Pat Barker : Der Eissplitter

Der Eissplitter

Pat Barker

Der Eissplitter

Originaltitel: Border Crossing Viking, London 2001 Der Eissplitter Übersetzung: Barbara Ostrop dtv, München 2003 ISBN 3-423-24351-1, 239 S., 14.50 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der Psychologe Tom Seymour und seine Frau Lauren retten einem Dreiundzwanzigjährigen nach einem Selbstmordversuch das Leben. Tom erkennt ihn zunächst nicht wieder, aber es handelt sich um Danny Miller, der vor zehn Jahren wegen Mordes an einer alten Frau verurteilt worden war ...

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Kritik

"Der Eissplitter" ist ein packender Psychothriller, der seinen "Thrill" aus der psychologischen Ausleuchtung eines jugendlichen Straftäters bezieht. Weil seine Geschichte aus der Sicht eines Psychologen erzählt wird, ist die differenzierte Darstellung auch plausibel.
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Der Psychologe Tom Seymour geht mit seiner Frau Lauren in der Nähe seiner Wohnung in Newcastle am Ufer des Tyne spazieren. Die Sechsunddreißigjährige will unbedingt noch ein Kind und bedrängt Tom so, dass er im Bett versagt.

Wäre das Thema Schwangerschaft nur nicht zu einer solchen Obsession geworden. Lauren erinnerte ihn an einen dieser weiblichen Fische, die in Zeiten schwieriger Umweltbedingungen überhaupt keine Männchen mehr brauchen und die männlichen Keimdrüsen in einem Beutel am eigenen Leib tragen. Ach, scheiß drauf, dachte er […]. Er hatte es satt bis hinter die Backenzähne, eine wandelnde Samenbank mit Sprachfunktion zu sein. (Seite 19)

Dadurch ist ihre Ehe in eine Krise geraten. Seit einem Jahr unterrichtet Lauren an der St. Margaret’s School of Art in London, kommt nur an den Wochenenden nach Hause – und auch das nicht regelmäßig. Inzwischen strebt sie die Scheidung an.

Es ist ein nebliger, regnerischer Septembertag. Lauren entdeckt den jungen Mann als erste, der auf einem Pier den Mantel fallen lässt, die Turnschuhe von den Fersen tritt, das Sweatshirt über den Kopf zieht, offenbar Tabletten schluckt und dann ins Wasser hechtet. Ohne lang zu überlegen, rennt Tom hinter dem von den Wellen mitgerissenen Selbstmörder her, springt trotz des Risikos in den Fluss und zieht den bereits Bewusstlosen ans Ufer. Mit einer Herzmassage und einer Mund-zu-Mund-Beatmung retten Tom und Lauren dem jungen Mann das Leben. Lauren ruft einen Krankenwagen.

Schon in seinen ersten Praxismonaten hatte er [Tom] gelernt, dass jene, die das Elend mit nach Hause nehmen, ausbrannten und schließlich keinem mehr etwas nutzten. Er hatte Distanz zu schätzen gelernt: den Eissplitter im Herzen des klinischen Psychologen. Erst viel später lernte er, ihm auch zu misstrauen – weil er wachsen und auf die ganze Persönlichkeit übergreifen konnte. Eissplitter? Er hatte Kollegen, mit denen man die Titanic hätte versenken können. (Seite 17)

Abends merkt Tom, dass er dem Jungen seinen eigenen Mantel umgehängt hatte. Darin waren an ihn adressierte Briefe und die Wohnungsschlüssel. Sofort eilt er ins Krankenhaus. Von einer Schwester erfährt er, dass der gescheiterte Selbstmörder Ian Wilkinson heiße und etwa zehn Tabletten Temazepam geschluckt habe. Als Tom allein mit dem jungen Mann im Zimmer ist, gibt dieser sich zu erkennen: Sein richtiger Name lautet Danny Miller. Er ist jetzt dreiundzwanzig. Mit dreizehn war er wegen der Ermordung der achtundsiebzigjährigen Lizzie Parks zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Seit letztem November ist er wieder frei. Bereits im Gefängnis hatte er angefangen, Anglistik zu studieren. Mit seiner Bewährungshelferin, Martha Pitt, ist Tom gut befreundet. Tom war in dem Prozess damals als Sachverständiger hinzugezogen worden, um Dannys geistige und moralische Reife zu begutachten. Einige Gespräche mit dem Jungen hatten ihn überzeugt, dass dieser die Tragweite seiner Tat verstehen konnte. War es Zufall, dass er und Lauren Dannys Selbstmordversuch vereitelten? Der junge Mann sagt zu Tom:

