Hans Werner Kettenbach : Das starke Geschlecht

Das starke Geschlecht

Hans Werner Kettenbach

Das starke Geschlecht

Das starke Geschlecht Originalausgabe: Diogenes Verlag, Zürich 2009 ISBN: 978-3-257-06688-3, 443 Seiten, 21.90 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der 29-jährige Rechtsanwalt Dr. Alexander Zabel vertritt den 78 Jahre alten Unternehmer Herbert Klofft, der einer leitenden Mitarbeiterin, die zehn Jahre lang auch seine Geliebte gewesen war, fristlos kündigte und sich nun gegen deren Klage wehrt. Während der Despot Klofft ein körperliches Wrack ist, lässt seine Ehefrau Cilly trotz ihrer 70 Jahre den jungen Anwalt von einem erotischen Abenteuer mit ihr träumen ...
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Kritik

In seinem spannenden Roman "Das starke Geschlecht" verwendet Hans Werner Kettenbach zwar Versatzstücke des Thriller-Genres, aber es geht v. a. darum, was es bedeutet, alt zu sein. Das stellt er kontrastreich und schonungslos dar.
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Der neunundzwanzigjährige Rechtsanwalt Dr. Alexander Zabel, der „Über Wirkungen des germanischen Treuebegriffs in Rechtsvorstellungen des Mittelalters“ promovierte und seither in der Kanzlei des siebenundsiebzig Jahre alten Juristen Dr. Bruno Hochkeppel beschäftigt ist, erhält von seinem Chef einen heiklen Auftrag: Er soll dem wegen seiner rüpelhaften Umgangsformen und Herrschsucht berüchtigten Unternehmer Herbert Klofft zur Seite stehen. Der Achtundsiebzigjährige, der eine auf Mess- und Regeltechnik spezialisierte Firma mit einundsechzig Mitarbeitern führt, rechnet nämlich mit einem Rechtsstreit wegen einer vor wenigen Tagen ausgesprochenen fristlosen Kündigung.

Bei der entlassenen Mitarbeiterin handelt es sich um die vierunddreißigjährige, unverheiratete Diplomingenieurin Katharina Fuchs, die Klofft vor elf Jahren eingestellt hatte. Inzwischen war sie zur stellvertretenden Leiterin der Fertigungsabteilung avanciert. Vor zwei Wochen bat sie den Geschäftsführer Gerhard Pauly um eine Woche Urlaub. Weil sie nicht bereit war, einen Grund dafür anzugeben, schickte Pauly sie zu Klofft, der seit einiger Zeit an Parkinson leidet, auf einen Rollstuhl angewiesen ist und seine Privatvilla nicht mehr verlässt. Der Unternehmer lehnte den Urlaubswunsch ab und behauptete, Katharina Fuchs wegen eines erwarteten wichtigen Auftrags aus dem Ausland nicht entbehren zu können. Sie meldete sich dann für die Woche, in der sie vergeblich Urlaub beantragt hatte, wegen Rückenschmerzen schriftlich krank und legte ein Attest ihres Hausarztes Dr. Heiner Wehling bei. Klofft beauftragte den Privatdetektiv Leo Manderscheidt, Katharina Fuchs zu beschatten, und der fand heraus, dass sie die Woche im luxuriösen Wellnesshotel „Beauté du Lac“ in Genf verbrachte.

Mit der Begründung, Katharina Fuchs habe sich ein ärztliches Attest erschlichen und dann einen nicht genehmigten Urlaub angetreten, kündigte Klofft ihren Arbeitsvertrag fristlos und erhielt dafür auch die Zustimmung des Betriebsrats. Das Schreiben ließ er durch einen Boten im Beisein eines Zeugen zustellen.

