Mark Z. Danielewski : Das Haus

Das Haus
Originalausgabe: Mark Z. Danielewski: House of Leaves Pantheon Books, New York 2000 Das Haus Übersetzung:Christa Schuenke, Olaf Schenk Klett-Cotta, Stuttgart 2007 ISBN 978-3-608-93777-0, 797 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der Pulitzer-Preisträger Will Navidson bezieht mit seiner Lebensgefährtin und den beiden gemeinsamen Kindern ein altes Haus auf dem Land. Zu seiner Überraschung stellt er fest, dass es einen Raum gibt, der im Grundriss nicht eingezeichnet ist und das Haus innen länger als außen ist. Nach einer ersten Erkundung eines wie aus dem Nichts entstandenen Korridors findet er beinahe nicht mehr ins Wohnzimmer zurück. Deshalb holt er einen Ingenieur und einen Höhlenforscher zu Hilfe ...
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Kritik

Lassen Sie sich von dem Textlabyrinth, den Fußnoten, dem Anhang und dem Index nicht davon abschrecken, "Das Haus. House of Leaves" zu lesen; der typografische Aufwand erhöht einfach nur den Spaß bei der Lektüre dieses originellen Romans.
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Johnny Truant trank, nahm Drogen und trieb es mit jeder attraktiven Frau, die er kriegen konnte. Als er vier Jahre alt gewesen war, hatte seine Mutter Pelafina Heather Lièvre versehentlich eine Pfanne mit siedendem Öl vom Herd gestoßen und ihm dabei die Unterarme verbrannt. Die Narben vergingen nie. 1982, drei Jahre nach dem Unfall, war Pelafina von ihrem Mann in eine Nervenheilanstalt gebracht worden, in das Three Attic Whalestoe Institute. Dort erdrosselte sie sich am 4. Mai 1989 im Alter von neunundfünfzig Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war Johnnys Vater bereits acht Jahre tot.

Als Truant Ende 1996 nach Hollywood zieht, wo er als Hilfskraft in einem Tattoo-Studio Arbeit findet, ändert sich sein Leben radikal. Es beginnt damit, dass ihn sein Freund Lude – der eigentlich Harry heißt, aber von niemandem so genannt wird – mitten in der Nacht anruft. Lude fiel auf, dass ein in der Nachbarschaft wohnender blinder Greis namens Zampanò nicht mehr zu sehen war. Die Katzen, die dem Alten um die Beine strichen, sobald er in den Hof kam, fehlten ebenso: Von einigen fand man Kadaverreste; andere blieben ganz verschwunden. Als Lude beim Hausverwalter die Schlüssel holte und in Zampanòs Wohnung nachsah, fand er die bäuchlings auf dem Boden liegende Leiche des über achtzig Jahre alten Mannes.

Der Notarzt hat gemeint, er kann nichts Ungewöhnliches feststellen, alles ganz normal, über achtzig und Zisch-Bumm, nichts zu machen, das alte Spiel, Kreislaufkollaps, die Lampen flackern und gehen aus, und schon haben wir den Salat, wieder liegt einer da und ist tot und rings um ihn herum lauter Zeugs, das für niemand was wert ist, außer für den, der da liegt und nichts davon mitnehmen kann. (Seite XIV)

Zu Zampanòs Hinterlassenschaft gehört eine Truhe voll schriftlicher Aufzeichnungen, die Truant in sein Apartment schleppt, wo er damit beginnt, sie zu sichten und zu ordnen.

Es passierte mir immer öfter, dass Dutzende Stunden einfach vorbeigezischt sind wie nichts, und ich mich total verirrt hatte im Geflecht all der gefährlichen Sätze.
Langsam aber sich verlor ich immer mehr die Orientierung und immer weiter die Verbindung zur Welt […] (Seite XXI)

Irrationale Ängste befallen Truant. Er geht nicht mehr aus, vernagelt seine Fenster, kauft einen Haufen Schlösser und Sperrketten für die Wohnungstüre und nagelt ein Dutzend Maßbänder auf den Fußboden und an die Wände.

Nur um zusätzliches Material von einer Frau zu holen, die für Zampanò geschrieben hatte, verlässt er einmal das Haus.