„Wissen Sie, der Anstaltsgeistliche, den ich erwähnt habe? Der sagte immer: Zufall ist der Spalt im Treiben der Menschen, durch den Gott oder der Teufel reinkommen kann.“ (Seite 25)

In diesem Zusammenhang erinnert sich Tom an ein Ereignis vor dreißig Jahren. Damals spielte er mit seinem Schulfreund Jeff Bridges. Dessen Eltern hatten Besuch und die beiden Jungen mussten Neil, den vierjährigen Sohn der Gäste, mitnehmen. Obwohl es verboten war, liefen sie mit Neil nach einer Weile zu einem in der Mitte sehr tiefen Teich, um Froschlaich in Marmeladengläsern zu sammeln. Spaßeshalber schütteten sie Neil den Glibber in die Gummistiefel. Als er hysterisch zu schreien begann, gerieten auch Tom und Jeff in Panik: Sie trieben Neil mit Steinwürfen immer weiter ins Wasser.

Warum taten sie das? Weil sie Angst hatten, weil sie überhaupt nicht hätten dort sein dürfen, weil sie wussten, dass sie Ärger bekommen würden, weil sie ihn hassten, weil er ein Problem war, das sie nicht lösen konnten, weil keiner der beiden hinter dem anderen zurückstehen wollte. (Seite 57)

Da fuhr ein Bus vorbei. Ein Fahrgast blickte zufällig von seiner Zeitung hoch, hielt den Bus an, watete bis zu den Knien in den Teich und nahm Neil auf den Arm.

An jenem Tag wurden drei Kinder gerettet. Ein Mann blickt von seiner Zeitung auf, sieht, was los ist, handelt nach dem, was er sieht. Zufall. Ein interessanterer Zeitungsartikel, ein dickerer Schmutzfilm auf dem Busfenster, eine Abneigung, sich einzumischen, und es hätte anders ausgehen können. Vielleicht als Tragödie. (Seite 57f)

Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus trifft Danny sich alle paar Tage mit Tom, um mit ihm zu reden.

Dannys Mutter war vor zwei Jahren an Brustkrebs gestorben. Nach seiner Entlassung im November erhielt er zwar eine neue Identität, aber man sagte ihm, wegen seiner Vorgeschichte müsse er sich seinen Berufswunsch – Lehrer – aus dem Kopf schlagen, das könne man nicht zulassen. Dabei hatte er bereits im Gefängnis angefangen, an einer Fernuniversität Anglistik zu studieren. Vergeblich versuchte er, wenigstens eine Stelle als Gärtner zu bekommen. Als er merkte, dass er in der Freiheit nicht zurechtkam, wollte er ins Gefängnis zurück. Da hatte er einen Job in der Bibliothek gehabt und fürs Fernstudium gelernt. Aber die Beamten ließen ihn in einem Warteraum sitzen, bis seine Bewährungshelferin kam und ihn abholte. Das geschah neun Tage vor dem Selbstmordversuch.

