Rebecca

Rebecca

Rebecca

Rebecca - Originaltitel: Rebecca - Regie: Alfred Hitchcock - Drehbuch: Philip MacDonald, Michael Hogan, Robert E. Sherwood, Joan Harrison, nach dem Roman "Rebecca" von Daphne du Maurier - Kamera: George Barnes - Schnitt: W. Donn Hayes - Musik: Franz Waxman - Darsteller: Laurence Olivier, Joan Fontaine, Judith Anderson, George Sanders, Nigel Bruce, Reginald Denny, C. Aubrey Smith, Gladys Cooper, Florence Bates u.a. - 1940; 130 Minuten

Inhaltsangabe

In der Hoffnung, sich dadurch von der Vergangenheit befreien zu können, heiratet Maxim de Winter ein Jahr nach dem Tod seiner Frau Rebecca ein zweites Mal. Seine schüchterne, unsichere Frau wird von Mrs Danvers, der langjährigen Haushälterin auf dem Herrensitz Manderley, ständig mit der vergötterten Rebecca verglichen. Ein Albtraum! Als Taucher in der Kajüte eines untergegangenen Segelbootes Rebeccas Leiche finden, gerät Maxim in den Verdacht, sie ermordet zu haben ...
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Kritik

Der Film "Rebecca" hält sich mit wenigen Ausnahmen eng an die literarische Vorlage von Daphne Du Maurier. Es handelt sich um einen subtil inszenierten, grandios gespielten und bis zur letzten Minute spannenden Psychothriller von Alfred Hitchcock.
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Edythe Van Hopper (Florence Bates), eine ältere Dame, verbringt im Frühjahr einige Wochen in einem Luxushotel in Monte Carlo und lässt sich dabei von der schüchternen und naiven Gesellschafterin (Joan Fontaine) begleiten. Bei einem Spaziergang sieht die junge Frau einen Engländer, der unmittelbar am Rand der Klippen steht und ins tosende Meer hinunterschaut. Als sie ihn ängstlich anruft und bittet, sich nicht in die Tiefe zu stürzen, reagiert er unwirsch und schickt sie fort. Im Hotel stellt sich heraus, dass Mrs Van Hopper und der englische Aristokrat sich kennen: Er heißt Maximilian („Maxim“) de Winter (Laurence Olivier). Offenbar kommt er nicht über den Tod seiner vor einem Jahr beim Segeln ertrunkenen Ehefrau Rebecca hinweg.

Am Frühstück am nächsten Morgen holt Maxim die Gesellschafterin an seinen Tisch. Als er hört, dass Mrs Van Hopper wegen einer Unpässlichkeit in ihrem Zimmer bleiben muss und von einer Krankenschwester gepflegt wird, nimmt er die junge Frau kurzerhand mit zu einer Rundfahrt in seinem Auto. Auch die nächsten Tage verbringt er mit ihr, und als Edythe Van Hopper nach New York reisen will, stellt Maxim deren Gesellschafterin vor die Entscheidung, entweder die alte Dame weiter zu begleiten oder mit ihm nach Manderley an der Küste von Cornwall zu kommen – und zwar als seine Gattin! Die beiden heiraten noch auf dem Standesamt in Monte Carlo.

Pracht und Größe des schlossartigen Herrensitzes verunsichern die neue Mrs de Winter noch mehr. Sie fühlt, dass die Dienerschaft sie ständig mit Rebecca vergleicht. Besonders die Haushälterin Mrs Danvers (Judith Anderson), die zum Zeitpunkt der ersten Eheschließung Mr de Winters nach Manderley gekommen war und Rebecca, die unglaublich schön gewesen sein muss, noch immer wie eine Göttin verehrt, lässt ihre neue Herrin bei jeder Begegnung spüren, dass diese dem Vergleich mit der Vorgängerin nicht standhält. Überall liegen Gegenstände mit der Initiale R herum. Die Zimmer, in denen Rebecca gewohnt hatte, werden von Mrs Danvers wie eine Weihestätte gehütet.

Mrs de Winter fürchtet sich vor der stets schwarz gekleideten, frostigen Mrs Danvers, und das Leben auf Manderley wird für sie zum Albtraum. Weil sie Maxim über alles liebt, nimmt sie es unterwürfig auf sich. Dabei hat sie inzwischen ihre Naivität verloren und eingesehen, dass Maxim sie heiratete, weil er hoffte, sie könne ihn von der Vergangenheit befreien, aber er denkt noch immer an Rebecca.

