer Geld muss für euch arbeiten, dann erzähl du ihr mal, dass der Trick der ist, dass man das Geld anderer Leute für sich arbeiten lässt, kapiert? (Seite 156)

Weil Amy Joubert sich nicht wohl fühlt, bittet sie Edward Bast, die Klasse zurück nach Massapequa zu bringen, vergisst jedoch, ihm die bereits besorgten Bahnfahrkarten mitzugeben. Er muss also neue kaufen, und weil er nicht so viel Geld bei sich hat, borgt er sich 10 Dollar von J R. Bei der Ankunft stellt sich heraus, dass auch der Physiklehrer Jack Gibbs im Zug war. Amy Joubert hatte ihn der Klasse mit den Fahrkarten nachgeschickt, aber er ist so betrunken, dass ihm das erst jetzt wieder einfällt. Um seinen Fehler wieder gutzumachen, übergibt er Edward Bast außer den Fahrkarten einen Schlüssel für das Apartment, das er sich mit dem Schriftsteller Thomas Eigen teilt. Dort soll Bast ungestört komponieren können.

Der geht erst einmal zum Schalter, um die unbenützten Fahrkarten zurückzugeben.

– Sagen Sie, äh, hallo? Ich möchte nur diese Fahrscheine umtau…
– Geschlossen.
– Ja aber, aber Sie sind doch noch hier, könnten Sie nicht …
– Geschlossen, sehen Sie die Uhr nicht?
– Ja schon, also, wann haben Sie denn auf?
– Sehen Sie das Schild nicht …? (Seite 186)

Bast händigt J R auf dem Nachhauseweg die Fahrkarten aus, damit dieser sich bei Gelegenheit am Schalter das Geld dafür geben lässt. Für die 10 Dollar, die J R dem Komponisten geliehen hat, verlangt er nicht nur Zinsen, sondern obendrein ein Disagio, und er besteht darauf, zwischen der Übernahme der Fahrscheine und dem Kreditgeschäft zu differenzieren.

– Nee, aber sehen Sie, wir sollten das voneinander trennen, weil ich die Fahrscheine davon abziehen muss, verstehen Sie?
– Nein, versteh ich nicht! Sieh mal …
– Nee, aber so geht das eben, eh, sehen Sie, weil wenn Sie sich dieses Geld hier von mir leihen, dann arbeitet es nicht für mich, solange ich es nicht zurückbekomme, für diese Fahrscheine hier, deshalb macht man ein Disagio, verstehen Sie? Ich meine, wie wir das in der Schule durchgenommen haben, wo so ’n Mister Y in so ne Bank geht, um sich von denen viertausend Dollar für fünf Jahre zu leihen, verstehen Sie? Bloß dass die dem dann fünftausend leihen, wo er aber nur viertausend von kriegt, die er haben wollte […] (Seite 191)

Als Bast zu seinem Studio kommt, ragt eine Schaufel aus dem zerbrochenen Türfenster, und Glassplitter knirschen unter seinen Schuhen. Seine Cousine Stella ist auch da; sie sucht in der Erbschaftsangelegenheit ihres verstorbenen Vaters nach Unterlagen. Ihr Ehemann Norman Angel trifft mit einem Polizisten ein, der den Einbruch protokolliert und überzeugt ist, dass Kinder die Täter waren.

Auf der Rückfahrt im Auto geraten Stella und Norman Angel in Streit.

– […] Scheiße, ich versuch doch nur, die Dinge hier zusammenzuhalten, alles, was dein Vater und ich da aufgebaut haben. Die ganze Zeit ist jeder Penny wieder ins Geschäft zurückgeflossen also gibt’s kaum flüssige Mittel, es gibt nicht einmal genug Reserven, um die Erbschaftssteuer zu zahlen, und die kommen an, die Steuer kommt und will sich ihr Stück vom Kuchen holen, bevor sonst irgendwer davon probiert hat, verstehst du, was ich meine? Es sind zwei, drei Millionen Dollar hier gebunden, alles in allem sogar eher vier, aber niemand weiß, wie das Finanzamt die fünfundvierzig Prozent deines Vaters bewerten wird, weil es eine Familienfirma ist und die Aktien auch nie frei gehandelt wurden. Die können uns mit ihren Rechtsverdrehern dazu zwingen, unsere Aktien auf den Markt zu werfen, allein um genügend Cash für die Steuer aufzutreiben, das heißt, die machen auf jeden Fall nen schönen Schnitt, nur wir sitzen mit nem verdammten Haufen Kleinaktionäre da, die nach Dividenden schreien, und Banker, die von Lochkarten und Endlosformularen soviel verstehen wie die Sau vom Eierlegen, mischen sich ein und wollen uns erzählen …
– Ja, schon gut.
– Verstehst du, was ich meine? Wir haben bereits die letzte Schraube beliehen, wir haben uns für die letzte große Erweiterung bis zum Stehkragen verschuldet, und jetzt bestreiten uns die Steuerfritzen sogar das Recht, die Kreditzinsen steuerlich geltend zu machen […] (Seite 203f)

