Ricardo Piglia : Ins Weiße zielen

Ins Weiße zielen

Ricardo Piglia

Ins Weiße zielen

Originalausgabe: Blanco nocturno Anagrama, Barcelona 2010 Ins Weiße zielen Übersetzung: Carsten Regling Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2010 ISBN: 978-3-8031-3232-1, 253 Seiten, 19.90 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der Puertoricaner Tony Curán kommt Anfang 1972 in ein argentinisches Dorf. Die Bewohner spekulieren über seine Absichten und sagen ihm eine ménage à trois mit den Zwillingsschwestern Ada und Sofía Belladona nach. Als er in seinem Hotelzimmer erstochen aufgefunden wird, geht Staatsanwalt Cueto kurzerhand davon aus, dass ein japanisch-stämmiger Nachtportier der Mörder ist. Kommissar Croce findet dagegen Hinweise für ein Wirtschaftsverbrechen ...
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Kritik

Ricardo Piglia bedient sich der Versatzstücke eines Thrillers, um ein kritisches Bild der Gesellschaft seines Landes zu Beginn der 70er-Jahre zu entwerfen. Durch Fußnoten wirkt die facettenreiche Geschichte authentisch.
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Der Mulatte Anthony („Tony“) Curán wurde am 5. Februar 1940 in San Juan, der Hauptstadt von Puerto Rico, geboren. Als er fünf Jahre alt war, zogen die Eltern mit ihm nach Trenton, New Jersey, wo sein Vater eine Tankstelle übernahm. Mitte der Sechzigerjahre fiel Tony als Eintänzer in Harlem auf, dann arbeitete er als Croupier in Long Island bzw. Atlantic City. Sein älterer Bruder fiel im Vietnam-Krieg.

Anfang Dezember 1971 lernt Tony in einem Casino in Atlantic City die argentinischen Zwillingsschwestern Ada und Sofía Belladona kennen, die gerade die USA bereisen. Am 5. Januar 1972 kehren sie mit ihm in ihr Dorf im Süden der Provinz Buenos Aires zurück. Tony nimmt sich ein Zimmer im Hotel Plaza. Die Bewohner spekulieren darüber, was er hier vorhat. Gerüchten zufolge handelt es sich bei seiner Beziehung mit Ada und Sofía um eine bisexuelle ménage à trois.

Wie immer waren die Belladona-Schwestern den anderen weit voraus, waren die Vorreiterinnen bei allem Interessanten, was im Dorf geschah: Sie waren die Ersten, die Miniröcke trugen, die Ersten, die auf Büstenhalter verzichteten, die Ersten, die Marihuana rauchten und die Pille nahmen. (Seite 24)

Oberst Bruno Belladona, einer der Großväter der Zwillinge, kam Mitte der Achtzigerjahre des 19. Jahrhunderts als zehnjähriger Waise nach Argentinien. Er wuchs im Jesuiten-Internat in Bernasconi auf und wurde Seminarist. Aber mit zwanzig floh er, um Ingenieurwissenschaften studieren zu können. 1904, noch vor seinem Studienabschluss, betrauten ihn die Engländer mit Führungsaufgaben beim Bau der Eisenbahnlinie nach Olavarría, und er gründete das Dorf, in dem seine Nachfahren jetzt leben.

Auch sein inzwischen siebzig Jahre alter Sohn Cayetano wurde Ingenieur. Cayetano heiratete eine Irin namens Regina O’Connor. Das Paar bekam zwei Söhne: Lucio und Luca. Als Lucio drei Jahre alt und Regina mit Luca schwanger war, brannte sie mit dem Leiter einer Wandertheatertruppe durch. Drei Jahre später verließ sie den Regisseur und ihren zweiten Sohn. Nachdem sie einige Zeit als Lehrerin in Rosario gelebt hatte, kehrte sie nach Dublin zurück. Luca kam zu seinem Vater, der mit seiner zweiten Ehefrau Matilde Ibarguren aus Venado Tuerto die Zwillinge Ada und Sofía zeugte.

1962 fingen die Schwestern an, in La Plata Agrarwissenshaften zu studieren, doch als ihr Vater durch einen Unfall halb gelähmt wurde, brachen sie das Studium ab und kehrten ins Dorf zurück.