Als Mrs de Winter ein Kostüm für einen Maskenball auf Manderley sucht, führt Mrs Danvers sie zu einem Gemälde, auf dem eine Vorfahrin Maxims zu sehen ist und rät ihr, sich das abgebildete Kleid nachmachen zu lassen. Voller Vorfreude kommt die junge Frau in dem wunderbaren Kleid über die Treppe herunter, doch als ihr Mann sie erblickt, befiehlt er ihr aufgebracht, sich auf der Stelle umzuziehen.

Maxims Schwester Beatrice Lacy (Gladys Cooper) klärt ihre Schwägerin darüber auf, dass Rebecca kurz vor ihrem Tod das gleiche Kleid trug.

Verzweifelt läuft die junge Frau nach oben und fragt Mrs Danvers, warum diese sie mit so viel Hass verfolgt. Ungerührt macht die Haushälterin ihr klar, dass zwischen ihr und ihrem Ehemann immer Rebecca stehen werde. Sie öffnet das Fenster und fordert Mrs de Winter gnadenlos auf, sich hinauszustürzen.

Aber in diesem Augenblick gibt es einen Menschenauflauf am Bootshaus. Mrs de Winter folgt den anderen und erfährt, dass Taucher auf dem Grund des Meeres ganz in der Nähe ein Segelboot mit einer in der Kajüte eingeschlossenen Toten entdeckten.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Sie findet Maxim allein in dem Bootshaus. Er gesteht ihr, dass er die mit einem Segelboot gekenterte Frau, deren Leiche zwei Monate nach Rebeccas Verschwinden vierzig Meilen entfernt von hier angeschwemmt worden war, bewusst falsch identifiziert hatte. Jetzt werde man feststellen, dass es sich bei der Toten in der Kajüte des in der Nähe gesunkenen Segelschiffes um Rebecca handelt und neue Fragen an ihn richten. Er war wie alle anderen auch der Schönheit und Ausstrahlung Rebeccas verfallen und hatte sie geheiratet, aber bereits vier Tage nach der Hochzeit merkte er, dass sie ihn betrog. Um seine Familie vor einem Skandal zu bewahren, ließ er sich auf eine Abmachung mit der egomanischen Frau ein: Während Rebecca sich mit anderen Männern vergnügte, hielten sie beide den Schein einer glücklichen Ehe aufrecht. Aber er hasste Rebecca. Maxim wusste, dass ihr Vetter Jack Favell (George Sanders) einer ihrer Geliebten war. Eines Abends wollte er sie mit Favell im Bootshaus überraschen, aber er fand sie allein vor. Rebecca deutete an, von ihrem Vetter schwanger zu sein und malte ihm höhnisch aus, wie ihr Sohn später Manderley erben würde. Damit machte sie ihn so wütend, dass er sie schlug und zurückstieß. Sie fiel nach hinten, schlug mit dem Kopf auf und war bereits tot, als er sich über sie beugte. Weil niemand ihm geglaubt hätte, dass es kein Mord war, zerrte er die Tote auf ihr Segelboot, fuhr aufs Meer hinaus, schlug ein paar Löcher in die Planken und ruderte mit dem Beiboot zurück.

Seine zweite Frau steht zu ihm, auch als Maxim sich vor einem Richter verantworten muss.

Während einer Verhandlungspause taucht Jack Favell mit einem Brief auf, den ihm Rebecca an ihrem Todestag geschrieben hatte. Den Text kann man so verstehen, dass Rebecca sich mit ihm im Bootshaus treffen wollte, um ihm zu sagen, dass sie ein Kind von ihm erwartete. Favell schließt daraus, dass Rebecca sich auf keinen Fall selbst das Leben nahm und beschuldigt Maxim, sie wegen der Schwangerschaft umgebracht zu haben. Für sein Schweigen verlangt der Autohändler sehr viel Geld und ein Stück Land. Maxim lässt sich nicht einschüchtern und zieht den mit ihm befreundeten Polizeichef Colonel Julyan (C. Aubrey Smith) hinzu. Der liest den Brief und erwirkt eine Vertagung der Gerichtsverhandlung, um mit dem Arzt sprechen zu können, den Rebecca am letzten Tag ihres Lebens in London aufgesucht hatte. Dr. Baker (Leo G. Carroll) sagt aus, Rebecca sei nicht schwanger gewesen, sondern habe bei dieser Konsultation von ihm erfahren, dass sie unheilbar an Gebärmutterkrebs erkrankt war. Beim Abschied machte sie dann eine Bemerkung, als ob sie nicht erst in ein paar Monaten, sondern schon in Kürze mit ihrem Tod rechnete. Colonel Julyan nimmt deshalb an, dass es sich bei Rebeccas Tod um einen Suizid handelte. Und so urteilt auch der Richter.