J R zeigt einem Mitschüler eine Armbanduhr, die ihm eine Bank in Nevada schickte, weil er dort im Namen der Klasse 6 J ein Konto eröffnete. Als er herausfindet, dass die Navy neue Plastikgabeln bekommt und deshalb 9000 alte Picknickgabeln aus Holz zum Kauf anbietet, will er sie erwerben und später mit Gewinn weiterverkaufen. Wo er das Geld dafür hernehmen wolle, fragt der Mitschüler. Von einem Schuldschein, den J R von der Gläubigerin Selma Krupskaya weit unter Wert bekommen hat, weil die Schuldner die Zinsen nicht bezahlen. – Als die Gabeln in der Schule angeliefert werden, wundert sich Whiteback, der für das Schulfernsehprogramm verantwortlich ist, denn in seinem Etat ist dafür keine Position vorgesehen. Er nimmt deshalb an, die Gabeln hätten etwas mit dem Schulspeisungsprogramm und der neuen Cafeteria zu tun. Noch seltsamer findet er die Anlieferung von Munition, denn die Schule hat nicht einmal einen Schützenverein.

Weil Bast mit seinen Kompositionen kein Geld verdient, meldet er sich bei Crawley mit dem „Portefeuille“ seiner Tanten. Widerwillig wühlt der Börsenmakler in dem mit Papierkram vollgestopften Karton. Es handelt sich durchweg um wertloses Zeug.

– […] und was ist das hier?
– Was? Oh, das, ja, das ist noch eine Aktie, die eine andere Tante von mir vor langer Zeit gekauft hat, da unten in der Ecke steht neunzehnhundertelf, sie lag in der Schublade bei den Telefonaktien, und da meinten sie, die könnte ich auch gleich …
– Norma Mining Company? Hübsches Ding, nicht wahr?
– Ja, direkt unter dem Adler steht, Einheitswert zehn Cent pro Anteil, also müssten tausend Anteile einhun…
– Hübsches Ding, ja, hören Sie auf meinen Rat, Mister Bast. Rahmen Sie’s ein.
– Einrahmen?
– Oder benutzen Sie’s als, ich will ja nicht ordinär werden, aber benutzen Sie es als Klopapier.
– Die, aber hier steht doch …
– Wenn Sie nichts Besseres zu tun haben, können sie ja dem Generalstaatsanwalt von Montana schreiben, der wird Ihnen vermutlich erzählen, dass diese Norma Mining Company unter ihren Steuerschulden zusammengebrochen ist, und zwar in dem Jahr, als diese Aktie ausgegeben wurde, die Firma hat neunzehnhundertzwölf gar nicht mehr erlebt. (Seite 278f)

Bast zeigt Crawley auch eine Obligation des Textilunternehmens Eagle Mills in Union Falls, im Norden von New York.

– Klarer Fall von Pleitepapier, ist jetzt zehn, schauen wir mal, dreizehn Jahre her, die Firma verliert nach wie vor Geld, und zwar schneller als sie die Summe hinschreiben können. Tapeten, Mister Bast, Tapeten. Wissen Sie, was Tapeten sind?
– Also, ich dachte, ich …
– Gutes Ziegenland, zufälligerweise weiß ich einiges über diese Eagle Mills, bin da früher auf Ziegenjagd gegangen. Von denen hat man nie wieder was gehört, die sind da oben in einen Dornröschenschlaf gesunken, als Sie noch gar nicht geboren waren, und seither hat sie auch niemand geweckt. (Seite 282)

