Wolfgang Eckstein : Die Codices

Die Codices
Die Codices Originalausgabe Verlag A Tree & A Valley, Marburg 2019 ISBN 978-3-947357-15-4, 670 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Nachdem ein deutscher Biologe in Oberbayern den Prototyp eines DNA-Computers gebaut hat, wird dieser samt Dokumentation geraubt. Drahtzieher ist ein skrupelloser japanischer Konzern, der die neue Technologie benutzt, um die Menschheit einschließlich der Regierungen seiner Kontrolle zu unterwerfen. Eine kleine Gruppe versucht, das neue Rechner-System zu zerstören ...
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Kritik

In seinem Debütroman "Die Codices" warnt Wolfgang Eckstein mit einem dystopischen Szenario vor dem Missbrauch von Technologien wie beispielsweise der künstlichen Intelligenz. Mit großer Fabulierfreude erzählt er eine farbige, an exotischen Orten spielende Abenteuergeschichte.
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Die Codices

248 n. Chr. reist Gaius Tullius Cicero, der 15-jährige Sohn eines römischen Senators, von seinem Wohnort Puteoli nach Alexandria, wo ihn Bischof Dionysius als neuen Schüler empfängt. Das Zimmer teilt sich Gaius mit dem Griechen Faustus Antonius Quintus. Zum Kreis um den Bischof von Alexandria gehören außerdem der Kriegsveteran Petrus und ein geistig behinderter Bäcker namens Lucius. Timotheus, der Sohn des Bischofs und dessen verstorbener Frau, ist fünf Jahre älter als Gaius.

Die Nachbarstochter Nefertari wendet sich an Gaius. Sie möchte lesen, schreiben und rechnen lernen und bietet als Gegenleistung für den Untericht an, den Männern beim Kochen und im Haushalt zu helfen.

Der mit Dionysius befreundete griechische Mathematiker Diophantos kommt häufig zu Besuch. Obwohl er seinen Göttern nicht abgeschworen hat, sympathisiert er mit dem Christentum. Er beschäftigt sich vor allem mit linearen algebraischen Gleichungen, für die es ganzzahlige Lösungen gibt (diophantische Gleichungen). Als sich herausstellt, dass Lucius die unerklärliche Gabe besitzt, zwischen lösbaren und unlösbaren Gleichungen zu unterscheiden, regt Dionysius an, Polynome mit ganzzahligen Koeffizienten aufzulisten und mit 1 bzw. 0 lösbare und unlösbare zu kennzeichnen. Weil auf einer Pergamentrolle nicht genügend Platz wäre, gibt Dionysius bei einem Handwerker drei Codices mit Pergamentblättern nicht aus grober Ziegen-, sondern feiner Kälberhaut in Auftrag. Geschrieben wird mit einer besonders lange haltbaren, in Schedia am Kanopischen Nilarm hergestellten Tinte.

Bald nach der Fertigstellung der drei Codices werden sie beschlagnahmt, damit davon im Museion eine Abschrift angefertigt werden kann. Weil das wegen der Unterbesetzung der Schreiber Jahre dauern kann, raubt Gaius die Codices mit Nefertaris Hilfe während des Adonis-Festes.

Gut ein Jahr nach seiner Ankunft in Alexandria heißt es, der römische Statthalter Decius habe seinen Posten an der Donau verlassen und sei gegen Kaiser Philippus Arabs gezogen. Philippus fällt im Herbst 249 in der Schlacht bei Verona, und der Usurpator Decius ordnet die damnatio memoriae gegen seinen Vorgänger an.

Unter Kaiser Decius beginnt eine neue Welle der Christenverfolgung. Diophantos ist einer der Ersten, die in Alexandria erschlagen werden. Bischof Dionysius, dem die Todesstrafe droht, lässt sich nach langem Zögern von seinen Getreuen zur Flucht überreden. Gaius, Faustus und Petrus werden ihn begleiten, Timotheus soll nachkommen, und Nefertari wird gebeten, in Alexandria zu bleiben und sich um Lucius zu kümmern.

Vor dem Aufbruch erfüllt Bischof Dionysius noch einen Herzenswunsch von Gaius und Nefertari: Er traut die beiden.