Das berichtet Jack Favell Mrs Danvers am Telefon.

Als sich Maxim und sein Anwalt Frank Crawley (Reginald Denny) im Auto Manderley nähern, sehen sie in der Dunkelheit schon von Weitem den Wiederschein eines gewaltigen Feuers. Mrs Danvers hat Manderley angezündet und schreitet durch die brennenden Räume, bis das Gebälk über ihr zusammenbricht.

Maxims zweite Frau schlief zwar, als Mrs Danvers das Feuer legte, aber sie konnte sich rechtzeitig ins Freie retten. Sie und Maxim fallen sich erleichtert um den Hals. Maxim weiß nun, dass Rebecca ihn an dem Abend im Bootshaus bewusst provoziert hatte. Sie wollte von ihm ermordet werden und rechnete damit, dass Jack Favell, mit dem sie verabredet war, ihn spätestens bei der Beseitigung der Leiche ertappte. Auf diese Weise wollte sie ein monatelanges Siechtum vermeiden und zugleich Maxim als Mörder ins Gefängnis bringen.

Nach dem Freispruch hat Maxim nichts mehr zu befürchten. Endlich steht Rebeccas Schatten nicht mehr zwischen ihm und seiner Frau.

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„Rebecca“ ist der erste von Alfred Hitchcock in Hollywood gedrehte Film. Das Drehbuch basiert auf dem 1938 veröffentlichten Roman „Rebecca“ von Daphne Du Maurier, in dem die „zweite Mrs de Winter“ – von der wir weder den Vor- noch den Mädchennamen erfahren – in der Ich-Form erzählt. Fast gleichzeitig mit der Verfilmung kam „Rebecca“ als Theaterstück auf die Bühne.

Der Film hält sich mit wenigen Ausnahmen eng an die literarische Vorlage. Es handelt sich um einen subtil inszenierten Psychothriller über eine schüchterne, unsichere und aufrichtige junge Frau, die einem Albtraum ausgeliefert ist, weil ihr der Ehemann lange Zeit Wesentliches verschweigt, obwohl sie ihn bedingungslos liebt. Ebenso wie die Protagonistin erfahren auch die Zuschauer erst gegen Ende zu, was Maxim quält, und dabei kommt es zu mehreren unerwarteten Wendungen. Allerdings ahnen wir gleich zu Beginn, dass etwas Schreckliches geschehen wird, denn die Kamera fährt durch eine verwilderte Einfahrt und zeigt die Ruine des Herrensitzes Manderley. Die Spannung wird von der ersten bis zur letzten Minute aufrecht erhalten. Im Unterschied zu der unbeschwerten Stimmung in Monte Carlo herrscht auf Manderley eine beklemmende und beunruhigende Atmosphäre vor. Heute wäre die Unsicherheit und Verzweiflung der Hauptfigur zurückhaltender dargestellt worden, aber 1940 stand das Kino noch in der Tradition der Stummfilme, in denen deutlicher agiert werden musste, und vor diesem Hintergrund kann man die schauspielerische Leistung vor allem von Joan Fontaine nur grandios nennen. Überhaupt ist es verblüffend, wie packend der Jahrzehnte alte Film immer noch wirkt.

„Rebecca“ wurde 1941 in der Kategorie „bester Film“ mit einem „Oscar“ ausgezeichnet.

56 Jahre nach Alfred Hitchcock verfilmte Jim O’Brien den Roman von Daphne Du Maurier erneut und schuf einen zweiteiligen Fernsehfilm.

Rebecca – Regie: Jim O’Brien – Drehbuch: Arthur Hopcraft, nach dem Roman „Rebecca“ von Daphne Du Maurier – Kamera: Rex Maidment – Schnitt: Michael Parker – Musik: Christopher Gunning – Darsteller: Anthony Bate, John Branwell, Jonathan Cake, Tom Chadbon, Lucy Cohu, Charles Dance, Zulema Dene, Frank Doherty, Faye Dunaway, Emilia Fox, John Horsley, Geraldine James, Denis Lill, Ian McDiarmid, Kelly Reilly, Diana Rigg, Patrick Romer, Robin Soans, Jonathan Stokes, David Webb, Timothy West, Michael Wynne u.a. – 1997; 190 Minuten

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

Daphne Du Maurier: Rebecca

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3096 Tage

Natascha Kampusch

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