Frenzy

Frenzy

Frenzy

Frenzy - Originaltitel: Frenzy - Regie: Alfred Hitchcock - Drehbuch: Anthony Shaffer, nach dem Roman "Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square" von Arthur La Bern - Kamera: Gilbert Taylor - Schnitt: John Jympson - Musik: Ron Goodwin - Darsteller: Jon Finch, Alec McCowen, Barry Foster, Billie Whitelaw, Anna Massey, Barbara Leigh-Hunt, Bernard Cribbins, Vivien Merchant, Michael Bates, Jean Marsh, Clive Swift, John Boxer, Madge Ryan, George Tovey, Elsie Randolph u.a. - 1972; 110 Minuten

Inhaltsangabe

inhalt:
New Scotland Yard fahndet nach einem Triebtäter, der in London Frauen überfällt, vergewaltigt und anschließend mit einer Krawatte erdrosselt. Nach der Ermordung von Brenda Blaney fällt der Verdacht auf ihren geschiedenen Ehemann Dick. Als der Gesuchte bei dem Gemüsehändler Bob Rusk Zuflucht sucht, verrät dieser ihn an die Polizei. Dick wird festgenommen und zu lebenslanger Haft verurteilt. Um sich an Bob zu rächen, bricht Dick aus dem Gefängnis aus …
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Kritik

"Frenzy" ist ein ausgefeilter sarkastischer Thriller von Alfred Hitchcock, in dem jedes Bild seine Bedeutung hat.

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Richard („Dick“) Blaney (Jon Finch) war ein Vorzeige-Pilot der Royal Air Force, aber das ist lange her. Inzwischen hat der Mitdreißiger hinter der Theke eines Pubs in London gearbeitet, aber als ihn der Wirt Felix Forsythe (Bernard Cribbins) eines Morgens dabei ertappt, wie er sich selbst Schnaps einschenkt, wird er hinausgeworfen, obwohl sich seine Kollegin Barbara („Babs“) Milligan (Anna Massey) für ihn einsetzt. Robert („Bob“) Rusk (Barry Foster), der in der Nähe der Gaststätte einen Gemüseladen betreibt, verrät Dick einen Tip für eine Pferdewette. Tatsächlich gewinnt das angegebene Pferd und bringt eine Wettquote von 20 : 1, aber Richard hatte kein Geld, um darauf setzen zu können.

Nach einem Jahr besucht er erstmals wieder Brenda (Barbara Leigh-Hunt), mit der er zehn Jahre lang verheiratet war. Sie betreibt inzwischen eine florierende Heiratsvermittlung. Als Dick mit ihr in Streit gerät, schickt Brenda ihre Vorzimmerdame Monica Barling (Jean Marsh) nach Hause, und um ihren Exmann zu beruhigen, lädt sie ihn zum Essen in ihrem Club ein, aber dort wird er erneut ausfallend und zerdrückt im Jähzorn ein Weinglas.

Die Nacht verbringt Dick in einem Obdachlosenasyl der Heilsarmee. Erst durch den versuchten Diebstahl eines Bettnachbarn bemerkt er, dass Brenda ihm heimlich ein paar Banknoten in seine Manteltasche gesteckt hat.

Deshalb geht er um die Mittagszeit noch einmal in ihr Büro, aber die Tür ist verschlossen. Als Monica vom Lunch zurückkommt, sieht sie noch, wie er das Haus verlässt. Unmittelbar darauf findet sie ihre Chefin mit einer Krawatte erdrosselt vor und alarmiert die Polizei, die schon seit einiger Zeit nach einem Serienmörder fahndet, der Frauen überfällt, vergewaltigt, ihnen dann mit einer Krawatte die Luft abschnürt und die Toten nackt auszieht. Aufgrund von Monicas Beobachtung glaubt Chief Inspector Tim Oxford (Alec McCowen), dem Krawattenmörder endlich auf der Spur zu sein.

Die Zuschauer wissen jedoch, dass er sich irrt, denn sie haben gesehen, wie Bob Rusk kurz vor Dick in die Heiratsagentur ging. Er war schon mehrmals da, aber Brenda weigerte sich, ihn mit einer seinem abartigen Geschmack entsprechenden Frau zusammenzubringen. Bob drückte Brenda auf die Couch in ihrem Büro, zerfetzte ihre Bluse, riss ihren BH von der linken Brust – und kam bei dem Anblick zum Orgasmus. Danach schimpfte er über die Sündhaftigkeit der Frauen, nahm seine Krawatte ab und erdrosselte Brenda.