Kurz vor der Hafenstadt Taposiris Magna werden die flüchtenden Christen von Römern festgenommen. Aber eine Gruppe christlicher Bauern hilft dem nachgeeilten Timotheus, die Gefangenen zu befreien.

Zuflucht finden Dionysius und seine Getreuen bei den Garamanten in Garama, Pferdezüchtern aus dem Volk der Berber in der libyschen Wüste.

Sie verstecken die Codices in einer Felsspalte. Als ein Großfeuer ausbricht, verkohlen die drei Bücher, weil ein Bauer Holz vor dem Versteck aufgestapelt hatte.

Die Suche nach den Codices

Kurz nachdem der italienische Philologe Alessandro Gondi die Leitung des Museums für Wissenschaftsgeschichte in Florenz übernommen hat, erhält er einen Anruf seines Freundes Lorenzo Brunelli. Der berichtet von einem bei Ausgrabungen im ehemaligen Kloster Kastellion in Palästina entdeckten Palimpsest, der inzwischen in Jerusalem restauriert und ins nahe Kloster Bar Saba gebracht worden ist. Der abgeschabte ursprüngliche Text stammt von dem griechischen Bischof Anatolius von Laodikeia – also aus der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts – und enthält Hinweise auf die verschollenen Codices des Mathematikers Diophantos.

Alessandro Gondi fliegt sofort nach Tel Aviv. Lorenzo Brunelli erwartet ihn im Kloster Bar Saba. Das archäologische Institut der Hebräischen Universität Jerusalem verfügt über eine Multispekralkamera, mit der ein Experte für Bildverarbeitung wie Rolf Berger die abgeschabte Schrift wieder sichtbar machen kann. Der Text lässt vermuten, dass man die Codices kurz bevor Gaius Vibius Trebonianus Gallus 251 römischer Kaiser wurde in Garama – dem heutigen Djerma in Libyen – versteckt hatte.

Weil es wegen der gefährlichen Lage in Libyen keine Flüge dorthin gibt, reist Alessandro Gondi über Rom nach Algier. Von dort schlägt er sich mit dem befreundeten Anthropologen Nadim auf dem Landweg über die Grenze nach Libyen durch.

Im koptischen Kloster in Djerma übergibt ihnen der Abt eine noch ungeöffnete kleine Holztruhe. Als sie den Inhalt überprüfen, stellt sich heraus, dass die Codices verkohlt sind. Im nächsten Augenlick überfallen Islamisten das Kloster. Der Abt öffnet für die beiden Besucher eine Falltür, und sie fliehen durch einen Tunnel, während die Geistlichen ermordet werden.

Mit einer Karawane von hilfsbereiten Tuaregs kehren Gondi und Nadim nach Algerien zurück.

Alessandro Gondi bringt die verkohlten Codices nach Neapel, zu Frederico Grasso am Forschungsinstitut CISPE, der mit einem Spezialgerät eine dreidimensionale Tomografie davon anfertigt, die so exakt ist, dass die einzelnen Blätter der verkohlten Blöcke als getrennte Ebenen untersucht werden können. Auf diese Weise lässt sich der Text rekonstruieren, obwohl die Bücher nicht mehr geöffnet werden können.

Der erste DNA-Computer

Der in den USA forschende deutsche Biologe Dr. Leonard Sander fliegt im Auftrag seines Professors von Dallas nach Chihuahua in Mexiko, um in der Mine von Naica Proben von Archaeen zu nehmen, die für den Bau eines DNA-Computers benötigt werden. Weil ein Gramm DNA eine Speicherkapazität von 500 Exabyte aufweist, ließe sich damit die Leistung von Rechnern enorm steigern.

Die Geologin Roberta („Robin“) Huracan Itzel B’alam, die im Rahmen ihres Master-Studiums gerade ein Praktikum in den Kristallhöhlen der Mine absolviert, wird vom Direktor der Anlage dazu abgestellt, Leonard Sander in die Höhle zu führen.