Ich nahm das Risiko eines Herzstillstands in Kauf, zischte ein paarmal rasch hintereinander Fuck und stürzte hinaus in den Tag, fest entschlossen, mich mit Tatiana zu treffen und mir das Material zu holen.
Natürlich ging alles glatt.
Außer dass ich, als ich grade den Fuß aufs Pflaster gesetzt hatte und losgehn wollt, einen dicken Truck sah, der von der Spur abkam, ein Stoppschild plattmachte, verzweifelt das Tempo zu drosseln versuchte, für einen Moment wieder auf Kurs ging und dann trotz der ganzen Bremsen, die so ein Monster hat, trotz des damit einhergehenden Qualms und des trommelfellzerfetzenden Kreischens voll auf mich drauf donnerte. Und da begriff ich plötzlich, was es heißt, schwerelos zu sein, durch die Luft zu fliegen, nicht mehr der glücklichen Dyade von Gravitation & Masse unterworfen zu sein, dann aber doch wieder, denn ich landete viereinhalb Meter weiter auf dem Dach eines parkenden Autos, das sich als mein eigenes erwies, und hörte zwar durchaus den Aufprall, konnte ihn aber nicht wirklich spüren. Ich war sogar kurz weggetreten, kam aber gerade noch rechtzeitig wieder zu mir, um zu sehen, wie der Truck, der nach wie vor auf mich zugerast kam, bis er tatsächlich in mich reinkrachte, mir – ob ihr’s glaubt oder nicht – den folgenden Gedanken eingab: „Ich fass es nicht, jetzt hat mir dieses Arschloch doch glatt meinen Wagen zerlegt! Scheiße, Mann, die ganze Straße voller Autos, und ausgerechnet meine Karre muss der schrotten!“, und das, wo sich gleichzeitig der ganze Stahl in mich reinbohrte und mir augenblicklich die Beine und das Becken zermalmte und die Metallstangen vom Grill wie Küchenmesser auf mich zukamen und mich in die Zange nahmen und mir die untere Körperhälfte regelrecht abtrennten.
Die Leute fingen an zu schreien.
Aber nicht wegen mir.
Irgendwie wegen dem Truck.
Da lief was aus, die ganze Straße runter.
Benzin.
Es war in Flammen aufgegangen. Ich würde verbrennen.
Aber das war gar kein Benzin.
Sondern Milch.
Bloß, dass gar keine Milch da war. Auch kein Benzin. Und es lief auch nichts aus. Noch nicht mal Leute waren da. Und schon gar nicht welche, die geschrien haben. Und kein Truck […] (Seite 143)

Als er nach drei Wochen erstmals wieder in das Tattoo-Studio kommt, teilt ihm der Besitzer mit, er habe seine Stelle inzwischen mit einer neuen Kraft besetzt. Lude rät seinem Freund, die Papierstöße wegzuwerfen, aber Truant hört nicht auf ihn. Schließlich wird ihm wegen seines Mietrückstands die Wohnung gekündigt.

Unter dem Datum vom 1. Mai 1998 notiert Truant in seinem Tagebuch, er sei zu dem Haus gefahren, über das Zamponò geschrieben hatte.

Keiner hier hat von Zampanò gehört.
Keiner hier hat etwas von den Navidsons gehört.
Ich habe keine Ash Tree Lane gefunden. (Seite 590)

Vom September 1998 stammen folgende Tagebuch-Eintragungen Truants:

2. September 1998
Seattle. Bin bei einem alten Freund untergekommen. Einem Kinderarzt. Mein Aussehen hat ihm und seiner Frau ganz schön Angst eingejagt, und die ist ebenfalls Ärztin. Ich bin abgemagert. Zu viele unerklärte Tremorschübe und nervöse Ticks. Er will unbedingt, dass ich ein paar Wochen bei ihnen bleibe […]
20. September 1998
[…] Vor kurzem erst hat mir der Doc gebeichtet, dass er zunächst […] seine Zweifel hatte, ob mir auf lange Sicht was anderes helfen könnte, als mich in eine Anstalt einzuweisen […]
29. September 1998
Scheiße, wollt ihr mich verarschen, ey? Habt ihr etwa echt geglaubt, irgendwas davon ist wahr? 2. bis 28. September? Das hab ich mir doch alles bloß ausgedacht. Aus der Luft gegriffen. In zwei Stunden hingeschrieben. Ich hab keine Freunde, die Ärzte sind, schon gar nicht zwei Freunde, die Ärzte sind. (Seite 600ff)

Am 25. Oktober 1998 berichtet Truant, dass sein Freund tödlich verunglückte. Lude, der offenbar Heroin gespritzt hatte, raste mit seinem Fahrrad einen Hügel hinunter und prallte gegen eine Hauswand.

Lude flog vom Bike, sobald das Vorderrad den Bordstein traf. Der Beton hob ihm die Schädeldecke ab. Gute zwei Meter Gehweg hat er mit seinem Blut bemalt. Den Unterkiefer fand ein Putztrupp dann am nächsten Morgen. (Seite 581)

Die inzwischen geordneten und kommentierten Aufzeichnungen Zampanòs stellt Truant in Buchform zusammen und schreibt am 31. Oktober 1998 ein Vorwort dazu. Er bietet das Manuskript mehreren Zeitungen und Buchverlagen an, aber niemand will es veröffentlichen: Er bekommt mehr als zweihundert Ablehnungsschreiben.