Martha Pitt erzählt Tom, Danny sei während des Prozesses sehr enttäuscht von ihm gewesen. Als Tom ihn darauf anspricht, meint er, dass er ohne Toms Gutachten nicht verurteilt worden wäre. Danny hatte damals ausgesagt, er sei durch die offene Hintertüre in Lizzie Parks‘ Haus eingedrungen, weil er ihre Katzen sehen wollte. Am Fuß der Treppe habe er sie liegen sehen, das Kissen von ihrem Gesicht weggenommen, aber gleich wieder hingelegt. Als er Schritte gehört habe, offenbar die des Mörders, sei er um sein Leben gerannt. Aus Angst, ebenfalls umgebracht zu werden, habe er niemand etwas erzählt. Die Geschworenen hätten ihm geglaubt, wenn Tom nicht gewesen wäre, meint Danny. Tom vergewissert sich bei Nigel Lewis, der Danny damals als Anwalt vertrat, und der bestätigt, dass die Indizien nicht zu einer Verurteilung gereicht hätten. Der Junge hatte ja selbst zugegeben, in dem Haus gewesen zu sein und die Tote berührt zu haben. Mit seinen Spuren ließ sich seine Aussage also nicht widerlegen. Erst durch das psychologische Gutachten sahen die Geschworenen in dem Angeklagten nicht mehr ein liebes Kind, sondern einen frühreifen Jungen. Wirkungsvoll sei vor allem ein von Tom wiedergegebenes Zitat Dannys gewesen: „Wenn du einem Huhn den Hals umdrehst, denkst du doch nicht, dass es am nächsten Morgen wieder auf dem Hof rumläuft, oder?“

Danny erzählt Tom, wie sein gewalttätiger Vater ihn hart machen wollte:

„Wir hatten immer auf einem der Felder Junghennen im Auslauf, und da war so ein mageres kleines Huhn, und die anderen fingen an, danach zu hacken. Alle Federn waren schon weg, die Haut war blutig roh, und Dad sagte, er müsse es totmachen. Ich wollte das nicht. Ich fragte: Können wir es nicht in ein Einzelgehege tun, bis es größer ist?“ Ein tiefer Atemzug. „Da sorgte er dafür, dass ich es selbst totmachte.“ (Seite 103)

Die Farm war ein Misserfolg, und Dannys Vater verbrauchte das letzte Geld, um im Pub Runden auszugeben. Dann musste der Mutter wegen eines Knotens eine Brust abgenommen werden. Danny fuhr mit seinem Vater ins Krankenhaus, durfte aber nicht mit zu seiner Mutter, sondern musste auf der Straße warten.

„Er schien Jahre wegzubleiben, und dann kam er zurück und zeigte auf eines der Fenster. Sie hatte sich aus dem Bett geschleppt, um mich zu sehen. Er sagte: ‚Schau, da ist sie.‘ Und ich winkte wie verrückt, aber das waren Hunderte von Fenstern. Ich wagte nicht zu sagen, dass ich sie gar nicht sah.“ (Seite 112f)

Drei Tage vor Dannys zehntem Geburtstag verließ der Vater zusammen mit der Haushaltshilfe Fiona seine Familie.

Die Mutter, der während der Chemotherapie die Haare ausgingen, erwischte Danny einmal, wie er in seinem Zimmer ein Feuer gemacht hatte.

„Meine Mutter sagt, als sie ins Zimmer kam, starrte ich das Feuer an und tat gar nichts, versuchte nicht, es zu löschen. Und es war so schrecklich für sie, weil sie danach des Gefühl hatte, mich nicht mehr allein lassen zu können, aber sie musste mich allein lassen. Sie hatte eine Putzstelle gefunden. Die Farm stand zum Verkauf, aber keiner wollte sie kaufen. Sie verkaufte alle Hühner und lebte von Sozialhilfe; Dad hat nie einen Penny geschickt.“ (Seite 157)

Später legte Danny in einer Scheune Feuer. Als er bei Ladendiebstählen ertappt wurde, musste seine Mutter zur Polizei. Der Lehrer wollte mit ihr über das Schulschwänzen ihres Sohnes reden. Daraufhin holte der Pfarrer Danny in den Kirchenchor. Weil er da jedoch die anderen Jungen bestahl, machte der Pfarrer seiner Mutter klar, dass Danny nicht im Chor bleiben konnte.

„Nachdem der Pfarrer weg war“, sagte er [Danny] schließlich, bedächtig, Tabakfasern zwischen den Fingern zerkrümelnd, „nahm sie mich mit dem Gürtel vor. Noch etwas, was er [der Vater] zurückgelassen hatte. Das kannst du nicht machen, dachte ich. Sie schlug zu, schreiend, kreischend, sie sah so hässlich aus, und plötzlich dachte ich: Nein. Ich packte das Ende des Gürtels und schlang es mir ums Handgelenk. Und noch einmal. Ich schwang sie herum, immer im Kreis, und dann ließ ich los, und sie krachte gegen die Wand und glitt daran herunter. Ihre Perücke saß ganz schief. Sie sah mich an, und ich sah sie an, und …“ Ein tiefer Atemzug. „Ich rannte aus dem Haus.“ (Seite 159)