Eine im Hotel Plaza beschäftigte Putzfrau findet Tonys Leiche in seinem Zimmer. Er wurde erstochen. Kommissar Croce leitet die Ermittlungen. Im Gegensatz zu seinem Assistenten Saldías, der Kriminologie studierte, verlässt er sich auf sein Gespür.

Die Telefonistin Coca Castro gibt zu Protokoll, dass der letzte Anruf für den Gast aus der Fabrik von Luca Belladona kam.

Weil mehrere Zeugen den Nachtportier Yoshio Dazai zur Tatzeit in der Nähe des Zimmers von Tony Curán gesehen haben wollen, wird er festgenommen. Als Croce ihn abführen will, droht die vor dem Hotel zusammengelaufene Menge, den 1946 in Buenos Aires als Sohn eines 1945 gefallenen japanischen Offiziers geborenen Nachtportier zu lynchen. In Tonys Zimmer stellt die Polizei 5000 Dollar sicher. Um einen Raubmord scheint es sich also nicht zu handeln. Staatsanwalt Cueto geht davon aus, dass die beiden Männer eine sexuelle Beziehung hatten und es sich um einen Mord aus Leidenschaft handelt.

Croce teilt diese Ansicht nicht. Er schaut sich den längst stillgelegten Speiseaufzug an, mit dem früher den Gästen das bestellte Essen ins Zimmer geschickt wurde. In der Nähe der Aufzugöffnung im Keller liegt eine 50-Dollar-Note am Boden. Und bei einer weiteren Durchsuchung findet Croce unter dem Gerümpel in dem Kellerraum eine Ledertasche mit fast 100 000 Dollar.

Emilio Renzi, ein Sonderkorrespondent der Zeitung El Mundo, der sich nach dem Tod seines Vaters von seiner Frau Julia getrennt hatte, reist aus Buenos Aires an, um über den Mordfall zu berichten. Unterstützt wird er von Thomas Alva Gregorius, dem Herausgeber der Lokalzeitung „El Pregón“ und dem Gesellschaftsreporter Bravo.

Der Staatsanwalt erklärt ihm, der Fall sei gelöst.

„Der Fall ist gelöst“, sagte er. „Bis auf eine kleine Meinungsverschiedenheit mit der zuständigen Polizei. Sie betrifft aber nur das Verfahren und wird vor Gericht geklärt werden. Ich habe den Richter in Olavarría gebeten, den Angeklagten in Untersuchungshaft zu nehmen und in die Strafanstalt von Dolores zu überstellen.“ (Seite 95)

Der Kommissar wird nach Tapalqué gerufen. In einer Hütte dort, die von dem Zureiter Hilario Huergo bewohnt wird, hat sich ein Chino mit einem Gewehr erschossen. Es handelt sich um den Jockey Anselmo Arce. Wie Huergo arbeitete er auf dem Gestüt der Menditeguys.

Croce kennt ihn. Vor einiger Zeit fand ein Rennen zwischen einem Pferd aus dem Dorf und dem eines Engländers namens Cooke aus Luján statt, bei dem Ada und Sofía Belladona als einzige Frauen zuschauten. Anselmo Arce, der das fremde Pferd ritt, verlor knapp gegen den Fünfzehnjährigen Monito Aguirre auf dem Dorfpferd.

Huergo erzählt dem Kommissar, Arce sei beim Großen Preis der Jungpferde 1970 mit dem Fuchs Tácito gestürzt. Dabei brach sich das Pferd den linken Vorderhuf und sollte erschossen werden. Arce verhinderte das und sorgte mit viel Geduld dafür, dass Tácito wieder laufen konnte. Allerdings wollte der Besitzer das Pferd an einen Züchter verkaufen. Um sich nicht von Tácito trennen zu müssen, besorgte Arce sich Geld und erwarb den Fuchs. Das Geld bekam er für die Ermordung Tony Curáns. Vermutlich zwängte sich der zierliche Jockey in den Speiseaufzug, um die braune Ledertasche in den Keller zu bringen. Dort entnahm er ihr den Betrag, der ihm versprochen worden war und versteckte sie.