Der einzige Wert des Textilunternehmens stecke in den Immobilien und in der Pensionskasse, erfährt Bast. Als J R daraufhin mit dem Geld aus dem Pensionsfond, auf den Hunderte von Arbeitern angewiesen sind, die Wonder Brewery erwirbt, meint Bast – der sich überreden ließ, für J R als „Geschäftsführer“ zu agieren – entnervt:

– Hör auf! Findest du nicht, dass du schon genug Chaos angerichtet hast mit deiner bankrotten Textilfabrik? Da muss doch nicht noch eine bankrotte Brauerei dazukommen! […]
– Nee, aber sehen Sie, das sind Einkünfte vor Steuern, darum geht’s doch nur, ich meine, haben Sie denn diesen Teil nicht gelesen, Bast? Weil nämlich, wenn man alles zusammenwirft und dann diese Verluste von Eagle hier abschreibt gegen die ganzen Profite von der Brauerei hier, dann kann man sie behalten, ich meine, sonst wird man ja von den Steuern völlig fertiggemacht wie diese beiden alten Brüder [die früheren Besitzer der Brauerei], verstehen Sie, die haben zwar diese ganzen Profite gemacht, aber diese Profite nicht eingesteckt, weil, wenn sie das getan hätten, dann wäre auch diese riesige Steuer auf die nicht ausgeschütteten Gewinne fällig gewesen, verstehen Sie? Und deshalb haben die jetzt Schiss, dass, wenn einer von ihnen stirbt, dass der andere echt in den Arsch gekniffen ist, aber wenn die das ganze Ding einfach verkaufen, dann müssen sie nur noch diese Kapitalertragssteuer zahlen, die bloß die Hälfte der Hälfte beträgt, ich meine, erinnern Sie sich denn nicht mal an diesen Abschnitt, eh? (Seite 420f)

Die Webstühle des Textilunternehmens veräußert J R nach Südamerika und kassiert dafür Steuervorteile. Dann verlegt er das Unternehmen nach Georgia, in den Hinterhof eines Gebrauchtwagenhändlers, und erhält dafür eine Steuerbefreiung. Durch mehrere Transaktionen rafft J R ein Firmenimperium zusammen, zu dem auch ein „Altersheim-Beerdigungs-Friedhofs-Komplex“ (Seite 729) gehört. David Davidoff, der inzwischen für die PR verantwortlich ist und ein Firmenlogo entwickeln ließ, verwechselt den dazugehörigen Tapetenhersteller Duncan’s mit dem Verlag Duncan & Co und will Werbung in Schulbüchern einführen, abgestimmt auf die Altersklassen.

– Kaugummi, Cornflakes, Schokoriegel, das ganze Mistzeug für die Grundstufe, Fahrräder, Sportartikel, Schallplatten, siebte und achte Klasse, und ab da bis Französisch drei und fortgeschrittene Algebra Deodorants, Tampons und das ganze Blablabla … (Seite 732)

Seine Geschäfte wickelt J R per Post und mit verstellter Stimme übers Schultelefon ab.

[…] ich meine, bei diesem Obligations- und Aktienzeugs, da siehste keinen, da kennste keinen außer per Post oder Telefon, und alles, weil man das eben so macht, du brauchst nie jemandem zu begegnen, da kannste noch so komisch aussehen und irgendwo aufm Klo wohnen, das wissen die doch gar nicht, ich meine, wie diese ganzen Typen an der Börse, wo die sich gegenseitig diese ganzen Aktien verkaufen? Denen ist es doch scheißegel, wem die gehören, die kaufen und verkaufen die Sachen bloß für irgend ne Stimme am Telefon, warum sollte denen das nicht scheißegal sein, ob man hundertfünfzig Jahre alt ist? […] (Seite 242f)

[…] Wen geht das denn was an, wenn ich noch ’n zweites Konto eröffne und mir auf das erste was leihe, sie wissen ja, dass ich es bin, denn sie haben meine Unterschrift, ich meine, der einzige Unterschied sind die elektrischen Nummern auf den Schecks und so, und die liest alle ’n Computer, dem’s scheißegal ist, ob du drei Jahre alt bist, Hauptsache, das Geld ist da […] (Seite 243)

Niemand weiß, wie J R aussieht, und selbst Finanzexperten rätseln, um wen es sich bei dem Inhaber der J R Corporation handelt, die innerhalb kurzer Zeit aus dem Nichts entstanden ist.