Robin stammt aus Lamanai, einem Dorf in Belize, und ist eine Maya. Zwar gehört sie zu den Nachfahren von Itzam B’alam, dem 13. Herrscher von Yaxchilán im 7. Jahrhundert, aber ihre geschiedene Mutter knüpft Hängematten, um das Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen, und Robin ist die erste in der Familie, die eine höhere Schule besuchte.

Beim Versuch, im Wasser einer der unerträglich heißen und feuchten Kristallhöhlen Proben zu nehmen, stürzt Leonard ab. Nur unter Einsatz ihres eigenen Lebens kann Robin ihn retten.

Weil jemand das Seil des Förderkorbs löst, können sie nicht mehr durch den mehrere hundert Meter hohen Schacht nach oben fahren. Robin kennt jedoch einen anderen Ausgang.

Robin und Leonard werden verfolgt. Sie bringt ihn zunächst nach Yaxchilán im Süden Mexikos, dann nach Actun Tunichil Maknal im Westen von Belize. Als Leonard die Nachricht erhält, dass im Institut eingebrochen und Professor Reynold ermordet wurde, schickt er die Proben nach München.

Bei Uwe, einem Bekannten Robins, treffen die beiden jungen Leute auf Rolf Berger, der hellhörig wird, als er von ihren Schwierigkeiten erfährt. Sein früheres Unternehmen entwickelte Software für Bildverarbeitung, künstliche Intelligenz und Genforschung. Die mit ihm konkurrierende Firma ComputeDNA schleuste einen Entwickler bei ihm ein, der kurz vor der Markteinführung einer Methode zur DNA-Sequenzierung mit dem Quellcode verschwand. Berger gewann zwar am Ende den langwierigen Rechtsstreit mit ComputeDNA, aber seine Firma war inzwischen ruiniert, und er hatte außerdem seine Ehefrau an den CEO von ComputeDNA verloren.

Rolf Berger findet seinen Verdacht bestätigt, dass ComputeDNA auch hinter der Ermordung von Professor Reynold und der Verfolgung der beiden jungen Wissenschaftler steckt. Als eigentlichen Drahtzieher vermutet er allerdings einen mächtigen Konzern oder Investor.

Um den Gegnern zuvorzukommen, überredet er Leonard, den Prototyp des DNA-Computers so schnell wie möglich zu bauen und als Patent anzumelden. In der Privatmaschine eines Freundes fliegt er mit Robin und Leonard von Belize City nach München. In seinem riesigen Ferienhaus in Oberbayern richtet er dem Biologen ein Labor ein.

Kurz bevor der DNA-Computer läuft, besucht Alessandro Gondi seinen Freund Rolf („Rudolfo“) Berger. Er nimmt auch an der Feier des Erfolgs von Leonard Sander teil. In der selben Nacht werden der Prototyp und die Dokumentation dazu geraubt. Offenbar hatten sich die Gegner in die Alarmanlage gehackt und den Fortschritt der Arbeit per Überwachungskamera verfolgt.

Nun kommt es nicht mehr auf die Patent-Anmeldung an, sondern darauf, den gestohlenen Rechner unbrauchbar zu machen.

Rolf Berger kennt einen Hacker in Japan, der dazu in der Lage wäre.

Kyōto

Rolf, Alessandro, Robin und Leonard fahren zum Flughafen München, aber nachdem Rolfs Kreditkarte durchgezogen wurde, sind plötzlich alle Flüge nach Japan ausgebucht. Rolf bringt Freunde dazu, vier Tickets unter ihren Namen zu kaufen, und Fritz Haas vom Limousinenservice für First Class Passagiere gelingt es, ihn und seine Begleiter an der Passkontrolle vorbei zur Maschine nach Tokio zu bringen.

Sie landen in Tokio-Narita statt in Tokio-Haneda. Dort umgehen sie erneut die Kontrollen, und sie schaffen es zum Hōnen-in-Tempel in Kyōto, wo der mit Rolf befreundete Mönch Junichi („Jun“) Matsumoto lebt, der das Hacken des DNA-Computers übernehmen soll, den die Angreifer inzwischen bei dem japanischen Konzern Kanonas verortet haben.

