Jens Petersen : Die Haushälterin

Die Haushälterin

Jens Petersen

Die Haushälterin

Die Haushälterin Originalausgabe: Deutsche Verlags-Anstalt, München 2005 ISBN 3-421-05786-9, 174 Seiten, 17.90 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der 16-jährige Philipp lebt mit seinem Vater in einer Villa am Rand von Hamburg. Der Vater wurde durch den Tod seiner Frau und den Verlust seines Arbeitsplatzes aus der Bahn geworfen. Während er nach einem Treppensturz mit einer Beinfraktur im Krankenhaus liegt, stellt sein Sohn eine Haushälterin ein: Ada. Zuerst der Sohn und dann auch der Vater verlieben sich in die 23 Jahre alte Polin und werden dadurch zu Rivalen ...
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Kritik

Der Roman "Die Haushälterin" besticht durch eine unpathetische und unsentimentale, unaufdringliche und verhaltene Darstellung. Jens Petersen lässt vieles offen und beschränkt sich an einigen Stellen auf Andeutungen, aber was wir lesen, hat er genau beobachtet und präzise wiedergegeben.
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Die Handlung spielt in den Neunzigerjahren in einer Hamburger Vorstadt. Dort leben der sechzehnjährige Philipp März und sein Vater in einer vom Urgroßvater während der Weltwirtschaftskrise möblierten Villa. Philipp und sein Vater trauern um die verstorbene Frau des Hauses; der Witwer ist depressiv geworden, und keiner der beiden kümmert sich ausreichend um den Haushalt, der zu verwahrlosen beginnt. Dann verliert der Vater auch noch seine Arbeitsstelle in einem Kernkraftwerk – und damit jeden Halt.

Während der Vater, der betrunken auf der Kellertreppe gestürzt war, mit einer Beinfraktur im Krankenhaus liegt, übernimmt Philipp die Initiative und gibt eine Zeitungsanzeige auf: Er sucht eine Haushälterin. Unter den Bewerberinnen wählt er die dreiundzwanzigjährige, aus Lublin stammende Studentin Ada aus, die sich auch als Übersetzerin betätigt.

Der introvertierte Jugendliche verliebt sich in die sieben Jahre ältere Polin und versucht sich bei seinem Werben um sie in den Ritualen der Erwachsenen. Aber als sein Vater wieder nach Hause kommt und ebenfalls Gefallen an der jungen Frau findet, zerplatzen Philipps Träume: Gegen den Vater, der Ada und Philipp brutal klarmacht, wer das Sagen hat, kommt der Junge erst einmal nicht an …


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Der Roman „Die Haushälterin“ von Jens Petersen handelt vom Konflikt zwischen einem Sohn und dessen Vater, der durch den Tod seiner Frau aus der Bahn geworfen wurde und auf seine Vorherrschaft pocht – vor allem, als er mit seinem Sohn Philipp um die neue Haushälterin Ada rivalisiert. Dabei lernt Philipp, wie schwierig es ist, miteinander zu reden. Für ihn geht es außerdem um die erste Liebe zu einer erwachsenen Frau und um die schmerzhafte Desillusionierung während der Adoleszenz.

Die eindrucksvoll charakterisierte Frauenfigur Ada heißt vermutlich nicht zufällig so wie die Frau, die in dem Roman „Die Entdeckung des Himmels“ zwischen Max Delius und Onno Quist steht.

Der Vater bleibt namenlos.

Erzählt wird die Geschichte konsequent aus der Perspektive Philipps und in der Ich-Form.

„Die Haushälterin“ besticht durch eine unpathetische und unsentimentale, unaufdringliche und verhaltene Darstellung. Jens Petersen lässt vieles offen und beschränkt sich an einigen Stellen auf Andeutungen, aber was wir lesen, hat er genau beobachtet und präzise wiedergegeben.

Jens Petersen wurde 1976 in Pinneberg geboren. Er studierte in Lima, Buenos Aires, New York und Florenz Medizin und arbeitet inzwischen als Neurologe in München. Nach einigen nebenher veröffentlichten Erzählungen trat er 2005 mit seinem Debütroman „Die Haushälterin“ an die Öffentlichkeit.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

Paolo Giordano - Schwarz und Silber
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