– Sagen Sie mal, wenn dieser Bast der Geschäftsführer ist, wer ist dann die Nummer eins, wem gehört der Laden?
– Ja, Sir, das ist die Nummer, die sich als Telefonzelle erwies, die Organisation scheint so verdeckt zu arbeiten, dass selbst die führenden Leute der erst kürzlich zugekauften Geschäftszweige keine Hilfe darstellen, der Vorstandsvorsitzende von X-L Lithography, dessen Name mir entfallen ist, klang regelrecht betrunken, und der Mann, der für Eagle Mills zuständig zu sein scheint, war dankbar, jemanden gefunden zu haben, bei dem er sich ausheulen kann […]
– Scheiße, Beaton, mischen Sie die Sache da oben mal ein bisschen auf, wir machen es denen zu leicht. (Seite 609)

Edward Bast versucht, in dem Apartment, dessen Schlüssel er von Jack Gibbs bekommen hat, zu arbeiten. Sein Mitbewohner Thomas Eigen wundert sich über die viele Post, die für einen Mr Grynszpan eintrifft, aber Bast kümmert sich darum und deponiert sie im Bratrohr des Gasherds, während er seine Notenblätter im ebenfalls ausgeschalteten Kühlschrank aufbewahrt, damit sie sauber bleiben. Um das Geld für seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist Bast gezwungen, neben seiner eigentlichen Arbeit als Komponist für J R als Geschäftsführer zu fungieren und – auch beim Komponieren! – im Kopfhörer Popmusik zu hören, weil er die Aufgabe übernommen hat, Rundfunkübertragungen anzuzeigen, für die keine Lizenzgebühren bezahlt wurden.

Als Gibbs eines Tages vorbeikommt, kann er sich nicht mehr daran erinnern, Bast den Schlüssel gegeben zu haben.

– Hören Sie. Können Sie mir einfach mal erklären, wie zum Teufel Sie überhaupt in diese Wohnung kommen?
– Ja also, der Anhänger, die Hausnummer stand doch auf dem Schlüsselanhänger, der Schlüssel, den Sie mir gegeben haben, und der Name Gryns…
– Ich hab Ihnen den Schlüssel gegeben?
– Ja, und der Name Grynszp…
– Nein, Moment, Moment. Ich soll Ihnen den Schlüssel gegeben haben?
– Also, also ja, Sie, an dem Abend am Bahnhof, erinnern Sie sich nicht, Mister Gibbs? Ich meine, ich, ich glaube, Sie hatten etwas getrunken, aber Sie gaben mir den Schlüssel und sagten, ich könnte hier oben arbeiten, wenn ich, ich meine, das geht doch in Ordnung? (Seite 389)

In einer Nachbarwohnung erhängt sich ein Mann namens Schramm, obwohl Eigen glaubte, ihm die Selbstmordgedanken ausgeredet zu haben. Als die Polizei die Tür aufbricht, ist es bereits zu spät: Schramm ist tot.

– Guck nur mal aus dem Scheißfenster, o Gott, was, hab noch nie so viele Blaulichter gesehen […] (Seite 394)

Es läutet. Bast geht zur Tür.

– Wer ist da?
– Hallo? kam es von der anderen Seite. – Kann ich mit Sie sprechen?
– Wer ist da?
– Eine Minut, darf ich Sie fragen, Mister?
Er öffnete die Tür weit genug, dass die nackte Glühbirne das alte Gesicht im Flur erleuchten konnte. – Was ist los?
– Ich kommen zu fragen wegen Wohnung, Mister.
– Das ist nicht meine, irgendwie, ich, ich arbeite hier nur.
– Nein, bei das Ende von Flur, Mister, ist jetzt frei? Die Wohnung? Meine Frau, Mister …
– Aber, was wollen Sie …
– Wir wohnen oben, Mister, fünf Werkstocke hoch, meine Frau, Mister, ihre Beine, sie nicht können hoch und runter laufen, ich sehen, wie sie ihn wegtragen in die Sack, Mister, ich fragen vielleicht …
– Aber Sie, Sie, elender …
– Meine Frau, Mister …?
– Gehen Sie weg! (Seite 400)

Ebenso schnell wie J R sein Firmenimperium aufgebaut hat, bricht es wieder zusammen. Dadurch kommt es an der New Yorker Börse zu Kursverwerfungen. Überprüfungen ergeben, dass selbst der Firmenchef sich immer wieder mit dem Komma um zwei Stellen vertat, aber man kann ihm kein vorsätzliches Fehlverhalten nachweisen, zumal die finanziellen Unregelmäßigkeiten einmal zu seinen Gunsten und dann wieder zu seinem Schaden waren. Der Buchhalter von J R Corp war mit Transaktionen in dieser Größenordnung nicht vertraut.