Weil es der Mönch ablehnt, in den Fall einzugreifen, begibt sich Leonard in die Höhle des Löwen und bewirbt sich bei Kanonas. Er habe sich von den hehren Zielen des Unternehmens überzeugt, lügt er, und wolle deshalb an der Weiterentwicklung des DNA-Rechners mitwirken. Der Entwicklungsleiter stellt den Experten ein, aber Leonard erhält keinen Zugang zu kritischen Bereichen und wird nachts in seinem Zimmer eingesperrt. Wie soll er da seine Absicht verwirklichen, den DNA-Computer zu zerstören?

Kurz nachdem Jun seine Gäste zum Sannomiya-Schrein auf dem Hieizan bei Kyōto gebracht hat, wird der Hōnen-in-Tempel überfallen.

Jeder der inzwischen 42 DNA-Rechner von Kanonas verfügt über eine Speicherkapazität von mehr als 100 Millionen Yotabyte, ein Milliardenfaches der Speicherkapazität aller konventionellen Rechner der Welt zusammen. Innerhalb weniger Tage knacken die DNA-Computer alle Passwörter der Welt. Kanonas erhält dadurch Zugang zu allen Servern von Behörden und Regierungen, Industrie und Handel. Telefongespräche werden in Echtzeit überwacht und kritische Äußerungen durch künstlich erzeugte Sprache ersetzt. Auch in den Sozialen Medien gibt es nichts mehr, was Kanonas missfallen würde. Regierungen werden entweder mit Informationen über politische Gegner für die Kooperation belohnt oder bei Verweigerung mit Enthüllungen bedroht. Takashi Sakamoto, der Präsident von Kanonas Japan, bietet den Chefs der wichtigsten japanischen Versicherungsunternehmen Informationen über die Gesundheitsrisiken von Antragstellern an. Der Konzern pusht eine Erfindung mit dem Namen SmartEye, damit möglichst viele Träger dieser IT-Brille nicht nur lückenlos kontrolliert, sondern zudem durch Augmented Reality manipuliert werden können.

Rolf, Alessandro und Robin wollen den DNA-Computer mit unlösbaren diophantischen Gleichungen blockieren. Aber wie sollen sie diese aufspielen? Alessandros zur Cosa Nostra gehörender Schwager vermittelt ihnen einen Kontakt zum Oyabun der Aizu Kotetsu-kai, dem Boss der Yakuza in Kyōto. Katsura empfängt die Besucher in einem exklusiven Restaurant im Stadtteil Gion. Sie erklären ihm, dass der DNA-Rechner zumindest vorübergehend blockiert werden müsse, damit in den Sozialen Medien Widerstand organisiert werden kann. Weil auch das organisierte Verbrechen durch Kanonas gefährdet ist, unterstützt Katsura die Bemühungen.

Jun, der sich nun doch im Kampf gegen Kanonas engagiert, hackt sich in den DNA-Rechner, stellt dann aber fest, dass dort nicht mit einer herkömmlichen Programmiersprache, sondern auf DNA-Ebene gearbeitet wird. Bis auf Leonard verfügt jedoch keiner in der Gruppe über entsprechende Kenntnisse. Der Angriff scheitert deshalb.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Show Down (Spoiler!)

Um eine Schadsoftware einschleusen zu können, weist Leonard den Leiter der DNA-Programmierung, Philip Stevenson, darauf hin, dass mehr Programmierer eingesetzt werden könnten, wenn man nicht länger auf die DNA-Ebene beschränkt wäre. Dazu hat er ein Modul geschrieben, von dem er hofft, dass es rasch aufgespielt wird.

Nachdem Robin entführt und ebenfalls eingesperrt wurde, gelingt es Leonard mit einer behelfsmäßig gebastelten Mikrowelle, sich selbst und Robin zu befreien.

Im Sannomiya-Schrein spielen Jun und Leonard eine Reihe unlösbarer Polynome aus den Codices auf das DNA-Rechnersystem, das bei der Bearbeitung in Endlos-Schlaufen gerät und deshalb nicht mehr in der Lage ist, beispielsweise das Internet zu kontrollieren. Schon nach kurzer Zeit tauchen in den Sozialen Medien erste kritische Äußerungen über Kanonas auf, und der Widerstand formiert sich.