Um so verwunderter ist er, als er Ende August 1999 in Flagstaff, Arizona, zufällig eine Band hört, die von einem „Fünfeinhalb-Minuten-Flur“ singt und ihn auf seine Nachfrage in dem Buch blättern lässt, das sie zu diesem Song anregte. Es trägt den Titel „House of Leaves“.

House of Leaves von Zampanò mit einer Einleitung und Anmerkungen von Johnny Truant, Circle Round A Stone Publication, First Edition (Seite 609)

Das Buch, das Johnny Truant in der Hand hält, besteht im Kern aus den sachlichen und gewissenhaften Aufzeichnungen Zampanòs mit Hunderten von Quellenangaben, Zitaten und anderen wichtigen Hinweisen. Truant hatte nicht nur Zampanòs Notizen und das von dem Greis gesammelte Material geordnet, sondern das Vorhandene auch kommentiert, und an einigen Stellen hielten offenbar die Herausgeber editorische Anmerkungen für erforderlich.

Mr Truants Randbemerkungen erscheinen zwar oft dunkel, sind aber nicht ganz ohne Sinn und Verstand […] – die Hrsg. (Seite 95)

Allerdings veränderten die Herausgeber Truants Bemerkungen ebensowenig wie dieser Zampanòs Text verfälscht hatte. Unleserliches wurde denn auch nicht einfach ergänzt, sondern so präzise wie möglich wiedergegeben.

[Her[ ]hebung v[ ]m Verf[ ]er] (Seite 390)

Zampanò war offenbar von den Vorgängen in dem Haus der Navidsons in der Ash Tree Lane fasziniert. Er hatte es zwar nie gesehen, aber sich intensiv mit einer filmischen Dokumentation des Fotojournalisten und Pulitzerpreisträgers Will Navidson auseinandergesetzt: dem im April 1993 in New York und Los Angeles uraufgeführten „Navidson Record“. Unzählige Zitate belegen, dass der blinde Greis sich offenbar alles hatte vorlesen lassen, was von anderen bereits darüber geschrieben worden war.

Will Navidsons Vater stammte aus St. Louis. Er arbeitete als Vertreter für eine Kette großer Elektronikläden, war alkoholkrank und gewalttätig. Er starb an Herzversagen. Die Mutter ließ ihre Kinder im Stich und lebte mit wechselnden Produzenten zusammen, weil sie Schauspielerin werden wollte. Will wurde Fotojournalist. Für das Foto eines verhungernden fünfjährigen Mädchens im Sudan bekam er den Pulitzerpreis.

Im Frühjahr 1990 zog Will Navidson mit seiner siebenunddreißigjährigen Lebensgefährtin Karen Green und den beiden gemeinsamen Kindern Chad (8) und Daisy (5) in das von der Immobilienmaklerin Alicia Rosenbaum vermittelte Haus in der Ash Tree Lane, wo er das Alltagsleben der Familie mit verschiedenen Kameras – darunter auch fest in den Räumen installierte und über Bewegungssensoren aktivierte – aufzeichnen wollte.

Als die Navidsons Anfang Juni von einer Hochzeitsfeier in Seattle zurückkehrten, fiel ihnen im Elternschlafzimmer eine schlichte weiße Tür mit einem gläsernen Knauf auf, die – das bewiesen Fotos – vorher nicht dagewesen war. Dahinter lag ein etwa 1.20 mal 1.50 Meter große, auch vom Kinderschlafzimmer zugängiger Raum. Da die fest installierten Kameras zwischen Abreise und Rückkehr keine Bilder aufgenommen hatten, war offenbar während der Abwesenheit der Familie niemand im Haus gewesen. Woher kam dann aber die neue Kammer?

Von dem um 1720 errichteten Haus existierten zwar keine Baupläne mehr, doch Navidson besorgte sich im Liegenschaftsamt Blaupausen, die einem 1981 gestellten Antrag auf eine Baugenehmigung für einen Anbau beigelegen hatten. (Der Anbau war allerdings nicht ausgeführt worden.) Auf dem Plan war zwischen den Schlafzimmern nur eine Wand eingezeichnet. Daraufhin vermaß Navidson das Haus innen und außen und stellte zu seiner Verwunderung fest, dass es innen 6 Millimeter länger als außen war. Wie konnte das sein? Es widersprach jeder Logik!