Am Tag darauf geschah das mit Lizzie Parks. Danny beobachtete, wie die alte Frau ihr Haus verließ. Er wusste, wo sie den Schlüssel liegen hatte, nahm ihn an sich und suchte in ihrer Wohnung nach Geld. Doch sie kam unerwartet zurück. Vielleicht wollte sie nachsehen, ob sie das Gas abgedreht hatte. Er versteckte sich in einem Kleiderschrank, aber sie entdeckte ihn. Da stieß er sie die Treppe hinunter, und zur Sicherheit erstickte er sie dann auch noch mit einem Kissen. In der Nacht erschien sie ihm fortwährend, obwohl er sich immer wieder mit einem spitzen Bleistift in die Hand stach, um nicht einzuschlafen. Am nächsten Morgen rannte er noch einmal hin, um nachzusehen, ob sie wirklich tot war. Zeugen, die ihn dabei gesehen hatten, sagten aus, er sei fünf Stunden im Haus gewesen. Da der Pathologe am Körper der alten Frau Verletzungen festgestellt hatte, die ihr erst nach dem Tod zugefügt worden waren, nimmt Tom an, Danny habe mit der Leiche wie mit einer Puppe gespielt.

Danny war nach seiner Verurteilung zunächst sieben Jahre lang in der von Direktor Bernard Greene geleiteten Sicherheitsanstalt Long Garth für straffällig gewordene Jugendliche. Erst dann wurde er in ein Erwachsenengefängnis überführt. In Long Garth beschuldigte er im Alter von fünfzehn Jahren seinen homosexuellen Englischlehrer Angus MacDonald des sexuellen Missbrauchs. MacDonald beteuert zwar später, Danny nicht berührt zu haben, da er jedoch mehrmals allein in einem Raum mit ihm gewesen war, wusste er, dass er keine Chance hatte, seine Unschuld zu beweisen. Er verließ Long Garth, und der auf den Ruf der Anstalt bedachte Direktor verzichtete auf eine Anzeige bei der Polizei.

In den BBC-Nachrichten sieht Danny ein Schulfoto von sich. Die Ermordung Lizzie Parks wird im Zusammenhang mit einem aktuellen Mordfall erwähnt, bei dem zwei Jungen im Alter von elf bzw. zwölf Jahren angeklagt wurden, eine alte Frau namens Kelsey ermordet zu haben. Danny gerät in Panik. Er befürchtet, dass Journalisten nach ihm suchen und ihn trotz seines neuen Namens aufspüren. Verzweifelt wendet er sich an Tom.

Der nimmt ihn für die Nacht bei sich auf. Als er ihn auf seinen Selbstmordversuch anspricht und fragt, ob es Zufall war, dass Danny sich ein paar hundert Meter von Toms Haus entfernt das Leben nehmen wollte, gesteht Danny, dass er schon tagelang auf eine Gelegenheit gewartet hatte, mit ihm zu reden. Nachts schreckt Tom aus einem Traum hoch und wundert sich über den hellen Lichtschein im Spalt unter der Wohnzimmertür. Im Kamin lodern die Flammen aus einem riesigen Holzstapel. Ein Holzscheit war herausgefallen und hatte den Läufer in Brand gesetzt. Danny kniet daneben und stiert nur in das Feuer. Tom packt das brennende Holzscheit, wirft es in den Kamin zurück und verbrennt sich dabei die Hand. Gleichzeitig tritt er das Feuer auf dem Läufer aus.

Noch in derselben Nacht versammelt sich vor Toms Haustür eine Journalistenmeute. Das Telefon läutet ununterbrochen. Schließlich gelingt es Tom, Martha telefonisch um Hilfe zu bitten. Sie alarmiert die Polizei und kommt selbst herbeigeeilt. Unter Polizeischutz und mit einem Mantel von Tom über dem Kopf wird Danny zu einem Auto gebracht. Martha kümmert sich darum, dass ihm unter einem dritten Namen ein Neuanfang ermöglicht wird.