Weil sich die Computer anders nicht wieder unter Kontrolle bringen lassen, schaltet Kanonas sie ab und startet sie neu. Schon nach wenigen Tagen laufen sie, als wenn nichts gewesen wäre.

Als Handwerker verkleidet melden sich Leonard, Robin, Rolf, Alessandro und Jun beim Empfang von Kanonas. Sie hätten den Auftrag, die schadhaften Hightech-Toiletten zu reparieren, erklären sie. Der DNA-Computer, der sie auf den Bildern einer Überwachungskamera identifiziert, schlägt Alarm. Aber in diesem Augenblick zersplittern die Glasscheiben im Eingangsbereich. Eine Horde von Demonstranten stürmt das Gebäude.

In dem Chaos gelingt es Leonard, einen Virus in das Rechner-System einzuschleusen. Ein Stromausfall zeigt die Zerstörung des DNA-Computers an.

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In seinem Debütroman „Die Codices“ warnt Wolfgang Eckstein mit einem dystopischen Szenario vor dem Missbrauch von Technologien wie beispielsweise der künstlichen Intelligenz: Ein Konzern nutzt die Möglichkeiten eines DNA-Computers, um die Welt seiner Kontrolle zu unterwerfen.

Das klingt zunächst recht utopisch, aber erste Anregungen, einen mit DNA bzw. RNA als Speicher- und Verarbeitungsmedium arbeitenden Rechner zu bauen, stammen von dem mit einem Nobelpreis ausgezeichneten Physiker Richard Feynman aus den Fünfzigerjahren. Leonard Adleman, ein Informatiker und Molekularbiologe, wies 1994 die Machbarkeit nach, und 2002 bauten Forscher des israelischen Weizmann-Instituts für Wissenschaften tatsächlich einen ersten programmierbaren Biorechner. Im Sommer 2019, wenige Wochen bevor der Roman „Die Codices“ von Wolfgang Eckstein erschien, gelang es dem Start-up-Unternehmen Catalog in Boston, den kompletten Text der englischsprachigen Wikipedia – immerhin 16 Gigabyte – auf DNA-Strängen zu speichern. Von der in „Die Codices“ beschriebenen Leistungsfähigkeit eines DNA-Rechners sind Anlagen wie diese jedoch noch weit entfernt.

Wolfgang Eckstein entwickelt die Handlung in vier Handlungssträngen, die er allmählich zusammenführt. Einer davon spielt in der Vergangenheit, und zwar im 3. Jahrhundert. Den ständigen Wechsel nutzt Wolfgang Eckstein für Cliffhanger.

Obwohl die Darstellung vielfach an Fakten und historische Persönlichkeiten anknüpft (wie auch aus dem angehängten Glossar hervorgeht), wirkt die Geschichte in manchen Episoden überzogen. Beispielsweise ist es unglaubwürdig, dass es einer Handvoll Menschen mit einem Laptop gelingt, in das abgesicherte Computersystem eines skrupellosen High-Tech-Konzerns einzudringen, der mit seinen 42 über die Welt verteilten DNA-Rechnern die gesamte Menschheit einschließlich der Regierungen überwacht und beherrscht.

Auf jeden Fall erzählt Wolfgang Eckstein mit großer Fabulierfreude eine farbige Abenteuergeschichte nach dem bewährten Muster einer Kette aus Problemen bzw. Gefahren und deren Lösung bzw. Überwindung. Hervorzuheben ist die gelungene Kombination von Romanfiguren mit unterschiedlichen Charakteren. Die Anschaulichkeit der Darstellung und die exotischen Handlungsorte auf verschiedenen Kontinenten lassen vermuten, dass Wolfgang Eckstein beim Schreiben an eine Verfilmung gedacht hat.

Dr. Wolfgang Eckstein wurde 1959 in Bad Homburg geboren. Er studierte an der Technischen Universität München Informatik und konzentrierte sich auf die Software-Entwicklung im Bereich Industrieller Bildverarbeitung. Wolfgang Eckstein ist Mitbegründer und Geschäftsführer der MVTec Software GmbH in München.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2019
Textauszüge: © Verlag A Tree & A Valley

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