Das Resultat beunruhigte Navidson so, dass er seinen Zwillingsbruder Tom anrief, mit dem er seit langer Zeit keinen Kontakt mehr gehabt hatte. Gemeinsam wiederholten sie die Messung und kamen auf 8 Millimeter Differenz. Tom bat deshalb den mit ihm befreundeten Professor Billy Reston, sich das Haus anzusehen. Obwohl der afroamerikanische Bauingenieur auf einen Rollstuhl angewiesen war, reiste er an und brachte Spezialgeräte mit. Vier Wochen lang überprüfte er immer wieder die Messungen, doch es gab keinen Zweifel: das Haus war innen länger als außen! Als Tom eines Tages einen dicken Roman aus dem Bücherregal nahm, kippten die anderen Bücher auf dem Brett um, rutschten über die Kante der Schmalseite und fielen zu Boden. Das hätte eigentlich gar nicht geschehen dürfen, weil Karen und ihre Freundin Audrie McCullogh das Regal exakt in die Zimmerecke eingepasst hatten. Nun klaffte zwischen der Wand und der Schmalseite des Regals eine Lücke von mindestens 30 Zentimeter!

Plötzlich waren Chad und Daisy weg, und man hörte ihre Schreie wie aus weiter Ferne. Sie kamen aus einem wie aus dem Nichts entstandenen Korridor, die mit einer Öffnung in der Wohnzimmer-Außenwand (!) begann, obwohl im Garten nichts Ungewöhnliches zu sehen war. Navidson ging beherzt hinein und holte die Kinder heraus. Tom riegelte den neuen Flur gleich darauf mit einer Tür ab.

[…] eine mit gehärtetem und galvanisiertem 24er Stahlblech verkleidete einfache Tür mit einer akustischen Dämmleistung von E413-70T-STC 28 nach ASTM-Code […] Und überdies baut er vier Schließriegel der Firma Schlage ein und versieht die vier separaten Schlüssel mit Farbmarkierungen: rot, gelb, grün und blau“ (Seite 80f)

Karen, die an Klaustrophobie litt und sich seit den beunruhigenden Beobachtungen mit Feng-Shui befasste, wollte auf keinen Fall, dass ihr Lebensgefährte noch einmal in den gefährlichen Korridor schaute. Darüber kam es Anfang August zum Streit, und Navidson wurde aus dem Schlafzimmer verbannt. Weil er auf der Couch nicht schlafen konnte, nahm er um 3 Uhr nachts eine Kamera und eine Taschenlampe und öffnete die von Tom eingebaute Tür. Die Länge des Korridors, dessen Decke und Wände schwarz waren, schätzte er auf maximal 21 Meter. Als er sich umdrehte, bemerkte er eine Abzweigung. Dieser Gang war 4.5 Meter breit und 3 Meter hoch. Navidson ging hinein, und es taten sich immer neue Durchgänge auf. Schließlich geriet er in einen Raum, in dem das Licht der Taschenlampe weder bis zur Decke noch bis zu den Wänden reichte. Da verlor Navidson die Orientierung und fand erst wieder ins Wohnzimmer zurück, als er Daisy schreien hörte.

Filmaufnahmen Navidsons von dem unerklärlichen Korridor tauchten später unter dem Titel „Der Fünfeinhalb-Minuten-Flur“ auf. Anders als der „Navidson Record“ wurde „Der Fünfeinhalb-Minuten-Flur“ niemals offiziell vorgeführt, aber Privatleute zogen sich Raubkopien von dem Video, deren Qualität selbstverständlich von Stufe zu Stufe schlechter wurde.

Um seine langjährige Beziehung mit Karen nicht aufs Spiel zu setzen, beauftragte Navidson den achtundvierzigjährigen Höhlenforscher Holloway Roberts mit der Untersuchung der geheimnisvollen Räume des Hauses, statt selbst noch einmal durch die von seinem Bruder eingebaute Tür zu gehen. Roberts, den Reston vor vier Jahren bei einem Symposium zum Thema „Equipment-Design für Nordpol-Expeditionen“ kennen gelernt hatte, brachte seine beiden Angestellten Jed Leeder und Kirby „Wax“ Hook mit.

Während Tom und Billy Reston im Haus übernachteten, nahmen die drei Höhlenforscher sich Zimmer im nahen Motel.

Von der ersten Erkundung kamen die drei Experten nach einer Stunde zurück. Sie waren bis zu einer mindestens 60 Meter hohen, 450 mal 450 Meter großen Halle vorgedrungen; weiter hatte die 3000 Meter lange Angelschnur nicht gereicht, die sie wie einen Ariadne-Faden abgewickelt hatten. Tags darauf gingen Roberts, Leeder und Hook erneut los. Inzwischen konnte die Halle auch mit Speziallampen nicht mehr ausgeleuchtet werden, denn sie war jetzt mehr als eineinhalb Kilometer weit. Statt der Angelschnur verwendete Roberts Neonmarkierungen. Zwanzig Stunden dauerte die dritte Erkundung.