Tom weiß, dass er Martha hätte warnen müssen. Sie sollte wissen, dass er Danny in einem psychotischen Zustand vor dem Feuer knien sah. Falls Danny in der Zukunft einen Brand legen würde und jemand dabei ums Leben käme, müsste Tom sich schwere Vorwürfe machen.

Tom und Lauren lassen sich scheiden. Lauren lebt inzwischen mit einem Mann namens Francis zusammen. Tom schreibt sein Buch mit fiktionalisierten Fallstudien über Jugendgewalt fertig und geht jedes Kapitel mit Martha durch. Sie sind seit langem gute Freunde; jetzt werden sie ein Paar.

Bei einem Vortrag über Jugendgewalt, den Tom einige Zeit später in der University of Wessex hält, entdeckt er Danny unter den Zuhörern. Danach reden sie miteinander. Danny macht gerade seinen Magister im Kreativen Schreiben. Er sagt, er kämpfe inzwischen nicht mehr dagegen an, wenn Lizzie ihm erscheine. „Sie hat eben ein Anrecht auf so einige meiner Gehirnzellen.“

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„Der Eissplitter“ ist ein Psychothriller, der seinen „Thrill“ nicht aus der Aufklärung eines Mordfalls bezieht, sondern aus der psychologischen Ausleuchtung eines jungen Mannes, der in der Pubertät eine Frau ermordete und nicht darüber hinwegkommt. Feuer zieht ihn magisch an; unbewusst sehnt er sich wohl nach der reinigenden Wirkung. Weil seine Geschichte aus der Sicht eines Psychologen in der dritten Person Singular erzählt wird, ist die differenzierte Darstellung auch plausibel. Die geschickt gewählte Perspektive erlaubt es Pat Barker außerdem, rationale Überlegungen des Psychologen beispielsweise über die Schuldfähigkeit eines Kindes mit dem Mitgefühl des Lesers für die Protagonisten zu kombinieren. Der Psychologe ist nicht etwa eine abstrakte Romanfigur, sondern er steht selbst gehörig unter Druck, denn seine Ehe zerbricht gerade. Was seinen Beruf betrifft, so beginnt zu begreifen, dass auch nüchtern-objektive Gutachten menschliche Reaktionen hervorrufen, und dadurch gerät auch seine Maxime, in der Arbeit mit kriminell gewordenen Jugendlichen auf Distanz zu achten, ins Wanken.

Offenbar beobachtet Pat Barker menschliches Verhalten sehr genau, und sie vermag es auch sehr präzise, nuanciert und glaubwürdig in eindrucksvollen Szenen darzustellen. Durch eingestreute Hinweise baut sie Spannung auf, und kurz vor dem Ende steigert sie das Tempo so, dass alles auf eine Katastrophe hinzurasen scheint. Obwohl oder gerade weil Pat Barkers Erzählweise unprätentiös wirkt, ist es ihr gelungen, die Geschichte fesselnd zu erzählen.

Pat Barker wurde 1943 in Thornaby-on-Tees geboren. Sie stammt aus einer Arbeiterfamilie, wuchs vorwiegend bei den Großeltern auf, studierte an der London School of Economics und unterrichtete danach Geschichte und Politik. 1982 erschien „Union Street“, ihr erster Roman, der acht Jahre später verfilmt wurde („Stanley and Iris“, Regie: Martin Ritt, Buch: Harriet Frank jr. und Irving Ravetch, Kamera: Donald McAlpine, Darsteller: Robert De Niro, Jane Fonda u. a.). Der Erfolg des Romandebüts erlaubte es Pat Barker, sich als freie Schriftstellerin in Durham niederzulassen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003
Textauszüge: © Deutscher Taschenbuch Verlag

Elly Beinhorn - Alleinflug. Mein Leben
Sprachlich ist "Alleinflug. Mein Leben" kein Meisterwerk, aber die Darstellung ist sehr lebendig und fesselnd, schnörkellos und humorvoll. Beim Lesen spürt man die Begeisterungsfähigkeit der berühmten Fliegerin Elly Beinhorn.
Alleinflug. Mein Leben

Elly Beinhorn

Alleinflug. Mein Leben

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