Alexander Zabel erfährt, dass Klofft zehn Jahre lang ein Verhältnis mit Katharina Fuchs hatte. Hat sie sich von ihm getrennt? Hochkeppel, der Klofft seit langer Zeit kennt, warnt Zabel:

„Und es wäre durchaus vorstellbar, dass diese Kündigung nicht mehr bedeutet als seine höchstpersönliche Art, darauf zu reagieren. Unkontrolliert und maßlos. Und wenn das so ist, dann bekommen Sie wirklich Probleme mit diesem Fall. Dann wird er nämlich nicht nur Sie, sondern auch jedes Gericht nach Strich und Faden belügen. Und sogar Beweise fälschen, wenn’s sein muss. Nur, um sich an dieser Frau zu rächen.“ (Seite 45)

Als der Anwalt Herbert Klofft aufsucht, lernt er auch dessen Ehefrau Cäcilia („Cilly“) kennen, eine etwa siebzig Jahre alte Dame, die bei diffusem Licht nur halb so alt aussieht. Der junge Anwalt, der mit der gleichaltrigen Journalistin Frauke Leisner liiert ist, gerät unversehens in den Bann der noch immer attraktiven Künstlerin und ertappt sich bei erotischen Fantasien, die mit ihr zu tun haben. Beispielsweise stellt er sich vor, sie nackt in der Sonne liegen zu sehen.

Bei Cilly Klofft handelt es sich um das einzige Kind des inzwischen verstorbenen Lebensmittelgroßhändlers Franz Gehrke („Gurken-Gehrke“). Statt Betriebswirtschaft zu studieren und sich auf die Übernahme der Firma vorzubereiten, wurde sie gegen den erklärten Willen ihres Vaters Malerin. Schließlich gab er nach und richtete ihr in einer aufgelassenen Fabrikhalle ein Atelier ein. Auf dem Gelände befand sich auch die Bauschlosserei Berger, bei der Herbert Klofft damals – vor nicht ganz fünfzig Jahren – als Vorarbeiter beschäftigt war. So lernten er und Cilly sich kennen. Sie waren bereits verlobt, als Berger den Betrieb nicht mehr weiterführen wollte und deshalb einen Käufer suchte. Cilly überredete ihren Vater, seinem zukünftigen Schwiegersohn ein Darlehen zu gewähren, mit dem dieser die Bauschlosserei erwerben konnte. Zehn oder zwölf Jahre später zog Herbert Klofft mit seinem florierenden Unternehmen in einen Neubau. Seither wird auf dem alten Firmengelände nur noch Cillys Atelier genutzt.

Cilly, die von zahlreichen Affären ihres Mannes weiß, hat ihr eigenes Schlafzimmer und geht ihre eigenen Wege. Umsorgt wird Herbert Klofft von dem polnischen Dienstmädchen Olga. Sie bringt ihn zur Toilette und wischt anschließend auf, was daneben ging. Und wenn er in die Hose uriniert, was immer häufiger vorkommt, wäscht sie ihn und zieht ihm frische Sachen an. Außerdem beansprucht Klofft das Recht, Olga unter den Rock zu greifen und erwartet von ihr deshalb, dass sie keinen Schlüpfer trägt. Bei Zabel beklagt er sich darüber, dass Platon irrte, als er annahm, die sexuelle Begierde verschwinde im Alter:

„Ich weiß es besser. Die Geilheit, mein Lieber, oder, in Gottes Namen: die Begierde, die bleibt dir erhalten! Ob es dir passt oder nicht. Ob du noch einen hochkriegst oder nicht.“ (Seite 116)

„Aber glauben Sie nur ja nicht, dass so eine Olga genügt, um Sie das Alter nicht mehr spüren zu lassen. Das schafft nicht einmal Olga.“ (Seite 120)

Dem jungen Rechtsanwalt sind die Geständnisse des Greises peinlich. Klofft versucht ihm klarzumachen, wie er sich fühlt.