Croce ist überzeugt, dass Tony Curán von Anselmo Arce erstochen wurde. Aber wer hatte ihm den Auftrag dazu erteilt?

Der Staatsanwalt will davon nichts hören. Um den lästigen Kommissar loszuwerden, bringt er Saldías dazu, gegen seinen Vorgesetzten auszusagen. Daraufhin lässt Cueto Croce in ein Irrenhaus einliefern und Saldías zum Oberkommissar befördern. Die beschlagnahmte Tasche mit dem Geld, die Croce fand, wird zum Gerichtshof in La Plata gebracht.

Es missfällt Cueto, dass Renzi mit Hilfe der Witwe Rosa Echeverry im Gemeindearchiv recheriert und in seinen Artikeln Croces Meinung unterstützt. Der Journalist lässt sich jedoch nicht einschüchtern. Er sucht Cayetano Belladona im Gutshaus Los Reyes außerhalb des Dorfes auf. Der Alte beschwert sich darüber, dass die Zeitungsleute sich auf die Pressefreiheit berufen und dabei seine Privatsphäre missachten. Nach dem Gespräch ruft er Sofía. Sie soll den Besucher zur Tür bringen. Stattdessen nimmt sie ihn mit in ihr Zimmer, schnupft vor seinen Augen Kokain und erinnert ihn daran, dass sie sich als Studenten in La Plata als Partygäste schon einmal sahen. Sofía geht mit Emilio Renzi ins Bett.

Die Nachforschungen des Journalisten bestätigen die Annahme des Kommissars, dass der Mord etwas mit Geldwäsche und Luca Belladonas Fabrik zu tun habe.

Lucio und Luca Belladona hatten ein Grundstück zehn Kilometer südlich des Dorfes erworben und dort eine Fabrik gebaut, die im Oktober 1961 eingeweiht worden war. Es handelte sich um die modernste Autofabrik in Argentinien. Die Gebrüder produzierten im Auftrag verschiedener Autokonzerne Concept Cars, Prototypen, die dann auf ihre Serientauglichkeit geprüft wurden. Die Geschäfte liefen so gut, dass Lucio und Luca 1965 nach Cincinnati, Ohio, reisten und teure Maschinen kauften.

Da wertete die argentinische Regierung überraschend den Peso ab. Die Zinsen für die von den Gebrüdern aufgenommenen Dollarkredite wurden dadurch unbezahlbar. In dieser Lage schlug Cueto, der damals noch Rechtsanwalt war, Cayetano Belladona vor, das Unternehmen seiner Söhne in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und Vorzugsaktien an Investoren zu verkaufen. Der Familienpatriarch, der Cueto blind vertraute, überredete seinen älteren Sohn, die Veränderungen hinter dem Rücken seines Bruders durchzuführen. Als Luca mitbekam, was lief, war es zu spät: Er verlor die Kontrolle über das Unternehmen. Beinahe hätte er seinen Vater im Zorn erschossen.

Um sich mit seinem Bruder zu versöhnen, lud Lucio ihn zwei Monate später auf ein Bier ein und holte ihn mit dem Wagen ab. Unterwegs übersah er einen Lastwagen. Bei dem Unfall starb Lucio. Luca, der aus dem Wagen geschleudert wurde, überlebte leicht verletzt.

Ende 1971 beschloss Cayetano Belladona, der Cuetos Machenschaften inzwischen durchschaut hatte, seinem Sohn 100 000 Dollar zukommen zu lassen, die als Schwarzgeld bei der Summit Bank in in New Jersey lagen. Tony Curán brachte das Geld.

[Cayetano Belladona:] „Ich hätte nie gedacht, dass es einen Toten geben würde.“
[Emilio Renzi:] „Sie hätten nie gedacht …“
„Ich kann Ihnen nicht sagen, warum er ermordet wurde.“
„Und was sind das für Leute, die solche Geschäfte machen?“
„Das übliche Pack“, antwortete der Alte. „Aber genug für heute. Wir reden ein anderes Mal weiter.“ (Seite 179)

Luca Belladona verlässt das Fabrikgelände kaum noch. Er lebt in der Illusion, mit einer neuen Erfindung von vorne anfangen zu können. Und er ist überzeugt, dass er das beschlagnahmte Geld nach der Vorlage von Belegen bekommt. Der korrupte Staatsanwalt versucht jedoch, die Übergabe zu verhindern oder zumindest zu verzögern, denn er arbeitet für eine Gruppe von Investoren, die auf dem Fabrikgelände ein Einkaufszentrum bzw. ein Zentrum für Agrarmessen errichten wollen.