Obwohl die drei Männer bei der Erkundung Nr. 4 nur Wasser für sechs Tage dabei hatten, kamen sie auch am siebten Tag noch nicht zurück. Als man dann im Wohnzimmer Klopfzeichen im SOS-Rhythmus vernahm, ließ Navidson sich nicht von Karen davon abhalten, einen Suchtrupp zu organisieren. Dabei sollte Reston bis zu einer gewaltigen Treppe mitkommen und dort eine Funkstation aufbauen, um den Kontakt zwischen Karen im Wohnzimmer und Navidson und dessen Bruder im Labyrinth aufrechtzuerhalten. Doch weil Tom Angst davor hatte, die Treppe hinunterzugehen, wurde der Plan geändert: Tom blieb bei der Funkstation, Reston begleitete Navidson, der ihm den Rollstuhl über die Treppe hinuntertrug – und dabei feststellte, dass sie viel kürzer geworden war, als die Höhlenforscher zuletzt berichtet hatten.

Später geborgene Filmaufnahmen zeigen, wie es den drei Höhlenforschern erging. Leeder und Hook wollten nicht mehr weitergehen, doch ihr Chef hörte nicht auf sie. Schließlich widersetzen sie sich Roberts und kehrten in der Erwartung um, er werde ihnen nachkommen. Da täuschten sie sich allerdings: Roberts verschwand in der Dunkelheit. Kurz darauf wurde Hook durch einen Schuss schwer verletzt. Leeder klopfte mit der Faust auf den Boden. Dieses SOS-Signal hörten Navidson, Karen, Tom und Reston im Wohnzimmer. Einige Zeit später schoss Roberts auch auf Leeder.

Navidson und Reston schleppten die beiden Verletzten zurück zur Treppe. In der Zwischenzeit hatte Tom eine Trage und eine Art Flaschenzug angefertigt. Damit wurden zuerst Hook und Leeder, dann auch Reston nach oben gezogen. Bevor Navidson folgen konnte, riss das Seil und die Treppe dehnte sich rasch aus. Hilflos sahen Tom und Reston zu, wie Navidsons Lampe zurückwich und verschwand.

Navidson wartete zunächst. Dann hörte er eine auf den Boden aufschlagende Münze.

Mal angenommen, Tom hat die ein paar Minuten, nachdem Reston oben angelangt war, geworfen, dann ist sie mindestens fünfzig Minuten gefallen. Für Mathe fühl ich mich zu matschig, aber man muss beileibe kein Genie sein, um zu kapieren, dass ich unbegreiflich weit unten bin. (Seite 357)

In einer Fußnote hat Zampanò dazu angemerkt:

Geht man davon aus, dass E = 48z² beträgt, wobei die Zeit in Sekunden rechnet wird und die Entfernung in Metern, müsste die Münze 43 890 Kilometer weit gefallen sein, was 3 815 Kilometer mehr ist als der Erdumfang, gemessen am Äquator […]

Dazu meint Johnny Truant in einer weiteren Fußnote:

Diese Formel ist nicht ganz korrekt. Eine genauere Berechnung erreicht man, indem [später hinzufügen]

Die Herausgeber schreiben in einer dritten Fußnote:

Mr Truant hat diese Fußnote nicht vervollständigt. – die Hrsg.

Zwei von Chad und Daisy im Unterricht angefertigte Zeichnungen beunruhigten die Lehrerin Teppet C. Brookes. Als die beiden Kinder dann am Montag nicht zur Schule kamen, fuhr sie zum Haus der Navidsons in der Ash Tree Lane. Ein Afroamerikaner im Rollstuhl öffnete ihr die Tür.

Brookes konnte schwerlich darauf vorbereitet sein, was für ein Schlachthaus sie betreten sollte: Im Wohnzimmer eine schluchzende Frau, ein großer Mann hielt sie im Arm, in der Küche zwei Leichen, ringsherum alles voll Blut, und auf der Treppe saß Chad neben seiner kleinen Schwester Daisy, die die ganze Zeit leise vor sich hin sang […] (Seite 367)

Im Gegensatz zu Leeder war Hook allerdings nicht tot. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen, erholte sich körperlich von seiner schweren Schussverletzung, blieb jedoch für immer traumatisiert. Sheriff Josiah Axnard schaute nur kurz in den finsteren Korridor hinein, in dem sowohl der offenbar verrückt gewordene Mörder Roberts als auch Navidson vermutet wurden. Von dort komme keiner mehr heraus, meinte er.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,

überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Nach einigen Tagen tauchte Navidson wieder auf: hinkend, erschöpft und dehydriert. Noch in derselben Nacht wollte Karen nach New York aufbrechen. Ihr Lebensgefährte wollte nur rasch das Video- und Filmmaterial aus dem Haus holen.