– […] er ist anscheinend nur deshalb eingestellt worden, weil er der Schwager des Leiters ihrer PR-Agentur war, welcher wiederum von seinem Bruder eingestellt worden ist, ihrem Rechtsberater Mister Piscator […] (Seite 995)

Völlig überarbeitet, bricht Edward Bast eines Tages zusammen, wird ins Krankenhaus eingeliefert, schläft dort tagelang und komponiert dann statt der ursprünglich geplanten Oper ein Stück für Cello. Coen besucht Bast und teilt ihm mit, dass die Tanten Julia und Anne nach Indiana gezogen und in einem Altenheim untergekommen sind. Er habe sie allerdings telefonisch nicht erreichen können, weil man sie wegen eines Zimmerbrands evakuierte. Unvermittelt wirft Edward Bast seine Noten in den Papierkorb. Coen ist entsetzt.

– Aber Sie haben so hart daran gearbeitet, wissen Sie noch, wie stolz Mister Dunc…
– Er hat ja nicht mal, ich habe ihm heute morgen gesagt, dass ich es nicht mehr muss, dass ich keine Musik mehr schreiben muss … Er hob den Fuß und stampfte die Blätter in den Papierkorb, – ich musste es noch nie, es war nur etwas, was ich vorher nie in Frage gestellt hatte, ich dachte, dass ich nur dafür auf der Welt sei, und er, alle dachten das, sie dachten, ich täte etwas, was es wert sei, getan zu werden, er dachte das auch, aber er, nichts ist es wert, getan zu werden, hat er zu mir gesagt, nichts ist wirklich der Mühe wert, bis man es tut, und dann war es der Mühe wert, selbst wenn es das nicht war, weil man sonst gar nichts … (Seite 1022)

Der frisch Operierte, den man zu Bast ins Zimmer gelegt hat, stirbt.

Stella Angel besucht ihren Cousin Edward und ihren Mann Norman, der im selben Krankenhaus auf der Intensivstation liegt. Sie weiß, dass Edward in sie verliebt ist und erinnert ihn an einen Familienausflug ins Gebirge vor einigen Jahren. Als sie damals allein zum Fluss ging, wusste sie, dass er ihr folgte und dann von einem Gebüsch aus zuschaute, wie sie sich nackt auszog. – Sie sitzt bei Edward Bast am Bett, da klärt ein Arzt sie darüber auf, dass ihr Mann kaum überleben wird und bittet sie deshalb um ihr Einverständnis für eine Organentnahme.

– Wenn ich noch erwähnen dürfte, dass in diesem Moment ein anderer Patient im OP liegt, dessen Überleben davon abhängt, dass …
– Nein! Lassen Sie mich in Ruhe, nein! (Seite 1023)

Danach spricht Stella ungerührt mit Rechtsanwalt Coen über die Fortführung der Geschäfte ihres Mannes.

– Natürlich ja, Mrs Angel, sobald sich der Zustand Ihres Mannes verändert …
– Ich glaube nicht, dass wir darauf warten müssen. Falls die Tatsache, dass ich in seinem Namen die Geschäfte weiterführe, irgendein Problem darstellt, könnten Sie mir unter den gegebenen Umständen sicherlich irgendeine Art Vollmacht ausfertigen, nicht wahr?
– Wieso, ja, wenn Sie …
– Ach ja, und nebenbei bemerkt, es dürfte wohl keinen Grund mehr geben, meine Tanten in dieser Sache weiter zu behelligen, der Anteil meines Mannes an der Firma zusammen mit dem Nachlass meines Vaters ist sicherlich Mehrheit genug für alle Entscheidungen, die ich treffe. Und was den von Ihnen erwähnten Rechtsstreit angeht, so möchte ich über ein eventuelles Urteil umgehend informiert werden, damit wir unverzüglich darauf reagieren können und, Mister Coen, für den Fall, dass es nicht zugunsten von General Roll ausfällt, tragen Sie schon einmal Material für die Berufung zusammen, ich habe nämlich nicht die Absicht, so schnell aufzugeben, damit ist dann wohl alles klar? (Seite 1028)