Ohne zu ahnen, dass die Polizei hinter ihm her ist, verabredet Dick sich am nächsten Tag mit Babs und nimmt mit ihr zusammen ein Hotelzimmer für ein Schäferstündchen. Babs wundert sich, woher er plötzlich so viel Geld hat, aber er antwortet ausweichend. Dem Hotelportier (Jimmy Gardner) fällt auf, dass das Jackett des neuen Gastes genauso aussieht wie das in der Zeitung beschriebene des Krawattenmörders. Er ruft die Polizei, aber Dick und Babs, die an die Unschuld ihres Freundes glaubt, entkommen über die Feuertreppe.

Für eine Nacht wird Dick von seinem früheren Kameraden Johnny Porter (Clive Swift) aufgenommen, obwohl dessen Ehefrau Hetty (Billie Whitelaw) dagegen protestiert.

Als Babs am nächsten Morgen zu spät zur Arbeit erscheint, und Felix Forsythe ihr deshalb Vorhaltungen macht, kündigt sie auf der Stelle. Bob Rusk, der Zeuge des Streits war, lädt Babs daraufhin ein, die Nacht in seiner Wohnung zu verbringen.

Im Dunkeln wirft er ihre inzwischen in einem Kartoffelsack verpackte Leiche auf einen beladenen Lastwagen. Als er feststellt, dass seine Krawattennadel fehlt, klettert er auf die Ladefläche und holt die Tote mühsam aus dem Kartoffelsack. Während er damit noch beschäftigt ist, steigt der Fahrer ein und fährt los, ohne ihn zu bemerken. Babs hält die Krawattennadel in ihrer erstarrten Hand. Bob muss die Finger einzeln brechen, um an das verräterische Schmuckstück heranzukommen. Während eines Halts an einer Raststätte springt er vom LKW.

Kurz darauf verfolgt eine Polizeistreife den Lastwagen und hält ihn an, weil Kartoffeln von der offenen Ladefläche kullern und eine nackte Leiche herunterfällt.

Da Hetty Porter den ungebetenen Gast nicht länger im Haus haben möchte, sucht Dick Zuflucht bei Bob. Der nimmt ihn zwar auf, verrät ihn jedoch der Polizei. Dick wird festgenommen und wegen mehrfachen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Dass der Angeklagte vor Gericht immer wieder seine Unschuld beteuerte und Bob Rache schwor, hat Chief Inspector Oxford verunsichert, zumal seine Ehefrau (Vivien Merchant) von Anfang an nicht glaubte, dass Dick der Krawattenmörder ist. Oxford lässt Bob heimlich fotografieren und legt das Bild Brenda Blaneys Mitarbeiterin vor. Monica erkennt den Mann und sagt aus, dass er unter dem Namen „William Robinson“ mehrmals vergeblich versucht hatte, als Kunde angenommen zu werden. Sergeant Spearman (Michael Bates) findet heraus, dass Bob an der Raststätte gesehen wurde, während der Fahrer des Lastwagens, auf dessen Ladefläche die Leiche von Babs Milligan lag, Pause machte.

Währenddessen stürzt Dick im Gefängnis absichtlich auf einer Metalltreppe. Er wird in eine Krankenstation gebracht und bricht nachts von dort aus. Nachdem er in Bobs Wohnung eingedrungen ist, schlägt er mit einer unterwegs aufgelesenen Eisenstange auf die im Bett liegende Person ein. Als er die Decke wegzieht, liegt vor ihm die nackte Leiche einer Frau mit einer Krawatte um den Hals. In diesem Augenblick betritt Chief Inspector Oxford das Schlafzimmer. Auf der Treppe poltert es: Bob zerrt einen Schrankkoffer vom Dachboden. Der überführte Krawattenmörder wird verhaftet.

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„Frenzy“ (das englische Wort steht für Wahnsinn und Raserei) ist ein ausgefeilter sarkastischer Thriller, in dem jedes Bild seine Bedeutung hat. Der Handlung liegt der 1966 veröffentlichte Roman „Goodbye Piccadilly, Farewell Leicester Square“ von Arthur La Bern zugrunde. Alfred Hitchcock (Regie) und Anthony Shaffer (Drehbuch) verraten schon früh, wer der Mörder ist, aber gerade dadurch erzeugen sie zunehmend Spannung und eine beklemmende Atmosphäre.

Ebenso ausgefallen wie eindrucksvoll ist beispielsweise folgende Szene: Bob Rusk geht mit Babs Milligan die Treppe zu seiner Wohnung hinauf. Die Kamera folgt den beiden und zieht sich, nachdem die Tür geschlossen wurde, langsam wieder über die Treppe nach unten zurück – während die Zuschauer ahnen, dass Babs ermordet wird.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

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