Navidson ist draußen und stellt gerade eine Kiste mit Hi-8-Kassetten ins Auto, als er sieht, wie oben im Haus die Lichter ausgehen, eins nach dem anderen. Eine Sekunde später kreischt Karen […]
Weil draußen keine Kameras installiert sind, beruht alles, was sich außerhalb des Hauses abgespielt hat, auf persönlichen Erzählungen. Drinnen aber laufen weiterhin die an den Wänden angebrachten Hi-8-Camcorder.
Karen ist oben damit beschäftigt, ihre Bürsten, Parfums und Schmuckkästchen in eine Tasche zu packen, als plötzlich das Schlafzimmer in sich zusammenfällt. Wir sehen, wie die weiße Decke sich ascheschwarz färbt und herunterkommt. Dann schieben sich die Wände so stark zusammen, dass die Kommode splittert, der Bettrahmen auseinanderbricht, die Lampen fliegen von den Nachttischen, die Glühbirnen platzen […] (Seite 403)

Karen gelingt es, sich in die Kammer zwischen den Schlafzimmern zu retten, die sich jedoch rasend schnell vergrößert, während der Fußboden um 2 Meter absackt.

Immer noch zittert und bebt alles, Wände reißen auf, um gleich darauf wieder miteinander zu verschmelzen, Fußböden bersten und bäumen sich auf, plötzlich ist die Decke von unsichtbaren Klauen zerrissen, Putz bröckelt, Wasserrohre brechen, Elektrokabel sprühen Funken, es gibt Kurzschlüsse. (Seite 410)

Tom packte Daisy, warf einen Stuhl durchs Küchenfenster und wollte das Kind zu Navidson hinausreichen, aber der Fußboden bewegte sich wie ein Förderband, und Tom musste mit aller Kraft rennen, um zum Fenster zu kommen. Sobald Navidson seine Tochter ins Freie ziehen konnte, riss es Tom wieder zurück und er stürzte in einen plötzlich aufklaffenden Schacht.

Die Leichen von Tom und Holloway Roberts wurden niemals geborgen.

Karen fragte später Experten und Prominente nach ihrer Meinung über die Ereignisse und hielt in einem schriftlichen Bericht fest, „Was manche gedacht haben“, zum Beispiel die Psychiaterin Leslie Stern, die Architektin Jennifer Antiala, der Filmregisseur Stanley Kubrick, der Magier David Copperfield, Douglas R. Hofstadter sowie die Schriftsteller Anne Rice, Walter Mosley und Stephen King. Navidson und Reston ließen Proben, die von den Wänden des Labyrinths genommen worden waren, von dem Petrologen Mel O’Geery in Princeton untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass das Material aus ganz verschiedenen Epochen stammte. Das Alter einiger Proben schätzte O’Geery auf 4,7 Millarden Jahre; sie waren demnach älter als die Erde. Die älteste Probe war sogar älter als das Sonnensystem – woraus einige Leute den Schluss zogen, das Haus in der Ash Tree Lane müsse von Außerirdischen gebaut worden sein.

Navidson zog es zu demHaus zurück. Er hinterließ einen vom 31. März 1991 datierten Abschiedsbrief an Karen. Reston fand seinen Wagen in der Einfahrt, aber das Haus war leer – und der unerklärliche Korridor fehlte. Auch die Kammer zwischen den Schlafzimmern war verschwunden, und das Bücherregal schloss wieder mit der Zimmerecke ab. Von Navidson fehlte jede Spur.

Karen vertraute die Kinder ihrer Mutter in New York an und reiste am 9. April 1991 nach Virginia, zum Haus in der Ash Tree Lane. Sie setzte sich mit der Immobilienmaklerin Alicia Rosenbaum in Verbindung, um es zu verkaufen, aber dann änderte sie ihre Absicht und wollte es doch erst einmal behalten. Sie war überzeugt, dass ihr Mann noch lebte und glaubte, ihn hin und wieder im Haus zu hören.

Navidson war diesmal mit einem Mountainbike in den Korridor gefahren. Das Haus veränderte sich dauernd. Unvermittelt stieß er auf ein offenes Fenster und kletterte hinaus auf eine Terrasse, doch als er sich umdrehte, waren das Fenster und das Haus verschwunden.

Übrig bleibt allein die ascheschwarze Platte, auf der er steht, nun offenbar von nichts getragen: unten und oben Finsternis und natürlich Finsternis auch ringsherum. (Seite 552)

Auf einem Kassettenrekorder hielt Navidson fest, er habe kein Wasser mehr und auch nichts mehr zu essen.

„Ich sitze nun nicht mehr auf irgendwas. Die Platte, woraus sie auch war, ist weg. Ich schwebe oder falle oder was weiß ich.“ (Seite 556)

Ein Nachbar fand Karen im Garten des Hauses – mit ihrem Mann auf den Knien. Der Notarzt maß Navidsons Körpertemperatur: es waren 28,7 Grad. Erst nach vielen Wochen erholte sich Navidson. Allerdings hatten Erfrierungen seine rechte Hand und den oberen Teil eines Ohrs zerstört; außerdem mussten die Ärzte sein linkes Auge und Partien der Gesichtshaut entfernen und seine zertrümmerte Hüfte durch ein künstliches Gelenk ersetzen. Sobald Will gesundheitlich dazu in der Lage war, heirateten er und Karen in Vermont. Einige Zeit später wurde bei Karen Brustkrebs diagnostiziert, aber sie sprach gut auf die Chemotherapie an.