In einer anderen Ecke des Krankenhauses wird John Cates – der aufgrund eines Missverständnisses als „Katz“ angesprochen wird – für eine Herztransplantation vorbereitet. Währenddessen redet er pausenlos mit seinem Anwalt Beaton über Geschäftsangelegenheiten, die noch erledigt werden müssen. Ein Monteur meldet sich, aber er ist nicht von der Firma, die das Diathermiegerät reparieren soll, sondern er hat den Auftrag, für Cates eine Telefonverbindung ans Krankenbett zu legen. Mehrmals fordert die Krankenschwester Beaton auf, die Unterredung mit Cates zu beenden.

„Bitte sagen sie dem Patienten, dass er still liegen muss …“ (Seite 993)

„Bitte, ich glaube, Sie sollten jetzt besser gehen, damit der Patient …“ (Seite 1012)

Aber Cates ist noch immer am Telefonieren.

– […] Und nehmen Sie endlich den Scheißhörer ab!
– Der Patient wird in wenigen Minuten in den OP gebracht, und Sie sollten jetzt besser …
– Halten Sie das Scheißding näher! Er ist … Broos? Was macht Ihre Scheißabstimmung über diese Kreditbürgschaft …? Wer ist? Dann machen Sie doch ’n Deal, verdammt noch mal, die brauchen demnächst Ihre Stimme bei den Subventionen für die Zuckerindustrie. Sonst geht noch die ganze verdammte Wirtschaft den Bach runter … (Seite 1013)

– Entschuldigen Sie, können wir jetzt bitte mit dem Telefonieren aufhören? Der Patient … (Seite 1015)

– Na na, nun wollen wir uns aber mal schön wie erwachsene Menschen benehmen, lassen Sie das Tele…
– Hier, Schwester, geben Sie’s mir, hallo? Senator? Ja, Sir, er muss jeden Moment in den OP, er ist … Sie später zurückrufen, Sir, ja, das wird er bestimmt tun, Wiedersehen … (Seite 1017)

– Bei Gott, Scheiße, Beaton? Wo zum Teufel sind Sie? Schicken Sie den Scheißbrief an die Aktionäre raus, wenn ich unterm Messer liege, Beaton, kapiert? Informieren Sie sich über die Eigentumsverhältnisse in diesem chaotischen Familienunternehmen mit dem Scheiß-Patentprozess, und wenn ich wiederkomme, sind Sie damit fertig, kapiert? (Seite 1018)

– Hol den Stationspfleger, Joe, die vielen Extrasystolen gefallen mir gar nicht, ich glaube, Sie gehen jetzt lieber, Sir, der Patient ist … (Seite 1019)

Als Edward Bast nach Hause kommt, ruft J R ihn an.

– Sie endlich erwischt, Mann, ich meine, heilige Scheiße, echt, wo haben Sie denn die ganze Zeit ge…
[…] erinnern Sie sich noch an das Buch, wo die damals wollten, dass ich über Erfolg schreibe und freies Unternehmertum und so, eh? Und wissen Sie noch, als ich Ihnen im Zug mal vorgelesen hab, wie ich überall meine Spuren hinterlassen hätte und deshalb gut die Führung übernehmen könnte, so in nem öffentlichen Amt und so? Ich meine, hören Sie mir mal zu, ich hab da echt ne tolle Idee, eh, hören Sie mir zu? Eh? Hören Sie mich …? (Seite 1038f)