„Nicht, dass das Altwerden so viel schöner wäre als ein Parkinson. Mit silbernen Haaren und Abendsonnenschein und dem Ausspannen nach den Anstrengungen des Lebens hat es wenig zu tun. Das Altwerden, verstehen Sie. Ach was, wenig – überhaupt nichts hat es damit zu tun! Altwerden … das ist rundum beschissen, und sonst gar nichts!“ (Seite 115)

„Ich war mal wer. Vielleicht haben manche Leute keinen großen Respekt vor mir gehabt. Ich war ihnen zu … zu ordinär. Zu primitiv. Zu proletarisch. Aber sie haben sich zumindest vor mir in Acht genommen. Alle haben sich vor mir in Acht genommen. Und das ist auch eine Art von Respekt, finde ich.“ (Seite 226)

Er ist froh, Olga zu haben und nicht auf Cilly angewiesen zu sein.

„Ich kann ja von Glück sagen, dass ich diesen Trampel habe […] Sonst müsste das wohl meine Frau übernehmen […] Die Frau, die in dir ein Leben lang den starken Mann gesehen hat. Nicht von ungefähr, o nein! Du hast ihr ja auch ein Leben lang den starken Mann vorgespielt. Aber jetzt ist Feierabend. Ende der Vorstellung!“ (Seite 227)

„Das ist absolute Scheiße, das ist es! Und ich bin nicht der Einzige, dem es so geht, o nein! Ich kenne ein paar solcher Figuren, solcher lahmer oder tauber oder halb blinder … Sabberhänse wie mich. Findet sich alles unter meinen Freunden. Den ehemaligen. Denn jetzt taugen sie zu gar nichts mehr, nicht mal mehr zu Freundschaften. Und dabei waren sie alle mal große, starke Kerle. Machos, ja. So wie ich. Das starke Geschlecht, so sagt man doch, nicht wahr? Und jetzt hängen sie alle am Rockzipfel ihrer Frauen. Müssen sich von ihnen am Händchen führen lassen. Oder ins Ohr brüllen lassen, damit sie kapieren, was der Kerl im Fernsehen sagt. Füttern lassen, weil sie nicht mal mehr einen Löffel Suppe zum Mund führen können, ohne sich zu bekleckern.“
Er beugte sich ein wenig vor. „Müssen sich den Arsch abwischen lassen, von ihrer Frau. Von der ehemaligen Bettgenossin, verstehst du?“ (Seite 228)

„Die Frauen, mein Lieber! Die Frauen, ja! Das starke Geschlecht, das sind die Frauen.“ (Seite 229)

„Hast du eine Ahnung, Anwalt, wie beschissen das ist, wie … erniedrigend? Auch dann, wenn die Frau bereit ist, dir den Arsch abzuwischen? Gerade dann?!“ (Seite 229)

Und er erzählt von einem Jagdausflug in Ungarn, bei dem er und seine Kumpane – darunter auch Bruno Hochkeppel – Prostituierte ins Hotel bestellten, die sich schließlich der Reihe nach unbekleidet auf einen Fotokopierer setzen mussten. Die Gastgeber ließen sie die Bilder signieren und kauften sie ihnen ab. Einer dieser lebensfrohen Männer, ein HNO-Arzt, sei inzwischen ein Wrack wie er. Das hält Klofft für erniedrigend. Zabel fragt ihn, ob er sich vorstellen könne, wie erniedrigend dieser Jagdausflug für ihre Ehefrauen gewesen sei. Die hätten doch nichts davon erfahren, entgegnet Klofft, aber der Anwalt glaubt nicht, dass das einen Unterschied macht. Außerdem wirft er Klofft und dessen Freunden vor, die ungarischen Mädchen erniedrigt zu haben.

Wie erwartet, klagt Katharina Fuchs gegen die Kündigung. Juristisch vertreten wird sie von einem Anwalt namens Gladke. Zabel rechnet damit, dass die Gegenseite das Gericht davon überzeugen will, die Klägerin sei tatsächlich krank gewesen und habe alles getan, um ihre Arbeitskraft schnellstmöglich wiederherzustellen. Als er von dem Privatdetektiv Leo Manderscheidt erfährt, dass Katharina Fuchs auf Krücken zum Taxi ging und im Hotel „Beauté du Lac“ vom ersten Tag an medizinische Anwendungen erhielt, hält er es für aussichtslos, den Rechtsstreit für seinen Mandanten gewinnen zu können. Manderscheidt könnte zwar mit unbemerkt aufgenommenen Fotos beweisen, dass Katharina Fuchs den Arzt, der ihr das Attest ausstellte, nach dessen Hausbesuchen leidenschaftlich zu küssen pflegt und die Woche in Genf mit einem mutmaßlichen Geliebten namens Henri Schmickler verbrachte, aber davon verspricht Zabel sich nichts.