Zampanò lobte in seinen Aufzeichnungen immer wieder die brillante Schnitttechnik im „Navidson Report“. In seinen Kommentaren setzte er sich auch mit dem mitunter geäußerten Einwand auseinander, die Filmdokumentation sei nicht authentisch. Das beste Argument dagegen, meinte Zampanò, habe das Finanzamt geliefert: die Navidsons seien finanziell gar nicht in der Lage gewesen, special effects zu bezahlen und den Film zu manipulieren.

Will Navidson riet den Zuschauern in seinem Film „Navidson Record“:

Das Ganze hier, nehmen Sie es einfach nur als das, was es ist. Und falls Sie irgendwann einmal zufällig an diesem Haus vorbeikommen sollten, bleiben Sie nicht stehen, gehen Sie auch nicht langsamer, sondern laufen Sie einfach weiter. Da ist nichts. Seien Sie vorsichtig. ( Seite 5)

Inzwischen soll es sogar eine Oper geben, die auf dem „Navidson Record“ basiert.

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Wer das große, dicke Buch „Das Haus. House of Leaves“ von Mark Z. Danielewski aufschlägt, wundert sich als Erstes über den enormen typografischen Aufwand. Schriftarten und –größen wechseln, hin und wieder sind Passagen durchgestrichen, manche Zeilen stehen auf dem Kopf oder laufen schräg über die Seite, einige Seiten sind fast leer, eine Reihe von Textblöcken sind auf der Rückseite noch einmal in Spiegelschrift zu sehen, die Wörter Haus, House, Maison sind stets in blauer Farbe gedruckt usw. Bei der Lektüre versteht man rasch, dass dieses Textlabyrinth dem Irrgarten entspricht, der sich in dem geheimnisvollen Haus in der Ash Tree Lane auftut und dazu dient, das Informationsangebot für den Leser auf mehreren Ebenen gleichzeitig ablaufen zu lassen:

  1. Die Ereignisse im Jahr 1990
  2. Die Filmdokumentation darüber, der „Navidson Record“ (Dreharbeiten: 1990; Uraufführung 1993)
  3. Der blinde Greis Zampanò befasst sich – bis er Ende 1996 stirbt – mit Hilfe von Vorleserinnen nicht nur mit dem „Navidson Record“, sondern auch mit wissenschaftlichen Untersuchungen darüber und dazu abgegebenen Stellungnahmen
  4. Johnny Truant ordnet Zampanòs Aufzeichnungen sowie das von dem Greis gesammelte Material und ergänzt das Vorhandene durch eigene Kommentare; diese Arbeit schließt er 1998 ab
  5. Bei der Veröffentlichung – „House of Leaves, von Zampanò mit einer Einleitung und Anmerkungen von Johnny Truant“ (1999) – fügen die Herausgeber editorische Anmerkungen hinzu

 

Keine Angst: Trotz der mehrfachen Verschachtelung liest sich der Roman „Das Haus. House of Leaves“ ganz leicht. Man sollte sich auch nicht von den mehr als 450 Fußnoten abschrecken lassen, ebenso wenig von dem 139 Seiten umfassenden Anhang und dem (absurden) Index auf den Seiten 769 bis 794.

Unsere Köpfe sind voller Fußnoten. Jeden Tag. In jedem Augenblick. Dutzende während eines Gesprächs. Wenn wir jemandem zuhören. Wenn wir beobachten, wie unser Gesprächspartner die Hände bewegt. Wenn wir überlegen, ob es bald noch etwas zu trinken gibt.
Wenn wir uns an etwas erinnern, das vor kurzer oder vielleicht sogar vor längerer Zeit passiert ist. Möglicherweise geht uns das alles durch den Kopf, ohne dass wir es bemerken. Aber wenn man darüber nachdenkt, kann man sich an den Akt des Erinnerns erinnern. (Mark Z. Danielewski)

Den Eindruck der Authentizität erweckt Mark Z. Danielewski durch den fortwährenden Bezug auf die Filmdokumentation („Navidson Record“) und die (pseudo-)wissenschaftliche Auswertung. Mit dieser sachlichen Ebene kontrastieren die Fußnoten Johnny Truants, der die Leser in der 2. Person Plural anspricht und in der Gossensprache ausufernd von persönlichen Erlebnissen erzählt, die von seiner geistigen Zerrüttung zeugen. Während Mark Z. Danielewski gerade durch die sachlich wirkende Darstellung der unerklärlichen Ereignisse in dem Haus in der Ash Tree Lane auf raffinierte Weise (ähnlich wie in dem Film „The Blair Witch Project“) Horror erzeugt, erlaubt ihm das unbekümmerte Gequassel Truants, ein paar deftige Bett- und brutale Gewaltszenen einzubauen, die Leser zu veralbern und die satirische Komponente des Romans hervorzuheben.

