Nina Hagen : Bekenntnisse

Bekenntnisse

Nina Hagen

Bekenntnisse

Bekenntnisse Originalausgabe: Pattloch Verlag, München 2010 ISBN: 978-3-629-02272-1, 296 Seiten, 18 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Nina Hagen schreibt in "Bekenntnisse" freimütig über Drogenmissbrauch, sexuelle Erlebnisse, Abtreibungen und religiöse Erfahrungen, gibt jedoch von ihrer Persönlichkeit nicht viel preis. Die Biografie bleibt auch hinsichtlich der Daten und Fakten lückenhaft. "Bekenntnisse" ist eine Art Entwicklungsroman über die innere Reise der Autorin von der Kindheit in einer atheistischen Umgebung bis zur evangelisch-reformierten Taufe im Alter von 54 Jahren.
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Kritik

Nina Hagen schreibt, wie wir sie als öffentliche Figur kennen: schnoddrig, poppig, mit Berliner Schnauze. Die Sprache ist ebenso unkonventionell wie ausdrucksstark. Einzelne Passagen könnten aus einem literarisch anspruchsvollen Roman stammen.

Nina Hagen (Kurzbiografie)

Dass der Buchtitel „Bekenntnisse“ bewusst auf die „Confessiones“ des Kirchenlehrers Augustinus anspielt, ist zu vermuten.

Nina Hagen schreibt in „Bekenntnisse“ freimütig über Drogenmissbrauch, sexuelle Erlebnisse, Abtreibungen und religiöse Erfahrungen, gibt jedoch von ihrer Persönlichkeit nicht viel preis.

Die Biografie bleibt auch hinsichtlich der Daten und Fakten lückenhaft. (Beispielsweise taucht der Sohn Otis aus dem Nichts auf. Seinen Vater Frank Chevallier erwähnt Nina Hagen ebenso wenig wie ihre Ehemänner David Lynn und Lucas Alexander Breinholm.) „Bekenntnisse“ ist eine Art Entwicklungsroman über die innere Reise der Autorin von der Kindheit in einer atheistischen Umgebung über eine mädchenhafte Schwärmerei für Jesus und die Suche nach einer allumfassenden Religion in einem Ashram zur evangelisch-reformierten Taufe am 16. August 2009, also im Alter von 54 Jahren. Einen (zu) breiten Raum nehmen die schwärmerischen, zum Teil kitschigen Passagen über ihr recht eigenwilliges Christentum ein. Prägnanter sind die ausdrücklichen Warnungen vor dem Teufelszeug Drogen.

Nina Hagen schreibt, wie wir sie als öffentliche Figur kennen: schnoddrig, poppig, mit Berliner Schnauze.

Bylle Havemann, die Tochter des Biermann-Freundes Prof. Robert Havemann und zu dieser Zeit meine beste Freundin, und ich, wir waren zu einer Party eingeladen worden, auf die wir uns tierisch freuten, denn es sollte dort, wie wir schon vorher gehört hatten, lauter aufregende, verbotene, angesagte Dinge geben. Soulmusik! Funk (sprich: Fank!)! Rock! Boah! Whow! Und Bier! Hey! Und sogar Drogen! Hä? Äh ja, fast so wie im Westen. Ups?! Na, das lassen sich doch junge Ossi-Beatniks von elf oder zwölf Jahren nicht zweimal sagen. (Seite 74)

Die Sprache ist ebenso unkonventionell wie ausdrucksstark, und die Bekenntnisse wirken authentisch. Einzelne Passagen könnten aus einem literarisch anspruchsvollen Roman stammen.

Einige Schludrigkeiten irritieren und verstärken Zweifel an der Zuverlässigkeit der Darstellung. So heißt eine Freundin auf Seite 111 Susanne Frost, auf den Seiten 120 und 129 jedoch Sabine Frost; auf den Seiten 127, 128 und 129 heißt ein junger Mann Kai, auf den Seiten 179 und 182 dagegen Kaj.

Der silberfarbende Vorsatz des fadengehefteten Buches „Bekenntnisse“ passt zu der exaltierten Punkröhre. Der Band, den das Kunstdruckpapier 700 Gramm schwer gemacht hat, ist reich mit schwarzweißen bzw. blauweißen Bildern illustriert.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010
Textauszüge: © Pattloch Verlag

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