Renzi besucht Croce in der Irrenanstalt. Der Kommissar meint:

„Das Verständnis eines Ereignisses beruht auf der Möglichkeit, Beziehungen zu erkennen. Nichts hat für sich allein gesehen einen Wert, alles zählt nur in Beziehung zu einer anderen, uns noch unbekannten Gleichung. Durán“ – er macht ein Kreuz auf dem Zettel – „ein Puertoricaner aus New York, also ein US-amerikanischer Staatsbürger, begegnet in Atlantic City den Belladona-Schwestern“ – Croce zeichnete zwei Kreuze – „und folgt ihnen. Wussten die Frauen, was los war, oder wussten sie es nicht? Erste Unbekannte. Sie sind allen Fragen ausgewichen, fast so, als wollten sie jemanden schützen. Der Jockey hat die Tat ausgeführt. Als ein Äquivalent von jemandem. Gut möglich, dass Tony einzig aus dem Grund ermordet wurde, weil jemand verhindern wollte, dass wir nach dem wirklichen Grund suchen. Ein Ablenkungsmanöver. Er wurde umgebracht, um unser Interesse auf andere Dinge zu lenken. Da war die Leiche, da war der Verdächtige, aber das Motiv war ein ganz anderes. Darum geht es hier. Ablenkung vom Motiv„, schrieb er auf den Zettel und reichte in Renzi. (Seite 225f)

Die Redaktion in Buenos Aires drängt Renzi, zurückzukommen. Aber er nimmt noch an der Anhörung im Mordfall Tony Curán teil. Der Journalist und der inzwischen aus der Irrenanstalt entlassene Kommissar begreifen sofort, dass sich Richter Gainza sein Urteil schon vorab gebildet hat. Entsprechend siegessicher zeigt sich Cueto.

Der Staatsanwalt führt aus, Curán sei von Yoshio Dazai aus Leidenschaft erstochen worden. Es gebe zwar kein Geständnis, und man habe die Tatwaffe nicht gefunden, aber der Nachtportier sei von mehreren Zeugen zur Tatzeit vor dem Zimmer des Ermordeten gesehen worden. Die Annahme, ein Jockey habe sich als Japaner verkleidet und Curán ermordet, um ein Pferd kaufen zu können, sei lächerlich. Wenn sich der Richter und der Hauptkläger Luca Belladona seiner Überzeugung nicht anschlössen, könne es bis zum Abschluss des Falls noch Jahre dauern. Und so lange, erläutert er, bleibe das sichergestellte Geld beschlagnahmt.

Luca befindet sich in einer Zwickmühle: Will er das Geld rechtzeitig bekommen, um damit die Hypotheken ablösen zu können, muss er einen wahrscheinlich Unschuldigen ans Messer liefern. Andernfalls könnte er sein Unternehmen nicht mehr retten. Luca entscheidet sich für die Firma und stimmt der These des Staatsanwalts zu, der daraufhin den Fall gemeinsam mit dem Richter für abgeschlossen erklärt.

Renzi fragt Croce:

„Und was ist letzten Endes die Wahrheit?“
Croce sah ihn resigniert an, dann huschte ein Lächeln über sein Gesicht, und die gewohnte Ironie blitzte in seinen müden Augen auf.
„Du liest zu viele Krimis, Junge. Wenn du wüsstest, wie die Dinge wirklich laufen … Es stimmt nicht, dass man die Ordnung wiederherstellen kann, es stimmt nicht, dass die Verbrechen jedes Mal aufgeklärt werden … Es gibt keine Logik. Wir strengen uns an, Gründe zu erforschen, Auswirkungen zu erklären, aber das vollständige Netz aus Intrigen werden wir nie verstehen … Wir isolieren Fakten, ziehen Zeugen heran, halten uns mit möglichen Tathergängen auf, versuchen, ins Schwarze zu treffen, und liegen doch immer daneben. Je näher uns die Wahrheit scheint, desto auswegloser verfangen wir uns in dem endlosen Spinnennetz […] Es gibt mehr ungelöste Fragen als brauchbare Spuren …“ (Seite 241)

Am Bahnhof verabschiedet Sofía sich von Emilio Renzi.