Die Geschichte von dem Haus, in dem sich Abgründe auftun, hätte schon für einen (Horror-)Roman gereicht, aber Mark Z. Danielewski verwendet sie in „Das Haus. House of Leaves“ nur als Kern und fügt eine Fülle von Ideen dazu.

[…] Tischfeuerwerk aus Belesenheit und interpretatorischer Schläue, das in den Anmerkungen und auch im Erzähltext abgebrannt wird. Allein die Erfindung der Titel, die die wissenschaftlichen Bücher, Aufsätze, die Fernseh- und Rundfunkbeiträge tragen, strotzt vor Gescheitheit und protzt zugleich mit einem Witz, der die Welt der Theorie aufs Korn nimmt.
(Georg Klein, Süddeutsche Zeitung, 14. September 2007)

Kurz: „Das Haus. House of Leaves“ ist originell, raffiniert und eine Mordsgaudi.

Thomas Böhm (* 1968) schrieb nach Absprache mit Mark Z. Danielewski eine etwa 55 Minuten lange Hörspielfassung des Romans. Das Hörspiel „Das Haus“ wird am 10. Dezember 2009 erstmals ausgestrahlt, und zwar simultan auf drei Wellen, denn es besteht – entsprechend der Mehrgestaltigkeit der literarischen Vorlage – aus drei parallelen Teilen: Während es auf WDR1Live um den von Will Navidson gedrehten Dokumentarfilm über das Haus geht („Navidson-Record“), hören wir auf WDR3, was der Amateur-Cinematologe Zampanò darüber schrieb und auf WDR5 den Bericht des in Los Angeles lebenden Aushilfsarbeiters Johnny Truant, der Zampanòs Aufzeichnungen findet und beim Lesen verrückt wird. Thomas Böhm hat das Hörspiel so konzipiert, dass es sowohl für den Hörer funktioniert, der zwischen den drei Wellen hin- und herzappt als auch für den, der bei einer Welle bleibt. Entsprechend der drei Teile gibt es drei Regisseure und drei Komponisten der Musikuntermalung: Claudia Johanna Leist, Jörg Schlüter und Martin Zylka, Rainer Quade, Thom Kubli und Andreas Bick. Darsteller: Roberto Ciulli (Zampanò), Tom Schilling (Johnny Truant), Camilla Renschke (Vorleserin / Beatrice), Andreas Grothgar (Ansager), Anna Thalbach (Thumper), Nic Romm (Lude), Therese Dürrenberger (Mutter), Rainer Homann (Psychiater Dr. Draines), Matthias Redlhammer (Raymond), Wolfram Koch (Will Navidson), Fabian Gerhardt (Tom), Sascha Icks (Karen), Christian Redl (Holloway), Marlon Kittel (Jed), Florian Seigerschmidt (Wax), Markus Scheumann (Reston) u.a.

Mark Z. Danielewski wurde 1966 als Sohn des polnischen Filmregisseurs Tad Danielewski und dessen Ehefrau Priscilla Machold geboren. Seine Schwester Annie Decatur Danielewski (* 1968) ist unter dem Künstlernamen Poe als Sängerin bekannt. – Nach dem Studium der Englischen Literatur an der Yale University arbeitete Mark Danielewski in der Filmbranche und im Verlagswesen. 2000 veröffentlichte er seinen Debütroman „House of Leaves“ („Das Haus“), an dem er zehn Jahre lang gearbeitet hatte, und ein Begleitbuch dazu: „The Whalestoe Letters“. Zwei weitere Bücher von Mark Z. Danielewski erschienen 2006 bzw. 2012: „Only Revolutions“ und „Das Fünfzig-Jahr-Schwert“.

 

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007 / 2009
Textauszüge: © J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger GmbH

Mark Z. Danielewsk (kurze Biografie / Bibliografie)

Mark Z. Danielewski: Only Revolutions
Mark Z. Danielewski: Das Fünfzig-Jahr-Schwert

Thomas Hürlimann - Das Gartenhaus
In der melancholischen Novelle "Das Gartenhaus" geht es um das Altern und den Tod, ein bitteres Thema, dem sich Thomas Hürlimann ohne falsche Sentimentalität nähert. Obwohl viele der Szenen komisch und grotesk sind, gibt er seine Protagonisten nie der Lächerlichkeit preis und zieht sich auch nicht in die Distanz eines Satirikers zurück.
Das Gartenhaus

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