Er wird von Herbert Klofft aufgefordert, mit ihm Schach zu spielen und ihm Wein einzuflößen, weil die Hände des Greises zu stark zittern, um ein Glas halten zu können, ohne den Inhalt zu verschütten.

Cilly Klofft lässt den Anwalt wissen, dass sie das Gespräch zwischen Katharina Fuchs und ihrem Mann vom benachbarten Zimmer aus belauschte, weil die Balkontüren offen standen. Sie deutet an, dass die Mitarbeiterin Drohungen ausgesprochen habe, ist jedoch nicht bereit, Genaueres darüber zu verraten. Als Alexander Zabel einer Einladung in ihr Atelier folgt, stellt er überrascht fest, dass sie an einem Porträt von ihm arbeitet. Sie duzt ihn und küsst ihn, doch als sie den Motor einschaltet, der die Vorhänge zuzieht, flieht Alexander Zabel verwirrt.

Sie hatte meinen Horror verstanden, da war ich sicher, den Horror vor der Aussicht, ein Falsifikat, eine in Szene gesetzte Illusion in den Armen zu halten. Eine alte Frau, die sich im künstlich gedämpften Licht ans Leben zu klammern versuchte. Ein Weib, dem Tod näher als dem Leben, das noch einmal, nur einmal noch die Ekstase des Liebesaktes erleben wollte.
Ich hatte sie tief verletzt. Ich musste ihr weh getan haben, schrecklich weh. (Seite 153)

Kurz darauf schickt sie ihm per Post Ausrisse aus der Neuen Zürcher Zeitung und der Süddeutschen Zeitung. Auf einem davon ist ein Foto der siebenundsiebzig Jahre alten Tippi Hedren zu sehen, der Hauptdarstellerin in „Die Vögel“, die noch immer strahlend aussieht. Bei dem anderen Artikel handelt es sich um eine Besprechung des Vanitasgemäldes „Into the World There Came a Soul Called Ida“ von Ivan Albright. Die Rezensentin beschreibt die Darstellung eines vom Alterungsprozess verwüsteten Frauenkörpers und meint, Idas Organismus phosphoriziere als ob er bereits verfaule. Dabei war das Modell, Ida Rogers, erst zwanzig Jahre alt, als Ivan Albright das Bild malte.

Um seinen Fehler wiedergutzumachen und Cilly zu beweisen, dass er sie begehrenswert findet, wird er bei der nächsten Begegnung zudringlich, aber sie weist ihn zurück.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Nach anfänglichem Leugnen gibt Herbert Klofft im Gespräch mit seinem Anwalt zu, dass Katharina Fuchs ihm gedroht habe, sich im Fall einer Ablehnung ihres Urlaubsantrags krankschreiben zu lassen. Zugleich gesteht er, seine frühere Geliebte zu Fellatio genötigt zu haben. Als die Erektion einsetzte, sprang sie auf, spuckte in ihr Taschentuch, wischte sich den Mund ab und lief davon.

Seine Frau versteckt sich mit dem Advokaten in der Vorratskammer. Dort versucht er, sie im Stehen zu nehmen, aber seine Erektion lässt zu früh nach.

Als Manderscheidt das Liebespaar Katharina Fuchs und Henri Schmickler in einem Park aufspürt und seinen Auftraggeber darüber informiert, lässt dieser sich von seinem Chauffeur Karl Schaffrath in einer Limousine mit getönten Scheiben hinfahren, um die beiden heimlich beobachten zu können. Nach wenigen Minuten will er sie nicht mehr sehen, denn der Anblick nimmt ihn zu stark mit: Er liebt Katharina Fuchs noch immer.