In Buenos Aires erfährt er bald darauf, dass Luca Belladonas Leiche auf dem Fußboden in der Fabrik gefunden wurde. Offenbar handelte es sich um einen Suizid. Offiziell heißt es jedoch, der Unternehmer sei durch einen Unfall ums Leben gekommen. Deshalb stimmte der Pfarrer einem Begräbnis auf dem Dorffriedhof zu. (Als Selbstmörder wäre er außerhalb des Dorfes verscharrt worden.)

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Der Roman „Ins Weiße zielen“ beginnt wie ein Whodonit-Thriller. Man glaubt zunächst, es gehe um die Aufklärung eines Mordfalls. Aber die Versatzstücke eines Kriminalromans dienen dem argentinischen Schriftsteller Ricardo Piglia vor allem dazu, ein kritisches Bild der Gesellschaft seines Landes vor der Rückkehr Juan Peróns im Jahr 1973 zu entwerfen. Die Justiz ist korrupt, Unternehmer horten Schwarzgeld im Ausland, skrupellose Investoren, Aktien- und Bodenspekulanten schrecken vor Kapitalverbrechen nicht zurück, und weder ein rechtschaffener Kommissar aus der Provinz, noch ein an der Wahrheit interessierter Journalist aus der Hauptstadt können verhindern, dass ein japanisch-stämmiger Dorfbewohner aus Kalkül für einen Mord verurteilt wird, den er nicht begangen hat.

Ricardo Piglia erzählt die facettenreiche Geschichte nüchtern und kraftvoll. Fußnoten und Auszüge aus einem in kursiver Schrift eingebauten Text lassen die Darstellung authentisch wirken. Was wirklich geschah, bleibt zumindest in den Details offen.

Dass sich in der deutschen Übersetzung von „Ins Weiße zielen“ Grammatikfehler („er spinnte“ – Seite 18 und Seite 19) eingeschlichen haben, sei nur am Rande erwähnt.

Die Aufklärung des Falls ist am Ende banal, es kommt zu keinem dramatischen Showdown, was von einem Kolportagekrimi, zumal in amüsanter Kreuzung mit einem Italowestern, auch nicht anders zu erwarten ist. Doch für den, der es mit der Reinheit der Genres nicht ganz so ernst nimmt, bietet Piglias Roman ein großartiges und intelligentes Lesevegnügen von famoser stilistischer Brillanz. (Volker Breidecker, Süddeutsche Zeitung, 3. Februar 2011)

Ricardo Piglia wurde am 24. November 1941 in Adrogué gut zwanzig Kilometer südlich von Buenos Aires geboren. Er wuchs in Mar del Plata auf. 1967 debütierte Ricardo Piglia als Schriftsteller mit einer Sammlung von Kurzgeschichten unter dem Titel „La invasión“. Inzwischen gilt er als einer der bedeutendsten Autoren Argentiniens. Die Universidad de Buenos Aires ernannte Ricardo Piglia zum Ehrenprofessor, und an den Universitäten Princeton und Harvard doziert er über lateinamerikanische Literatur.

Im Verlag Klaus Wagenbach erschienen außer „Ins Weiße zielen“ die Romane „Brennender Zaster“ („Plata quemada“, Übersetzung: Leopold Federmair, 2001), „Künstliche Atmung“ („Respiración artificial“, Übersetzung: Sabine Giersberg, 2002) und „Falscher Name“ („Nombre falso“, Übersetzung: Sabine Giersberg, 2003) von Ricardo Piglia sowie eine Sammlung von Erzählungen unter dem Titel „Der Goldschmied“ (Übersetzung: Carsten Regling und Sabine Giersberg, 2010).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010/2011
Textauszüge: © Verlag Klaus Wagenbach

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