Thomas Bernhard : Viktor Halbnarr

Viktor Halbnarr

Thomas Bernhard

Viktor Halbnarr

Viktor Halbnarr Verlag Middelhauve, Köln 1966
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Ein beinamputierter Krüppel setzt bei einer Wette sein Leben aufs Spiel, um sich endlich die seit langem gewünschten Juchtenstiefel kaufen zu können ...



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Kritik

"Viktor Halbnarr. Ein Wintermärchen" ist eine absurde, tragikomische Märchenerzählung von Thomas Bernhard.

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Der Erzähler ist Arzt. Gerade eilt er von Traich durch den Hochwald nach Föding zu einem Patienten. Da stolpert er auf dem Weg über Viktor Halbnarr, der halb erfroren im Schnee liegt. Viktor Halbnarrs Beine wurden vor acht Jahren von einer Lokomotive abgetrennt. Wie kommt er hierher? Wenn Halbnarr um 11 auf seinen Holzbeinen in Traich losgehe, hatte der Besitzer der Mühle in Traich mit ihm gewettet, werde er nicht vor 12 in Föding sein. Unterwegs zerbrachen aber seine Holzbeine und er fiel in den Schnee.

Der Arzt schultert den Krüppel und eilt weiter, um zu seinem Patienten zu kommen. Unterwegs erzählt ihm Viktor Halbnarr, er habe sich auf die lebensgefährliche Wette eingelassen, um sich endlich die Juchtenstiefel leisten zu können, von denen er seit zehn Jahren träumt.

Vor der Kirche in Föding wartet der Mühlenbesitzer. Um Punkt 12 Uhr legt der Erzähler ihm Viktor Halbnarr vor die Füße. Der Mühlenbesitzer gibt dem Krüppel die 800 Schilling, um die sie gewettet hatten und gesteht: „Ich habe den Halbnarr schon tot gesehen.“ Mit der Möglichkeit, dass der Krüppel mitten im Hochwald von einem Arzt gerettet werden könnte, hatte er nicht gerechnet. „Ach ja, die Ärzte! Wirklich, in alles pfuschen die Ärzte hinein!“

Der Arzt nimmt Viktor Halbnarr wieder auf die Schultern und besorgt ihm im Gasthaus ein Bett für die Nacht.

Später, auf dem Heimweg nach Traich, fällt ihm ein, dass Halbnarr jetzt zwar 800 Schilling gewonnen hat und sich endlich die feinen Lederstiefel kaufen kann. Aber jetzt sind die Holzprothesen kaputt, und die kosten 2500 Schilling!


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Ein beinamputierter Krüppel setzt bei einer Wette sein Leben aufs Spiel, um sich endlich die seit langem gewünschten Juchtenstiefel kaufen zu können. Er überlebt und gewinnt durch Zufall; weil er aber bei dem entscheidenden Wettlauf seine Prothesen zerbricht, ist es vergeblich.

Auch in der absurden, tragikomischen Märchenerzählung „Viktor Halbnarr. Ein Wintermärchen“ fasziniert Thomas Bernhard den Leser vom ersten Satz an durch eine dichte Atmosphäre.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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