Beim Gütetermin hat Zabel den Eindruck, dass es gut für ihn läuft. Statt die Erkrankung zu bezweifeln, überrascht er die Klägerin und seinen Kollegen Gladke mit der Beschuldigung, sie habe seinem Mandaten mit einer Krankmeldung gedroht. Sein Kalkül, dass Katharina Fuchs die peinliche Nötigung durch ihren bisherigen Arbeitgeber und Geliebten verschweigen wird, geht auf. Da wird Herbert Klofft von Karl Schaffrath in den Gerichtssaal geschoben. Der unbeherrschte Unternehmer zettelt sogleich einen Streit mit dem Vorsitzenden Richter Heribert Pandlitz an und verdirbt alles.

Am Ende schlägt Pandlitz einen Vergleich vor: Das Arbeitsverhältnis soll nicht durch eine fristlose, sondern durch eine betriebsbedingte Kündigung mit einer Frist von einem halben Jahr und gegen eine Abfindung von 99 000 Euro enden. Gladke rät seiner Mandantin, den für sie unerwartet günstigen Vergleich anzunehmen, rechnet aber nicht damit, dass Klofft sich darauf einlässt.

Bevor Zabel seinen Mandanten bei einem Besuch in der Villa über den Vergleichsvorschlag informieren kann, verabschiedet dieser ihn und gibt ihm ein verschlossenes Kuvert mit. Es enthält einen angeblich bereits vor dem Gütetermin formulierten Vergleichsvorschlag des Beklagten, der dem des Richters bis auf zwei Details entspricht: Klofft möchte Katharina Fuchs die Entscheidung überlassen, ob sie ihr Arbeitsverhältnis fortsetzt oder nicht, und für den Fall einer Beendigung schlägt er eine Abfindung in Höhe von 125 400 Euro vor.

Hochkeppel argwöhnt, dass der halsstarrige Unternehmer unter allen Umständen das letzte Wort haben wolle.

Gladke ist überrascht, als Zabel ihn über den neuen, für Katharina Fuchs noch günstigeren Vergleichsvorschlag unterrichtet.

Kurz darauf nimmt Herbert Klofft sich mit Zyanid das Leben [Suizid].

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In seinem Roman „Das starke Geschlecht“ verwendet Hans Werner Kettenbach Versatzstücke des Thriller-Genres, und beim Lesen der ersten Seiten denkt man denn auch an Dashiell Hammett, aber es geht in dem Buch vor allem um das Altern. Was es bedeutet, alt zu sein, stellt Hans Werner Kettenbach kontrastreich und schonungslos am Beispiel des Ehepaares Herbert und Cilly Klofft dar. Während die Malerin trotz ihrer siebzig Jahre noch immer einen neunundzwanzigjährigen Anwalt erotisch zu fesseln vermag, ist ihr Ehemann, ein herrschsüchtiger, skrupelloser und mitunter niederträchtiger Unternehmer, zwar geistig noch hellwach, aber ein auf die Hilfe anderer angewiesenes körperliches Wrack.

Der Roman wird aus der Sicht des Ich-Erzählers Dr. Alexander Zabel erzählt; wir erfahren also nur, was dieser selbst weiß bzw. herausfindet. Eigentlich passiert wenig; „Das starke Geschlecht“ besteht nicht aus „Action“, sondern aus Gesprächen, Konflikten und Überlegungen, aber Hans Werner Kettenbach schreibt so kraftvoll, dass man als Leser den Eindruck hat, eine spannende Handlung zu verfolgen. Allerdings hat der Autor darauf verzichtet, auf einen Kulminationspunkt hinzuarbeiten: Das Ende ist zwar psychologisch konsequent, kommt aber dennoch mehr oder weniger unerwartet und wird nicht als Steigerung, sondern als Absacken empfunden.

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Inhaltsangabe und Buchkritik: © Dieter Wunderlich 2009
Textauszüge: © Diogenes

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