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Bei einem Schulausflug zur New Yorker Börse glaubt der elfjährige J R zu begreifen, dass der Aktienhandel etwa so funktioniert wie das, womit er bereits eine Menge Erfahrungen gesammelt hat: Wenn er Coupons ausschneidet und einschickt, erhält er umgehend Prospekte zugeschickt, und weil niemand sich für seine Identität interessiert, ist zum Beispiel auch Werbung für einen Vibrator dabei. Nach dem gleichen Muster beginnt J R, Aktien zu kaufen und mit den Hebeln des Marktes zu spielen. Die Anonymität, mit der sich die Geschäfte abwickeln lassen, kommt ihm zugute: Mit verstellter Stimme und seinem schmutzigen Taschentuch über dem Hörer verhandelt er vom Schultelefon aus, und niemand kümmert sich darum, wer er ist. Es ist wohl auch kein Zufall, dass William Gaddis diesem kindlichen Spekulanten keinen Namen, sondern nur Initialen gibt. J R kauft Unternehmen auf, kalkuliert mit Steuerrückzahlungen und setzt bei seinen spielerischen Geschäften auch die Rücklagen einer Pensionskasse ein, ohne sich Gedanken über die Betroffenen zu machen. Die Menschen, deren Leben er mit seinen Transaktionen ruiniert, interessieren ihn nicht; Skrupel oder Verantwortung kennt er nicht, und obwohl ihm bald ein Industrieimperium gehört, bleibt er ein infantiles Bürschchen.

Dabei wirken weniger die finanziellen Transaktionen des Elfjährigen absurd als die Mechanismen des Marktes inklusive der staatlichen Reglementierungen, die er sich zunutze macht, ohne sich um ihren Sinn zu kümmern.

– Mister Bast, alles ist soviel wert, wie irgendein Idiot dafür bezahlt […] (Seite 283)

Geld regiert die Welt, aber nicht nur in Form eines Zahlungsmittels, sondern mehr noch als eine virtuelle Größe, in Form von Aktienkursen beinahe ohne Realitätsbezug, denn die Selbstdarstellung wird für die Wirklichkeit gehalten. (Sah William Gaddis die Spekulationsblase der New Economy voraus?) Auch der Alltag wird von der Kommerzialisierung bestimmt; der Kapitalismus korrumpiert alle Lebensbereiche und persönlichen Beziehungen; die traditionellen Ordnungen bieten keinen Halt mehr: Sogar Gerichtsurteile lassen sich in der nächsthöheren Instanz ins Gegenteil verdrehen.

Während der Markt mit einem Minimum an Informationsaustausch funktioniert, brechen die zwischenmenschlichen Beziehungen zusammen, weil das Telefon fortwährend jeden Ansatz einer echten Kommunikation unterbricht und zerstört, denn wenn es läutet, wendet sich der Angerufene dem unsichtbaren Partner zu und vergisst darüber den Menschen, der bei ihm ist.

Ohne eine Anklage zu erheben, veranschaulicht William Gaddis in seiner sarkastischen Gesellschaftsatire „J R“ die Inhumanität unserer modernen Gesellschaft.

In diesem Roman gibt es weder Kapitel noch einen Erzähler; „J R“ besteht fast ausschließlich aus Dialogen, aus einem Chor von zwei Dutzend Stimmen, wobei sich die Identitäten der Figuren nur aufgrund einer eventuellen Anrede bzw. an sprachlichen Eigenheiten erkennen lässt. Kurze erzählte Passagen haben in erster Linie die Funktion einer Überleitung zwischen zwei Szenen. „J R“ liest sich wie unredigierte Protokolle von Tonbandmitschnitten. Die Lektüre der mehr als tausend Seiten verlangt vom Leser, dass er die Handlung gewissermaßen selbst rekonstruiert. Wem es gelingt, wird sich dabei auch prächtig amüsieren, denn viele der Passagen wirken ausgesprochen komisch.

William Gaddis wurde 1922 in Manhattan geboren und wuchs ohne Vater in Massapequa, Long Island, auf. Sein Studium in Harvard brach er 1945 vorzeitig ab. Zwei Jahre lang arbeitete er als Faktenprüfer bei der Zeitung „The New Yorker“. Dann bereiste er Mittelamerika, Europa und Nordafrika. Seinen ersten Roman veröffentlichte er 1955: „The Recognitions“.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004
Textauszüge: © Zweitausendeins

William Gaddis: Letzte Instanz

Annie Proulx - Brokeback Mountain
Annie Proulx erzählt die tragische Geschichte stringent und nüchtern, aufs Nötigste reduziert, ohne formale oder inhaltliche Schnörkel. Gerade deshalb ist "Brokeback Mountain" eine ergreifende Lektüre.
Brokeback Mountain

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